UKRAINE AKTUELL Nr. 1569 (10.6.2026 / 8Uhr)

  • Krim-Strassen unter Kontrolle
  • Noch fahren täglich 1’000 LKW’s
  • Privattransporte auf die Krim
  • «Flamingo» flog 1’300 km und traf
  • Kasachstan und China kooperieren
  • Moskau hat den Anschluss verloren
  • Bulgarien stoppt Waffenlieferungen
  • Kriegsvorbereitungen in Norwegen

KRIM-STRASSEN UNTER KONTROLLE

Gemäss Robert «Madyar» Brovdi, Kommandeur der ukrainischen Kräfte für unbemannte Systeme, steht die Autobahn R-280 weitgehend unter Kontrolle seiner Drohnen. Gemäss Madyar ist der Transportverkehr auf dieser Strasse in den letzten zwei Wochen um 71 % eingebrochen. Ursprünglich verkehrten 3’800 Lastwagen täglich über diese Strasse, jetzt sind es noch 1’100.

Die auch als «Strasse des Todes» bekannte Strasse verbindet die besetzte Halbinsel Krim über die ebenfalls besetzten ukrainischen Städte Mariupol, Berdjansk und Melitopol.

Das Militärkommando der russischen «Wostok»-Gruppe hat den militärischen Güterverkehr auf der Strecke Mariupol–Berdjansk–Melitopol–Simferopol ab dem 7. Juni untersagt. Die ukrainischen Drohnen hätten die Strassen R-280 «Novorossiya» und A-291 «Tavrida» unter Feuerkontrolle. Russische Streitkräfte erhielten den Befehl, auf Umgehungsstraßen und alternative Routen auszuweichen.

Die russische Armee hat damit begonnen, zivile Transportfahrzeuge zu beschlagnahmen. Gleichzeitig versuchen russische Privatpersonen mit ihren Fahrzeugen Treibstoff und andere wichtige Güter auf die Halbinsel Krim zu transportieren. Fotos zeigen mit Kanistern beladene Personenautos.

In der Nacht auf Dienstag hat die ukrainische Armee zudem die Tschongar-Brücke erneut angegriffen und damit die direkte Verbindung von der Südukraine auf die Halbinsel blockiert. Damit ist die R-280 auf diesem Teilstück unterbrochen und die Transportstrecke verlängert sich um 160 km, auf einer Strecke, die parallel zur Frontkontaktlinie des Dnipro verläuft. Damit verkürzen sich die Entfernungen für ukrainische Drohnen zu dieser Strasse.

https://t.me/robert_magyar/2458; https://x.com/noelreports/status/2064349444447850523;  https://x.com/tendar/status/2063906230305771787;  https://militarnyi.com/en/news/russia-civilian-cars-fuel-frontline-troops/

REKORDFLUG DER «FLAMINGO»

Die Luftdistanz zwischen Kyiv und Tscheboksary beträgt 1’300 km. Diese Distanz überwand eine von der Firma FirePoint gebaute FP-5 «Flamingo» Rakete. Die russischen Militärblogger von «Milinfolive» zeigen das Bild des Raketenanflugs – aufgenommen von einem Einheimischen – und das Bild einer grossen Explosion. Ausserdem veröffentlichen sie Videos, welche einen Eindruck der Geschwindigkeit des Anflugs geben. Sie schreiben dazu: «Anscheinend haben die Streitkräfte der Ukraine den Betrieb „VNIIR-Progress“ nach einem vorherigen nicht sehr erfolgreichen Angriff erneut angegriffen.»

Die ukrainischen Blogger von «ExileNovaPlus» schreiben: «Progress wurde zweimal von FP-5-Flugkörpern «Flamingo» getroffen. Im Gegensatz zum vorherigen Treffer trafen die Raketen diesmal genau das Ziel. Am Objekt wurden schwere Zerstörungen der Produktionsanlagen und ein Feuer festgestellt.» Die Plattform veröffentlicht eine Vielzahl von Videos und Fotos, welche Brände und Rauchwolken bei der Anlage zeigen.

https://t.me/milinfolive/173942; https://t.me/exilenova_plus/22408

RUSSLAND IM OFFSIDE

Russland wird wegen der Sanktionen als Risikoland eingeschätzt und die Seewege gelten als zunehmend instabil. Deshalb entwickeln China und Kasachstan gemeinsam alternative Logistikrouten nach Europa, die Russland umgehen.

Trotz der komplexeren Logistik treiben Peking und Astana die transkaspische internationale Transportroute («Mittlerer Korridor») voran. Der Mittlere Korridor erstreckt sich über 4’250 km durch Kasachstan, das Kaspische Meer, Aserbaidschan, Georgien und die Türkei.

Kasachstans nationale Eisenbahngesellschaft KTZ plant, bis 2030 rund 10 Milliarden US-Dollar in die Eisenbahn-, Hafen- und Terminalinfrastruktur zu investieren. Allein im Jahr 2026 sollen 900 km neue Eisenbahnstrecken gebaut werden, darunter eine dritte Grenzübergangsstelle an der chinesisch-kasachischen Grenze. KTZ investiert zudem über 100 Millionen US-Dollar in sechs neue Frachtschiffe für die Route Aktau–Kuryk–Baku.

