- Erfolglose Löschversuche in Tuapse
- Tuapse-Einwohner beklagen sich
- 5 der 10 grossen Raffinerien gestoppt
- Militaristen fordern Kriegsausweitung
- Kreml bittet um weniger Angriffe
- Drohnenattacke auf einen Beamten
- Wie Zelenskyj die Lage einschätzt
- Züge werden gegenseitig zerstört
- Aggressive Worte von Lukaschenko
- Ukraine verliert massive Bevölkerung
TUAPSE IM VOLLBRAND
Die Raffinerie Tuapse im Süden Russlands war auf Position 9 der zehn grössten russischen Ölraffinerien. Nun brennt diese Anlage und das Tanklager seit mehreren Tagen an vielen Stellen. Mehrere hundert Feuerwehrleute versuchen, die Brände einzudämmen.
In den sozialen Netzwerken Russlands erscheinen Videos empörter Einwohner von Tuapse. Einer beklagt sich darüber, dass man keinen Müll auf der Strasse deponieren darf, es den Ukrainern aber möglich sei, die ganze Gegend von Tuapse in eine Rauchwolke zu hüllen. Tuapse sei heute «die Stadt des militärischen Ruhmes der Streitkräfte der Ukraine» und überall gebe es Spuren von klebrigem Öl in der Luft und auf dem Boden. Ein anderer fragt den russischen Propagandisten Solowjew, wo nun die Gasmasken seien, die so oft versprochen wurden. Und schliesslich betont eine in Tuapse lebende junge Frau, dass sie sich nie für Politik interessiert habe, aber nun nicht wisse, wohin sie ausreisen soll. https://x.com/exilenova_plus; https://t.me/exilenova_plus/19151

RAFFINERIEN AUSSER BETRIEB
Status der 10 grössten russischen Ölraffinerien. (bpd = Barrel pro Tag)
1. Omsk 425‘000 bpd – arbeitet
2. Kirishi 355’000 bpd – beschädigt
3. Taneco 340‘000 bpd – arbeitet
4. Yaroslavl 300’000 bpd – beschädigt
5. Ryazan 295‘000 bpd – beschädigt
6. Volgograd 287’000 bpd – arbeitet
7. Kstovo 262’000 bpd – beschädigt
8. Perm 260‘000 bpd – arbeitet
9. Tuapse 240‘000 bpd – zerstört
10. Moscow 230’000 bpd – arbeitet
Die 10 grössten Raffinerien verarbeiten 55% der gesamten russischen Erdölmenge. https://twitter.com/ukraine_map/status/2046100968417186267
KOMMENTAR: Die Ukraine vertraut nicht mehr auf die Sanktionen der Partner, sondern nimmt sie selbst in die Hand.

AUSWEITUNG DES KRIEGS GEFORDERT
Die russischen Militärblogger erkennen den Umfang und die Effizienz der Angriffe ukrainischer Drohnen auf militärische und militärrelevante Ziele. Dazu gehören das Ausschalten von Radar- und Luftschutzanlagen insbesondere auf der Krim und die Attacken auf Raffinerien und Ölexporthäfen im Süden Russlands.
Illustriert mit dem Foto der brennenden russischen Ölanlage in Tuapse schreiben die Militärblogger von «Milinfolive» auf Telegram ihren 602’000 Abonnenten:
«Es ist offensichtlich, dass weder die derzeitige Zusammensetzung der Luftverteidigung noch das Innenministerium mehr mit der Masse und der Regelmässigkeit der Angriffe ukrainischer Drohnen auf das Territorium Russlands fertig werden können.
Entweder sind radikale Reformen und Änderungen in diesem Bereich erforderlich, oder die Produktionskapazitäten für Drohnen für die Streitkräfte der Ukraine, die sich in Europa befinden, müssen ausser Betrieb gesetzt werden. Andernfalls werden wir bis zum Ende des Jahres grosse Probleme haben.» https://t.me/milinfolive/170809
KREML MÖCHTE WENIGER ANGRIFFE
Der Kreml verweigert offiziell direkte Gespräche zwischen Russland und der Ukraine in der Türkei, aber Gespräche mit der Türkei finden statt. Dabei hat Russland die Türkei um Hilfe gegen die ukrainischen Angriffe auf ihre Erdöl- und Erdgasanlagen gebeten.
Der stellvertretende russische Aussenminister, Alexander Grushko, erklärte: «Angesichts der anhaltenden terroristischen Angriffe des Kiewer Regimes auf die Gastransportinfrastruktur haben wir unseren türkischen Partnern wiederholt aufgetragen, der ukrainischen Seite in dieser Angelegenheit klare und entschlossene Signale zu senden und die Einstellung solcher Aggressionsakte zu fordern.»
Volodymyr Zelenskyj hat demgegenüber erklärt, dass die Angriffe auf die militärisch relevanten Ziele Russlands weitergehen, trotz der «negativen Signale von Partnern». Dies betrifft auch die für die Alimentierung des Krieges wichtigen Erdgas- und Erdölanlagen. https://twitter.com/francescoproia/status/2046160469946188090

