- Kleiner Rückzug der Russen
- Frühlingsoffensive gescheitert
- 5’000 Tonnen Munition kaputt
- Mehrere Brände in der 3. Front
- Kreml: Krimbewohner sind schuld
- Armenien enttäuscht Russland
- Putins Werte sind im Keller
- Kampf gegen Schattenflotte
KLEINER RUSSEN-RÜCKZUG
Ukrainische Drohnen setzen ihre Angriffe auf einer bis zu 150 Kilometer breite Zone hinter dem Frontkorridor fort. Sie treffen dort insbesondere Anlagen der Logistik und der Treibstoffversorgung. Ziel ist es, die Frontversorgung zu erschweren. Am Montagabend wurde ein erster Erfolg gemeldet:
Die russischen Soldaten, die die Landzunge «Kinburn» am Flussausgang des Dnjepr besetzten, haben die Spitze der Landzunge verlassen, weil die Versorgung unterbrochen wurde.
Der lokale ukrainische Militärgouverneur warnt allerdings vor Illusionen: «Die Russen haben sich von der östlichen Seite der Halbinsel in Richtung Westen zurückgezogen, um sich neu zu gruppieren, und werden versuchen, zu ihren Positionen zurückzukehren. Die Jungs sehen sie wie auf dem Präsentierteller, aber angesichts der Tatsache, dass sie mehr Leute haben, schicken sie ihre Untergebenen in den sicheren Tod und lassen sie weiterhin vernichten.» https://t.me/pivden_varta/68426; https://x.com/WarMonitor3/status/2064011164040806673

OFFENSIVE IN DER 1. FRONT
Im Krieg Russlands gegen die Ukraine ist ein Wendepunkt eingetreten. Diese Meinung vertritt der pensionierte US-General Jack Keane in einem Interview mit der US-TV-Station Fox News.
Kean sagte: «Russland hat eine Frühjahrs-Sommeroffensive gestartet, und sie ist offensichtlich kläglich gescheitert. Sie verlieren mehr Territorium, als sie erobern können, und das bedeutet, dass die Ukraine in die Offensive gegangen ist und Territorien zurückerobert», bemerkte er. https://t.me/Crimeanwind/101143
Giorgi Revishvili, Militäranalyst und ehemaliger leitender Berater des Nationalen Sicherheitsrats Georgiens, nennt die Gründe für das Scheitern der russischen Frühlingsoffensive:
- Russlands Personalmangel ist akut;
- „Menschenwellen“ haben praktisch aufgehört;
- Die Ukraine hat nun Luftüberlegenheit mit Drohnen von der Frontlinie bis 200 km dahinter;
- Die Schläge gegen Raffinerien und Treibstoffdepots führen dazu, dass russische Einheiten ihre Kampfkraft verlieren;
- Die Ukraine macht territoriale Gewinne.
https://twitter.com/jalle51/status/206239261212903452

MUNITIONSLAGER GESPRENGT
Bereits am Wochenende griff die Ukraine ein grosses Munitionslager in der Nähe von Bolschaja Ischora in der Region Sankt Petersburg an (siehe «Ukraine Aktuell» Nr. 1566). Beim Angriff auf das 15. Arsenal der russischen Marine kamen etwa 40 Langstrecken-Angriffsdrohnen zum Einsatz. Acht Drohnen hätten trotz der russischen Luftabwehr das Ziel erreicht, oberirdische Lagerhallen getroffen und eine grosse Sekundärdetonation ausgelöst. Das schreibt das Magazin «United24».
Zu den gemeldeten Verlusten zählen rund 5’000 Tonnen militärischer Ausrüstung und Munition, vor allem Artilleriegeschosse verschiedener Kaliber und Pioniermunition, schreibt United24.
Satellitenbilder des Dnipro OSINT-Projekts zeigen umfangreiche Schäden in der gesamten Anlage. Nach Einschätzung der Gruppe erstreckte sich das von Explosionen und Bränden betroffene Gebiet über etwa 50’000 Quadratmeter.
Die Anlage war unter Stalin errichtet worden und befand sich 1’100 Kilometer von der ukrainischen Front entfernt. https://united24media.com/war-in-ukraine/ukraine-wipes-out-5000-tons-of-ammunition-at-russian-navy-arsenal-near-st-petersburg-19590

