- Russische Armee greift Städte an
- 286 Gefangene wieder zuhause
- Vertrauen in Zelenskyj ist kleiner
- Russlands Ölindustrie geschwächt
- Russische Drohnenfabrik attackiert
- Neue Schweizer Rakete vorgestellt
- Briten liefern Langstreckendrohnen
- Mehrere Innovationen der Ukrainer
- Anti-Zensur-Anschlag vereitelt
- Kreml verkauft wegen Defizit Gold
ANGRIFF AUF WOHNHAUS IN DNIPRO
In der Nacht auf Samstag fand ein kombinierter Drohnen- und Raketenangriff Russlands auf die Ukraine statt. Der ukrainischen Luftverteidigung gelang es, 30 Raketen und 580 Drohnen abzuschiessen.
13 Raketen und 36 Angriffsdrohnen wurden nicht neutralisiert. Sie zerstörten oder beschädigten Gebäude an 23 Standorten in Dnipro, Kharkiv, Tschernihiv, Sumy, Odesa und Kyiv.
Am stärksten betroffen war die Stadt Dnipro, wo schwere Brände ausbrachen. Die Angriffe dauerten während der ganzen Nacht an. Unter anderem wurde in Dnipro ein mehrstöckiges Wohnhaus zerstört. 14 Menschen wurden verletzt, darunter ein 9-jähriger Junge. Neun Menschen wurden ins Krankenhaus eingeliefert. Alle befinden sich in einem mittelschweren Zustand.
https://t.me/u_now/197514; https://t.me/u_now/197499

RÜCKKEHR VON 193 GEFANGENEN
193 Kriegsgefangene kehrten am Freitag in die Ukraine zurück. Die meisten ukrainischen Kriegsgefangenen waren illegal in Tschetschenien festgehalten worden. Der ukrainische Generalstab schreibt dazu: «Gegen einige von ihnen wurden Kriminalfälle erfunden, die gegen die Genfer Konventionen verstossen.»
Die Mehrzahl der von Russland Freigelassenen kämpften als Fallschirmjäger oder waren Mitglieder der Marinestreitkräfte, der Nationalgarde, der Nationalpolizei und des staatlichen Grenzdienstes.
Im Gegenzug entliess die Ukraine 193 russische Kriegsgefangene in ihre Heimat.
https://www.facebook.com/GeneralStaff.ua ; https://t.me/milinfolive/171051

WENIGER VERTRAUEN IN ZELENSKYJ
61,6% der Ukrainer vertrauen dem ehemaligen Generalstabschef Walerij Zaluschnyj, 60,3% dem Leiter des ukrainischen Präsidialamtes Kyrylo Budanov und 46,3% dem Staatspräsidenten Volodymyr Zelenskyj.
Bei einem ersten Wahlgang für das ukrainische Präsidentenamt würden 22,6% Zelenskyj wählen, 19,3% Zaluschnyj und 10,5% Budanov.
Ein weiteres Ergebnis der sogenannten «März-Umfrage» des ukrainischen Instituts SOCIS ist bezüglich der Parlamentswahlen interessant. Die heutige Mehrheitspartei «Diener des Volkes» käme mit nur 7,9% auf Platz 3. Demgegenüber würde die Partei von Kyrylo Budanov mit 10,6% aller Stimmen am meisten Zustimmung erhalten. https://socis.kiev.ua/ua/2026-03-26/

ZERSTÖRUNG DER ÖLINDUSTRIE
Die ukrainische Armee hat mit ihren Angriffen 5 der 10 grössten Ölraffinerien zur Einstellung ihrer Produktion gezwungen. Jetzt geraten vermehrt kleinere Anlagen in den Fokus – wobei «klein» für westeuropäische Verhältnisse immer noch grosse leistungsfähige Raffinerien meint. (Beispielsweise haben die beiden grossen deutschen Raffinerien «Werk Godorf» und «Werk Wesseling» eine Jahreskapazität von 9 und 7 Millionen Tonnen.
- Die Raffinerie in Nowokujbyschewsk verarbeitet pro Jahr 6 Millionen Tonnen Rohöl. Gemäss Satellitenaufnahmen wurden nach dem letzten Angriff bis zu 80% der Kapazität der Anlage stillgelegt. Der Grund: Beim letzten Angriff wurde die «Primärverarbeitungsanlage AVT-11/6» zerstört. Dies ist jener Teil der Raffinerie, in welchem das Rohöl in verschiedene Substanzen wie Teer, Heizöl, Diesel oder Benzin aufgesplittet wird. https://x.com/i/status/2047714533834174607
- In Tuapse gelang es der russischen Feuerwehr die Feuer in der Öl-Tank- und Export-Anlage am Hafen nach 5 Tagen zu löschen. Aktuell sind die Anlage und der Exporthafen ausser Betrieb.
https://t.me/exilenova_plus/19347