DROHNENATTACKE AUF BEAMTEN
Einer der wichtigen Berater des ukrainischen Verteidigungsministeriums heisst Serhii «Flash» Beskrestnov und ist ein Spezialist für elektronische Kriegsführung. Am Samstag war er das Ziel russischer Drohnen in seinem Privathaus.
Serhii «Flash» schreibt auf Facebook seinen 110’000 Followern: «Die Russen haben versucht, mich heute Abend zu töten. 4 Shahed-Jets wurden gegen mich gestartet. Einer der ferngesteuerten «Shahed» flog und krachte gegen die Hauswand. Ich habe kein Haus mehr.» Neben einem Bild, das ihn im Krankenhaus zeigt, schreibt er: «Ich bin etwas eingeschränkt, aber vor allem lebe ich auf wundersame Weise. Ich war mental darauf vorbereitet, dass sich dies entwickelt und es wird mich nicht aufhalten.»
Julian Röpke, Ukraine-Spezialist bei der deutschen «Bild» beschreibt den Schlag gegen den ukrainischen Regierungsbeamten und schreibt: «Was machen wir, wenn 50 Drohnen auf Kanzleramt & Verteidigungsministerium und jeweils 10 auf Merz’ & Pistorius’ Privatwohnung fliegen?» https://www.facebook.com/Serhii.Flash/posts/pfbid0FBn6th4dtiYJkk1K41xEMMq7z98EVr871rkt3aP3AzfwedoQTZz8mp59CMx97MT6l; https://x.com/julianroepcke/status/2046144081647096247

