- Kein Benzin-95 mehr auf der Krim
- Russische Logistik als neues Ziel
- Russen trafen auch Militärindustrie
- Telefon zwischen Lawrow und Rubio
- Russischer Aussenminister droht
- Kremlnahe Blogger sind unzufrieden
- Ukraine schlug in 4 Tagen 3 Mal zu
- Kreml sperrt Himmel über Moskau
- Internetsperre im besetzten Luhansk
- KI-Drohnenschwärme im Einsatz
- Ex-CIA-Chef: «Von der Ukraine lernen»
KEIN BENZIN AUF DER KRIM
Auf der gesamten besetzten Halbinsel Krim gibt es nur noch an zwei Tankstellen Benzin-95 Oktan, der neben Diesel meistverwendete Treibstoff. Dies ist eine Folge der Ausfälle in russischen Raffinerien nach Drohnenangriffen sowie der Attacken auf die sogenannte «Strasse des Todes», über die Benzin auf die Krim gebracht werden soll. Dort, wo es noch Kraftstoff gibt, warten kilometerlange Autoschlangen.
Die Benzinknappheit und die Gefahren auf der Strasse sind für das aktuelle Leben auf der von Russland besetzten Insel unangenehm und für die Sommersaison aison kein attraktives Signal für russische Feriengäste.
https://t.me/Crimeanwind/99985

LOGISTIK ALS NEUES ZIEL
Die Mittelstrecken-Kampfdrohnen «FP-2» der ukrainischen Firma FirePoint wurden modernisiert: Neu können sie Sprengladungen von 200 kg ins Ziel tragen und diese können bis 370 km weit entfernt sein. Ausserdem sind die neuen Drohnen mit eigenentwickelten Motoren ausgestattet, was den Preis pro Exemplar senkt.
Von der sogenannten «Strasse des Todes» zwischen dem besetzten Melitopol und der Krim-Halbinsel wurden in den letzten zwei Tagen eine Vielzahl von Video veröffentlicht, die brennende Last- und Tanklastwagen zeigen.

Hinzu kommen nun Bilder von zerstörten Logistik-Transportern aus der Region Donezk. Die getroffenen Ziele befinden sich zum Teil über 150 Kilometer von der Front entfernt und können dank leistungsfähigerer Drohnen erreicht werden.
Auf den Videos sichtbar ist aber auch eine Vielzahl von Transportern, die neben den brennenden oder ausgebrannten Fahrzeugen vorbeifahren und offenbar bisher nicht von Drohnen aufgehalten wurden.
https://x.com/i/status/2058583632500138065; https://t.me/exilenova_plus/21190; https://t.me/milinfolive/172992

WAS DIE RUSSEN TRAFEN
Mit mehr als 600 Raketen, Marschflugkörpern und Drohnen hat die russische Armee am Pfingstsamstag hauptsächlich Kyiv angegriffen. Bisher sind vor allem Bilder von zivilen Schäden publiziert worden und nach ukrainischen Angaben waren Zivilisten die Hauptopfer.
Offenbar haben die russischen Waffen auch Betriebe getroffen, die für das ukrainische Militär wichtig sind. Die russischen «Milinfolive»-Blogger veröffentlichen nun eine relativ kleine Liste mit Zielen bei denen es nach den Angriffen zu Bränden kam, die vom US-Satellitensystem FIRMS aufgezeichnet wurden.
Hier die vollständige Liste:
- Werkstätten des Verteidigungsunternehmens «Artem», das auf die Herstellung von Raketen spezialisiert ist;
- Industriegebiet im Darnitsa-Bezirk von Kyiv;
- Werkstätten des Werks «Analitpribor», das auf Analyse- und Messgeräte spezialisiert ist, sowie des ehemaligen Werks «Relais und Automatik»;
- Lager des Unternehmens ATB am westlichen Stadtrand von Kyiv;
- Umgebung des Gebäudes des Sicherheitsdienstes der Ukraine im Podol-Bezirk von Kyiv.
https://t.me/milinfolive/172927

