#UKRAINE AKTUELL Nr. 1559 (31.5.2026 / 9Uhr)

  • Ukraine setzt die 3. Front in Brand
  • Lastwagenstopp in der Südukraine
  • Ukrainische Mini-Minen im Einsatz
  • Benzinkrise auf der Halbinsel Krim
  • Geheimdienstzentrale gesprengt
  • Russische Öl-Anlagen angegriffen
  • Russen schützen Drohnenfabrik
  • Kreml erhöht Druck auf Armenien

DIE DRITTE FRONT BRENNT

Gemäss der täglichen Auswertung des ukrainischen Generalstabs wurden am 30. Mai 524 Lastwagen und Tanklastwagen zerstört, womit deren Gesamtzahl auf 101’237 ansteigt. Der Anstieg der Schäden war demnach überdurchschnittlich gross, was auf die verstärkte Kampagne gegen die russische Logistik hinweist. https://www.facebook.com/photo/?fbid=1346916727621402&set=a.229159256063827

Zu den Angriffen auf Tankwagen kamen auch Angriffe auf Tankstellen hinzu, nicht nur entlang des Landkorridors zur Krim in den Regionen Kherson und Saporischschja, sondern auch in der Region Luhansk. Die russischen Blogger von «MilinfoLive» (600’000 Abonnenten auf Telegram) schreiben: «Diese Aktionen der Streitkräfte der Ukraine zielen darauf ab, einen Treibstoffmangel in allen neuen Gebieten zu schaffen, nicht nur in der Krim.» https://t.me/milinfolive/173299

Der prominente russische Militärblogger «Two Majors» (1,16 Mio. Abonnenten Telegram): «Die Frontlogistik und der südliche Landkorridor sind ständigen Drohnenangriffen des Feindes ausgesetzt, die bis zu 200 km in das Hinterland vordringen. Dies erschwert die Versorgung mit militärischem und zivilem Nachschub und führt in Verbindung mit regelmässigen Angriffen auf Ölraffinerien und Treibstoffdepots zu einer weiteren Stagnation der Sommeroffensive der russischen Streitkräfte.» https://t.me/dva_majors/93790

Die ukrainischen Blogger wünschen sich, dass diese Zerstörungen weitergehen. «ExileNovaPlus» schreibt: «Jetzt ist es äußerst wichtig, die Anzahl der Drohnen zu erhöhen, die Sperrzone zu verstärken und alles Militärische zu zerstören, solange es noch eine Chance gibt. All dieser Abschaum, der auf unseren Strassen im Osten und Süden unterwegs ist, transportiert nicht nur Treibstoff, sondern auch Munition, Drohnen, menschliche Ressourcen und Hunderte anderer Mittel zum Töten. (…) Jeder verbrannte Tankwagen, jeder zerstörte Lastwagen und jede unterbrochene Versorgungsroute bedeuten weniger Möglichkeiten für den Feind, unsere Leute zu töten.» https://t.me/exilenova_plus/21537

Wie russische Militärblogger entdeckt haben, setzen die Ukrainer nicht nur Drohnen im direkten Kampf gegen die Lastwagen ein. Neuerdings werfen ukrainische Drohnen auch Kassetten ab, welche 10 bis 48 kleine Minen enthalten. Diese Mini-Minen reagieren entweder auf Druck oder magnetisch auf Metallkontakte und beinhalten nur eine geringe Menge an Sprengstoff. Doch wenn ein Fahrzeug darüberfährt, genügt dies für eine Beschädigung und möglicherweise in Brandsetzung des Lastwagens oder Transporters. https://t.me/combat_engineer/11381

Der zur internationalen Verhaftung ausgeschriebene russische Kriegsverbrecher Igor Girkin («Strelkow») – zurzeit hält er sich in einem russischen Gefängnis auf – schreibt, dass ukrainische Drohnen nun regelmässig die Hauptversorgungsroute zur Krim in den besetzten Gebieten angreifen, räumte jedoch ein, dass er keine andere Lösung habe, als «die Zähne zusammenzubeissen und es zu ertragen». https://twitter.com/volodyatretyak/status/2060296702326694170

BENZINKRISE AUF DER KRIM

Nachdem die Ukraine ihre Angriffe auf die «Strasse des Todes» in der besetzten Südzone verstärkt, hat sich die Kraftstoffversorgung auf der Krim verschärft:

Ausserdem brennt in der Stadt Feodosia eine Ölbasis und die Rauchwolke ist kilometerweit zu sehen.

