#UKRAINE AKTUELL Nr. 1546 (18.5.2026 / 8Uhr)

  • 1944: Völkermord an Krimtataren
  • Russen auf der Krim angegriffen
  • Unschöne Badeferien an Krimstrand
  • Moskaus Verteidigung durchbrochen
  • Über 1’000 Drohnen gegen Russland
  • Erschreckte Moskowiterinnen
  • Wieder US-Öl-Sanktionen – vorläufig

VERTREIBUNG DER KRIM-TATAREN

Heute ist der 82. Jahrestag der Vertreibung der Tataren aus ihrer Heimat der Halbinsel Krim, die damals zur UdSSR gehörte. Am 18. Mai 1944 wurden fast 200’000 Krimtataren auf Befehl Stalins von der Krim deportiert. Die überwiegende Mehrheit der Verschleppten waren Frauen, alte Menschen und Kinder, da die Männer auf der Seite der Roten Armee gegen Nazideutschland kämpften. Stalin warf den Krimtataren vor, sie würden mit den Nazis kollaborieren.

Die Hauptwelle der Deportation begann in der Morgendämmerung des 18. Mai 1944. 30’000 bewaffnete Soldaten drangen in die Häuser von Tataren ein, weckten sie und gaben ihnen zwischen einigen Minuten und einer halben Stunde Zeit, um sich zu versammeln. Es war erlaubt, ein Minimum an Gegenständen mitzunehmen, aber tatsächlich liessen die Menschen viel über Generationen angehäuftes Vermögen zurück.

Scharen von Frauen, Kindern und älteren Menschen wurden zu Bahnhöfen getrieben und in Viehwaggons – «Teplushki» – gepfercht. Die Waggons wurden von aussen verschlossen und mit Brettern vernagelt.

Innerhalb weniger Tage wurden über 190’000 Menschen aus der Krim abtransportiert und nach Usbekistan, Kirgisien und Sibirien in Zentralasien verschleppt. Fast die Hälfte von ihnen überlebt die Deportation nicht.

Im Jahr 2015 erklärte das ukrainische Parlament der Ukraine – die Werchowna Rada – die Deportation der Krimtataren von 1944 offiziell zum Völkermord. https://t.me/u_now/199708; https://ukraineverstehen.de/savchuk-krimtatarische-kultur-deportation-1944/; https://www.boeckler.de/de/magazin-mitbestimmung-2744-die-vertreibung-der-krimtataren-32104.htm;

ANGRIFFE AUF DIE KRIM

Auf dem Flugplatz «Belbek» ist am Sonntag nach einem nächtlichen Angriff ein Feuer im Bereich des Standorts von Kampfflugzeugen ausgebrochen. Dies zeigen thermische Bilder von Satelliten. Ausgewertet wurden die Bilder von der Überwachungsgruppe «Crimea Wind». Ausserdem wurden auf dem Flugplatz ein Flugsicherungsturm und ein Hangar stark beschädigt.

Weitere Angriffe erfolgten auf die ehemaligen Erholungsgebiete in der Nähe von Schtschastljowezwo. Unter Bezug auf ein Video schreiben Beobachter: «Das Lager und der Startplatz für taktische Raketen und Kampfdrohnen, Lagerhäuser, Abschussrampen und Infrastruktur wurden zerstört.». Dabei seien auch 70 russische Militärangehörige im Offiziersrang getötet worden. Die russischen Besatzungsbehörden der Krim haben bereits erklärt, dass das Video angeblich von KI generiert wurde. «Crimea Wind» schreibt: «Satelliten lassen sich nicht täuschen.»

Gemäss weiteren Meldungen gab es auf der Krim Angriffe auf ein Flugabwehr-System «Pantsir-S2»; auf das Drohnen-Kontrollsystem «Orion» und die Bodenstation für Drohnen «Forpost» sowie auf eine Boden-Luft-Datenübertragungsstation. https://t.me/Crimeanwind/99430;

UNSCHÖNE BADEFERIEN

Die ukrainische Halbinsel Krim galt lange als beliebtester Ferienort für russische Touristen. Seit 2014 ist die Krim von russischen Truppen besetzt, aber die Attraktivität als Badeferienziel am Schwarzen Meer blieb lange Zeit erhalten.

Das hat sich geändert: Für das Auge sind die Strände mit ihren Panzersperren nicht mehr schön anzusehen und die fast täglich stattfindenden Angriffe der ukrainischen Armee sind nichts für empfindliche Ohren.

Hinzu kommt, dass das Wasser rund um die Krim durch Öl verdreckt ist, das aus gesunkenen russischen Schattenflottentankern austritt.

REGION MOSKAU ANGEGRIFFEN

Am Sonntag wurden mehrere Explosionen und Brände aus der Region Moskau gemeldet. Die ukrainischen Drohnen griffen Moskau aus mehreren Richtungen an. Der Hauptteil der gemeldeten Einschläge gab es im Nordwesten der Hauptstadt. Zuvor gelang es den ukrainischen Drohnen an einigen Stellen 3 der 4 Luftverteidigungsringe zu durchbrechen.

