#UKRAINE AKTUELL Nr. 1558 (30.5.2026 / 7Uhr)

  • Drohungen gegen Europas Städte
  • «Schwachköpfe und Atombomben»
  • Propagandistin in französischem TV
  • Russische Sorgen wegen 3. Front
  • Ukrainer erobern Gebiete zurück
  • Schlag über 2’000 Kilometer Distanz
  • Ukraine bekam 215’000 Drohnen
  • Angriffe auf 3 Schattenflotte-Tanker
  • Mobilisierung scheitert in Russland

LONDON – PARIS – WARSCHAU BEDROHT

Der Kreml-Propagandist Wladimir Solowjow drohte im russischen TV zur besten Sendezeit mit der Vernichtung von europäischen Städten.

Originalzitat: «Die Unterzeichnung eines Militärpakts zwischen Grossbritannien und Polen inklusive einer Klausel für gegenseitige Verteidigung und Produktion von Raketen führt zu einer Achse London– Paris–Berlin–Warschau. Nun diese London–Paris–Berlin–Warschau Achse bricht echt schnell zusammen. Ein Poseidon (Atomtorpedo) und Britannien liegt irgendwo da unten (Solowjow schaut zum Boden). Das ist uns im Weg und jedes Mal, wenn da ein Boot vorbeifährt, bleibt es am Big Ben hängen. Nun, Warschau wird schliesslich zu seinen heimischen Ufern zurückkehren, denn ohne uns scheinen sie (die Polen) sich zu langweilen. Und Paris: Es ist wieder an der Zeit, das Catering in Ordnung zu bringen. Anscheinend haben die Bistros ihren Faden verloren. Wovon reden diese Leute eigentlich – von Berlin? Aber stimmt es wirklich, dass der russische Soldat praktisch jedes Jahrhundert durch die Straßen Berlins marschieren muss? Leiden die Deutschen wirklich ein bisschen, oder sind sie krank oder so? Nun, ich möchte wirklich fragen: „DU BIST KRANK“ (Solowjow sagt das auf Deutsch). Ich wende mich an diese Leute, die völlig den Verstand verloren haben, in schlechtem Deutsch. Hört endlich auf, uns wütend zu machen. Hört auf, unsere wahrhaft engelhafte Geduld auf die Probe zu stellen. Also, hört einfach auf, bitte, das habt ihr nicht nötig. Also, tut es einfach nicht. Ihr seid Abschaum, wir wissen alles über euch.»

Video mit englischen Untertiteln: https://x.com/i/status/2060061382339449074

LEERE ATOMBOMBENDROHUNG

Russische TV-Hass-Prediger reden erneut von einem möglichen Einsatz von Atombomben, um den Eroberungskrieg gegen die Ukraine voranzubringen. Die ukrainisch-amerikanischen Militärblogger von «ExileNovaPlus» haben darauf eine Antwort:

«Und jetzt mal ernsthaft – über die Atomwaffen, die jetzt von den Schwachköpfen verbreitet werden. Wird Russland den Mut haben, auf die für die Ukraine absolut gerechtfertigten Ziele mit einer Atomwaffe zu reagieren? Fast alle russischen Atomkraftwerke befinden sich im europäischen Teil Russlands. Das letzte Mal, als die Russen verbal mit Atomwaffen drohten, war, als sie bei Kherson und Kharkiv schwer geschlagen wurden, in Schande flohen und ihre Technik zurückließen. Darüber sollte man mal nachdenken.

Jetzt wird die Situation für Russland immer unangenehmer. Der Krieg dauert bereits fünf Jahre – kein einziges Gebiet wurde vollständig erobert, die Front steht. Die Ölraffinerien werden stillgelegt, die Pumpen brennen bis auf die Grundmauern nieder. Das russische Hinterland steht unter ständigem Beschuss der Streitkräfte der Ukraine. Die strategische Route des «Landkorridors» nach Krim verwandelt sich allmählich in eine Safari.

Dem Bunkerleichen gehen immer mehr Figuren auf dem Schachbrett aus. Wer weiss, wie sich die Ereignisse weiterentwickeln werden.» https://t.me/exilenova_plus/21095

PUTIN FAN AM FRANZÖSISCHEN TV

Die Verbreitung des Kreml-Propagandasenders RT («Russia Today») wurde in der EU verboten. Doch seine ehemalige Chefin Xenia Fedorowa hat im französischen Fernsehen eine neue Heimat gefunden. Bereits im Jahr 2024 – zwei Jahre nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine –  verlängerte Frankreich ihre Aufenthaltsgenehmigung um 10 Jahre. Fedorowa gilt als enge Vertraute der Chefin von Russia Today Margarita Simonyan.

