- Das Leiden ukrainischer Mütter
- Kämpfe an der Front – Ruhe in der Luft
- Soldatenparade der Schwäche
- Zelenskyj macht Druck auf Trump
- Kreml stoppt Verhandlungen
- Kasachstan geht eigenen Weg
- EU-Firmen umgehen Sanktionen
- «Deutschland ist mental schwach»
- Zensur will Russen Angst machen
RELATIVER WAFFENSTILLSTAND
Nach Angabe des ukrainischen Staatschefs hat die Ukraine tiefe Langstreckenschläge für zwei Tage ausgesetzt, da Russland ebenfalls grosse Angriffe zurückgefahren hat. Doch die Zurückhaltung von Kyiv endet in dem Moment, in dem Russland erneut eskaliert. Volodymyr Zelenskyj schreibt: «Es ist ermutigend, dass es bis jetzt heute keine massiven Angriffe gegeben hat – keine Raketenangriffe oder Luftangriffe. Doch in den Frontgebieten und in den Gemeinden nahe der Front herrscht keine Ruhe. Die Russen setzen ihre Angriffe in den für sie entscheidenden Gebieten fort.»
In Richtung Moskau sprach Zelenskyj am Sonntagabend eine klare Warnung aus: «Sollten die Russen beschliessen, zu einem umfassenden Krieg zurückzukehren, werden unsere Sanktionen dafür unverzüglich und spürbar sein. Die Entfernung verliert bereits zunehmend an Bedeutung – das haben wir durch unsere Fernkampfkapazitäten unter Beweis gestellt.»
Das amerikanische «Institute for the Study of War» (ISW) fast die aktuelle Lage zusammen:
- «Russische Streitkräfte nutzten den Waffenstillstand, um im gesamten Einsatzgebiet Truppenrotationen, Verstärkungen, Umgruppierungen und logistische Massnahmen durchzuführen, wahrscheinlich zur Unterstützung bevorstehender Offensivoperationen.»
- «Putins Beharren darauf, die Parade zum Tag des Sieges trotz der Gefahr ukrainischer Angriffe abzuhalten, spiegelt seine Weigerung wider, die Realitäten des aktuellen Kampfgeschehens zu akzeptieren.»
- «Die russischen Streitkräfte verzeichnen weiterhin steigende Verluste. Die ukrainischen Streitkräfte sind kürzlich im Norden des Gebiets Kharkiv und in Richtung Borowa vorgerückt.»
https://t.me/V_Zelenskiy_official/18948; https://x.com/thestudyofwar/status/2053292683435626925

RÜCKBLICK AUF SOLDATEN-PARADE
Die Parade am 9. Mai auf dem Roten Platz wirkte wie ein Beweis für den Niedergang der Russischen Föderation, anstatt wie eine echte Siegesfeier. Dies gilt für die Moskauer Parade und für jene in den Regionen, schreibt die britische Zeitung «The Telegraph»:
- Die geringe Anzahl alter Flugzeuge am Himmel konnte nicht verbergen, dass die militärischen Ressourcen Russlands rasch an der Front aufgebraucht werden. Währenddessen wurden in lokalen Paraden in verschiedenen Regionen des Landes, insbesondere im Fernen Osten, Panzer aus dem Zweiten Weltkrieg gezeigt.
- Es gibt die Annahme, dass ein Teil dieser alten Ausrüstung aufgrund der schweren Verluste moderner russischer Panzerfahrzeuge in der Ukraine wieder in Dienst gestellt wird. Wenn das zutrifft, könnte dies auf eine ernsthafte Erschöpfung der militärischen Ressourcen des Kremls hindeuten.
- Besonders der Mangel an militärischem Personal ist ebenfalls spürbar geworden. Während der Parade wurden russische Einheiten durch Soldaten aus Nordkorea ergänzt. The Telegraph schreibt, dass dies für einen Staat, der zuvor sein «militärisches Prestige» auf der Idee der vollständigen Autarkie aufbaute, ungewöhnlich wirkt.

