#UKRAINE AKTUELL Nr. 1579 (20.6.2026 / 8Uhr)

  • Russische Tanklastwagen unterwegs
  • Krim hat wieder etwas mehr Benzin
  • Ultimatum von Zelenskyj an Belarus
  • Finnlands Präsident: «Krieg dauert an»
  • Russen üben Massenmobilisierung
  • Viele Verträge an Pariser Waffenschau
  • Putin hat eine neue «Wunderwaffe»

RUSSEN VERSTÄRKEN LOGISTIK

Einer der Brennpunkte des Krieges ist die zweite Front, jener grosse Streifen Land hinter der Front in den besetzten Gebieten der Ukraine, inklusive der Halbinsel Krim.

In einer ersten Phase von Ende Mai bis Mitte Juni gelang es der ukrainischen Armee, die Logistiktransporte der russischen Armee empfindlich zu reduzieren. Die Folgen waren eine Treibstoffverknappung auf der Halbinsel Krim und eine eingeschränkte Versorgung der Front.

Die russische Armee wehrt sich seit ein paar Tagen mit zwei Massnahmen dagegen: Einerseits werden die Tanklastwagen in Konvois losgeschickt und zweitens werden diese durch mobile Feuergruppen geschützt, die angreifende Drohnen abschiessen sollen.

Nach Berichten von russischen und ukrainischen Militärbloggern scheint dieser Neuaufbau der Logistik Erfolge zu bringen.

Ukrainische Blogger schreiben: «In den letzten Tagen werden die Warteschlangen an den Tankstellen (auf der Krim) kürzer, und entlang der logistischen Routen in dem vorübergehend besetzten Gebiet wird eine grosse Anzahl von mobilen Schnellreaktionsgruppen der Russischen Föderation stationiert.»

Die russischen Militärblogger schreiben, dass «die Lieferungen von Benzin und Diesel regelmässiger geworden sind». Gleichzeitig warnen sie: «obwohl es noch weit bis zur vollständigen Normalisierung der Situation ist, ist der Fortschritt offensichtlich, vorausgesetzt, der Gegner erhöht nicht plötzlich seine Angriffe oder untergräbt die Logistik auf andere Weise erneut.»

https://t.me/exilenova_plus/23321; https://t.me/milinfolive/174564

ULTIMATUM AN WEISSRUSSLAND

In den letzten Monaten baute die russische Armee entlang der Grenze zwischen Weissrussland und der Ukraine Funktürme auf, die zur Steuerung von russischen Drohnenangriffen auf die Ukraine verwendet werden. (Siehe Ukraine Aktuell vom 26.2.2026)

Gestern sagte der ukrainische Präsident Volodymyr Zelenskyj: «In Weissrussland gibt es entlang unserer Grenze militärische Einrichtungen, deren Personal Luftangriffe auf die Ukraine leitet. Ich gebe eine Woche Zeit, diese zu entfernen. Andernfalls werden wir sie selbst beseitigen.»

Der belarussische Diktator Alexander Lukaschenko reagierte defensiv auf die Ansage aus Kyiv. «Weissrussland stellt keine militärische Bedrohung für die Ukraine dar. Falls Volodymyr Zelenskyj sich dadurch beleidigt gefühlt hat, entschuldige ich mich.»

Ob Weissrussland die russischen Anlagen abbaut, sagte Lukaschenko nicht.

https://x.com/mylovanov/status/2068032764591436025;  https://ukraineaktuell.com/ukraine-aktuell-nr-1465-26-2-2026-8uhr/; https://x.com/sumlenny/status/2068007154414432751/video/1

PROGNOSE EINES FINNEN

Der finnische Präsident Alexander Stubb prognostizierte, dass die Kampfhandlungen im Krieg Russlands gegen die Ukraine noch mindestens drei bis vier Monate andauern werden. «Es ist gut, dass Zelenskyj letztlich zu Friedensverhandlungen bereit ist, aber es scheint, dass Putin dies nicht will.»

In Washington neige man inzwischen zunehmend zu der Ansicht, dass die Positionen Russlands nicht mehr so stark sind wie früher. Dies erfordere eine «Überprüfung der Ansätze für Friedensverhandlungen», meinte Stubb.

Die Zukunft Russlands sieht der finnische Präsident düster. «Das Land wird noch lange isoliert bleiben und wirtschaftlich hinter den USA und Europa zurückfallen.» Für Finnland sei es wichtig, dass Russland ein stabiles Land bleibt, da ein instabiler Nachbar eine grosse Bedrohung darstellen würde.

https://t.me/Crimeanwind/102417

MASSENMOBILISIERUNG GEÜBT

Bisher vermeidet der Kreml das Wort «Mobilisierung» für den Krieg gegen die Ukraine, um nicht Unruhe in der Bevölkerung zu schüren. Gleichzeitig hat die Zahl der unterschriebenen Verträge für landesinterne Söldner für den Krieg abgenommen und die Mobilisierung scheint zunehmend notwendig zu werden.

Gemäss den russischen Bloggern von «Milinfolive» gibt es Hinweise auf die Vorbereitung einer solchen Mobilisierung. So fanden in der Stadt Wolschski in der Region Wolgograd Übungen zur Massenmobilisierung statt. Daran beteiligt waren Beamte aus den Regionen Astrachan, Rostow, Kalmückien sowie aus der besetzten Krim, Donezk und Lugansk.

