- Verschärfte Krise auf der Halbinsel Krim
- Krim: Kein Benzin, keine Veranstaltungen
- Krim-Brücke gesperrt, Fähren ausgebrannt
- 2. Front: Lastwagen und Bahn angegriffen
- Amerikanischer General lobt die Ukraine
- Budanov: Das frontnahe Volk leidet sehr
KRISE AUF DER KRIM
Sevastopol ist die grösste Stadt auf der von Russland besetzten Krim-Halbinsel. Dort gelten für die nächsten zwei Tage strenge Regeln als Reaktion auf die Energiekrise, ausgelöst durch die ukrainischen Drohnenangriffe.
Am Sonntag wurde der Verkauf von Benzin auf der Halbinsel verboten. «Kraftstoff wird nur an staatliche Dienste verkauft, die die Lebensfähigkeit und Sicherheit der Republik Krim gewährleisten.» Das schreibt Sergei Walerjewitsch Aksjonow, der von Russland eingesetzte «Ministerpräsident» der Krim. https://t.me/Aksenov82/9733

Gemäss dem von Russland eingesetzten Gauleiter («Gouverneur») Michail Raswojajew gilt für den 22. und 23. Juni:
- In Sewastopol wird der Verkauf von Treibstoff eingestellt;
- Eingestellt werden alle Fährverbindungen;
- Abgesagt werden alle Massenveranstaltungen;
- Die Strassenbeleuchtung wird ausgeschaltet;
- Der öffentliche Verkehr fährt nur bis 21:00 Uhr;
- Einkaufszentren, Cafés und Gastronomiebetriebe arbeiten bis maximal 20:00 Uhr.
Die Besatzungsbehörden der Krim haben die Bewohner aufgefordert, Klimaanlagen und andere energieintensive Geräte auszuschalten. Ausserdem gibt es in einigen Regionen Stromabschaltpläne, weil die Versorgung nicht mehr überall gewährleistet werden kann. Der Zeitpunkt der Wiederherstellung der Stromversorgung ist unbekannt. https://t.me/u_now/203249
Heute Morgen wurde die Kertsch-Brücke für den Verkehr gesperrt. Russische Blogger berichten über die Gefahr von Drohnen sowie durch ukrainische «Neptun»-Marschflugkörper. https://t.me/Crimeanwind/102718
Ausserdem hat der «Bildungsminister» das «Allunions-Ferienlager ARTEK» auf der Krim weitgehend abgesagt, welches bisher als «grösstes Jugendlager der Welt» bekannt war. https://t.me/chp_simferopol/37956;
In sozialen Netzwerken Russlands werden Videos von der Krim veröffentlicht, in denen sich vorwiegend junge Touristen beklagen, dass die Ferien dieses Mal nicht so friedlich seien, wie in den letzten Jahren. https://t.me/uniannet/194271

KERTSCH-FÄHREN BRENNEN
Nach Angaben russischer Militärblogger waren in der Nähe der Kertsch-Brücke zwischen Russland und der Krim gewöhnlich sieben sogenannte Auto- und Eisenbahnfähren unterwegs. Zurzeit dürften es nur noch drei sein.
Am Samstag brannte die Autofähre «Lawrentiy», die auf der strategischen Route Krim-Kaukasus (Kertsch-Fährverbindung) verkehrte und die Beförderung von Frachtfahrzeugen und Passagieren zwischen den Häfen der Region Krasnodar und der Krim ermöglichte.
Zwei weitere Fähren sollen ebenfalls Schaden erlitten haben. Darunter die Autofähre «Panagia». Bereits im April 2026 war die Eisenbahnfähre «Slawanin» beschädigt worden.
Die russischen Blogger von «Milinfolive» bestätigen die aktuellen Brände auf den Fähren und schreiben: «Angesichts der bei vorherigen Angriffen beschädigten und der jetzt beschädigten Fähren wird die Situation mit der Fährverbindung zwischen dem Festland und der Krim äusserst schwierig sein.»
https://t.me/exilenova_plus/23492; https://t.me/exilenova_plus/23491; https://t.me/milinfolive/170176; https://t.me/milinfolive/174668

BRÄNDE IN DER ZWEITEN FRONT
Die 2. Front umfasst die besetzte Krim, die von Russland besetzten Zonen hinter der Front und die russischen Grenzgebiete. Rund 300 Drohnen nahmen in der letzten Nacht Kurs auf Ziele in dieser zweiten Front.