BRÄNDE IN DER 3. FRONT
Aus der russischen Zone von 200 bis 1’000 Kilometer hinter der Frontlinie gab es in den letzten 24 Stunden mehrere neue Meldungen:
- Die einzige Brücke zwischen dem ukrainischen Festland und der Krim – die Tschongar-Brücke – wurde in der Nacht auf heute erneut angegriffen. Der russische Gauleiter Wladimir Saldo meldet: «In Tschongar wurde der Brücke nach einer nächtlichen Attacke ukrainischer Drohnen erneut Schaden zugefügt. Der Verkehr über die Brücke ist erneut unterbrochen. Ich bitte die Autofahrer, alternative Routen über Armjansk und Perekop zu nutzen.» https://t.me/SALDO_VGA/15841
- Im Werk «Arsenal» in St. Petersburg ist ein Brand ausgebrochen und es kam zu Explosionen. Das Werk «Arsenal» beschäftigt sich mit der Herstellung von Schiffsartillerieanlagen (AK-100, AK-130 und andere); von Abschussanlagen für Kriegsschiffe; Komponenten der Raketentechnik und die Produktion von Raumfahrzeugen. Weshalb der Brand ausbrach, ist nicht bekannt. https://t.me/exilenova_plus/22228
- Ein Militärzug – gezogen von einer Diesellokomotive – befand sich auf der Strecke von Moskau nach Sevastopol auf der besetzten Halbinsel Krim. Kurz vor Simferopol (Krim) wurde der Zug von einer ukrainischen Drohne angegriffen. Gemäss dem von Russland eingesetzten «Präsidenten der Republik Krim», dem Russen Sergej Aksenov, wurde der Lokführer verletzt und sein Beifahrer getötet. Die Passagiere seien unverletzt geblieben. https://t.me/Aksenov82/9676
- Das grosse Ölterminal «Ust-Labinsk» in der russischen Region Krasnodar brennt seit Samstag ununterbrochen weiter, nachdem zuvor ukrainischen Drohnen angegriffen hatten. https://t.me/exilenova_plus/22243
- Am Montag brach nach einem Drohnenangriff ein Brand im Öldepot «Grusovaya» bei der Stadt Noworossijsk im Süden Russlands aus. Nun meldet die örtliche Behörde: «In Noworossijsk wurde ein Feuer auf dem Gelände eines Umschlagplatzes gelöscht, das am 8. Juni in der Nacht durch einen Angriff einer Drohne ausgelöst wurde.» https://t.me/tass_agency/379822

KRISE AUF DER KRIM
Am Montag wurde der Zugverkehr auf dem Streckenabschnitt Kertsch–Simferopol eingestellt. Davon betroffen waren auch die meisten Nahverkehrszüge. Busse (die aufgrund von Treibstoffengpässen bereits mit Verspätungen verkehrten) wurden umgeleitet, um die Fahrgäste der Züge zu befördern. Zuvor hatten die russischen Krim-Behörden berichtet, dass 400 Busse aufgrund der Kraftstoffkrise ihre Fahrten nicht antreten konnten. https://x.com/Gerashchenko_en/status/2063915471187915189
Dmitri Peskow, der Sprecher des Kremls, hat für die Treibstoffkrise auf der Krim eine eigene Erklärung. In einem Interview mit der Agentur TASS sagte er: Der Treibstoffmangel auf der Krim hänge mit unbegründetem Horten durch die Bevölkerung zusammen. Er verglich die Situation mit dem Kauf von Buchweizen während der Pandemie:
«Wir sehen viele, viele Fälle von völlig unbegründetem Horten. Erinnern wir uns daran, wie vor ein paar Jahren in Moskau und anderen grossen Städten unseres Landes Buchweizen gehortet wurde. Damals gab es keinen Mangel an Buchweizen. Manchmal führen solche emotionalen Handlungen zu künstlichen Situationen, aber alle Behörden arbeiten daran, dass es keine Engpässe gibt», sagte der Pressesprecher des russischen Präsidenten. https://t.me/milinfolive/173863
Anders als Peskow teilte das russische Energieministerium mit, dass die Schwierigkeiten mit dem Treibstoff im Süden Russlands mit einem Anstieg der Angriffe auf Energieunternehmen zusammenhängen. Ein branchenweiter Stab sei eingerichtet worden, der alle grossen Unternehmen der russischen Energiebranche umfasse. https://t.me/tass_agency/379813

