#UKRAINE AKTUELL Nr. 1575 (16.6.2026 / 7Uhr)

  • Angriff auf Kloster in Kyiv empört
  • Kreml verschweigt Kirchenbrand
  • Grosse Sorgen bei Krim-Behörden
  • Hafen in Kertsch-Strasse brennt
  • Ukraine entwickelte Abwehrwaffe
  • Russischer Bomber abgestürzt
  • Erste EU-Ukraine Runde gestartet
  • Deutsche Fragen zu Flüchtlingen

KIRCHENBRAND EMPÖRT

Der Sicherheitsdienst der Ukraine stellte fest, dass Russland die Kiew-Pecherskaja Lavra mit einer unbemannten Flugdrohne vom Typ «Geran-2» angegriffen hatte, die eine russische Version der iranischen Kamikaze-Drohne «Shahed» ist. Nach den Löscharbeiten wurde festgestellt, dass 800 Quadratmeter des Dachstocks verbrannt wurden. Die meisten der wertvollen Kultgegenstände konnten rechtzeitig evakuiert werden.

Festgestellt wurde: «Bittere Ironie. Auf dem Gelände der Lavra, im Spaso-Berestowski-Tempel, ruht Juri Dolgoruki — genau der Fürst, der als Gründer Moskaus gilt. Moskauwurde in Kyiv geboren»

Witali Klitschko, Bürgermeister von Kyiv, war bei dem teilweise von Russlands Armee zerstörten Höhenkloster und sagte: «Der Feind schlägt auf Wohngebäude, Infrastruktureinrichtungen und Kyiver Heiligtümer ein. Die Kyiver Pecherska Lavra mit ihrer Mariä-Entschlafens-Kathedrale. UNESCO-Weltkulturerbe, Teil des alten Kyivs.»

Mit einem Griff ins Archiv zeigt «Ukraine Now», wie die russische Propaganda lügt. An 4. Dezember 2022 sagte die russische TV-Hetzerin und Chefredaktorin von RT (Russia Today) Margarita Simonjan: «Wir werden niemals Kiew bombardieren, denn in Kiew befinden sich unsere Heiligtümer. Putin wird niemals die Entscheidung treffen, zum Beispiel die Kiewer Petscherska-Lawra zu bombardieren. Das ist einfach ausgeschlossen.» https://t.me/u_now/202591; https://t.me/uniannet/193817; https://t.me/Crimeanwind/101971

KIRCHENBRAND VERSCHWIEGEN

Das russische Kriegsministerium hat keine Informationen zum direkten Drohneneinschlag in der Petscherska Lawra, dem seit dem Jahr 1051 bestehenden Höhlenkloster in Kyiv, veröffentlicht.

Stattdessen verbreitet das russische Militär eine Liste von angeblich getroffenen militärisch relevanter Betrieben in Kyiv. Aufgeführt werden Werke zur Herstellung von Drohnen, darunter die Firmen «Radar», «COO», «Fabrik Mayak», «Burevestnik» und «Kyiver Aggregatwerk».

Behauptet wird unter anderem, dass sich ein solches Drohnenmontagewerk auf dem Gelände des Filmstudios Dovzhenko befunden habe, wo ein wertvolles Kostümarchiv zerstört wurde.

Und zum Angriff auf eine Postzentrale von «Nuova Poshta» wird gesagt, dass dieses Unternehmen Bestandteile von Drohnen lagere und liefere. Nach ukrainischen Angaben wurden dort rund 10’000 Postpakete zerstört.

https://t.me/milinfolive/174286; https://t.me/uniannet/193841

BESORGTE KRIM-BEHÖRDEN

Die von Russland eingesetzten Gauleiter für die besetzte Halbinsel sind in «besorgniserregender Stimmung» angesichts der Luftangriffe der ukrainischen Streitkräfte und der sich zuspitzenden Treibstoffkrise.

Die Plattform «Krym.Realii» beruft sich auf Quellen in den Besatzungsbehörden: «Meine Quellen aus dem Ministerrat berichten, dass die Stimmung bei den Führungskräften der russischen Machtstruktur düster ist. Alle verstehen, dass sich die Situation in allen Bereichen für sie von Tag zu Tag verschlechtert. Sie sind enttäuscht, von der Unfähigkeit des russischen Verteidigungsministeriums, die Angriffe der ukrainischen Streitkräfte einzudämmen.»

