- Propagandist Solowjow flippt aus
- Putin begründet Internet-Zensur
- Flut russischer Klage-Selfie-Videos
- 20. Sanktionspaket der EU in Kraft
- Schwierige Lage bei Konstaninovka
- Unfähiger Kommandant abgesetzt
- Attacke auf russische Geheimpolizei
- Zelenskyj: «Russland gewinnt nicht»
- USA kann keine Patriots mehr liefern
SOLOWJOWS GEHEIMLEBEN
Der Kreml-Propagandist Waleri Solowjow (Foto rechts) startete am Mittwoch ohne äusserlich sichtbaren Grund im russischen TV einen verbalen Angriff auf die italienischen Premierministerin Giorgia Meloni (Foto links). Solowjow griff sie als Mitglied der neofaschistischen Partei «Fratelli d’Italia» an, als Politikerin und als Frau. In italienischer Sprache nannte Solowjow Italiens Regierungschefin zur besten russischen Sendezeit: «Faschistische Schlampe», «patentierte Idiotin», «Natur-Bestie», «Schande der Menschheit», «Hässliche», und als sprachlichen Gag den Namen «Giorgia PuttaMeloni» (Hure Meloni).
Giorgia Meloni reagierte kühl: «Ein eifriger Propagandist des Regimes kann naturgemäss weder über Konsequenz noch über Freiheit dozieren. Doch diese Karikaturen werden uns sicherlich nicht davon abbringen, den von uns eingeschlagenen Weg weiterzugehen. Im Gegensatz zu anderen sind wir an keine Bedingungen gebunden, haben keine Herren und erhalten keine Befehle. Unsere einzige verbleibende Richtschnur sind die Interessen Italiens. Und wir werden ihr weiterhin mit Stolz folgen, sehr zum Leidwesen von Propagandisten aller Couleur.»
Der Grund für den Ausfall von Putins Lieblingspropagandisten: Die italienische Regierung hat seine vier Villen beschlagnahmt, die er unter anderem am Comer-See besitzt. Die Existenz dieser Villen wurde von der Antikorruptionsstiftung des ermordeten Alexej Navalny aufgedeckt. Dass die italienische Regierung sie beschlagnahmt hat, weil Solowjow unter EU-Sanktionen steht, war bisher nicht bekannt.

Es bleibt allerdings nicht bei dieser einen Enthüllung. Nun haben russische Investigativjournalisten herausgefunden, dass Solowjow neben seiner offiziellen Ehefrau in Moskau eine zweite Ehefrau und eine zweite Familie in den USA hat.
Bei der amerikanischen Geliebten handelt es sich um die ehemalige Basketballspielerin Svetlana Abrosimova mit der Solowjow seit 2017 Zwillingstöchter hat. Auf den Namen von Abrosimova hat Solowjow in der beliebten Feriendestination Sotschi direkt am Meer eine Villa mit 650 Quadratmetern gekauft. Solowjows Geliebte steht unter staatlichem Schutz des Geheimdienstes und deshalb sind alle Informationen über sie als «geheim» eingestuft.
https://x.com/Sunnymica/status/2046848545727148110; Video Solowjow: https://x.com/i/status/2046858783108776312; https://x.com/Maks_NAFO_FELLA/status/2046696307000050052 ; https://x.com/ACF_int/status/2047288504036536322; Video: https://x.com/i/status/2047231296959664572;

PUTIN BEGRÜNDET ZENSUR
Putin hat auf die in Russland vermehrt auftretenden grossflächigen Ausfälle von Internetverbindungen reagiert und dafür eine eigene Erklärung gefunden: «Wenn dies im Zusammenhang mit Massnahmen zur Verhinderung von Terroranschlägen steht, dann hat die Gewährleistung der Sicherheit der Menschen natürlich immer oberste Priorität.»
Nach Meinung von Tatiana Stanovaya, Analystin des «Carnegie Russia Eurasia Center», versucht Putin mit seiner Aussage die Kommunikationshoheit in einem Thema zu erlangen, welches in der russischen Gesellschaft für Unruhe sorgt. Gleichzeitig gebe er den Sicherheitskräften damit freie Hand: «Seine Äusserungen lassen vermuten, dass die Sicherheitsdienste korrekt handeln und dies nach eigenem Ermessen so lange wie nötig fortsetzen werden.»
https://x.com/i/status/2047310880170197432; https://x.com/Stanovaya/status/2047315435943567664

ERSCHRECKTE RUSSINNEN
Die Flut von Videos aus Russland in denen sich vorwiegend Frauen darüber beklagen, dass seit ein paar Tagen Internetverbindungen nicht mehr funktionieren, reisst nicht ab.
Die ukrainische Plattform «Exilenova Plus» zeigt eines dieser Klage-Selfie-Videos einer Frau mit dem Namen «Samara» und schreibt: «Samara, das fünfte Jahr von Putins „Sonderoperation“. Menschen bleiben wochenlang ohne Internet, aber Drohnen erreichen fast täglich die wichtigsten Fabriken und Unternehmen der russischen Besatzungsarmee. Sie sahen fern und dachten, das würde sie nicht betreffen. Es ist erschreckend, sehr erschreckend.» https://t.me/exilenova_plus/19309