Neuerdings arbeitet Fedorowa für den Sender «CNews», der vergleichbar ist mit Trumps Lieblingssender «Fox News». Finanziert wird «CNews» vom rechtsextremen 74-jährigen französischen Milliardär Vincent Bolloré, dem auch der Sender «Europe 1», «Canal Plus», die Zeitung «Le Journal du dimanche», die Werbeagentur «Havas» sowie verschiedene weitere Zeitungen und Magazins mehrheitlich gehören.

Fedorowa tritt in verschiedenen Funktionen in der Mediengruppe von Bolloré auf. Der französische Aussenminister Jean-Noël Barrot bezeichnete sie am Donnerstag als «Pro-Putin Propagandistin».

https://www.lemonde.fr/actualite-medias/article/2026/05/29/xenia-fedorova-est-une-propagandiste-patentee-qui-sert-la-soupe-de-vladimir-poutine-accuse-jean-noel-barrot_6694768_3236.html; https://x.com/p_kallioniemi/status/2060362237663953280?s=43&t=Sxt_HRDdRrW65xCRS1SmHw

SORGEN WEGEN DRITTER FRONT

Die Stilllegung wichtiger Strassen zur Versorgung der Krim-Halbinsel, der besetzten Südzone in der Ukraine und der russischen Front (siehe Ukraine Aktuell Nr. 1556-1557) führt bei einem der wichtigen russischen Militärblogger zu grossen Sorgen.

Der «Erzengel von Speznaz» mit 1,05 Millionen Followern auf Telegram, schreibt: «Die Logistik in Novorossija («Neurussland») steht unter ständigem Beschuss durch die ukrainischen Streitkräfte. Der Verkehr ist auf mehreren Abschnitten in den Gebieten Cherson und Saporischschja aufgrund ständiger Angriffe der Drohnen praktisch zum Erliegen gekommen.

▪️ Genichesk – Melitopol

▪️ Melitopol – Tokmak

▪️ Melitopol – Wasiljewka

▪️ Genichesk – Mariupol

▪️ Umgebung von Donezk

Und heute sind sogar Aufnahmen von einem Angriff der ukrainischen Streitkräfte auf die Umgebung von Schachter aufgetaucht, was die geografische Ausdehnung der Problemzonen noch weiter vergrössert.»

 Die ukrainischen Drohnen seien in der Lage, bis 145 Kilometer zurückzulegen und damit seien praktisch alle Strassen hinter der Front bedroht: «Was die Folgen angeht, ist die Lage kritisch: Da die Logistik seit fast einem Monat leidet, wirkt sich dies nicht nur auf die Versorgung des Hinterlands, sondern auch der Front aus.»

https://t.me/rusich_army/29740;  https://t.me/rusich_army/29760;

GEBIETE RÜCKEROBERT

Die sehr zurückhaltenden Analysten der ukrainischen Plattform «Deep State» schreiben, dass es der ukrainischen Armee gelungen ist, in den letzten Tagen 46 Quadratkilometer eigenes Land wieder zu übernehmen. In der Karte sind die Gebiete in der Farbe beige dargestellt.

Die ukrainischen Streitkräfte haben Gebiete in der Nähe von Novoselivka befreit und sind durch eine Reihe von Ortschaften im Sektor Oleksandrivka vorgerückt. Derzeit würden «Säuberungsoperationen»  in den Gebieten Voronne, Sichneve, Piddubne, Tovste, Novokhatske und Zelenyi Hai durchgeführt. https://t.me/DeepStateUA/23544

LANGSTRECKEN-SCHLÄGE

Am Freitagmorgen hat die ukrainische Armee die Raffinerie in Wolgograd und eine wichtige Ölpipeline-Station in Jaroslawl angegriffen. In der Lukoil-Raffinerie in Wolgograd und bei der Pipeline-Station brachen Brände aus.

In der Raffinerie wurden gleichzeitig die Schlüsselstellen AVT-1, AVT-3, AVT-5 und AVT-6 sowie sekundäre Systeme beschädigte. Wolgograd liegt etwa 500 km östlich des Kriegsgebiets.

Die Anlage von Lukoil hatte eine Produktionskapazität von 14 Millionen Tonnen Rohöl pro Jahr und gehörte zu den 10 grössten Raffinerien des Landes. Die Anlage belieferte die russische Armee mit  Benzin, Diesel und Flugkraftstoff. Nach dem Angriff ist der Betrieb stillgelegt.