Denys Shtilierman, Ingenieur und Mitbegründer der ukrainischen Drohnenfirma FirePoint, publiziert das Kreml-Video und schreibt: «Während im Himmel tatsächlich Su-25 flogen, verkündete der Ansager den Flug der „russischen Recken“ auf Su-30- und MiG-29-Flugzeugen. Allerdings schaltete der Schnitt statt echter Flugzeuge auf ein sehr scheisse gemachtes KI-Video um.»
(Bildnachweis: https://x.com/jurgen_nauditt/status/2053065352179818776/photo/3); https://www.telegraph.co.uk/news/2026/05/09/putin-moscow-parade-stage-managed-strategic-exhaustion/; https://x.com/denshtilierman/status/2053181447318470910

UKRAINE MACHT DRUCK AUF TRUMP
Am Freitag versprach Trump einen Gefangenenaustausch, wenn die Ukraine die russischen Paraden nicht sabotiert. Am Samstag stellte Putin – nach der Parade in Moskau – diesen „Deal“ in Frage. Am Sonntag verstärkte Zelenskyj den Druck auf Trump.
Auf „X“ schrieb der ukrainische Staatschef:
«Unsere Kontakte mit der amerikanischen Seite bezüglich Garantien für die Umsetzung der kürzlich erreichten und vom Präsidenten der Vereinigten Staaten angekündigten Vereinbarungen laufen weiter.
Der Gefangenenaustausch – 1’000 gegen 1’000 – wird vorbereitet und muss stattfinden. Die Amerikaner haben die Verantwortung für diese Garantien übernommen. Das Koordinationshauptquartier der Ukraine hat die Listen für eintausend Kriegsgefangene an die russische Seite übergeben.
Es gab eine amerikanische Vermittlung bei der Erreichung dieser Vereinbarung zum Austausch, und dementsprechend erwarten wir, dass die amerikanische Seite eine aktive Rolle dabei spielt, sicherzustellen, dass sie erfüllt wird.»
https://x.com/ZelenskyyUa/status/2053516677883506834; https://ukraineaktuell.com/ukraine-aktuell-nr-1538-10-5-2026-9uhr/

KREML STOPPT VERHANDLUNGEN
Juri Uschakow, der aussenpolitische Berater von Wladimir Putin, erklärte am 10. Mai, dass jegliche Einigung bezüglich des Krieges in der Ukraine stillstehen werde, solange Kiew seine Truppen nicht aus dem Donbass abziehe. Gegenüber russischen Staatsmedien sagte Uschakow: «Eine Einigung in der Ukraine ohne den Rückzug der ukrainischen Streitkräfte (AFU) aus dem Donbass wird auch nach zehn Verhandlungsrunden auf der Stelle treten» und fügte hinzu, dass er glaube, Kyiv werde letztendlich gezwungen sein, diese Notwendigkeit zu «erkennen».
Trotz dieses unnachgiebigen Ultimatums zeigte sich Uschakow zuversichtlich, dass die USA den diplomatischen Weg nicht aufgegeben hätten, und prognostizierte, dass Trumps Gesandte Steve Witkoff und Jared Kushner bald für weitere Gespräche nach Moskau zurückkehren würden.
Die aktuellen Gespräche zwischen dem ukrainischen Verhandlungsführer Rustem Umerow und US-amerikanischen Vertretern konzentrieren sich auf einen 20-Punkte-Plan, doch die Fragen der territorialen Souveränität und des Status des Kernkraftwerks Saporischschja verhindern weiterhin einen endgültigen Durchbruch. https://www.kyivpost.com/post/75824;
KASACHSTAN GEHT EIGENEN WEG
Kasachstan wird ab dem Jahr 2027 ganz auf den Import von Elektrizität aus Russland verzichten. Dies erklärte der stellvertretende Energieminister Sungat Yesimkhanov. Seinen Worten zufolge werden die Liefermengen bereits kontinuierlich reduziert: von 2,1 Milliarden kWh im Jahr 2024 auf 1,2 Milliarden kWh in diesem Jahr.
Das Land baut aktiv seine eigene Energieerzeugung aus.
Kasachstan hat bereits zuvor auf die Dienste russischer Unternehmen beim Bau von Heizkraftwerken in Kokshetau, Semey und Ust-Kamenogorsk verzichtet. https://t.me/uniannet/190853

