- Wichtige Wahlen in Armenien
- Kreml attackiert Armenien
- Putin gegen Zelenskyj-Treffen
- Absurde Aussagen von Putin
- Russlands zweite Front brennt
- 376 Drohnen über Russland
- Girkin findet 3. Front gefährlich
- 185 ukrainische Gefangene frei
ARMENIEN ALS KAMPFFELD
Am Sonntag wählt Armenien das Parlament und diese Wahl ist von überregionaler Bedeutung.
Trump lobt die Entwicklungen im Land, Putin droht vor einer Abkehr aus seinem Einflussbereich und die Europäische Union hilft beim Aufdecken von Desinformationskampagnen und Cyberangriffen. Die Türkei beobachtet das Ganze.
Der ukrainische Journalist Anton Gerashchenko hat in einem längeren Text die Ausgangslage skizziert:
- Russland hat bereits Wahlen in Rumänien, Moldawien und Ungarn verloren und ist nun dabei, auch in Armenien zu verlieren. Sollte der Kreml Armenien verlieren, wird Georgien wahrscheinlich als Nächstes folgen. Die Türkei beobachtet die Lage aufmerksam.
- Die armenische Führung unter Nikol Paschinjan distanziert sich zunehmend von Moskau, stellt Russlands Rolle als sogenannter Sicherheitsgarant offen in Frage, baute die Zusammenarbeit mit Frankreich, Indien, den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union aus und begann, nach alternativen Quellen für militärische Unterstützung und wirtschaftliche Beziehungen zu suchen.
- Als Reaktion darauf startete Moskau eine umfassende Druckkampagne, die darauf abzielte, jeden Versuch, sich aus dem Einflussbereich Russlands zu lösen, so kostspielig wie möglich zu machen. Das Motto lautete übersetzt: «Abhängigkeit von Russland oder wirtschaftliche Not.»
- Dabei setzt Russland auf Kandidaten wie Samvel Karapetyan und Arman Tatoyan mit deren Hilfe sie ein regierungsfeindliches Netzwerk aufbauen. Vordergründig werden Argumente bemüht wie «Pragmatismus», «Berücksichtigung der Interessen Moskaus» und ähnliches. Gleichzeitig wurden Fake-Newsseiten installiert mit Kampagnen gegen die Regierung von Premierminister Nikol Paschinjan.
- Neben der politischen Kampagne wurde wirtschaftlicher Druck aufgebaut. Der Export von Mineralwasser, Früchten, Gemüse oder Alkohol in Richtung Moskau wurde blockiert, was für die armenische Wirtschaft einen grossen Schaden bedeutet. Der armenische Regierungschef versprach den betroffenen Wirtschaftszweigen finanziellen Ausgleich.
- Ein dritter Hebel ist die Abhängigkeit Armeniens von den russischen Gaslieferungen. «Glücklicherweise ist derzeit Sommer, und Armenien hat noch Zeit bis zum Winter, um seine Abhängigkeit von russischem Gas anzugehen».
Gerashchenko schreibt: «Deshalb ist der aktuelle Kampf um Armenien kein Konflikt zwischen Russland und dem Westen. Es ist ein Konflikt zwischen dem Wunsch Armeniens, eigene Entscheidungen zu treffen, und der Entschlossenheit des Kremls, seine Kontrollmechanismen über das Land aufrechtzuerhalten.» https://twitter.com/gerashchenko_en/status/2061505689168593212;

KREML VORÜRFE GEGEN ARMENIEN
Gemäss der russischen Propagandaagentur TASS meldeten sich Maria Sacharowa, Sprecherin des russischen Aussenministeriums, und Dmitri Medwedew, Mitglied des russischen «Sicherheitsrats» und ehemaliger russischer Präsident zu den Wahlen in Armenien vom Sonntag.
Sacharowa: «Die Russische Föderation sieht Versuche Eriwans, ein Verbrechen gegen die Demokratie zu begehen, und eine Entscheidung zu treffen, um oppositionelle Parteien von den Wahlen auszuschliessen. Wenn das antidemokratische Szenario in Armenien umgesetzt wird, wird dies die Legitimität des gesamten Wahlprozesses in Frage stellen», bemerkte Sacharowa. https://t.me/tass_agency/379472
Medwedew: «Pashinyan hat sich in die Hose gemacht und versucht nun, alle seine Konkurrenten bei den Wahlen auszuschalten. Solche Wahlen werden natürlich nicht als legitim angesehen werden.» https://x.com/MedvedevRussiaE/status/2063002803417575724