DAS 20. SANKTIONSPAKET
Die Europäische Union hat folgende Bestimmungen im neuen Sanktionspaket festgeschrieben:
- Tanker dürfen nicht mehr an Russland verkauft werden. Auch die Erbringung von Wartungs- und sonstigen Dienstleistungen für russische Tanker und LNG-Eisbrecher ist verboten.
- Weitere 46 Schiffe dürfen keine EU-Häfen anlaufen und keine maritimen Dienstleistungen in Anspruch nehmen. Damit steigt die Gesamtzahl der sanktionierten Schiffe auf 632.
- Sanktionen gegen 36 russische Unternehmen aus dem Ölsektor.
- Verbot von Transaktionen mit 20 russischen Banken.
- Verbot russischer Kryptodienste und Börsenplattformen, einschliesslich des Handels mit der Kryptowährung RUBx und der Unterstützung des digitalen Rubels.
- Verbot von Cybersicherheitsdienstleistungen.
- Verschärfte Kontrollen bei Diamanten. Importeure müssen nun nachweisen, dass die Steine nicht mit Russland in Verbindung stehen.
- Sanktionen gegen 16 Unternehmen aus China, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Usbekistan, Kasachstan und Weissrussland wegen der Lieferung von Gütern mit doppeltem Verwendungszweck nach Russland.
- Exportbeschränkungen für weitere 60 Unternehmen in Russland, China, Hongkong, der Türkei und den Vereinigten Arabischen Emiraten.
- Einführung von Kontingenten für Ammoniakimporte.
- Zum ersten Mal wurde ein chinesisches Staatsunternehmen wegen Beteiligung an der Herstellung belarussischer Militärgüter sanktioniert.
- Kampfpropaganda: Neue Massnahmen richten sich auch gegen Spiegelmedien, die das Sendeverbot umgehen, indem sie dieselben Inhalte wie gelistete Propagandamedien (Russia Today, Sputnik etc.) online verbreiten.
https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/de/ip_26_869

SCHWACHE VERTEIDIGUNG
Die Streitkräfte der Ukraine haben nicht genug Infanterie, um die russischen Angriffsgruppen in Konstantinovka aufzuhalten. Das schreiben die ukrainischen Analysten von «DeepState» unter Berufung auf Drohnenoperatoren.
Die Streitkräfte der Ukraine setzen Drohnen ein, doch die «endlose Zahl» von Angriffsgruppen der russischen Armee verschanzen sich an den Rändern von Konstantinovka. Sie nutzen die dichte Stadtbebauung, um sich vor den ukrainischen Drohnen zu verstecken, ihre Kräfte zu konzentrieren und vorzurücken. Darüber hinaus bombardieren die russischen Luftstreitkräfte die Stadt intensiv.
Die meisten Infiltrationen werden im Privatsektor in den östlichen und südwestlichen Vororten von Konstantinowka festgestellt. Die dichte Bebauung ermöglicht es den Angreifern, sich in Ruinen und Gebäuden zu verstecken, was die Such- und Angriffsarbeiten der ukrainischen Piloten erschwert.
Die aktuelle Situation in Konstantinovka ähnelt der monatelangen Schlacht um Pokrovsk. Auch dort sammelten sich die russischen Soldaten unter schweren Verlusten in der Stadtbebauung und drangen dann unter dem Deckmantel von Luftangriffen vor. Auch in Pokrovsk war die ukrainische Infanterie zahlenmässig unterlegen.
https://t.me/DeepStateUA/23432; https://t.me/milinfolive/170999;

KOMMANDANT ABGESETZT
Der ukrainische Generalstab hat den für Kupjansk zuständigen Kommandanten des 10. Armeekorps mit sofortiger Wirkung abgesetzt. Dem Mann wird vorgeworfen, den tatsächlichen Zustand der Dinge verschleiert und Probleme nicht gelöst zu haben.
➡️ Der Kommandant berichtete nicht über die tatsächliche Situation, was zum Verlust eines Teils der Positionen führte;
➡️ Es wurden Fehler bei der Versorgung der Soldaten festgestellt, insbesondere Probleme mit der Lieferung von Lebensmitteln an einzelne Positionen;
➡️ Am Vortag tauchten im Internet Aufnahmen von Soldaten auf: Nach Angaben von Angehörigen werden die Kämpfer vom Hunger ohnmächtig und sind gezwungen, Regenwasser zu trinken;
➡️ Die Situation wird durch Angriffe Russlands auf die Übergänge über den Fluss Oskil erschwert, was die Logistik im Kupjansker Sektor beeinträchtigt;
➡️ Die Versorgung erfolgt derzeit mit Hilfe von Wasserfahrzeugen und schweren Drohnen;
➡️ Das neue Kommando verstärkt die Luftverteidigung, den Schutz vor Drohnen und baut das elektronische Kampfsystem aus.

