- Dritte Front schwächt Putins Armee
- Versorgungsengpässe in Süd-Zonen
- Gefälschte russische Frontkarten
- «Ukraine hat jetzt gute Karten»
- 12-Jährige sollen in die Fabriken
- Ukraine schliesst Deal mit Schweden
- Grenze zu Weissrussland aufgerüstet
DRITTE FRONT FUNKTIONIERT
Im «Ukraine Aktuell» Nr. 1556 habe ich über die «Eröffnung der Dritten Front» berichtet und dabei einen Text aus dem Umfeld der ukrainischen Armee publiziert, der dies erläutert. Zusammengefasst: Ukrainische Mittelstreckendrohnen mit einer Reichweite von 100 – 150 Kilometern können die Strasse zwischen Südrussland und der von Russland besetzten Zone im Süden der Ukraine erreichen und die dort verkehrenden Lastwagen in Brand schiessen.
Dies führt einerseits zu Versorgungsengpässen auf der besetzten Halbinsel Krim, wo Benzin bereits jetzt knapp ist. Es führt aber auch zu Versorgungsproblemen der russischen Angriffsarmee an der Front.
Um dies optisch zu verdeutlichen, zeige ich hier auf einer Karte, was das bedeutet – Basis ist die Lagekarte von «Frontberichte auf Deutsch».
Die roteingefärbte Fläche ist der Süden der Ukraine, den die Russen als besetzte Zone kontrollieren. In Gelb habe ich die M14-Route und die N-47-Route eingezeichnet. Diese Strassen, die von der besetzten Stadt Mariupol bis auf die Halbinsel Krim reichen, sind die Schlagadern der russischen Armeeversorgung. Durch den Unterbruch dieser Strassen können die russischen Frontstellungen – sichtbar am oberen Teil der Karte – nicht mehr ausreichend versorgt werden.
«Frontbericht auf Deutsch»: https://www.youtube.com/watch?v=68v0IY0i33o; https://ukraineaktuell.com/ukraine-aktuell-nr-1556-28-5-2026-7uhr/

VERSORGUNGSENGPÄSSE
Videos zeigen brennende Lastwagen auf der M14-Route im Süden der Ukraine und andere Lastwagen, die deshalb wenden und zu ihrem Ursprungsort zurückfahren. Der deutsche Analyst «Tendar» schreibt zu einem Video: «In diesem Fall wurden drei russische Lastwagen getroffen, und einer wendet und fährt davon. Diese Strasse ist gesperrt.»
Diese Art der Blockade der Routen zwischen Südrussland und der besetzen Südukraine führen zu Versorgungsengpässen nicht nur auf der Krim und direkt an der Front, sondern auch in der ganzen besetzten Südzone.
Videos zeigen lange Warteschlangen vor Tankstellen bei der Stadt Melitopol im besetzten Teil der Region Saporischschja.
Shaun Pinner, britischer Autor und ehemals Verteidiger von Mariupol, schreibt: «Wenn dieser Korridor bricht, wird die Krim-Brücke logischerweise zum nächsten wichtigen Druckpunkt. Plötzlich wird die Realität deutlich: Millionen Menschen sind wirtschaftlich ruiniert, unzählige Russen sind tot oder verletzt, und ein ganzer Krieg, der den einfachen Russen als „Sicherheit“ verkauft wurde, entpuppt sich als das, was er immer war: eine brutale Landnahme, die nichts Bleibendes erreicht hat.»
https://x.com/i/status/2059951067354304533 ; https://x.com/i/status/2060018227053306058; https://x.com/ShaunPinnerUA/status/2059996795132866997

GEFÄLSCHTE FRONTKARTE
Der Militäranalyst @M0nstas hat eine Karte erhalten, die vom russischen Generalstab stammt und die dort eingezeichneten Erfolge an der Front darstellt. Diese Karte hat @M0nstas mit einer Frontkarte der Analysten von «Deep State» verglichen. Das Resultat: Der ganze hier rot umrandete Bereich wird von den russischen Generälen als «erobert» bezeichnet, ist es aber tatsächlich nicht.
Aus Unwissenheit oder bewusster Manipulation glauben sich die russischen Generäle und die anderen Empfänger dieser Karte mehrere dutzend Kilometer weiter, als sie tatsächlich sind.
Die Analysten des «Institute for the Study of Wars” (ISW) haben dieses Muster auch schon festgestellt und schreiben: «Die übertriebenen Behauptungen des russischen Militärkommandos über das Gebiet um Kupjansk seit dem Spätsommer 2025 zeigen ein allgemeines Muster innerhalb des russischen Militärs, wonach die Lage auf dem Schlachtfeld auf höchster Ebene falsch dargestellt wird.
Die Übertreibungen des russischen Militärkommandos verleiten Putin wahrscheinlich zu der Annahme, dass seine Streitkräfte seine Ziele auf dem Schlachtfeld kurz- bis mittelfristig erreichen können, obwohl sich die Leistung Russlands auf dem Schlachtfeld im Jahr 2026 stetig verschlechtert hat.»
https://x.com/M0nstas/status/2059910254440194328; https://x.com/thestudyofwar/status/2060207636885160032