PUTIN LEHNT TREFFEN AB
Am Wirtschaftsforum in St. Petersburg wurde Putin von einer Moderatorin gefragt, was er zum offenen Brief von Volodymyr Zelenskyj sagt. Putins Antwort: «Heute Morgen hat mir Peskow (Kreml-Mediensprecher) diesen Zettel zugesteckt.».
Der russische Regimeführer behauptete vor Publikum, er habe Volodymyr Zelenskyjs offenen Brief («Zettel») nur kurz überflogen. Putin erklärte daraufhin, er sehe keinen Sinn darin, Zelenskyj persönlich zu treffen. «Macht weiter so, Brüder!», sagte er in Richtung der russischen Truppen, zum Abschluss seiner Antwort. https://twitter.com/front_ukrainian/status/2062919485271503301;
Juri Ushakow, ehemals Russlands Botschafter in den USA und heute der aussenpolitische Berater Putins, bezeichnete den Brief Zelenskyj als «einige Seiten Grobheit» und «dass die Diplomatie in der Situation mit der Ukraine erschöpft ist». Man werde den Kontakt mit den USA aufrechterhalten und eine Moskau-Reise der beiden Trump-Gesandten Kushner und Witkoff werde vorbereitet. https://t.me/tass_agency/379451
Volodymyr Zelenskyj bezeichnete Putins Reaktion als «schwach» und fügte an «leider entscheidet sich die russische Seite erneut für den Krieg. Er will nichts ändern und er will nicht zugeben, dass dieser Krieg nur ihm und denen nützt, die daran verdienen».
Die Welt sollte die Reaktion des Kremls als Signal für mehr Druck auf Russland nutzen: «Das bedeutet, dass Russland weniger Geld haben sollte und dass Russland mehr Druck ausgesetzt sein sollte», betonte der ukrainische Staatschef.» https://twitter.com/nexta_tv/status/2062947398222217397/video/1

PUTIN ABSURDE AUSSAGEN
- «Ich möchte die Anzahl der Siedlungen nicht nennen, welche die russische Armee (in der Ukraine) erobert hat, weil ich befürchte, dass ich einen Fehler mache. Doch die russische Armee hat 2’440’000 Quadratkilometer unter ihre Kontrolle gebracht. Die Offensive findet, wie ich bereits sagte, täglich statt.»
Dies sagte Putin vor seinen wichtigsten Ministern in einer Ansprache, die vom russischen TV übertragen wurde und dessen Video vorliegt.
Putins behauptete 2’440’000 Quadratkilometern entsprechen 2,44 Millionen Quadratkilometer. Die gesamte Ukraine hat eine Fläche 604’000 Quadratkilometern. Gemäss Putin hat also seine Armee viermal die Ukraine erobert. https://twitter.com/nexta_tv/status/2062833947071918462/video/1;
- Am St. Petersburger Wirtschaftsforum sagte Putin: «Wir hören von allen Seiten Kritik, dass unsere Wirtschaft ‘abgerutscht’ sei. Ja. Aber wir sind nur auf das Niveau gefallen, auf dem EU-Länder seit vielen Jahren leben.»
Die Agentur NEXTA kommentiert: «Nein, das ist kein Witz. Der russische Präsident hat tatsächlich versucht, die Bürger zu beruhigen, indem er andeutete, dass ihr Lebensstandard allmählich dem Europas näherkommt.» https://twitter.com/nexta_tv/status/2062901884352893230