ZELENSKYJ EINSCHÄTZUNGEN
In einem Interview nannte der ukrainische Staatspräsident am Sonntag einige seiner Einschätzungen:
- «Die Einschränkung des Zugangs zu sozialen Netzwerken in Russland hängt nicht damit zusammen, die Kritik am Staatsoberhaupt einzuschränken. Meiner Meinung nach geht es um etwas Tieferes — um Aufstände im Falle einer grossen Mobilisierung zu verhindern. Warum ist das nötig? Um einen grossen Angriff auf die Ukraine zu wiederholen.»
- Der Kreml habe auch eine Option B. anstelle eines grossen Angriffs auf die Ukraine: «mit geringeren Kosten und weniger Aufwand einen parallelen, kleinen Angriff dort starten, wo man mit weniger Streitkräften auskommen kann. Warum? Weil ein bestimmtes Land, zum Beispiel die baltischen Staaten, nicht zu einem starken Widerstand bereit ist. Weil sie klein sind. Nicht weil sie nicht mutig sind.»
- Nach Angaben des Präsidenten ist der realistischste Ansatz, die Positionen an der derzeitigen Frontlinie zu festigen und zur Diplomatie überzugehen. Genau das hält er für den schnellsten Weg, die Tötungen zu beenden. Das Hauptproblem ist, dass Russland einem solchen Ansatz nicht zustimmt.
- «Die USA produzieren 60 Raketen für Patriot pro Monat. Ich habe darum gebeten, schon seit Biden: Gebt mir eine Lizenz, und ich verspreche euch, wir werden eure Produktion verdoppeln. Ich wollte das sehr. Wir waren bereit.»
- «Wir müssen innerhalb eines Jahres unser eigenes antiballistisches System entwickeln, um nicht von Patriot abhängig zu sein. Das ist realistisch, aber sehr schwierig aufgrund von Problemen mit den Komponenten. (…) Wir werden verhandeln, kaufen, tauschen und manchmal sogar erpressen, um Raketen für die Luftverteidigung zu bekommen.»
- «Die zerstörten Elektrizitätswerke werden heute wieder aufgebaut. Ich glaube, dass es langsamer geht, als es könnte. Und hier müssen wir ehrlich sein: Nicht überall ist der Hauptgrund Geld. Das Management, die Kompetenz der lokalen Führung. Es gibt sehr starke lokale Manager. Dort, wo sie stark sind, bauen die Menschen selbst bei finanziellem Mangel wieder auf. Und dort, wo sie schwach sind, sind sie schwach.»
- «Die Ukraine benötigt jährlich 8 Millionen Tonnen Diesel. Unsere Partner aus dem Nahen Osten können unseren Bedarf decken. Wir haben bereits entsprechende Vereinbarungen getroffen.» Präsident Zelenskyj erklärte ausserdem, dass die Ukraine 11 Anfragen von Ländern des Nahen Ostens und des Kaukasus zur Unterzeichnung von Sicherheitsabkommen erhalten hat.

ZÜGE WERDEN ZERSTÖRT
Die russische Armee verlagert einen Teil ihrer Angriffe auf die Zerstörung der ukrainischen Eisenbahn. «Die Arbeiten am ukrainischen Eisenbahnrollmaterial gehen weiter», schreiben die prorussischen Militärblogger von «Milinfolive». Gezeigt werden Bilder von einem «Lokomotivdepot südlich von Kharkiv», von stark beschädigten Eisenbahnwagen und zerstörten Bahnhofsgebäuden.
Auch ukrainische Drohnen greifen die Transportinfrastruktur der russischen Eisenbahn an. Aus Nowotscherkassk wurden heute Morgen Videos veröffentlicht, welche Brände von Bahnanlagen zeigen. https://t.me/milinfolive/170810; https://t.me/u_now/197019

AGGRESSIVER LUKASCHENKO
Der weissrussische Diktator Alexander Lukaschenko benimmt sich zunehmend aggressiv gegenüber nordeuropäischen Staaten und der Ukraine.
In einem Interview mit der regierungsnahen Nachrichtenagentur Belta sagte Lukaschenko: «Meine Aufgabe ist es, meine Nachbarn zu warnen: Estland, Lettland, Litauen, Polen, vielleicht in gewissem Masse auch die Ukraine. Möge Gott sie vor einer Aggression gegen Belarus bewahren. Wir wollen keinen Krieg, wir werden nicht gegen sie in den Krieg ziehen.»
Lukaschenko gab keinen Hinweis darauf, warum er glaubt, dass all diese Länder Belarus angreifen könnten. https://twitter.com/gerashchenko_en/status/2046160274491629816;

UKRAINE VERLIERT BEVÖLKERUNG
Bis 2050 kann die Bevölkerung der Ukraine um 17,9 % schrumpfen, während jene von Russland bis dann um 5,5 % zurückgeht. Grosse Veränderungen prognostiziert die UNO auch für China (Minus 11%), Japan (Minus 14.6%) Italien (Minus 12,3%) und einige postsowjetische Staaten wie Polen, Rumänien oder Bulgarien.
Im gleichen Zeitraum wird die Weltbevölkerung um etwa 1,4 Milliarden Menschen zunehmen, wobei der grösste Zuwachs in afrikanischen Ländern erwartet wird. Dort werde die Bevölkerung in einzelnen Ländern um 70 bis 90% wachsen, prognostiziert die UNO. https://t.me/u_now/197012