Wladimir Konstantinow, Sprecher der Krim-«Regierung», hatte ein Gespräch mit dem Vorsitzenden der Partei «Einiges Russland», Dmitri Medwedew, über die zunehmende Unsicherheit auf der Krim geführt. Dieser soll angeblich gesagt haben, dass Putin immer noch auf die Vereinbarungen von Anchorage (zwischen Putin und Trump) hoffe und deshalb am 9. Mai allen versichert habe, dass «der ukrainische Konflikt zu Ende geht».

Gleichzeitig habe Sergei Aksjonow, Vorsitzender des «Ministerrates» der Krim, Anweisungen gegeben, um Ersatzräume für die russischen Behörden im Falle der Zerstörung der Gebäude des Ministerrates und des Parlaments in Simferopol vorzubereiten.

«Euromaidan Press» schreibt, dass die russischen Behörden immer wieder versuchen, die Verbindungen in Richtung Krim wiederherzustellen und die Ukraine diese immer wieder abreisst: «Es wird zu einer sich wiederholenden Schleife: Eine Brücke wird getroffen, ein Ponton wird errichtet, Lastwagen stauen sich in langen Kolonnen, und der Ponton wird ebenfalls getroffen. Auf der Halbinsel gehen Treibstoff und Güter des täglichen Bedarfs zur Neige. Gleichzeitig werden Versorgungslastwagen auf allen Hauptstrassen im besetzten Gebiet gejagt. Die Ukraine nennt diese Massnahmen «Logistik-Lockdown».

https://t.me/krymrealii/37736; https://t.me/Crimeanwind/101934; https://x.com/EuromaidanPress/status/2066538234692190442

ANGRIFF AUF KERTSCH-HAFEN

In der Nacht auf Montag hat die Ukraine einen Angriff auf den Hafen «Kavkaz» in der Kertscher Strasse zwischen der Krim-Halbinsel und dem südrussischen Festland durchgeführt.

Die örtlichen Behörden bestätigten einen Brand auf seinem Gelände und die NASA-Satelliten registrieren ebenfalls ein Feuer.

https://t.me/Crimeanwind/101917

NEUE ABWEHRWAFFEN DER UKRAINE

Die Ukraine hat eine Waffe entwickelt, die derzeit in keinem anderen Land verfügbar ist.

Das Unternehmen FirePoint (das auch Langstrecken-Drohnen und die «Flamingo»-Rakete herstellt) hat die ersten Tests einer neuen Flugabwehrrakete, der «FP-7.x», erfolgreich durchgeführt.  In einem Interview mit der Financial Times bezeichnete Denys Shtilierman, Chefingenieur von FirePoint, den Test als «ziemlich erfolgreich».

Die «FP-7x» bildet den Kern eines künftigen Luftabwehrsystems und hat den symbolischen Namen «Freya» (Gottgestalt in der nordischen Mythologie). Die Rakete ist darauf ausgelegt, russische ballistische Raketen wie «Iskander»- und «Kinzhal»-Raketen sowie Drohnenschwärme abzufangen. Das Radarsystem und die Systeme zur Zielerfassung werden von europäischen Partnern bereitgestellt.

Das entscheidende Merkmal sind die Kosten. Eine neue ukrainische Rakete soll rund 700’000 US-Dollar kosten, verglichen mit fast 4 Millionen US-Dollar für eine Patriot-Abfangrakete wäre sie mehr als fünfmal günstiger.

Die Massenproduktion der Rakete könnte im August beginnen, so Shtilierman, und die Rakete werde ab 2027 für Einsätze bereit sein.

