#UKRAINE AKTUELL Nr. 1526 (28.4.2026 / 8Uhr)

  • Russlands Armee weiter verkleinert
  • Neue Attacke gegen Ölbasis Tuapse
  • Kooperation: Norwegen und Ukraine
  • Netze schützen ukrainische Strassen
  • Kreml Siegesparade angeblich kleiner
  • Verschärfte Krise Israel–Ukraine
  • Deutscher Kanzler Merz knickt ein
  • Putins Ungarn-Partei zerfällt
  • Mysteriöser Tod eines Managers

NEGATIVE RUSSEN-BILANZ

Seit Anfang Jahr des Jahres hat es die russische Armee nicht geschafft, die im Krieg gegen die Ukraine ausgefallenen Soldaten zu ersetzen: «Den vierten Monat in Folge hat Russland in diesem Jahr seine Mobilisierungsziele verfehlt und nur 60 bis 75 % des Plans erfüllt. Bereits am 26. April steht fest, dass die Bilanz zwischen Zu- und Abgängen bei der ‚militärischen Sonderoperation‘ auch in diesem Monat wieder negativ ausfallen wird. Das stellte Robert «Madyar» Brovdi fest. Er ist Kommandeur der «Unmanned Systems Forces» der ukrainischen Armee und der legendäre Chef der Drohnenpiloten «Madyars Birds».

Um den monatlichen Verlust von 30’000 bis 35’000 Soldaten auszugleichen, muss die russische Armee mindestens so viele neue Personen mobilisieren, die bereit sind, in der Ukraine zu töten. Dies geschieht weiterhin und weitgehend über sogenannte Freiwillige, die sich als Vertragssoldaten der russischen Armee anschliessen und dafür hohe Antrittsprämien und Söldnerlöhne versprochen bekommen.

So will Putin eine breite Mobilisierung vermeiden, die zu Unruhen in der Bevölkerung führen könnte. Unklar ist, wie lange diese Politik angesichts der Verluste noch aufrechterhalten werden kann.

https://www.bbc.com/news/articles/c1d9wvd2e4ro;  https://www.tiktok.com/@hunsonabadeer31/video/7624166546457251104

ERNEUT SCHLAG GEGEN TUAPSE

Beim Angriff vor einer Woche wurden mehrere Öltanks und die Hafenanlage in der südrussischen Stadt Tuapse von ukrainischen Drohnen getroffen und in Brand gesetzt. Danach brannte es fünf Tage lang. Erst vor zwei Tagen konnten rund 250 Feuerwehrleute den Brand eindämmen. Nicht betroffen war bei diesem Angriff die naheliegende Ölraffinerie in Tuapse.

Nun wurde in dieser Nacht offenbar die bisher unbeschädigte Ölraffinerie angegriffen. Videos aus den Morgenstunden zeigen einen grossen Brand in dieser Region mit einer hoch aufsteigenden Rauchwolke. Die Analysten von «ExileNova Plus» schreiben: «Wie wir bereits geschrieben haben, wurde das Schicksal dieser Ölraffinerie und des Hafens im Voraus entschieden. Solange der blutige Krieg andauert, wird jeder russische Hafen immer wieder in seinem eigenen blutigen Öl ertrinken. Das ist die Realität. Gewöhnt euch daran.» https://t.me/exilenova_plus/19524

ERSTE «UA-NOR»-DROHNEN

Die Ukraine und Norwegen starten ihre erste gemeinsame Produktion ukrainischer Drohnen. In Norwegen werden Produktionsstätten errichtet, die mehrere Tausend Drohnen für den Einsatz im mittleren Angriffsbereich herstellen können. Vorerst werden alle im Rahmen des Projekts produzierten Drohnenn an die ukrainischen Streitkräfte geliefert.

Die Drohnen sind dafür ausgelegt, Ziele im nahen Hinterland des Feindes in Entfernungen von 50 bis 200 km anzugreifen. Mit diesen Reichweiten können fast alle von Russland besetzten ukrainischen Gebiete erreicht werden.