Bisher ist erst wenig bekannt:
- Russische Region Brjansk: Mehrere Explosionen und Brände in der Nähe des Bahnhofs, Ziel war die Eisenbahninfrastruktur. https://t.me/u_now/203281;
- Luhansk: Mehrere Lastwagen auf den Fernstrassen in Brand geschossen. Es gab Angriffe auf Laster und Tankwagen auf den Strecken Rostow-Mariupol und Melitopol-Berdyansk. https://t.me/uniannet/194267
- Beim Übergang zwischen dem ukrainischen Festland und der Krim-Halbinsel wird eine «starke Wärmeentwicklung» beim Standort des russischen Geheimdienstes FSB bei Armjansk gemeldet. Gemäss Lesern der Plattform «Krim-Wind» kam es nach einem Drohnenangriff zu einer Detonation, «möglicherweise von Munition». https://t.me/Crimeanwind/102703;

LOB EINES GENERALS
General Christopher Cavoli ist ein pensionierter US-General und war bis 2025 Kommandeur des «United States European Command», der obersten Führung der NATO-Truppen in Europa. In einem Interview mit «Independence Avenue Media» sagte Cavoli unter anderem:
- Die Ukraine hat eine der bemerkenswertesten militärischen Leistungen des Jahrhunderts vollbracht. Es ist ihr gegen alle Widrigkeiten gelungen, die russische Invasion zum Stillstand zu bringen, und nun wendet sie das Blatt und erobert wieder moderate Gebiete zurück.
- Die tiefgreifenden Angriffe, die die Ukraine gegen die Russische Föderation durchführen konnte, haben der Energieindustrie in Russland nun wirklich zugesetzt. Aber was noch wichtiger ist: Sie haben das Bewusstsein der russischen Bevölkerung erschüttert. Ich glaube, dadurch ist der Krieg in Russland angekommen.
- Die Ukrainer haben eindeutig eine Strategie verfolgt, bei der sie Russland länger Widerstand leisten werden, als Russland den Kampf aufrechterhalten kann.
- In einem bemerkenswerten und spontanen Aufbruch begann die ukrainische Gesellschaft, Werkstätten einzurichten, in denen kleine Drohnen gebaut wurden, und diese bildeten schliesslich die Grundlage für weitere Innovationen.
- Ukrainische Ingenieure begaben sich an die Front und erfuhren schnell, welche Gegenmassnahmen gegen ihre Ausrüstung eingesetzt wurden; als Reaktion darauf entwickelten sie Gegennmassnahmen in einem fortlaufenden Innovationszyklus
- Die Ukraine war in der Lage, von Grund auf ein recht effektives, aber sehr kostengünstiges Ökosystem von Waffensystemen aufzubauen, das gegen Russland eingesetzt werden konnte. Es handelt sich dabei nicht um die ausgefeiltesten Waffen der Welt, aber sie sind äußerst leistungsfähig.
- Und was benötigt wird, ist nicht unbedingt die allerbeste Technologie. Was benötigt wird, ist etwas, das besser ist als das, was der Feind hat. Genau das hat die Ukraine geschafft.
- Die erfahrensten und versiertesten Drohneningenieure der Welt befinden sich derzeit in der Ukraine. Und diese Entwicklung hat nicht bei Drohnen Halt gemacht. Die Ukraine produziert mittlerweile hochwirksame Marschflugkörper. Sie produziert eine Vielzahl unterschiedlicher Systeme. Damit skizziert die Ukraine für uns alle die Zukunft der Kriegsführung.
https://youtu.be/pUoSl8XGEz8?si=DJG1NKDvK5NZVUc3; http://tinyurl.com/y6tjazyb

DAS LEIDEN DES VOLKES
Kyrylo Budanov, ehemals Chef des militärischen Nachrichtendienstes und heute Leiter des Präsidialamts der Ukraine, schreibt nach einer Konferenz mit der ukrainischen Ministerpräsidentin Julia Svyrydenko auf seinem Facebook-Konto (Text von mir leicht gekürzt):
«Das Ausmass der Herausforderungen, vor denen die Bewohner der frontnahen Regionen täglich stehen, erfordert vom Staat ernsthafte Entscheidungen.
Wir müssen die klare Sprache der Zahlen verstehen: Heute leben mehr als 6 Millionen unserer Bürger in 10 Regionen in der Schusslinie. Das sind die Menschen, die trotz des täglichen Terrors des Feindes und Hunderttausenden zerstörten Infrastrukturanlagen die Entscheidung getroffen haben, in der Ukraine zu bleiben, in ihren Gemeinden zu arbeiten und zu leben.
Probleme müssen angegangen werden. Dies geht vom Schutz der Energieinfrastruktur bis hin zu Mängeln in den lokalen Budgets, der Ungleichheit bei den Zahlungen von Binnenvertriebenen und den fehlenden Sicherheitsgarantien für Ärzte, Erzieher und Versorgungsunternehmen.
Die Situation an der Front unterscheidet sich radikal von der Frontrückseite, daher funktionieren hier temporäre Lösungen nicht mehr.
Ich zähle auf die rasche Arbeit der Volksabgeordneten und Regierungsbeamten, um tatsächlich neue Regeln und Merkmale der Funktionsweise dieser Regionen zu erlassen. Menschen, die so nah an der Front leben, sollten die uneingeschränkte Unterstützung des Staates erhalten.» https://www.facebook.com/kyrylo.budanov.official/posts/pfbid0495SE1hpMaq5zf9PhtfXV8jRs52deA4Rmo6xmzGChKsEu8RDAgEaHjmxGtXf6F6Vl