Darauf angesprochen sagte Oleg Filimonow, Leiter der «Abteilung für Mobilisierungsvorbereitung und Geheimschutz» von Wolschski: «Die Vorbereitung auf die Mobilisierung ist ein Prozess in Friedenszeiten. Solche Übungen werden regelmässig durchgeführt. Die Dokumentation wird geübt, und das Personal wird geschult.»

Nachdem in den sozialen Medien darüber berichtet wurde, entfernte die Verwaltung von Wolschski den Bericht über die Durchführung dieser Mobilisierungsübungen aus ihren Kommunikationskanälen.

https://t.me/milinfolive/174541

UKRAINISCHE RÜSTUNGEN

An der internationalen Waffenschau «Eurosatory» in Paris (https://www.eurosatory.com/en/) hat die Ukraine mehrere Waffensysteme vorgestellt und zum Teil Verträge dafür abgeschlossen.

  • Vorgestellt wurde die Boden-Luft-Rakete ST-100 für das Luftabwehrsystem DRAGON. Die mit einem Infrarot-Zielsuchkopf ausgestattete Rakete wird eine Reichweite von bis zu 10 km haben. Das DRAGON-Luftverteidigungssystem wurde bereits zum Schutz des ukrainischen Luftraums eingesetzt, insbesondere zur Zerstörung russischer Shahed-Drohnen. https://militarnyi.com/uk/news/zrk-dragon-vzhe-stav-chastynoyu-systemy-ppo-ukrayiny/
  • Im Rahmen der neuen Initiative «Brave France» erhalten ukrainische und französische Rüstungsunternehmen 20 Millionen Euro für die Entwicklung von Raketen, unbemannten Systemen und Massnahmen zur Abwehr von Luftbedrohungen. https://x.com/front_ukrainian/status/2067169049633567094
  • «Ukrainian Armored Vehicles» und das tschechische Unternehmen AviaNera Technologies haben eine strategische Partnerschaftsvereinbarung unterzeichnet, die die Lieferung sowie neue Produktionsstandorte für ukrainische Drohnen und Raketen vorsieht. https://x.com/front_ukrainian/status/2066973937930551496
  • Der europäische Raketenriese MBDA und das ukrainische Konstruktionsbüro LUCH haben eine Vereinbarung zur gemeinsamen Entwicklung der Marschflugkörper «Neptune 2» der nächsten Generation unterzeichnet. MBDA gehört den beiden Firmen Airbus und BAE Systems mit Niederlassungen in Frankreich, Grossbritannien, Italien, Deutschland und Spanien. https://x.com/bayraktar_1love/status/2066978581100552674
  • Das ukrainische Unternehmen Fire Point hat auf der Eurosatory 2026 eine Vereinbarung mit dem deutschen Unternehmen Hensoldt über die Integration des TRML-4D-Radars in das geplante ukrainische Raketenabwehrsystem FREYA unterzeichnet. Das Radar wird zusammen mit der neuen ukrainischen Abfangrakete FP-7.X und einem Führungs- und Kontrollnetzwerk eingesetzt, das auf Lösungen des norwegischen Unternehmens Kongsberg sowie dem NATO-Standard-Datenaustauschprotokoll Link 16 basiert. https://x.com/front_ukrainian/status/2066890750776709426
  • Die staatliche Verteidigungsindustrie der Ukraine stellte auf der Pariser Messe die neue Angriffsdrohne UAV-290 vor. Das mit einem Turbostrahltriebwerk ausgestattete System ist für autonome Angriffe auf feste Bodenziele ausgelegt, trägt einen 100-kg-Sprengkopf und hat eine Reichweite von bis zu 650 km. Die Drohne erreicht Geschwindigkeiten von 800 km/h und wird von einer bodengestützten Plattform aus mithilfe eines Feststoff-Boosters gestartet. https://x.com/noelreports/status/2066496370349891602

NEUE RUSSISCHE WAFFE

Bei den Angriffen auf Kyiv hat die russische Armee erstmals eine sogenannte «Drohnenrakete» eingesetzt, welche «Banderol» heisst.

Die Besonderheit der Rakete ist ihre Fähigkeit, Kurven mit einem kleineren Radius zu fliegen als typische russische Marschflugkörper (Kh-101, 3M-14, 9M727, Kh-69), wobei sie dennoch die charakteristische Flugbahn eines Marschflugkörpers beibehält.

«Banderol» ist mit einem bis zu 150 kg schweren Sprengkopf ausgestattet und kann eine Entfernung von bis zu 500 km mit einer Geschwindigkeit von 500 km/h zurücklegen.

Aufgrund der höheren Geschwindigkeit ist es für die ukrainische Luftabwehr deutlich schwieriger, das Ziel abzuschiessen. Gleichzeitig gehen Experten davon aus, dass diese Art von Waffe aufgrund ihrer hohen Kosten wahrscheinlich nicht in grossem Umfang zum Einsatz kommen dürfte. https://x.com/nexta_tv/status/2066568920408994167; https://x.com/blyskavka_ua/status/2066532399958184144

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