TELEFON LAWROW – RUBIO
Nach Angaben russischer Militärblogger und Nachrichtenagenturen haben Putins Langzeitaussenminister Sergei Lawrow und Trumps Aussenminister Marco Rubio miteinander telefoniert. Lawrow machte angeblich drei Aussagen:
- Erstens drohte Lawrow damit, «dass die Streitkräfte der Russischen Föderation mit systematischen und konsequenten Angriffen beginnen werden auf in Kiew befindliche Objekte, die für die Bedürfnisse der Streitkräfte der Ukraine genutzt werden, und auf Zentren für die entsprechende Entscheidungsfindung.». Diese Warnung erfolgte, nachdem Russland am Pfingstsamstag mit mehr als 600 Raketen, Marschflugkörpern und Drohnen angegriffen hatte.
- Die zweite Aussage von Lawrow wird so zitiert: «Lawrow äusserte im Gespräch mit Rubio sein Bedauern darüber, dass die «aggressiven Bemühungen der europäischen Eliten» und des Kiewer Regimes die Vereinbarungen von Anchorage untergraben.» Mit dem «Geist von Anchorage» spricht Lawrow das Treffen von Putin und Trump im letzten August im amerikanischen Bundesstaat Alaska an. Bis heute ist nicht bekannt, was die Beiden dort vereinbart haben.
- Ausländer wurden zudem aufgefordert, Kyiv so schnell wie möglich zu verlassen. https://t.me/tass_agency/377514; https://t.me/uniannet/192278
UNZUFRIEDENE BLOGGER
Die von Lawrow ausgesprochene Drohung «gegen Entscheidungszentren» stösst bei den russischen Bloggern von «Milinfolive» auf grosse Skepsis: «Wenn ich diese Warnungen des Aussenministeriums lese, möchte ich fragen – warum wurden systematische Angriffe auf Entscheidungszentren erst im fünften Jahr des Krieges durchgeführt? (…) Und wenn sie sie angreifen wollten, warum müssen sie sie dann noch einmal warnen?»
Wenn «nur ein paar Fabriken in Kiew, ein Lager und ein leeres Gebäude des Hauptquartiers» angegriffen werden, dann «ist das alles nicht mehr als eine bedrohliche Geste.»
Die Blogger erinnern daran, dass die Ukraine ein anderes Vorgehen praktiziert: «Wenn der Gegner Generäle in Moskau in die Luft sprengt, hält er zuvor keine bedrohlichen Pressekonferenzen ab und fordert alle Generäle auf, sich in Bunkern zu verstecken. Er führt zuerst einen Angriff durch und prahlt dann mit den erzielten Ergebnissen, nicht umgekehrt.» https://t.me/milinfolive/172979

UKRAINISCHE ERFOLGE
- Am 22. Mai ereignete sich in Primorsko-Akhtarsk – am Azov-Meer gegenüber den besetzten Zonen – tagsüber eine Explosion auf dem Flugplatzgelände. Vor der Explosion wurde ein Luftalarm ausgelöst. Auf Satellitenbildern sind die Folgen der Explosion auf der Startrampe zu sehen, wo die „Shahab-3“-Raketen gelagert und gestartet werden. (Interessant zu Shahab-3 Raketen: Dies ist eine im Iran entwickelte Rakete, die auf der Basis der nordkoreanischen Nodong-1 entwickelt wurde und von denen heute Russland einige Exemplare hat.) https://t.me/exilenova_plus/21210
- Satellitenbilder belegen die Folgen des Angriffs vom 23. Mai auf die Öllager-Station «Grushova» beim südrussischen Hafen Noworossijsk. 2 Tanks wurden getroffen, einer davon brannte völlig aus. Ebenfalls beschädigt wurde ein Abschnitt der Pipeline. (Koordinaten: 44.74654782917656, 37.883213448543714) https://t.me/exilenova_plus/21205
- Am 25. Mai 2026 nutzten die Luftstreitkräfte der Ukraine britisch-französischen Storm-Shadow Marschflugkörper, um einen wichtigen Kontroll- und Kommunikationspunkt der Russen im vorübergehend besetzten Gebiet der Region Luhansk erfolgreich zu zerstören. Dies meldet der ukrainische Generalstab ohne weitere Details bekanntzugeben. https://www.facebook.com/GeneralStaff.ua

FLUGVERBOT ÜBER MOSKAU
Bisher konnten reiche Russen und Geschäftsleute mit Helikoptern und Privatflugzeugen im Raum Moskau ihre Ausflüge machen. Damit ist es ab 1. Juni vorbei und zwar «bis zum Ende der Spezialoperation», wie der Kreml seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine nennt. Auch gestern drangen erneut ukrainische Drohnen in den Luftraum Moskaus ein.
Das vom Kreml verfügte Flugverbot wurde von der russischen Fachpublikation «Aviatorschina» enthüllt. Das Magazin schreibt: «Anfang Juni wird im Moskauer Luftraum (Fluginformationsgebiet Moskau) ein vollständiges Flugverbot für zivile Luftfahrzeuge in allen Höhen bis zu 5100 Metern verhängt. Dies teilte die Interregionale öffentliche Organisation der Piloten und zivilen Luftfahrzeugbesitzer (AOPA) mit.»
Aviatorschina: «Im Grunde wird fast ganz Zentralrussland von den Einschränkungen betroffen sein. Der Sperrbereich wird im Westen durch die Staatsgrenze zu Weissrussland und den Fluginformationsbereich St. Petersburg begrenzt, im Norden durch den Fluginformationsbereich St. Petersburg, im Nordosten durch den Fluginformationsbereich Jekaterinburg und im Osten und Südosten durch den Fluginformationsbereich Samara. Im Süden gelten vorübergehende Regelungen, die im Süden des Landes in Kraft sind.»
Betroffen sind die private Luftfahrt, einschliesslich allgemeiner Luftfahrzeuge, Business-Jets und Hubschrauber, die Nicht-Regelflüge durchführen. Das Flugverbot gilt nicht für Linien- und Charterflüge, welche einen der Moskauer Flughäfen anfliegen.
https://t.me/aviatorshina/7328; https://t.me/exilenova_plus/21206
INTERNETSPERRE IN DER ZONE
In der von Russland besetzten ukrainischen Region Luhansk wurde die Möglichkeit für den Internetzugang über Mobiltelefon deutlich eingeschränkt. Russische Anbieter haben in einer Reihe von Städten und Dörfern Geschwindigkeitsbegrenzungen eingeführt. Die Besatzungsbehörden begründen dies mit „Sicherheitsüberlegungen“ und behaupten, dass eine Telefonverbindung ausreichend sei.
Gleichzeitig ist das Internet und die mobile Kommunikation in den Städten an der Front seit mehreren Jahren nicht verfügbar. https://t.me/donbass_n/107404