ZERSTÖRUNG VON DROHNEN
Auf russischem Territorium wurde die Drohnenfabrik «Atlant Aero» in Taganrog getroffen. Mehrere Produktionsgebäude wurden zerstört. Die Ukraine setzte für den Angriff ihre eigenentwickelten Neptun-Marschflugkörper ein. Der Angriff fand am 19.April statt.
Die Anlage ist ein zentraler Bestandteil des Moskauer Drohnenprogramms. Hergestellt wurden dort die Modelle «Molniya» und «Orion». «Molniya» ist eine massenhaft produzierte Selbstmord-Billigdrohne mit einer Reichweite von etwas mehr als 10 Kilometern. Die «Orion» kann bis zu vier Raketen oder vier Bomben mit einer Nutzlast von 200 Kilogramm tragen und wurde oft gegen zivile Ziele eingesetzt.
https://www.kyivpost.com/post/74673; https://oboronka.mezha.ua/en/udarni-droni-molniya-harateristiki-chim-nebezpechni-307515/;

NEUE SCHWEIZER RAKETE
Wie hier am letzten Sonntag berichtet, gibt es ein Schweizer Unternehmen, das Raketen für den Krieg gegen Russland herstellt: Das Unternehmen «Destinus», 2021 vom russischen Industriellen und Putin-Gegner Mikhail Kokorich in der Schweizer Kleinstadt Payerne gegründet (siehe «Ukraine Aktuell Nr. 517, zu finden auf www. ukraineaktuell. com), entwickelt bisher die Rakete «Ruta», die sich bereits im Einsatz in der Ukraine bewährt hat.
Die Bauteile werden wegen der Schweizer Vorschriften für die militärische Produktion ausserhalb der Schweiz hergestellt und dann in der Ukraine zusammengebaut.
Destinus teilt mit, dass eine neue Rakete erfolgreich geprobt wurde: Die «Ruta Block 2». Sie ist mit einem KI-gestützten Zielsystem ausgerüstet und kann einen 250 Kilogramm schweren Kampfkopf transportieren. Die Reichweite beträgt 700 Kilometer.
Die neue Rakete ist mit Flügeln ausgerüstet, die nach dem Start ausgeklappt werden und hat Platz in kleinen Transport-Containern. Als Abschussbasen eignen sich verschiedene, bereits existierende Plattformen.
Destinus hat – wie bereits berichtet – mit dem deutschen Waffenkonzern Rheinmetall ein Joint Venture abgeschlossen, welches ab Sommer operativ sein soll. Abnehmer für die Ruta Block2-Rakete bleibt die Ukraine, aber anvisiert wird als Abnehmer auch die europäische Verteidigungsindustrie.
https://www.destinus.com/post/destinus-achieves-key-milestone-in-next-generation-long-range-strike-capability; https://t.me/exile_plus/873; https://de.wikipedia.org/wiki/Destinus; https://ukraineaktuell.com/ukraine-aktuell-nr-1517-19-4-2026-7uhr/

BRITEN LIEFERN DROHNEN
Grossbritannien hat die Lieferung von 120’000 Drohnen verschiedener Bauarten an die Ukraine angekündigt. Unter dieser Lieferung soll auch die für Langstreckenangriffen geeignete Drohne «Windracers ULTRA» sein.
«Windracers ULTRA»-Drohnen sind in der Ukraine seit 2023 im Einsatz. Sie können eine Nutzlast von 150 kg über eine Entfernung von 1’000 Kilometer transportieren. Die neuste «Windracers» aus britischer Produktion sollen eine Reichweite von 2’000 Kilometern haben und 200 kg transportieren können. Das berichtet russische Militärblogger.
https://t.me/milinfolive/171036