Das Frachtvolumen wächst stetig weiter: Im Jahr 2025 wurden 4,7 Millionen Tonnen transportiert. Im ersten Quartal 2026 wurden rund 173 Züge entsandt, die jeweils 55 Container beförderten. Im April 2026 wurde ein neuer Tagesrekord aufgestellt – sechs Züge aus China an einem Tag.

Sobald die Strecke voll ausgelastet ist, wird erwartet, dass sie die Rolle Russlands als wichtiger Transitknotenpunkt zwischen Asien und Europa deutlich schwächen wird.

https://twitter.com/Gerashchenko_en/status/2061354182985080915

RUSSLAND KANN ES NICHT

Putin hat den russischen Sicherheitsrat einberufen und ihm mitgeteilt, dass Seltene Erden ein wichtiger Faktor für die technologische Souveränität sind. Diese wichtige Erkenntnis, unterlegt mit einem Video unbekannten Datums, wurde im staatlichen TV gemeldet.

Putin tat dasselbe bereits 2020. Damals forderte er, die Förderung von Seltenen Erden müsse bis 2024 in Russland 7’000 Tonnen erreichen. Tatsächlich sind es heute lediglich 2’600 Tonnen.

Das Land ist weltweit an zweiter Stelle bei den Vorkommen von Seltenen Erden.  Aber bei der Förderung belegt Russland nur den 7. Platz von 10; signifikante Mengen werden weltweit nur in 10 Ländern gefördert. Russland fördert 16-mal weniger Seltene Erden als die USA und 92-mal weniger als China.

Der Grund dafür ist, dass die in Russland abgebauten Seltenen Erden ausschliesslich von ausländischen Unternehmen weiterverarbeitet werden. Über den Schlüssel in ihrer Produktion – die Technologie zur Trennung der Metalle – verfügt Russland nicht.

Auch 26 Jahre unter Putin haben die «technologische Souveränität» des Landes nicht vorangebracht.

https://twitter.com/prof_preobr/status/2056350127447519314

BULGARIEN STOPPT LIEFERUNGEN

Bulgarien wird der Ukraine laut Angaben des Verteidigungsministers des Landes keine Waffen mehr liefern.

«Die Ukraine braucht mehr Menschen, nicht mehr Waffen. Sie verfügt bereits über genügend Waffen, daher planen wir nicht, dem ukrainischen Militär weitere Waffen zu liefern. Wir erleben einen Stellungskrieg, und unabhängig davon, wie viele Waffen angehäuft werden, ist das einzige Ergebnis der Verlust weiterer Menschenleben», sagte Minister Dimitar Stoyanov.

Er fügte hinzu, dass es an der Zeit sei, sich an den Verhandlungstisch zu setzen und einen «gerechten Frieden» anzustreben, der von den beiden am Krieg beteiligten Seiten festgelegt werden müsse.

Der ukrainische Militärblogger «Javelin» kommentiert den Aufruf zu derartigen Friedensgesprächen so: «Eine interessante Sichtweise, wenn man bedenkt, dass eine Seite versucht, die andere von der Landkarte zu tilgen.»

HINTERGRUND: Am 24. April gewann der EU-skeptische ehemalige Präsident Bulgariens Rumen Radew die Parlamentswahlen. Mit seiner prorussischen Mitte-links-Partei «Progressives Bulgarien» errang er die absolute Mehrheit.

https://x.com/saintjavelin/status/2064334508539650465; https://ukraineaktuell.com/ukraine-aktuell-nr-1518-20-4-2026-8uhr/

NORWEGEN BEREITET KRIEG VOR

Norwegen bereitet sich auf einen Krieg mit Russland vor. Im Gegensatz zu weiten Teilen Europas schätzt Oslo die Bedrohung als real ein. Das nordische Land stellt rasch auf eine umfassende «Gesamtverteidigungsstrategie» um:

  • Bau von Luftschutzbunkern;
  • Vorbereitung der Zivilbevölkerung auf das Überleben während einer Invasion;
  • Durchführung gross angelegter Evakuierungsübungen nahe der russischen Grenze;
  • Schulung arktischer Gemeinden für ein autonomes Leben im Kriegsfall.

Der OSINT-(Open Source Intelligence)-Analyst «War Radar» stellt fest:

  • Die russischen Militäraktivitäten in der Arktis nehmen weiter zu;
  • NATO-Radaranlagen werden bei russischen Manövern zunehmend ins Visier genommen;
  • Geheimdienste befürchten, dass russische Spionage die Grenzregionen bereits tief infiltriert hat.

«War Radar» schreibt: «Norwegen hat eine brutale Realität erkannt, die viele westeuropäische Nationen jahrzehntelang ignoriert haben: Frieden ist nicht von Dauer.

30 Jahre lang opferte ein Grossteil Europas seine militärische Bereitschaft und strategische Widerstandsfähigkeit in der Illusion, dass ein Krieg auf dem Kontinent unmöglich sei. Nun ist der Weckruf da.»

https://twitter.com/War_Radar2/status/2058657235988058127

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