KREML UNZUFRIEDEN MIT ARMENIEN
Die Parlamentswahlen vom Sonntag in Armenien haben fast 50% der Stimmen für die westlich ausgerichtete Regierung gebracht und für die drei pro-russischen Oppositionsgruppen nur 37%. Der Kreml ist mit diesem Resultat nicht zufrieden.
Maria Sacharowa, die Sprecherin des russischen Aussenministeriums, sagte: «Die Wahlen in Armenien fanden in einer Atmosphäre beispiellosen Drucks auf die Opposition und von Einmischung seitens des Westens statt.» Und zum Ergebnis der Regierungspartei von Nikol Pashinyan sagte Sacharowa wörtlich: «Die Unterstützung für Pashinyans Partei «Ziviler Vertrag» in Armenien ist nach den Wahlen deutlich gesunken.»
In der armenischen Gesellschaft sei «ein grosser Wunsch nach der Entwicklung der Beziehungen zur Russischen Föderation und einem weiteren Verbleib Armeniens in der Eurasischen Wirtschaftsunion offensichtlich», meinte Sacharowa auch noch. https://t.me/tass_agency/379770; https://t.me/tass_agency/379772

PUTINS WERTE IM KELLER
Als es im sozialistischen Rumänien in den 1980e- Jahren kalt war und Brennstoffe fehlten, verbot der damalige Diktator Nicolae Ceaușescu den privaten Besitz von Thermometern.
Ähnliches geschieht jetzt in Russland, wie die verbotene journalistische «Moskow Times» berichtet.
Seit die Vertrauensbewertung für Putin unter 30% gesunken ist, veröffentlicht das staatliche russische Meinungsforschungsinstitut WZIOM seine Umfrageergebnisse nicht mehr auf seiner Webseite.
Konkret geht es um eine seit Jahren erstellte Untersuchung: Die Befragten sollten den Namen jenes Politikers nennen, dem sie vertrauen, ohne dass zuvor der Name Putin erwähnt wurde. Bei dieser sogenannten «offenen Umfrage» fiel die Zustimmung im März zu Putin auf 29,5%, dem tiefsten Wert seit Beginn des Angriffskrieges gegen die Ukraine. Seither wurden die Ergebnisse der Monate April und Mai nicht mehr publiziert.
Einen Hinweis auf die sinkenden Zustimmungswerte zu Putin geben die weiterhin veröffentlichten Werte einer sogenannten «geschlossenen Umfrage». Dabei werden die Befragten an ihren Haustüren nach der expliziten Zustimmung zu Putin befragt. Im Mai betrug die so erhobene «Zustimmung zu Putin» 65,6%. Auch dieser Wert sinkt rasch. Vier Monate zuvor waren es noch 10% mehr gewesen. Diese Werte werden aktuell noch veröffentlicht. https://ru.themoscowtimes.com/2026/06/08/vtsiom-prekratil-publikovat-realnii-reiting-putina-posle-padeniya-nizhe-30-a197611

EU VERSCHÄRFT SCHIFF-KAMPF
Die EU hat die Befugnisse der Marineoperation IRINI erweitert und erlaubt, Schiffe zu inspizieren, die mit der russischen «Schattenflotten» in Verbindung gebracht werden. Das erklärte Kaja Kallas, die höchste Diplomatin der Europäischen Union («EU-Aussenbeauftragte»).
«Unsere Operation IRINI hat die Regeln für die Durchführung von Aktivitäten geändert, und jetzt fangen wir auch an, Schiffe zu inspizieren. Es geht darum, einen gemeinsamen Ansatz zu entwickeln, wie verschiedene Länder mit diesen Schiffen umgehen, da sie eine echte Bedrohung darstellen. Und natürlich geht es darum, Russland daran zu hindern, diesen Krieg zu finanzieren», erklärte Kallas.
Die Operation IRINI wurde 2020 von der Europäischen Union zur Überwachung der Einhaltung des UN-Waffenembargos gegen Libyen gestartet. Zu den Aufgaben der Operation gehören auch die Überwachung des illegalen Öltransports, die Bekämpfung von Schmuggel und die Überwachung der Seerouten im zentralen Mittelmeerraum. https://t.me/milinfolive/173870
Die Genehmigung, Öltanker aus Russland festzuhalten, erhöht nur das Risiko einer weiteren Eskalation. Diese Meinung äusserte Konstantin Basyuk, der stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für Verteidigung und Sicherheit des Föderationsrates. Europa setzt zunehmend auf Konfrontation anstatt auf die Suche nach langfristigen Sicherheitsmechanismen, bemerkte er. https://t.me/tass_agency/379807