UKRAINISCHE INNOVATIONEN
«Swan-X 20» ist eine neu entwickelte Drohne mit einer Nutzlast von bis zu 20 Kilogramm und einer Reichweite von 250 bis 300 Kilometern. Die Drohne erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h und kann bis zu 95 Minuten in der Luft bleiben. Entwickelt wurde «Swan-X-20» von der ukrainisch-slowakischen Firma «Wings&Quadro».
Die ukrainischen «Vampire»-Schwerlast-Drohnen stellen auf Starlink-Kommunikation um. Dadurch können sie Hunderte von Kilometern ausserhalb der gefährlichen frontnahen «Grauzone» operieren.
Bisher waren die «Vampires» für die Navigation und Steuerung auf Funk und GPS-Signale angewiesen, was sie für russische Störsender angreifbar machte.
Transportflugzeuge vom Typ Antonov AN-28 aus polnischen Beständen werden nun zur Bekämpfung von russischen Drohnen eingesetzt. In einer ersten Version wurden sie mit Maschinengewehren ausgestattet. Die neuste Version trägt Abschussanlagen für Anti-Drohnen-Drohnen unter ihren Flügeln. «P1-SUN» und «AS3 MEROPS»-Anti-Drohnensysteme können so nahe an heranfliegende «Shahed/Geran-2»-Drohnen gebracht werden.
https://thedefender.media/en/2026/04/wingsquadro-drones/; https://x.com/grandparoy2/status/2043636657300341197

ANGEBLICH ANTI-ZENSUR-ANSCHLAG
Der russische FSB (Inlandgeheimdienst und Geheimpolizei) hat einen Anschlag gegen die Führung der Zensurbehörde «Roskomnadzor» verhindert. Das berichtet die russische Propagandaagentur «RIA-Novosti». Bei den Attentätern soll es sich um eine Gruppe «rechtsextremer und neofaschistischer junger Männer» handeln, die mit den Blockierungen von Telegram und Internetdiensten unzufrieden waren.
Wie der russische Geheimdienst schreibt, wurde der 22-jährige Anführer der Gruppe bei der «Festnahme eliminiert». Er habe versucht, die Leitung von «Roskomnadzor» mit einer Autobombe in die Luft zu sprengen. Rekrutiert und ausgerüstet worden sei der Anführer der Attentäter durch den ukrainischen Geheimdienst. Gemäss dem FDB habe die Ukraine «auf diese Weise versucht, die in Russland durchgeführten Massnahmen zur Gewährleistung der Sicherheit des Informationsraums, einschliesslich der Blockierung des Messengers Telegram, zu stören.»
Gemäss RIA-Novosti wurde bei ihrer Aktion ein grösseres Netzwerk ausgehoben. Insgesamt seien sieben Verdächtige in Moskau, Ufa, Nowosibirsk und Jaroslawl verhaftet worden. Die russische Geheimpolizei schreibt: «Bei ihnen wurden eine Makarow-Pistole mit Schalldämpfer, eine selbstgebaute Bombe mit einem Gewicht von etwa 1 kg, eine F-1-Granate, zwei Gaswaffen, Funkgeräte, Nazi-Symbolik und Anweisungen zum Beitritt zu einer terroristischen Organisation beschlagnahmt.»
https://riaru.online/; https://t.me/milinfolive/171027
RUSSLAND VERKAUFT GOLD
Seit Anfang dieses Jahres hat die russische Zentralbank 22 Tonnen Gold verkauft, um ihr Haushaltsdefizit zu finanzieren. Das Haushaltsdefizit wird sich in diesem Jahr gegenüber dem letzten Jahr vermutlich verdoppeln, schreibt die «Moscow Times». Dafür gibt es zwei Gründe: Die Kriegsausgaben werden immer grösser werden und die Einnahmen aus Gas- und Ölverkäufen und die sich daraus ergebenden Gewinnsteuern kleiner.
Anfang März haben die russischen Kriegsausgaben offiziell alle Sozialausgaben überstiegen, was die Regierung dazu zwingt, in Rekordtempo Mittel aus dem Nationalen Sozialfonds abzuzweigen.
Natalia Milchakova, Chefanalystin bei «Freedom Finance Global», verweist gegenüber der «Moscow Times» auf die gestiegenen Staatsausgaben und bewertet die russischen Goldverkäufe: «Solche Goldverkäufe aus den Reserven durch die Zentralbank der Russischen Föderation stehen durchaus im Einklang mit dem Vorgehen anderer Zentralbanken, insbesondere in Entwicklungsländern.»
https://ru.themoscowtimes.com/2026/04/20/rossiya-prodala-22-tonni-zolota-dlya-finansirovaniya-defitsita-byudzheta-a193178; https://united24media.com/latest-news/russia-sells-22-tons-of-gold-to-curb-growing-federal-budget-deficit-18083