«UKRAINE DRUCKT DIE TRÜMPFE»
Ende Februar 2025 demonstrierte Trump seine Art der Stärke, indem er vor aller Welt und deren Kameras im Weissen Haus, den ukrainischen Präsidenten Volodymyr Zelenskyj zurechtwies und ihm sagte, dass er «keine Karten» habe in der Verteidigung gegen Russland.
Doch dieses Blatt hat sich gewendet. Darauf verwies die ukrainische Botschafterin in den USA, Olga Stefanishyna, in einem Interview mit der TV-Station CNN.
Der Interviewer fragt: «Kann man mit Fug und Recht behaupten, dass die Ukraine in diesem Konflikt durchaus Trümpfe in der Hand hat?» und Stefanishyna antwortet: «Ja, wir haben sie selber gedruckt. (…) Wir hatten vielleicht Mangel an guten Trümpfen und keinen Zugang zu ihnen, aber wir mussten sie erfinden. Niemand kann leugnen, dass die neue Realität der Kriegsführung in der Ukraine, von Ukrainern und durch ukrainischen Einfallsreichtum geschaffen wurde. Der Drohnen-Deal (mit der amerikanischen Armee) ist bereits unter Dach und Fach. Wir arbeiten mit dem (amerikanischen) Verteidigungsministerium, der Marine, der Armee und der Luftwaffe zusammen. Wir arbeiten täglich daran. Und aufgrund dieser neuen Realität hat das Pentagon das Drohnen-Dominanz-Programm ins Leben gerufen, zu dem bereits etwa vier ukrainische Unternehmen beitragen.»
Ukraine Aktuell vom 28. Februar 2025: https://ukraineaktuell.com/ukraine-aktuell-nr-1102-28-2-25-21uhr/; https://x.com/i/status/2060045571000529243

12-JÄHRIGE IN DIE FABRIK
Während ihre Väter gegen die Ukraine kämpfen, sollen ihre Kinder auch in Rüstungsbetrieben arbeiten, und zwar bereits im Alter von 12 Jahren. Diesen Vorschlag macht Olga Jaroslawskaja, die Moskauer Ombudsfrau für Kinderrechte. Sie fordert, dass das Arbeitsrechts überarbeitet wird, um eine offizielle Teilzeitarbeit ab 12 Jahren zu ermöglichen.
Derzeit ist in Russland eine legale Beschäftigung ab 14 Jahren (mit elterlicher Zustimmung), ab 15 Jahren bei abgeschlossener Ausbildung und ab 16 Jahren unter allgemeinen Bedingungen erlaubt.
Nach russischem Arbeitsrecht dürfen Kinder unter 14 Jahren nicht in regulären Arbeitsverhältnissen beschäftigt werden, mit nur wenigen Ausnahmen wie in der Kreativbranche oder bei Auftritten unter strengen Auflagen. https://twitter.com/nexta_tv/status/2060194420914598150

DEAL MIT SCHWEDEN
Die Ukraine und Schweden haben einen umfassenden Deal abgeschlossen und am Donnerstag das entsprechende Dokument unterzeichnet. Die Ukraine erhält 16 JAS-39-Gripen-Kampfflugzeugen von Schweden geschenkt. Weitere 20 Gripen werden mit Hilfe eines EU-Kredits erworben.
Schweden stellt der Ukraine zudem ein Hilfspaket in Höhe von 2,7 Milliarden Euro zur Verfügung, von denen 400 Millionen Euro in die Produktion von Drohnen fliessen sollen. Zelenskyj sagte an der Medienkonferenz: «Das Wichtigste aber ist der Gripen.»
Der ukrainische Präsident fügte hinzu, dass die Ukraine plane, 150 Gripen mit fortschrittlicher Raketentechnologie zu erwerben, die Ziele in 100 km Entfernung treffen können – ein Schritt, um der Präsenz russischer Jets, die Lenkbomben abwerfen, ein Ende zu setzen.
Der schwedische Ministerpräsident Ulf Kristersson antwortete an der Medienkonferenz auf die Frage, ob er Russlands Reaktion auf die Lieferung von Kampfflugzeugen an die Ukraine fürchte: «Wir wissen sehr gut, was Russland von Ländern hält, die der Ukraine helfen. Alle Länder in der Region sind auf verschiedene Szenarien und hybride Bedrohungen gut vorbereitet. Das ändert also nichts.»
https://x.com/stratcomcentre/status/2059965291535175705 ; https://x.com/i/status/2059983031339737091

SICHERE GRENZE ZU BELARUS
Die Ukraine verstärkt ihre gesamte Grenze zu Belarus/Weissrussland durch neue bauliche Massnahmen entlang der Grenze und tiefere Befestigungsanlagen dahinter.
Der Sprecher des Staatlichen Grenzschutzdienstes, Andriy Demchenko, erklärte am Donnerstag gegenüber RBC-Ukraine, dass Grenzsoldaten direkt an der Grenzlinie Bauarbeiten durchführen, während andere Einheiten der ukrainischen Streitkräfte weiter im Hinterland zusätzliche Befestigungsanlagen errichten.
Er sagte, auch die lokalen Behörden seien an den Bemühungen beteiligt, auf direkte Anweisung von Präsident Volodymyr Zelenskyj. Provokationen von Seiten Weissrusslands können nicht ausgeschlossen werden, sagte Demchenko.
Laut offiziellen Angaben ist die gesamte 1’085 Kilometer lange Grenze bereits gesichert, doch die Bauarbeiten werden ausgeweitet, da sich Kiew auf eine mögliche Eskalation seitens Russlands aus dem Norden vorbereitet.
https://www.kyivpost.com/post/77062; https://x.com/NOELreports/status/2060267099151385079; https://x.com/wartranslated/status/2055285103857737904