ATTACKE AUF GEHEIMDIENST
In der von Russland besetzten Stadt Donezk griffen am Mittwoch mehrere ukrainische FirePoint «FP-2»-Drohnen das FSB-Zentrum (Russischer Geheimdienst und Geheimpolizei) an. Jede Drohne trug eine Sprengladung von 60 – 100 Kilogramm in das Zielobjekt.
Das Hauptquartier wurde gesprengt. Nach ersten Angaben kamen 12 FSB-Offiziere und Mitarbeiter ums Leben. Weitere 15 Personen wurden unterschiedlich schwer verletzt.
Der Drohnenangriff auf ein Ziel mitten in der Stadt Donezk belegt, dass sich die ukrainischen Drohnen im Himmel über Donezk frei bewegen können, nachdem die russische Luftverteidigung dort ausgeschaltet worden ist.
https://t.me/exilenova_plus/19286; https://ukraineaktuell.com/ukraine-aktuell-nr-1515-17-4-2026-8uhr/ («Keine Verstecke im Donzek»)

«RUSSLAND GEWINNT NICHT»
Die britische BBC veröffentlichte Interviewaussagen des ukrainische Präsident Zelenskyj:
«Moskau verbreitet überall die Darstellung, es habe ukrainisches Territorium erobert, doch selbst Partner, die ständig behaupteten, Russland sei angeblich auf dem Vormarsch, haben diese Darstellung bereits aufgegeben und verstehen, dass Russland diesen Krieg nicht gewinnt.» Die Ukraine habe seit Anfang dieses Jahres mehr Quadratkilometer ihres Landes zurückerobert, als sie verloren hat.»
«Die Kontaktlinie ist aktiv und verändert sich ständig – das stimmt. Diese Art von Krieg ist extrem schwierig. Man verliert vielleicht eine Stellung, eine andere durch GBUs (gelenkte Bomben) oder Angriffe oder etwas anderes, aber noch am selben Tag kann man an anderer Stelle Stellungen zurückerobern. Die Ukraine verliert diesen Krieg also nicht. In den letzten 10 Monaten waren wir in unserer stabilsten Form. Aber wir wissen trotzdem, dass es für die Jungs unglaublich schwer ist. Es gibt keinen Spielraum, nachzulassen.»
Russland würde auch behaupten, dass sie Offensiven in die Richtung von Sumy starten würden: «Vielleicht wollen sie das und bereiten sich sogar darauf vor, aber es wird nicht passieren. Sie haben nicht genug Streitkräfte, sie verlieren heute. Das belegen die Statistiken: Seit Beginn dieses Jahres verlieren sie jeden Monat 30’000 bis 35’000 Personen.» https://twitter.com/KaterynaLis/status/2047336482373841177

«PATRIOTS» VERPULVERT
Die USA haben in den 40 Tagen des Krieges mit dem Iran bis zu 61 % ihres Patriot-Raketenarsenals aufgebraucht. Es könnte Jahre dauern, bis die US-Streitkräfte und die Länder, die auf diese Munition angewiesen sind, Nachschub erhalten.
Gemäss der Auswertung des «Center for strategic and international Studies» (CSIS) haben die USA von ihren 2’330 Patriot-Abfangraketen zwischen 1’060 und 1’430 Stück für die Abwehr von iranischen Raketen und Drohnen verwendet. Die Produktions- und Lieferzeit für eine Patriot dauert 42 Monate.
Bekannt wurde, dass der US-Kriegsminister Pete Hegseth dem Verteidigungsminister von Estland telefonisch mitteilte, dass bis auf weiteres keine HIMARS-Raketen und Javelin-Panzerabwehrraketen mehr geliefert werden. Hegseth nannte keinen Zeitraum für den Stopp der bestellten Waffen.
Auch für die Ukraine ist der Stopp von Patriots-Nachschub eine schlechte Nachricht: Russland produziert laut ukrainischen Geheimdiensten über 60 ballistische Raketen pro Monat, welche nur von Patriots neutralisiert werden können.
Zelenskyj fordert ukrainische Ingenieure auf, innerhalb eines Jahres eine Lösung zu finden für ein einheimisches Äquivalent zum «Patriot», die im Kampf funktioniert.
https://www.csis.org/analysis/last-rounds-status-key-munitions-iran-war-ceasefire; https://euromaidanpress.com/2026/04/22/us-spent-up-to-61-of-its-patriot-arsenal-in-39-days-ukraine-looks-at-building-its-own-ballistic-defense/ ; https://x.com/microinteracti1/status/2047183959818219617