Das Projekt wird vollständig von Norwegen finanziert, wobei die ersten Lieferungen bis zum Sommer erwartet werden. Insgesamt plant Norwegen, in diesem Jahr mehr als 1,5 Milliarden US-Dollar für die Beschaffung von in der Ukraine hergestellten Waffen bereitzustellen. https://twitter.com/bayraktar_1love/status/2048673315108102415

DROHNENSCHUTZTUNNEL

Neben der aktiven Luftverteidigung, welche derzeit bis zu 90% russischer Angriffsdrohnen neutralisiert, wird auch der passive Drohnenschutz in der Ukraine aufgebaut.

Vielbefahrende Autostrassen werden zunehmend mit Netzen überspannt und auf beiden Seiten befestigt, damit Drohnen die dort fahrenden Autos und Lastwagen nicht angreifen können.

Wie viele Kilometer das Schutzsystem umfasst, ist derzeit nicht bekannt.

https://t.me/kyriienko_press/1787

REDUZIERTE MOSKAU PARADE

Die Parade am 9. Mai, ein heiliges Ritual für Putin, wird auf dem Roten Platz ohne Militärfahrzeuge stattfinden, sondern lediglich aus einer Marschkolonne bestehen.

Dies berichtet Alexandra Prokopenko, ehemals Beraterin der Russischen Staatsbank und heute Analystin mit Schwerpunkt Russland. Prokopenko schreibt weiter: «Laut Quellen nehmen mehrere hundert Gäste teil, statt der üblichen Tausenden. Die gesamte Veranstaltung wird weniger als eine Stunde dauern. Die Propagandamaschinerie wird behaupten, dass dies von Anfang an so geplant war und nichts mit Drohnen zu tun hat.»

Eine offizielle Bestätigung für diese Meldung gibt es bisher nicht. https://twitter.com/amenka/status/2048757279017599373

KRISE ISRAEL – UKRAINE

Die Beziehungen zwischen der Ukraine und Israel sind seit dem Beginn des russischen Überfalls nicht gut. Das hat auch damit zu tun, dass Israel keine militärische Hilfe an die Ukraine leisten will und ambivalente Beziehungen mit Moskau aufrechterhält. Nun hat die Beziehung zwischen den beiden Ländern einen weiteren Tiefpunkt erreicht.

Am 15. April hat die Ukraine Israel darüber informiert, dass ein russisches Schiff mit gestohlenem Getreide im Hafen von Haifa angekommen ist und übermittelte einen internationalen Haftbefehl. Israel reagierte nicht darauf.

Gestern Montag gab der ukrainische Aussenminister Andrij Sybiha bekannt, Israel habe begonnen, ein zweites Schiff mit gestohlenem ukrainischem Getreide im Hafen von Haifa anzunehmen. Es handelt sich offenbar um den Frachter «Panormitis», der unter der Flagge Panamas fährt und früher «Lake Dany» hiess.

Sybiha schreibt auf «X»: «Nun, da ein weiteres solches Schiff in Haifa eingelaufen ist, warnen wir Israel erneut davor, das gestohlene Getreide anzunehmen und damit unseren Beziehungen zu schaden.» Man habe den israelischen Botschafter in der Ukraine für Dienstagmorgen einbestellt, um eine Protestschrift entgegenzunehmen.

Gideon Saar, der israelische Aussenminister reagierte mit Empörung auf die Aussagen des ukrainischen Aussenministers Sibiga und verneinte das Ersuchen um Rechtshilfe: «Beweise, die die Anschuldigungen stützen, wurden bisher nicht vorgelegt. Sie haben nicht einmal einen Antrag auf Rechtshilfe gestellt, bevor Sie sich an die Medien und sozialen Netzwerke wandten.»

https://x.com/andrii_sybiha/status/2048819284588323038; https://x.com/gidonsaar/status/2048834419041915104; https://ukraineaktuell.com/ukraine-aktuell-nr-1513-15-4-2026-8uhr/ ; https://www.marinetraffic.com/en/ais/details/ships/shipid:418736/mmsi:352003195/imo:9445021/vessel:PANORMITIS

MERZ KNICKT EIN

Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz schlägt vor, dass die Ukraine territoriale Verluste akzeptieren muss, um den Weg für den EU-Beitritt zu ebnen.

«Irgendwann wird die Ukraine einen Waffenstillstandsvertrag unterzeichnen; irgendwann, hoffentlich, einen Friedensvertrag mit Russland. Dann könnte es geschehen, dass ein Teil des ukrainischen Territoriums nicht mehr ukrainisch ist», sagte Merz am Montag den Studenten am Carolus-Magnus-Gymnasium in Marsbergn in Nordrhein-Westfalen.