2. FRONT BRENNT WEITER
- In der südrussischen Region Krasnodar brennt seit letzter Nacht das Öllager von Ust-Labinsk. Videos zeigen Brände an mehreren Stellen und eine hoch aufsteigende Rauchwolke. Zu den Gründen des Brandes gibt es zurzeit keine Informationen. https://t.me/exilenova_plus/22014
- Aus dem Hafen von Kronstadt, unweit von St. Petersburg, werden Explosionen und Brände gemeldet. In Kronstadt befindet sich eine wichtige Basis der russischen Marine. https://t.me/exilenova_plus/21997
- Die russische Nachrichtenagentur TASS meldet: «Am Samstagmorgen wurde St. Petersburg von einer gross angelegten Drohnenangriffen getroffen, wie Gouverneur Beglov berichtete. Er forderte die Einwohner von St. Petersburg auf, nicht auf die Strasse zu gehen.» Zuvor hatte das russische Kriegsministerium berichtet, dass insgesamt 376 Drohnen über russischem Gebiet abgeschossen worden seien. Über St.Petersburg seien es 25 gewesen und über Moskau 9 ukrainische Drohnen. https://t.me/tass_agency/379503; https://t.me/tass_agency/379499

GEFÄHRLICHE 3. FRONT
Igor Strelkow («Girkin») ist ein international gesuchter russischer Terrorist. Er war auch einer der militärischen Führer der von Russland gesteuerten Separatisten im Donbas. Als Militärfachmann beobachtet er die ukrainischen Angriffe auf die Logistik-Routen in den besetzten Südzonen – die «dritte Front».
Sein Urteil: «Diese Taktik passt gut in die militärische Kunst. Sie wird als „Isolierung des Schlachtfeldes durch Unterbrechung der Kommunikation des Gegners in grosser Tiefe“ bezeichnet.» Girkin stellt fest, dass die russischen Truppen nicht genug mit Nahrung und Kampfmitteln versorgt werden. Die Unterbrechung der Logistik verhindere auch die rasche Verlegung von «Reserven und Versorgungsmitteln» im Falle von grösseren ukrainischen Angriffen auf dem Boden.
«Girkin» befürchtet, dass alle ukrainischen Aktivitäten ein Ziel haben: Die Eröffnung einer Bodenoperation zur Rückeroberung der Krim. Bereits jetzt intensiviere die ukrainische Armee die Meeresdrohnenaktionen und habe eine grosse Zahl der russischen Luftverteidigung zerstört.
Girkin: «Daher ist in Kürze, im Juni, mit einem möglichen (betonen wir: möglichen!) Versuch des Gegners zu rechnen, die Krim anzugreifen, Truppen zu landen oder einen Überfall über den Dnjepr zu starten, und zwar in dieser jetzt relativ schlecht versorgten Richtung.» https://t.me/strelkovii/7447

370 KRIEGSGEFANGENE FREI
Am Freitag konnten 370 Kriegsgefangene in ihre Heimat zurückkehren. Beide Seiten liessen je 185 Menschen frei. Volodymyr Zelenskyj schreibt zum Austausch: «Weitere 185 ukrainische Verteidiger, darunter ein Zivilist, kehren heute aus der russischen Gefangenschaft zurück. Sie haben unseren Staat in Mariupol und Azovstal sowie in Donezk, Luhansk, Kharkiv, Kherson, Saporischschja, Sumy, Kyiv und Kursk geschützt. Darunter sind die, die nach jahrelanger russischer Gefangenschaft zurückkehren, in denen sie sich seit 2022 befanden.»
Zelenskyj freute sich für die Freigelassenen und bedankte sich bei den aktuell kämpfenden Soldaten. Sie würden nicht nur ihre Heimat verteidigen, sondern durch die Gefangennahme von russischen Soldaten «den Austauschfonds» füllen. Zelenskyj: «Wir arbeiten jeden Tag daran, jeden Ukrainer und jede Ukrainerin aus der Gefangenschaft zu befreien.» https://www.facebook.com/groups/484402723404515/?multi_permalinks=1540730597771717&hoisted_section_header_type=recently_seen;



