- Russland greift wieder Städte an
- Ukraine für «Flughafen-Ruhe»
- Lieferabkommen mit Deutschland
- Washingtons erhöht Druck auf Kyiv
- Miserable Frontbilanz Russlands
- Verdacht gegen Zelenskyj-Freund
- Russischer Drohnenbauer in Haft
- Nordkorea profitiert vom Krieg
WAFFENRUHE BEENDET
Die von der Ukraine für den 9. bis 11. Mai ausgerufene Waffenruhe ist beendet. In der ganzen Periode gab es weiterhin Bodenkämpfe und Drohnen beider Seiten waren an der Front aktiv. Demgegenüber gab es von keiner Seite Luftangriffe auf das jeweils andere Territorium.
Diese relative Waffenruhe endete diese Nacht mit Angriffen der russischen Seite, die vergleichsweise geringe Schäden verursachten.
➡️Aus Kyiv wird gemeldet, dass russische Drohnen die ukrainische Hauptstadt angegriffen haben: Beschädigt wurden Fastowskij Bezirk ein Kindergarten und ein vierstöckiges Wohngebäude. Nach ersten Angaben gab es keine Verletzten.
➡️ In Dnipro wurde bei einem Angriff eine Person verletzt. Zudem wurde die Verkehrsinfrastruktur der Stadt beschädigt.
➡️ In Kherson wurde eine 68-jährige Frau durch Beschuss verletzt.
➡️ In Kharkiv traf eine feindliche Drohne das Dach eines Gebäudes. Dabei wurde nach ersten Angaben eine Person verletzt.
Die Ukraine rief den Waffenstillstand in Übereinstimmung mit der US-Regierung aus. Diese hatte im Gegenzug einen Austausch von je 1’000 Kriegsgefangenen mit Russland versprochen. Putin stellte dieses Abkommen am Samstagabend in Frage und Zelenskyj forderte am Sonntag die Einhaltung der Abmachung. Seither war weder von Moskau noch von Washington in dieser Sache etwas zu vernehmen.
Zelenskyj hatte bei der Verkündung der Waffenruhe gesagt, dass die Ukraine bei einem Bruch des Abkommens «spiegelbildlich» antworten werde.
https://t.me/u_now/199139; https://t.me/c/1269013410/89499; https://t.me/insiderUKR/124123
PROJEKT «FLUGHAFEN-RUHE»
Die Ukraine schlägt den Russen ein gegenseitiges Ende der Angriffe auf Flughäfen vor: Europa wird gebeten, als Vermittler zu fungieren. Dies berichtet das amerikanische Magazin «Politico».
Die Idee wurde vom ukrainischen Außenminister Andrey Sibiga vorgeschlagen. Er behauptet, dass Putin einen Anreiz zur Teilnahme an einer solchen Vereinbarung haben könnte, da russische Flughäfen, einschliesslich des internationalen Flughafens Scheremetjewo in Moskau und Pulkovo in St. Petersburg, zunehmend anfällig für ukrainische Angriffe werden.
Der Aussenminister fügte hinzu, dass Zelenskyj diese Idee bereits mit einigen europäischen Führern diskutiert hat.
https://www.politico.eu/article/ukraine-europe-airport-ceasefire-andrii-sybiha-vladimir-putin

ABKOMMEN MIT DEUTSCHLAND
Der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius und sein ukrainischer Amtskollege Michajilo Fedorov unterzeichneten in Kyiv ein gemeinsames Abkommen. Das neue grosse Unterstützungspaket umfasst:
➡️ Hunderte von Raketen für Patriot;
➡️ Unterstützung der IRIS-T-Systeme;
➡️ Abfangdrohnen;
➡️ die Programme Deep Strike und Middle Strike mit einer Reichweite von bis zu 1’500 Kilometern.
Die ersten Lieferungen werden im nächsten Jahr erwartet.
Zuvor hatten sich Pistorius und der ukrainische Präsident Zelenskyj getroffen. Sie diskutierten über die Entwicklung einer gemeinsamen Verteidigungsproduktion. Zelenskyj: «Wir können bereits mit sechs Projekten rechnen. Außerdem liegt ein Vorschlag der Ukraine auf dem Tisch, mit Deutschland im Format des Drohne Deal zusammenzuarbeiten. Wir hoffen, dies umsetzen zu können.» https://t.me/u_now/199119; https://x.com/i/status/2053883804151132360;

WASHINGTON BAUT DRUCK AUF
Die Zeitung «Kyiv Independent» berichtet über den Versuch der USA Druck auf die ukrainische Führung auszuüben. Dazu gehören geheimdienstliche Aktivitäten gegen die Regierung, aber auch Verhandlungsvorschläge, die Moskau entgegenkommen.
Die Zeitung nennt unter dem Titel: «Die Ukraine befürchtet, dass die USA erneut ein Abkommen durchsetzen werden, das Russland „viel“ und Kiew nichts einbringt» die wichtigsten Punkte, die derzeit auf dem Verhandlungstisch liegen:
➡️ Russland besteht auf drei Dingen: die vollständige Kontrolle über den Donbas, die internationale Anerkennung der besetzten Gebiete und die Aufhebung der Sanktionen.
➡️ Die USA sind nach Angaben von Quellen grundsätzlich bereit, einen Teil dieser Forderungen zu diskutieren.
➡️ Die ukrainische Seite erhält in dem vorgeschlagenen Schema keine klaren Sicherheitsgarantien.
➡️ Es wird eine Option zur „Einfrierung“ des Krieges ohne Mechanismen zur Verhinderung eines neuen Einmarsches Russlands diskutiert.
➡️ In Kiew werden diese Vorschläge als riskant eingeschätzt: Ohne Sicherheitsgarantien könnte ein Waffenstillstand Russland Zeit für eine Neugruppierung und Vorbereitung auf eine neue Kriegsphase geben.
Quellen weisen außerdem darauf hin, dass die USA den Druck auf die Ukraine vor der Midterms-Wahl intensivieren könnten, um ein aussenpolitisches Ergebnis in Form eines «Abkommens» zu erzielen.
https://kyivindependent.com/us-pushes-ukraine-toward-deal-that-gives-russia-a-lot-and-kyiv-nothing