Und der Kanzler verknüpfte dies mit der Europafrage: «Wenn Präsident Zelenskyj dies seiner eigenen Bevölkerung vermitteln und eine Mehrheit dafür gewinnen will und er dazu ein Referendum abhalten muss, dann muss er den Menschen gleichzeitig sagen: ‚Ich habe euch den Weg nach Europa geebnet». fügte Merz hinzu.

Gleichzeitig warnte Merz vor der Illusion eines schnellen EU-Anschlusses der Ukraine: Ein EU-Beitritt vor 2028 sei aufgrund strenger Anforderungen an Rechtsstaatlichkeit und Korruptionsbekämpfung unrealistisch. Er schlug zudem vor, Kyiv könne statt einer kurzfristigen EU-Mitgliedschaft engere Bündnisse mit Ländern wie Großbritannien, der Türkei und Norwegen anstreben.

Der deutsche Politbeobachter Jürgen Nauditt schreibt dazu: «Merz versäumte es zu erwähnen, dass dies auf inkompetente Politiker wie ihn selbst zurückzuführen war, da sie der Ukraine trotz ihrer Versprechen keine ausreichende Unterstützung zukommen liessen.

https://www.reuters.com/world/europe/merz-suggests-ukraine-may-have-accept-territorial-loss-help-pave-way-eu-2026-04-27/; https://x.com/NOELreports/status/2048787878541410569; https://x.com/jurgen_nauditt/status/2048772186798719423

PUTINS UNGARN PARTEI ZERFÄLLT

Die meisten Fidesz-Abgeordneten legen ihre Mandate nieder. Mit Orbán endet auch der einflussreichste Minister, der Parlamentspräsident und der Chef von Ferencváros. Der bisherige Aussenminister und Kreml-Informant Péter Szijjártó bleibt.

Das Erdbeben im Abgeordnetenklub von Orbáns Partei FIDESZ ist da: Von 42 auf der Liste gewählten Abgeordneten treten 25 zurück. Neben Orbán sind es der langjährige Parlamentspräsident László Kövér, der ebenfalls 36 Jahre im Parlament war. Im Weiteren gehen der Leiter des Ministerpräsidentenamtes Antal Rogán und der bisherige Vize-Regierungspräsident und Chef der Christdemokraten (Koalitionspartner von Fidesz) Zsolt Semjén, der Minister für Kirchen und nationale Politik war. Ebenfalls weg ist Gábor Kubatov, Chef des Fussballklubs Ferencváros und Generalsekretär der Partei.

In der Zudienerpartei von Putin bleiben hauptsächlich jüngere Politiker: Dazu gehört Gergely Gulyás, nebenbei Pate des Kindes des neuen Regierungschefs Péter Magyar und der ehemalige Moderator des staatlichen Fernsehens M1 Balázs Németh. https://twitter.com/oliver_adamek/status/2048762722444062909

MYSTERIÖSER TODESFALL

Die Welle von Todesfällen unter hochrangigen russischen Führungskräften und Geschäftsleuten, die nach dem Beginn des Krieges in der Ukraine einsetzte, hält weiter an.

Der 42-jährige Sergei Loyter, kaufmännischer Direktor beim russischen Internetunternehmen Yandex und zuständig für das internationale Geschäft, ist angeblich beim Angeln in der Wolga bei Wolgograd ertrunken. (Gemäss Chat GPT beträgt die Breite der Wolga dort je nach Standort zwischen 1 und 10 Kilometer und ist eher mit einem See zu vergleichen,)

Loyters Leiche wurde unter drei vermissten Anglern identifiziert, deren Verschwinden Ende letzter Woche gemeldet worden war. Neben Loyter ertranken auch der lokale Bauunternehmer Sergei Nazarov (dessen Leiche noch nicht gefunden wurde) und der persönliche Fahrer des Geschäftsmannes, Igor Prokhorov. Prokhorovs Leiche wurde als erste geborgen. Die Polizei teilte mit, dass der Verstorbene Verletzungen am Kopf aufwies.

Seit dem Überfall Russlands auf die Ukraine im Februar 2022 starben mindestens zwanzig hochrangige russische Manager unter verdächtigen Umständen. https://twitter.com/visegrad24/status/2048742945260462359

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