- 1’800 Kilometer Drohnen-Rekord
- Putins Tod allein bringt zu wenig
- Widerstand in besetzten Zonen
- Warnung vor Ungarns Räubern
- Trump-Files: Attentatsversuch
SIE FLIEGEN IMMER WEITER
Die Distanz zwischen London und Rom beträgt 1’860 Kilometer und die Distanz zwischen Madrid und Berlin 1’818 Kilometer. Eine solche Distanz haben Drohnen zwischen der Ukraine und den Städten Jekaterinburg und Tscheljabinsk im Ural zurückgelegt. Diese Rekordflüge schocken die russischen Militärblogger.
Für den Kreml-Blogger «Fighterbomber» zeigt dieser Angriff, dass die Ukrainer – trotz gegenteiliger Behauptungen vieler russischer Propagandisten – den Luftraum der baltischen Staaten nicht benötigen, um Russland anzugreifen. «Fighterbomber» schreibt, dass der Flug 8–10 Stunden gedauert hat: «Sie fliegen diese 1’800 km über unser Territorium ohne Probleme.»
Artem Zhoga, der Gesandte des Präsidenten im Föderationskreis Ural, hat die Anwohner aufgefordert: «Der Ural liegt nun in Reichweite, also seid wachsam! Bewohner der Regionen Swerdlowsk und Tscheljabinsk, bitte bewahrt Ruhe! Ich verfolge die Lage persönlich.»
Der Blogger Sergey Koyashnikov schreibt: «Diejenigen meiner Landsleute, die mit der Situation vertraut sind, sind heute nicht überrascht; sie wurden lediglich wachgerüttelt. Aber für viele war dieser Morgen eine Offenbarung. Der Krieg ist im Ural angekommen.»
Der Kriegskorrespondent der „Komsomolskaja Prawda“, Alexander Kots, weist darauf hin, dass Russlands regionale Luftabwehrsysteme chronisch uneinheitlich sind, wobei jede Region ein eigenes System betreibt und die Kommunikation zwischen ihnen mangelhaft ist.
Der Kreml-Blogger Yuri Kotenok beklagt Russlands offensichtliche Unfähigkeit, solche Angriffe zu verhindern: «Obwohl die Berichte unseres Verteidigungsministeriums fast täglich von ‚Vergeltungsschlägen‘ sprechen, scheinen sie nichts zu bewirken, um unseren gemeinsamen Feind abzuschrecken, der mit jedem Monat stärker wird. Der Feind verspottet uns offen und verspricht, seine Raketen- und Drohnenangriffe nur noch zu eskalieren, auch jenseits des Urals.»
In der Nacht auf Sonntag griffen erneut rund 300 ukrainische Drohnen Ziele in Russland und in den von Russland besetzten Gebieten an.
https://x.com/ChrisO_wiki/status/2047966085941453042; https://t.me/bomber_fighter/25039; https://t.me/SergeyKolyasnikov/77810; https://t.me/sashakots/61332; Videos: https://x.com/nexta_tv/status/2047935706387869941; https://x.com/NSTRIKE1231/status/2048142325100986744/photo/2

ZAREN-TOD ÄNDERT NICHTS
Neben dem russischen Ex-Schachweltmeister Garri Kasparow ist der ehemalige russische Oligarch Michail Chodorkowski / Mikhail Khodorkovsky eine weitere wichtige Person des Exil-Widerstands gegen Putin und sein Regime. Er hat einen Text veröffentlicht, in dem er westliche Vorstellungen über einen Regimewechsel in Moskau relativiert:
«Ich nenne den Grund, warum der Mythos vom „guten Zaren“ eine Falle ist und was tatsächlich geschehen muss.
Der Westen begeht immer wieder denselben grundlegenden Fehler in Bezug auf Russland. In Washington und Brüssel herrscht die Hoffnung vor, dass sich alles von selbst regeln wird, wenn wir nur den derzeitigen Mann im Kreml durch einen „liberalen“ Führer ersetzen.
Ich sage euch: Das wird es nicht.
Ich kenne das System von innen und wenn ich eines gelernt habe, dann ist es, dass ein Wechsel des „Zaren“ nichts ändern wird.
Ich habe einmal ein kleines „soziales Experiment“ durchgeführt: Ich traf mich mit vier hochrangigen, qualifizierten amerikanischen Politikern und fragte sie: „Stellt euch vor, ihr wacht morgen als Präsident Russlands auf. Es ist ein riesiges, vielfältiges Gebiet, das von einem starren Zentrum kontrolliert wird. Um die Macht zu erhalten, muss das Zentrum 60 % der Ressourcen aus den Regionen abziehen und sie dann umverteilen. Wie überzeugen Sie die Menschen davon, das zu akzeptieren?
Alle vier gaben mir genau dieselbe Antwort: „Wir brauchen einen ausländischen Feind.“
Wer soll dieser Feind sein: China? Auf keinen Fall. Zu beängstigend, zu nah mit einer 4’000 km langen gemeinsamen Grenze.
Die USA? Yes, das war jahrelang der perfekte Feind. Weit weg, beängstigend genug, um eine Bedrohung darzustellen, aber sicher.