MISERABLE FRONTBILANZ
Das Vorankommen der russischen Truppen war in den letzten drei Monaten so schlecht wie seit 2023 nicht mehr. Zu diesem Schluss kommt die «New York Times». Beim derzeitigen Tempo wird es «Dutzende von Jahren» dauern, bis Russland den Donbass eingenommen hat.
Zu den Hauptgründen für die Verlangsamung der Offensive gehören:
- Ukrainische Drohnen, dank derer Angriffe mit gepanzerten Fahrzeugen praktisch eingestellt wurden.
- Die Abschaltung von Starlink und die Sperrung von Telegram haben die Kommunikation des russischen Militärs erheblich erschwert.
- Ein Rückgang bei der Rekrutierung von Zeitsoldaten, was eine neue Zwangsmobilisierung fast unvermeidlich macht.
Da ein schneller Durchbruch mit militärischen Mitteln nicht zu erreichen ist, hat der Kreml den diplomatischen Druck verstärkt und versucht, die Ukraine zu zwingen, territoriale Zugeständnisse ausserhalb des Schlachtfelds zu machen.
Das Foto zeigt eine russische Einheit im Frontbereich, aufgenommen am 8. Mai 2026.
https://www.nytimes.com/2026/05/10/world/europe/russia-ukraine-putin-war.html

ERMITTLUNGEN GEGEN JERMAK
Die ukrainischen Anti-Korruptionsbehörden NABU haben gegen Andrij Jermak (FOTO links) offizielle Ermittlungen begonnen. Ihm wird vorgeworfen, illegal erworbene Gelder der ukrainischen Elite reingewaschen zu haben. Jermak war jahrelang der Leiter des ukrainischen Präsidialamtes und als Jurist gehörte er zum engsten Kreis der Freunde Zelenskyjs in seiner Zeit als Fernsehunterhalter.
Die konkreten Vorwürfe gegen Jermak lauten, dass Jermak 8.9 Millionen US-Dollar (460 Mio. UAH) in «Energoatom» und in den Bau einer Wohnanlage der Genossenschaft «Dynastia» in Kozyn in der Region Kyiv investiert habe, um deren Herkunft zu verschleiern.
Die NABU durchsuchte am Montagabend die Wohnung von Jermak an der Shovkovichna-Strasse in Kyiv. Gleichzeitig deklarierte die Behörde, dass die Unschuldsvermutung für Jermak gelte.
AndrijJermak sagte gegenüber der Presse: «Ich habe kein einziges Haus, ich habe nur eine Wohnung und ein Auto, das ihr gesehen habt. Kommentare werden folgen, sobald die Ermittlungen abgeschlossen sind.»
https://t.me/u_now/199127; https://kyivindependent.com/breaking-zelenskys-former-second-in-command-yermak-charged-in-major-corruption-probe/

«DROHNENBAUER» VERHAFTET
Juri Kozarenko, ehemalige Generaldirektor der Firma «Transport der Zukunft» und ehemaliger stellvertretender Gouverneur von Samara wurde gestern verhaftet. Ihm werfen die russischen Behörden gemäss Strafgesetzbuch «Betrugs in grossem Umfang» vor.
Im Januar 2025 traf sich Kozarenko mit Putin im Zentrum für unbemannte Luftfahrtsysteme «Samara», wo er dem Präsidenten erklärte, welche Abteilungen mit modernen Geräten das Unternehmen «Transport der Zukunft» habe und welche innovativen Drohnen aus inländischen Komponenten sie herstellen könnten.
Tatsächlich soll Kozarenko aber keine eigenen Systeme entwickelt, sondern chinesische Importwaren zu überhöhten Preisen weiterverkauft haben.
https://t.me/milinfolive/172079; https://x.com/chriso_wiki/status/2053923484187717858;

NORDKOREA PROFITIERTE
Nordkorea hat bis zu 13 Milliarden US-Dollar im Krieg Russlands gegen die Ukraine verdient. Das berichtet die Publikation «Nikkei Asia». Laut Schätzungen südkoreanischer Analysten haben die Lieferungen von Waffen, Raketen und die Entsendung nordkoreanischer Soldaten dem Regime von Kim Jong Un einen Betrag eingebracht, der fast dem jährlichen Bruttoinlandprodukt (BIP) des Landes entspricht.
Allein für die Lieferungen von Raketenartillerie und etwa 250 KN-23-Raketen könnte Pjöngjang zwischen 7 und 13,8 Milliarden US-Dollar erhalten haben.
Laut den Forschern hat Russland weitere 600 Millionen US-Dollar für die Teilnahme nordkoreanischer Soldaten gezahlt. Derzeit befinden sich etwa 10’000 nordkoreanische Spezialeinheiten und etwa ebenso viele Ingenieure und Drohnenbetreiber an der Front.
Laut Analysten plant Kim Jong Un, bald weitere bis zu 30’000 Soldaten nach Russland zu schicken.