Sergej Aksjonow, der von Russland eingesetzte Gauleiter auf der Halbinsel Krim, gab am Sonntagmorgen bekannt, dass ab dem 31. Mai der «Verkauf von Benzin der Marke AI-95 vorrangig für kommunalen und sozialen Transport sowie ohne Mengenbegrenzung mit Tankgutscheinen» erfolgt. Die Behörde hat eine Liste mit den für diese Zwecke verfügbaren Tankstellen veröffentlicht. https://mtop.rk.gov.ru/structure/d0efbb41-ebd3-4509-8ea1-e00ba1b9bffe

Die russischen Militärblogger stellen fest: «Es ist erwähnenswert, dass die Angriffe des Gegners mit dem Beginn der Sommerzeit zusammenfallen, die historisch gesehen eine Saison mit erhöhter Nachfrage nach Kraftstoff ist, was die Situation noch verschlimmern könnte.» https://t.me/milinfolive/173252

TIEFE SCHLÄGE IN RUSSLAND

  • In der Nacht auf Samstag wurde das «Zentrum für elektronische Aufklärung» des russischen Geheimdienstes FSB im Dorf Strelka im Bezirk Temryuk in der Region Krasnodar zerstört. Dabei wurden die Raketen- und Drohnenlager und eine Drohnenleitstelle beschädigt oder zerstört und etwa hundert FSB-Beamte sollen getötet worden sein. Eine offizielle Bestätigung des ukrainischen Generalstabs oder der russischen Seite gibt es bisher nicht. https://x.com/maks_nafo_fella/status/2060377551118139736
  • In der russischen Region Rostow brennt in Taganrog nach einem ukrainischen Drohnenangriff ein Öltanklager. https://t.me/exilenova_plus/21502
  • Nach dem 14. Angriff ukrainischer Drohnen auf die Raffinerie in Saratow brennen mindestens zwei Teile dieser Anlage. Dieses «Rosneft»-Ölwerk ist eines der ältesten Ölverarbeitungsunternehmen Russlands und hat unbeschädigt ein jährliches Verarbeitungsvolumen von 4,8 Millionen Tonnen. https://t.me/dva_majors/93786;  https://t.me/exilenova_plus/21526
  • Aktuell brennt Station «Lazarevo» der Ölpipeline, welche sibirisches Öl in Richtung des Exporthafens Primorsk am Baltischen Meer pumpte. Dieser Angriff ist einer der vielen, von denen aber nur wenige bekannt werden. «ExileNovaPlus» schreibt: «Seid euch einfach bewusst, dass viele Angriffe weder in die Berichte des Generalstabs noch in die objektive Kontrolle der OSINT-Kanäle (OSINT = Open Source Analysten Netzwerk) aufgenommen werden.» https://t.me/exilenova_plus/21539;

PALANTIR-SOFTWARE IM EINSATZ

CNN veröffentlichte Aufnahmen der Arbeit des Systems zur Überwachung und detaillierten Analyse von Luftangriffen in einem der Kommandoposten des Militärgeheimdienstes der Ukraine (GUR). https://x.com/komarglobal/status/2060816316680863977

Das System koordiniert mithilfe künstlicher Intelligenz den gleichzeitigen Einsatz von mehreren hundert Drohnen. Auch viele ukrainische Zeitungen berichten über die Vorgehensweise der Ukraine. Von 300 Drohnen könnten bis zu 75 als Köder dienen, um die russischen Flugabwehrraketen zunächst abzulenken, während der Grossteil der übrigen Drohnen durchkommt. https://twitter.com/itishimarstime/status/2060862832745554251

Die Software mit dem Namen «Prisma» wurde in Zusammenarbeit mit der Firma Palantir entwickelt. Palantir ist eine wegen ihrer Überwachungssoftware und ihrem Mitbesitzer Peter Thiel sehr umstrittene Firma, arbeitet aber seit längerem mit der ukrainischen Armee zusammen. https://ukraineaktuell.com/ukraine-aktuell-nr-1543-15-5-2026-8uhr/ («Ukraine Palantir Kooperation»)

Zum ersten Mal wurde eine «Palantir-Plattform» Anfang Mai vom ukrainischen Verteidigungsminister Mychajlo Fedorov angekündigt.