Jetzt hat sich der Fokus auf Europa und den „kollektiven Westen“ verlagert.
Solange das System eine zentralisierte Pyramide ist, braucht der Führer einen Zustand der Konfrontation, um seine Existenz zu rechtfertigen.
Dann gibt es noch den zweiten Mythos: „Ohne Putin wird Russland unweigerlich zusammenbrechen“. Viele glauben, dass Russland ohne einen starken Mann in ein Dutzend Teile zerfallen wird. Völlig falsch.
Ich habe das Land von innen gesehen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Ich habe zehn Jahre in sechs verschiedenen russischen Gefängnissen verbracht. Von Gefängniszellen 90 km von China entfernt bis zur finnischen Grenze.
Ich habe mir die Baracken mit jeweils 150 Männern geteilt. Nicht gerade die Gebildeten. Egal, woher sie kamen, es gab keinen wirklichen Unterschied, keine kulturelle Kluft. Wir lasen dieselben Bücher und sahen die Geschichte durch dieselbe Brille.
Russland ist weitaus monolithischer, als Sie denken. Das mag sich ändern, aber wir sprechen hier von Jahrzehnten. Russland mag „an den Rändern bröckeln“, aber es wird nicht einfach zusammenbrechen.
Putin hat eine Tragödie von unvorstellbarem Ausmaß verursacht:
Rund 1 Million getötete oder verletzte Russen.
Rund 1 Million getötete oder verletzte Ukrainer.
Das ist der Preis eines Systems ohne Bremsen.
Was muss also getan werden, damit Russland aufhört, eine Gefahr für seine Nachbarn und für sich selbst zu sein? Zuerst müssen wir aufhören, nach einem „besseren“ Präsidenten zu suchen. Wir brauchen Ausgewogenheit. Einen strukturellen Neustart, der auf zwei Säulen basiert:
I. Eine parlamentarische Republik.
II. Echter Föderalismus.
Eine parlamentarische Republik ist von Natur aus sicherer für die Welt. Sie erzwingt Kompromisse. Sie unterbindet den „Zaren“-Impuls.
Doch für ein Land dieser Grösse reicht selbst das nicht aus. Wir müssen Macht an die einzelnen Provinzen und Republiken abgeben.
Warum? Weil die Motivation der Regionen sich von der des Zentrums unterscheidet.
Ein lokaler Gouverneur hat nichts davon, das „Mutterland“ vor einer fiktiven NATO-Bedrohung zu „schützen“. Sein Erfolg wird an einer einzigen Sache gemessen: dem Wohlstand seiner Bevölkerung.
Wenn wir ein Russland wollen, das ein berechenbarer Nachbar ist, müssen wir aufhören, uns darauf zu versteifen, wer auf dem Thron sitzt, und uns stattdessen darauf konzentrieren, wie wir den Thron gänzlich abschaffen können.
Das Ziel ist kein neuer Zar. Das Ziel ist ein Russland, das nach innen schaut, nicht nach aussen.» https://twitter.com/khodorkovsky_en/status/2047297741928153141

GEFÄHRLICHER WIDERSTAND
Der Widerstand unter russischer Besatzung ist sehr gefährlich – selbst das kleinste Zeichen der Unterstützung für die Ukraine kann zu Haftstrafen, Folter und zum Tod führen. Trotz dieser Risiken entscheiden sich Frauen und Männer in den von Russland besetzten Zonen zum Widerstand.
Eine der Möglichkeiten ist der Beitritt zu einer Widerstandsbewegung, die von den ukrainischen Spezialeinheiten (SOF) geleitet wird. Diese Organisation besteht seit 2016.
Die Plattform «The Kyiv Independent» befragte einen der Kommandanten:
• Das Ziel der SOF sind die gleichen wie für die Streitkräfte der Ukraine und des gesamten ukrainischen Volkes: Vertreibung der russischen Armee und der Besatzungsbehörden.
• Gekämpft wird mit gewaltfreien Methoden, aber auch mit Kleinwaffen und Sprengsätzen.
• Zunächst einmal kann nicht einfach jeder mitmachen. Es wird nicht gearbeitet mit Minderjährigen und mit kranken Menschen.
• Viele Menschen schliessen sich auch aus Rache an, weil ihre Verwandten getötet wurden oder ihr Eigentum ohne Grund durch Panzer und Granaten zerstört wurde.
• Auch Russen kontaktieren die SOF. Die Motivation ist oft der Hass gegenüber Putin und seinem Regime, aber auch die Angst so zu enden, wie das Volk von Nordkorea.
• Viele Städte in der besetzten Zone sind zerstört und dort ist es schwierig, Widerstand zu leisten.

WARNUNG VOR UNGARNS RÄUBERN
Der Wahlsieger und künftige Regierungschef Ungarns, Péter Magyar von der Partei TISZA, hat am Samstagabend einen warnenden Aufruf veröffentlicht. Magyar schreibt auf «X»:
«Mit Orbán verbundene Oligarchen transferieren Dutzende Milliarden Forint in die Vereinigten Arabischen Emirate, die Vereinigten Staaten, Uruguay und andere weit entfernte Länder. (Anmerkung: 1 Milliarde Forint entspricht 2,73 Millionen Euro).