Über die angegriffene Pipelinestation im Nordosten ist noch wenig bekannt. Mit einer Distanz von 2’000 Kilometern zur aktuellen Front stellten die Drohnen einen Rekord auf. Am Freitagnachmittag wurden in 20 russischen Regionen Raketenalarm ausgerufen, nachdem ein neuer Schwarm ukrainischer Drohnen die Grenze nach Russland überflogen hatten.

Öl- und Treibstoffexporte sind nach wie vor Moskaus größte Quelle für Kriegsfinanzierung, und Kyivs Kampagne mit Tiefenangriffen hat die Raffinerie- und Exportkapazitäten, die diesen Geldfluss aufrechterhalten, stetig geschwächt. https://euromaidanpress.com/2026/05/29/volgograd-refinery-and-a-key-yaroslavl-oil-pipeline-station-struck-in-one-night

GROSSE DROHNENKOALITION

Die ukrainische Armee wird dieses Jahr – zum Teil mit Partnern zusammen – 7 Millionen Drohnen verschiedener Prägung produzieren. Aber bei der Verteidigung ist das Land immer noch auf ausländische Hilfe angewiesen.

Die von Grossbritannien und Lettland gemeinsam geleitete Drohnenkoalition hat mehr als 215’000 Drohnen verschiedener Typen an die Ukraine geliefert.

Dazu gehören 45’000 FPV-Drohnen (First Person View-Drohnen, meist mit Sprengstoff ausgerüstet), 150’000 Abfangdrohnen und 20’000 Aufklärungsdrohnen. Einige der Drohnen haben einen Aktionsradius von bis zu 200 Kilometern. https://twitter.com/maks_nafo_fella/status/2060465660388348222

ANGRIFFE AUF DREI TANKER

Der amerikanische Militärblogger Chuck Pfarrer berichtet von mehreren erfolgreichen Drohnenangriffen der ukrainischen Armee gegen russische Tanker der «Putin Schattenflotte».

80 Kilometer vor der türkischen Küste kam es zu folgenden Zusammenstössen:

  • James II, Rohöltanker, (IMO 9253909), Fährt unter der Flagge von Palau: Treffer im Maschinenraum – manövrierunfähig
  • «Velora»: Rohöltanker, (IMO 9290373), Fährt unter der Flagge von Sierra Leone, Direkter Treffer
  • «Altura»: Rohöltanker (IMO 9292199), Fährt unter der Flagge von Sierra Leone: Direkter Treffer

Eine unabhängige Bestätigung der Schäden liegt bislang nicht vor.

Pfarrer schreibt: « Das ist Putins Ölgeld-Pipeline, die gerade gnadenlos zerschlagen wird.

Keine Umgehung von Sanktionen mehr, um den Fleischwolf zu finanzieren. In den besetzten Gebieten eskaliert die Kraftstoffknappheit. Die Versorgungswege auf der Krim stehen unter dem Beschuss von Drohnen. Russlands Marine? Die versteckt sich.» https://twitter.com/chuckpfarrer/status/2060146473237442840

MOBILISIERUNG SCHEITERT

Eine neue Mobilisierungswelle wird Russland an der Front nicht retten, sondern nur die Gesamtqualität der russischen Streitkräfte weiter schwächen. Zu diesem Schluss kommen die Analysten des amerikanischen «Institute for the Study of War» (ISW).

Russland ist gezwungen, die enorme Verluste auf dem Schlachtfeld auszugleichen und zusätzliches Personal für Drohnenkampfeinheiten für die Verteidigung rückwärtiger Gebiete gegen ukrainische Drohnenangriffe zu rekrutieren.

Deshalb weitet der Kreml seine Rekrutierungskampagnen auf völlig neue Bevölkerungsgruppen aus. Dazu gehören Studenten und Frauen, die zunehmend in Luftabwehrsysteme und Drohneneinheiten eingebunden werden. Gleichzeitig nimmt das Tempo der Vertragsrekrutierung in Russland trotz stetig steigender Antrittsprämien und finanzieller Anreize weiter ab.

Die ISW-Analysten weisen zudem darauf hin, dass die russische Armee bereits jetzt mit ernsthaften Schwierigkeiten bei der Ausbildung von Personal und Drohnenpiloten konfrontiert ist. Im Falle einer gross angelegten Mobilmachung könnten sich diese Probleme noch weiter verschärfen und die Kampfkraft der russischen Streitkräfte erheblich beeinträchtigen.

Das ISW kommt zu dem Schluss, dass sich der Kreml einem Punkt nähert, an dem die Personalnot zu einer der größten Bedrohungen für die Fähigkeit Russlands werden könnte, den Krieg fortzusetzen.

https://understandingwar.org/; https://x.com/mykhailorohoza/status/2060035012158750900

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