Mit der FP7 kann die Ukraine ihre Abhängigkeit von den knappen, von den Vereinigten Staaten gelieferten Abfangraketen «Patriot» verringern. Experten weisen jedoch darauf hin, dass das neue System die Patriot-Systeme vorerst nicht vollständig ersetzen kann – es würde vielmehr die Luftabwehrfähigkeiten der Ukraine erheblich stärken. https://www.ft.com/content/c5839dd4-c4e9-4503-a605-67dcef053845?syn-25a6b1a6=1; https://t.me/milinfolive/173538; https://x.com/jalle51/status/2062523594874208740; https://x.com/nexta_tv/status/2064768305618170324;

ABSTURZ EINES BOMBERS

Die russische Tu-22M3 ist ein Überschallflugzeug und in vielen Fällen Träger von Hyperschall-Raketen, die gegen ukrainische Städte eingesetzt werden. Von dem in der Sowjetunion entwickelten strategischen Bomber besitzt Russland angeblich 50-60 Exemplare, wobei gemäss Analysten aktuell 27-30 Tu-22M3 einsatzfähig sind.

Diese Zahl hat sich am Montag um ein Exemplar reduziert. Videos belegen den Absturz einer Tu-22M3 in der Region Irkutsk und einen anschliessenden Brand. Russische Nachrichtenagenturen zeigen die Absturzstelle des ausgebrannten Wracks im Bezirk Bokhansky nahe des Dorfes Kamenka. Ursache für den Absturz sei ein Motorausfall gewesen. Die vier Besatzungsmitglieder hätten sich mit Schleudersitzen retten können.

Es ist der vierte Absturz einer Tu-22M3 in den letzten zwei Jahren. Die «Milinfolive»-Blogger schreiben: «Die intensive Nutzung während der Kampfhandlungen in Verbindung mit der Abnutzung aufgrund des Alters der Flugzeuge führt zu immer mehr technischen Problemen, was zu nicht kampfbedingten Verlusten dieser Flugzeugträger führt.»

https://vestiirk.ru/news/voennyi-samolet-tu-22m3-razbilsia-pri-zakhode-na-posadku-v-bokhanskom-raione/; https://t.me/milinfolive/174291

ERSTE EU-RUNDE GESTARTET

Alle EU-Mitgliedstaaten haben am Montag zugestimmt, den ersten Verhandlungscluster (Themenpaket) für die Ukraine und Moldawien zu eröffnen

➡️ Der erste Cluster umfasst Fragen Fragen der Rechtsstaatlichkeit und der Arbeit der Gerichte bis hin zur Bekämpfung der Korruption und zum Schutz der Menschenrechte.

➡️ Von nun an beginnt die Ukraine mit detaillierten offiziellen Verhandlungen über die Transformation dieser Schlüsselbereiche.

➡️ Die Europäische Union wird prüfen, inwieweit die Gesetze und staatlichen Organe der Ukraine den strengen europäischen Standards entsprechen.

Dies ist der erste von sechs Blöcken, die die Ukraine auf dem Weg in die Europäische Union durchlaufen muss.

Am Wochenende hatte die britische Zeitung «The Guardian» berichtet, dass die Ukraine bisher erst 15% dieses ersten Clusters erfülle.

https://t.me/u_now/202622; https://ukraineaktuell.com/ukraine-aktuell-nr-1574-15-6-2026-8uhr/

DEUTSCHE PASS-SORGEN

Gemäss dem geltenden Gesetz können Ukrainer, die seit mehr als 5 Jahren in Deutschland leben, ab März des nächsten Jahres einen deutschen Pass beantragen. Diese Perspektive beunruhigt deutsche Gemeinden, schreibt «die Welt». Die Zeitung beruft sich auf interne Papiere des «Deutschen Städtetags», welche das Thema im April behandelte.

Einige Städtevertreter sind der Meinung, dass ein Ansturm von Passanträgen kaum zu bewältigen sei. Andere Gemeindevertreter sind der Ansicht, dass eine Person im «Flüchtlingsstatus» keinen Pass beantragen könne. Die Sorgen und Unsicherheiten sind gross, schreibt «die Welt». Geklärt werden könne dies nur durch einen Beschluss der deutschen Regierung.

Aktuell leben 1,2 Millionen Flüchtlinge aus der Ukraine in Deutschland. Viele von ihnen können sich vorstellen, im Land zu bleiben.

https://www.welt.de/politik/deutschland/plus6a154f9b3985a21ca1651617/einbuergerung-bald-koennten-viele-ukrainische-fluechtlinge-den-deutschen-pass-beantragen.html
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