FAULE GESCHÄFTE
Während der Westen nach 2022 einen massiven Exodus von Unternehmen aus Russland feierte – McDonald’s, Shell, BP, Renault sind alle weg –, ist die Realität vier Jahre später eine Lehrstunde in Sachen Sanktionsumgehung.
Nur 12 % der ausländischen Firmen haben einen sauberen Abzug vollzogen. Über 11’000 sind weiterhin tätig, viele über umbenannte Briefkastenfirmen, Vermittler in Dubai/Almaty, Management-Buy-outs und „kosmetische Ausstiege“, die Gewinne, Lieferketten und Marktanteile sicherten.
Kyrylo Shevchenko, früherer Gouverneur (Chef) der ukrainischen Nationalbank schreibt: «Die Lehre? Sanktionen treffen die Unvorbereiteten am härtesten. Russland passte sich an, diversifizierte und verwandelte den Rückzug in eine Umverteilung – und bewies damit, dass legale Auswege und echte wirtschaftliche Auswege Welten voneinander entfernt sind.» https://twitter.com/kshevchenkoreal/status/2050506859749032220

DEUTSCHLAND MENTAL SCHWACH
Roderich Kiesewetter, Mitglied des deutschen Bundestages, Mitglied der regierenden CDU und Oberst a.D. der deutschen Bundeswehr gab der Mediengruppe «Welt» ein Interview und fasste seine Aussagen auf «X» so zusammen: «Deutschland ist «mentale Schwachstelle» in Europa. Wir sind wenig wehrhaft, in der Politik wird weiter häufig auf Appeasement & Beschwichtigung gesetzt, statt mit Konsequenz und Abschreckung zu handeln. Wir dürfen uns von der kognitiven Kriegsführung Russlands nicht beeinflussen lassen und sollten auch nicht zu seinem Werkzeug werden. Stattdessen gilt es, endlich das russische Haus zu schliessen, Taurus auszubilden, die Schattenflotte zu stoppen.» https://twitter.com/rkiesewetter/status/2053479439284031859

DEN LEUTEN ANGST MACHEN
Wenn russische Frauen sich in Badeanzügen auf den sozialen Netzwerken zeigen, sollen sie zuerst mit 2 Millionen Rubel (22’900 Euro) und im Wiederholungsfall mit 10 Millionen Rubel (114’500 €) bestraft werden. Diesen Vorschlag will Vitaly Borodin, Leiter des Föderalen Projekts für Sicherheit und Korruptionsbekämpfung (FPBK) der russischen Zensurbehörde Roskomnadzor machen.
In einem Interview sagte Borodin, dass Personen, die solche Bilder in sozialen Medien veröffentlichen, mit «echten Geldstrafen» rechnen müssten «sonst haben die Leute keine Angst».
Ihm zufolge sei heute «fast alles im Internet im Grunde Erotik», während «nur noch sehr wenige patriotische Inhalte übrig bleiben». Deshalb brauche Russland «eine gewisse Regulierungsbehörde», womit er Roskomnadzor meinte, und harte Sanktionen, darunter nicht nur Geldstrafen, sondern auch die Sperrung von Veröffentlichungen: «Wir brauchen patriotische Inhalte, wir brauchen eine gesunde Jugend, denn all das wirkt sich auf die jüngere Generation und ihre Psyche aus.» https://twitter.com/oct7neverforget/status/2053271343190188272