🔴Erster, äusserer Ring um die gesamte Region

🔴Zweiter Ring (mittlere Zone)

🔴Dritter Ring (nahes Moskauer Umland, verläuft entlang der Umfahrungsstrasse)

🔴Innerstädtische Abwehr (Artillerie auf Dächern und Türmen in Moskau und Umgebung)

  • In Solnechnogorsk (53’000 Einwohner, 65 km nordwestlich von Moskau, Luftverteidigungsringe 2 und 3) brennt mindestens ein Tank bei der Transneft Ölpipeline-Station «Durykino». Hier befindet sich eine der drei Einfüllstationen für die Ringleitung-Pipeline, welche die Region Moskau mit Benzin oder Diesel und die Flughäfen mit Kerosin versorgt. https://t.me/Crimeanwind/99444
  • Aus Chimki (207’000 Einwohner unmittelbar vor der nordwestlichen Stadtgrenze Moskaus) wurden Videos mit Explosionen veröffentlicht. https://t.me/exilenova_plus/20692  
  • Aus Klin (80’000 Einwohner, 85 km nordwestlich von Moskau) erschienen Videos, die eine Reihe von Explosionen zeigen.
  • Im Moskauer Vorort Krasnogorsk (117’000 Einwohner, 25 km nordwestlich von Moskau) wurden Explosionen in der Industriezone gemeldet.
  • Im Moskauer Vorort Zelenograd (220’000 Einwohner, 37 km nordwestlich des Moskauer Zentrums, Luftverteidigungsringe 3 und 4) wurden Explosionen vom Standort der Firma AO Angstrem registriert. Die unter US-Sanktionen stehende Firma ist Hersteller von Halbleiterprodukten, von Transistoren bis hin zu modernen Mikrocontrollern und Mikroprozessoren. Ebenfalls mindestens einen Einschlag gab es im Technopark «Elma». https://t.me/exilenova_plus/20714

Aus der Region nordwestlich von Moskaus erschienen Videos, die zwei parallel fliegende ukrainische FP-1 Drohnen zeigen, die von der Luftverteidigung nicht getroffen werden. https://t.me/exilenova_plus/20804;

Die Analysten von «ExileNovaPlus» schreiben, «die Verteidigungskräfte beweisen erneut, dass nichts unmöglich ist, selbst wenn man mehrere Luftverteidigungslinien hat.». Getroffen wurden in der Region Moskau rund 12 Objekte. Dort wo Öltanks brennen, könne man dies leicht erkennen. Das sei bei Industrieobjekten nicht der Fall. Gültige Auskünfte würden erst Satellitenaufnahmen zeigen, die noch zu analysieren seien. https://t.me/exilenova_plus/20759

Russische Militärblogger veröffentlichten Videos von Treffern auf die Ölprodukt-Pumpstation Solnechnogorsk, die Moskauer Ölraffinerie, die Startbahn des Flughafens Scheremetjewo sowie Wohngebäude.

«Milinfolive» schreibt: «Trotz des kürzlich erlassenen Verbots, Aufnahmen der Anflüge zu veröffentlichen, ist das Internet voll von allen möglichen Videos und Fotos der Folgen.» https://t.me/milinfolive/172436

Das russische Kriegs-/ Verteidigungsministerium meldete den Abfang von 1’054 ukrainischen Drohnen innerhalb von 24 Stunden, was einen neuen Rekord darstellt. https://t.me/milinfolive/172450

ERSCHRECKTE MOSKAUERINNEN

In den sozialen Netzwerken erscheinen viele Videos von erschreckten Einwohnerinnen von Moskau. Sie beschweren sich über die Einschläge oder darüber, dass «wir nicht wissen, wohin wir rennen sollen.» Eine Frau zeigt im Video ihre zitternden Hände.

Die Videos werden von sehr unterschiedlichen Frauen veröffentlicht.

In seiner abendlichen Videobotschaft sagte Volodymyr Zelenskyj, der Krieg kehrt vorhersehbar in die russische Heimat zurück. Das sei ein klarer Hinweis darauf, dass Russland sich nicht mit der Ukraine hätte anlegen und einen ungerechten Eroberungskrieg gegen ein anderes Volk führen sollte: «Wie ich gestern sagte, sollten die Russen über ihre Raffinerien, ihre Ölanlagen und Unternehmen nachdenken – nicht darüber, wie sie das Leben anderer Nationen ruinieren können, sei es in der Ukraine, Moldawien oder einem anderen Nachbarland.» https://t.me/exilenova_plus/20744; https://t.me/exilenova_plus/20754;  https://t.me/Crimeanwind/99403; https://t.me/V_Zelenskiy_official/19099

USA ERNEUERT ÖL-SANKTIONEN

Die US-Regierung hat die Sanktionen gegen russisches Öl wieder eingeführt. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg.

Zuvor hatte Washington zweimal Zugeständnisse gemacht und den Export von auf bereits auf Tankern verladenem Öl erlaubt. Die zeitweise Aufhebung der Sanktionen im März und April war mit der Treibstoffkrise als Folge des Irankriegs begründet worden.

Gemäss Bloomberg setzten sich europäische Staaten für die Wiedereinführung der Sanktionen ein, während Indien und Indonesien die US-Regierung baten, den russischen Ölverkauf weiterhin zu erlauben. Europa argumentierte, dass damit der russischen Regierung Geld für die Weiterführung des Krieges gegen die Ukraine entzogen werde.

Bloomberg weist darauf hin, dass die jetzigen Sanktionen erneut aufgehoben werden könnten, «da Lobbyarbeit asiatischer Verbündeter und die angespannte Lage auf dem Ölmarkt die Regierung noch dazu veranlassen könnten, später eine neue Ausnahmegenehmigung zu erteilen.» https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-05-16/us-allows-russia-oil-sales-waiver-to-expire-despite-tight-market

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