SCHUTZ FÜR DROHNENFABRIK

Die Drohnenfabrik in Jelabuga ist ein russisches Rüstungswerk innerhalb der Sonderwirtschaftszone Alabuga in Tatarstan. Das von dem russischen Unternehmen Albatross betriebene Werk produziert eine grosse Anzahl von Drohnen vom Typ Shahed und anderen Militärdrohnen, die von Russland im russisch-ukrainischen Krieg eingesetzt werden.

Da ukrainische Drohnen unterdessen einen Reichweite von bis zu 2’000 Kilometern haben, kommt Jelabuga in den Zielbereich. Wegen der grossen Bedeutung des Werkes baut nun Russland den Schutz des Industriebetriebs aus. Nun sind die Geolokalisationsdaten von 23 Flugabwehrtürmen rund um die Fabrik bekannt. Aktuell werden 8 weitere Luftschutzstellungen gebaut, wie Satellitenbilder zeigen.

Alle Geolokalisierungsdaten gibt es unter: https://t.me/exilenova_plus/21490 ; https://en.wikipedia.org/wiki/Yelabuga_drone_factory;

KREML-DRUCK AUF ARMENIEN

Am 7. Juni finden in Armenien Parlamentswahlen statt. Der Kreml versucht diese zu seinen Gunsten zu beeinflussen.

In der vergangenen Woche hat Moskau die Einfuhr von Waren aus Armenien in mehreren Warengruppen eingeschränkt. Zu den verbotenen Produkten gehören Obst, Gemüse, Erdbeeren, Blumen, Mineralwasser, Cognac und Wein. Für Armenien ist dies ein schwerer Schlag, da bis zu 90 % seiner Blumen- und Cognac-Exporte sowie ein grosser Teil der Obst- und Gemüselieferungen nach Russland gehen. Russland nutzt ausserdem Gaslieferungen als Druckmittel, falls Armenien Schritte in Richtung einer europäischen Integration unternimmt.

NEXTA – eine grosse osteuropäische Mediengruppe – schreibt dazu: «Die Beschränkungen kommen nur wenige Tage vor den Parlamentswahlen, bei denen der Kreml versucht, pro-russische Kräfte zu stärken. Der Druck aus Moskau könnte jedoch auch nach hinten losgehen. Nach dem Krieg in Karabach und den anhaltenden Spannungen mit dem Kreml wächst die öffentliche Frustration gegenüber Russland in der armenischen Gesellschaft zunehmend.»

Volodymyr Zelenskyj meldete sich am Samstagabend zu den Drohungen Russlands gegen Armenien: «Jeder Nachbar Russlands hat gehört, was über Armenien gesagt wurde, dessen Bevölkerung als einzige das Recht hat, über die Zukunft ihres Landes zu entscheiden, und dies auch tun wird. Was Russland über Armenien sagt, betrifft in Wahrheit nicht nur Armenien.

Niemand darf ohne Unterstützung bleiben – Europa hat kein Recht, auch nur eines seiner Völker zu verlieren, auch nur ein Land zurückzulassen. Armenien muss unterstützt werden. Moldawien muss unterstützt werden. Die baltischen Staaten. Aserbaidschan muss unterstützt werden. Wir müssen Wege finden, auch die Menschen in Georgien zu unterstützen – und das ist eine gemeinsame europäische Aufgabe. Niemand darf verloren gehen.»

https://x.com/nexta_tv/status/2060149123328933943; https://x.com/ZelenskyyUa/status/2060793364958880029

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