DIE DIGITALE HÖLLE
Die Ukraine hat gerade eine Kampffeldtechnologie eingesetzt, die wie eine Mischung aus Science-Fiction und einem Spiel von Call of Duty wirkt.
Laut The Times haben die Streitkräfte der Ukraine ein neues System eingeführt, das die Regeln des modernen Krieges radikal verändert.
Ein einzelner Bediener kann nun in Echtzeit einen ganzen Schwarm von Drohnen steuern, das Schlachtfeld durch künstliche Intelligenz sehen, Zieldaten in Echtzeit erhalten und Angriffe mit Scharfschützenpräzision koordinieren.
Was früher Dutzende von Personal und Stunden der Planung erforderte, kann nun angeblich innerhalb von Sekunden geschehen.
Russische Truppen nennen es bereits «die ukrainische digitale Hölle.»
https://www.thetimes.com/world/russia-ukraine-war/article/ukraine-russia-war-gamification-brave1-epoints-pqgm98j7s; https://x.com/mykhailorohoza/status/2058618359000727922

UKRAINE MACHT ES VOR
Wir haben nicht alle Lektionen gelernt, die wir aus dem Krieg in der Ukraine hätten ziehen sollen. Die Zukunft des Krieges findet in der Ukraine statt. Das sagt der ehemalige CIA-Direktor David Petraeus in einem Interview mit «Bloomberg-TV»:
- Die USA haben bei weitem nicht die Lehren aus der Ukraine gezogen, die sie hätten ziehen sollen. Das ist die Zukunft der Kriegsführung: Allein die Ukraine setzt täglich 10’000 Drohnen ein, und 90 % der russischen Verluste werden durch Drohnen verursacht. Das sollte institutionelle Veränderungen erzwingen.
- Unter einem Drohnenhimmel können Panzer nicht mehr manövrieren. Gepanzerte Fahrzeuge können nicht überleben. Man kann in der 35 km breiten Todeszone auf beiden Seiten der Front nicht einmal Fahrzeuge fahren, weil Drohnen in Schützengräben fliegen und Menschen töten können. Das ist eine gewaltige Veränderung.
- Die USA müssen ihre Kriegskonzepte überarbeiten: Streitkräfte für unbemannte Systeme schaffen, wie sie die Ukraine hat, die Ausbildung der Führungskräfte ändern und Waffen entwickeln, die wöchentliche Software-Updates und alle paar Wochen Hardware-Upgrades erhalten können.
- Die USA haben viele moderne Munition und Raketenabwehrsysteme eingesetzt. Sie müssen das „Arsenal der Demokratie“ wieder in Gang bringen. Im Moment befindet sich das „Arsenal der Demokratie“ in der Ukraine, nicht in den Vereinigten Staaten.
Video: https://www.youtube.com/watch?v=zwhHC1GaeA4;

KREML BESTRAFT REGISSEUR
Wie hier am Sonntag berichtet, hat der russische Regisseur Andrey Zvyagintsev mit seinem Antikriegsfilm «Minotaurus» den Grossen Preis der Jury in Cannes gewonnen. In seiner Dankesrede hatte Zvyagintsev Putin dazu aufgefordert, den Krieg gegen die Ukraine sofort zu beenden.
Zvyagintsev forderte Mitarbeiter von Putin auf, ihm seine Botschaft zu übermitteln, weil Putin selber ja kein Internet benutze und die Rede von Cannes nicht hören könne.
Putins Pressesprecher Dmitri Peskow (FOTO) sagte gegenüber Journalisten: «Ich werde das zumindest nicht tun [Putin die Worte von Zvyagintsev übermitteln]. Ich glaube nicht, dass das jemand tun wird. Denn ich werde die kreativen Qualitäten von Zvyagintsev nicht beurteilen und habe seinen neuen Film, der den Preis des Cannes Film Festivals gewonnen hat, nicht gesehen.»
Peskow warf dem Regisseur vor, dass er das «Blutbad der Ukraine im Donbass von 2014» nie verurteilt habe. Aus diesem Grund habe sich Zvyagintsev das Wahlrecht in der Russischen Föderation verspielt.
https://t.me/uniannet/192272; https://ukraineaktuell.com/ukraine-aktuell-nr-1552-24-5-2026-6uhr/