Mir ist bekannt, dass die ungarische Nationale Steuer- und Zollverwaltung (NAV) auf der Grundlage von Meldungen der Banken mehrere hochvolumige Überweisungen, die mit dem Umfeld von Antal Rogán in Verbindung stehen, wegen des Verdachts der Geldwäsche ausgesetzt hat. Ich fordere die Leitung der NAV auf, diese gestohlenen Gelder unverzüglich einzufrieren.
Ich fordere den Generalstaatsanwalt sowie den Leiter der Nationalpolizei und den Leiter der NAV erneut auf, die Kriminellen festzunehmen, die dem ungarischen Volk Schäden in Höhe von Tausenden von Milliarden Forint zugefügt haben, und nicht zuzulassen, dass sie – noch vor der Bildung einer TISZA-Regierung – in Länder fliehen, aus denen eine Auslieferung derzeit nicht möglich ist.
Mir ist zudem bekannt, dass mit Orbán verbundene Oligarchen begonnen haben, TV2 und andere Medienunternehmen zu Preisen unter Marktwert zu verkaufen.
Ich fordere verantwortungsbewusste in- und ausländische Investoren auf, vom Erwerb von Vermögenswerten, die mit der Mafia in Verbindung stehen, abzusehen; andernfalls könnten sie sich dem Nationalen Amt für Vermögensrückgewinnung und -schutz gegenübersehen.
Mir wurde zudem mitgeteilt, dass mehrere Oligarchenfamilien das Land bereits verlassen haben und dass die Familie Mészáros voraussichtlich in den kommenden Tagen nach Dubai reisen wird. Berichten zufolge haben mehrere einflussreiche Oligarchenfamilien ihre Kinder bereits von der Schule genommen und organisieren vertrauenswürdiges Sicherheitspersonal für ihre Abreise.»
Kurz vor dieser Meldung hatte der Wahlverlierer und Putin-Unterstützer Viktor Orbán seinen Rücktritt aus dem Parlament nach 36 Jahren bekanntgegeben. Der investigative ungarische Journalist Szabolcs Panyi hatte dazu geschrieben: «Dies bestätigt meinen früheren Exklusivbericht, dass er diesen Sommer eine längere Reise in die USA plant, wo die Köpfe des Orbán-Geschäftsimperiums – seine Tochter und sein Schwiegersohn – bereits leben und wo er Zuflucht vor Strafverfolgung suchen könnte.»
https://x.com/magyarpeterMP/status/2048086409366401324; https://x.com/panyiszabolcs/status/2048064991194923049

TRUMP-FILES: ATTENTATSVERSUCH
In der Nacht auf Sonntag fand das traditionelle White House Correspondents’ Dinner statt, zu dem Trump und seine Gattin eingeladen waren. Offenbar versuchte ein bewaffneter Mann in die Veranstaltung einzudringen. Er wurde jedoch von Sicherheitskräften gestoppt und verhaftet.
Der Verdächtige schoss mit einer Schrotflinte auf einen Agenten des Secret Service, wurde jedoch festgenommen. Der Sicherheitsbeamte war durch eine kugelsichere Weste geschützt und befindet sich in gutem Zustand.
Behördenvertreter gaben an, der Verdächtige habe offenbar allein gehandelt. Nach Angaben der Polizei war er mit einer Schrotflinte, einer Handfeuerwaffe und mehreren Messern bewaffnet. https://www.reuters.com/world/live-shooter-custody-trump-speaks-after-white-house-correspondents-dinner-2026-04-26
Auf einem Video sieht man Trump auf der Ehrentribüne des Dinners sitzen, als im Hintergrund fünf Schüsse in kurzer Folge zu hören sind. Trump reagierte mehrere Sekunden lange nicht. Im Saal entstand grosse Unruhe. Daraufhin umringten Sicherheitskräfte Trump, um ihn so zu schützen. Etwa 20 Sekunden später brachten sie ihn und seine Frau weg. Für Trump bestand keine unmittelbare Gefahr. (Video: https://edition.cnn.com/2026/04/25/politics/live-news/trump-white-house-correspondents-dinner )
Beim Verhafteten handelt es sich gemäss CNN um einen 31-jährigen Lehrer und Videospielentwickler aus Kalifornien. Er schloss gemäss seinem LinkedIn-Profil 2017 sein Studium am California Institute of Technology mit einem Bachelor-Abschluss in Maschinenbau ab und erwarb im vergangenen Jahr einen Master-Abschluss in Informatik an der California State University-Dominguez Hills. https://edition.cnn.com/2026/04/26/us/white-house-correspondents-dinner-shooter-teacher-invs
Der Direktor des Secret Service, Sean Curran, lobte in einer auf X veröffentlichten Erklärung den Einsatz der Agenten: «Der Mann wurde festgenommen, als er einen Kontrollpunkt stürmte. Das zeigt, dass unser mehrschichtiges Schutzkonzept funktioniert.» https://x.com/SecretSvcSpox/status/2048253372797473147/photo/1



