#UKRAINE AKTUELL Nr. 1517 (19.4.2026 / 7Uhr)

  • Unbekannte Schweizer Fabrik
  • «Verhandlungen keine Priorität»
  • Ukraine attackiert 3 Kriegsschiffe
  • Neue Seedrohne mit 86 m/h
  • 6 Tote bei Terroranschlag in Kyiv
  • Historischer Sieg in Ungarn
  • Bulgarien könnte heute kippen

KOOPERATION SCHWEIZ – DEUTSCHLAND

Am 1. April 2026 äusserte sich Armin Papperger, CEO der deutschen Rüstungsfirma Rheinmetall, in einem Interview mit dem amerikanischen Magazin «Atlantic» abschätzig über die ukrainische Waffenindustrie. Papperger bezeichnete Rüstungsunternehmen wie «Fire Point» und «Skyfall» als «informelle, improvisierte Betriebe», als «Hausfrauen, die mit Lego spielen». Der Spott traf danach aber nicht die beiden erfolgreichen Unternehmen («Flamingo»-Marschflugkörper, P1Sun-Drohnen) sondern Papperger und seine Waffenschmiede.

Nun will Rheinmetall mit einer Schweizer Waffenfirma kooperieren. Für das zweite Halbjahr 2026 ist ein gemeinsames Unternehmen (Joint Venture) mit dem Namen «Rheinmetall Destinus Strike Systems» geplant. Destinus wurde 2021 von Mikhail Kokorich, einem russischen Unternehmen und Gegner Putins, in der Schweizer Ortschaft Payerne gegründet.

Das Unternehmen hat unter anderem den Marschflugkörper Ruta (ukrainisch: «Рута») entwickelt. Sie kann 500 Kilometer weit fliegen und traf bereits Ziele in Russland. Derzeit entwickelt die Firma weitere Raketen und Marschflugkörper, unter anderem den «Ruta Block 2».

Destinus übernimmt 49 % des gemeinsamen Unternehmens und behält die Kernentwicklung. Rheinmetall übernimmt 51 % und bringt die deutsche Serienfertigung ein. Das gemeinsame Unternehmen soll Raketen nach dem HIMARS-Standard in Massen produzieren, die in der Ukraine entwickelt wurden und bereits im Einsatz sind. (HIMARS sind Mehrfachraketenwerfer-Systeme, die auf mobilen Lastwagen installiert sind.)

https://ukraineaktuell.com/ukraine-aktuell-nr-1499-1-4-2026-7uhr; https://x.com/mylovanov/status/2044694673688494293; https://de.wikipedia.org/wiki/Destinus

KEIN INTERESSE AM FRIEDEN

Sergei Lawrow, seit 22 Jahren Putins Aussenminister, hat Friedensgespräche mit der Ukraine als «nicht prioritär» bezeichnet.

In seinem offiziellen YouTube-Kanal «You listened» sagte Lawrow: «Wir sehen die Möglichkeit einer Wiederaufnahme der Verhandlungen in Istanbul positiv. Derzeit hat dieses Thema, die Wiederaufnahme der Verhandlungen, keine oberste Priorität in unseren Angelegenheiten. Wir haben niemandem Verhandlungen aufgezwungen. Wir sind immer davon ausgegangen, dass es nicht unsere Aufgabe ist.»

Die letzten 6 Wochen bezüglich der sogenannten «Friedensgesprächen»:

  • Am 9. März wurde bekannt, dass die trilateralen Gespräche Ukraine, Russland, USA verschoben wurden.
  • Am 10. März sagte der türkische Präsident Recep Erdogan, dass sein Land bereit sei trilaterale Verhandlungen zu organisieren.
  • Am 19. März sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow, dass die Unterbrechung der Verhandlungen zwischen der Ukraine, den Vereinigten Staaten und Russland nur vorübergehend sei. Man müsse sich nur auf Zeitpläne einigen.
  • Am 26. März sagte Zelenskyj, die Ukraine sei für Verhandlungen mit der russischen Seite auf der Ebene der Staats- und Regierungschefs der beiden Länder.
  • Am selben Tag erklärte der Kreml, dass es keine Einigung über die Territorien gebe, aber man zu weiteren Gesprächen bereit sei.

https://t.me/youlistenedmayak/41861; https://www.pravda.com.ua/news/2026/04/18/8030736

3 SCHIFFE BESCHÄDIGT

Die Drohnenabteilung des ukrainischen Geheimdienstes (SBU) führte einen wirkungsvollen Angriff auf die von Russen besetzte Halbinsel Krim durch.

Getroffen wurden drei Kriegsschiffe der russischen Armee:

  • Grosses Landungsschiff der russischen Marine «Jamal»
  • Grosses Landungsschiff der russischen Marine «Azov»
  • ein weiteres, nicht näher bezeichnetes Kriegsschiff

Nicht bestätigt ist die Beschädigung eines Minenabwehrbootes des Projekts 21980 «Grachonok»

Darüber hinaus beschädigten Drohnen des SBU die Antennenblöcke des Kommunikationssystems «Delfin», das Radar MR-10M1 «Mys-M1» und die Treibstofftanks auf der Ölbasis «Yugtorsan».

https://t.me/exilenova_plus/19050

NEUE SEEDROHNE-GENERATION

Der US-Militärblogger Chuck Pfarrer hat die diese Woche in Kyiv vorgestellte neue Seedrohne «Seababy» genauer angeschaut. «Die „Seababy“ der 3. Generation ist eine weitreichende, schnelle und schwer erkennbare Marine-Angriffsplattform.», schreibt Pfarrer.

Es gibt das ferngesteuerte Kampfboot in verschiedenen Konfigurationen. In einer Ausführung ist sie eine auf dem Wasser fahrende Bombe mit einer Sprengladung von 300 Kilogramm. Sie kann aber auch als Basisstation für Drohnen genutzt werden und so die Reichweite von Flugdrohnen erweitern. Die Seababy erreicht eine Geschwindigkeit von 45 Knoten (83 Kilometer/Stunde) und die maximale Reichweite beträgt 740 Kilometer.

Der Schiffskörper ist aus Carbon (Kohlenstoff), was sie für Radar schwer erkennbar macht. Ausgerüstet ist die «Seababy» mit Satellitennavigation und einer 360 Grad HD-Lowlight-Kamera für Nachteinsätze, sowie einer Wärmebildkamera. https://twitter.com/chuckpfarrer/status/2044557433129861299

TERRORANSCHLAG IN KYIV

In der ukrainischen Hauptstadt erschoss ein Mann wahllos sechs Menschen und verletzte zehn weitere. Zuerst schoss er auf der Strasse im Holosijiwskyj-Bezirk um sich und drang dann in einen Supermarkt ein, wo er Geiseln nahm. Auf der Strasse tötete er unter anderem die Eltern eines elf Jahre alten Buben, der nun verletzt im Krankenhaus behandelt wird. Im Lebensmittelladen erschoss er eine der Geiseln. Eine Spezialeinheit der ukrainischen Polizei griff ein und tötete den Terroristen.

Nach ersten Recherchen handelt es sich um einen in Moskau geborenen Mann, der auch die ukrainische Staatsbürgerschaft besass und in der Region Donezk wohnte.  Der 58 Jahre alte Mann war schon früher wegen Gewalttaten polizeilich bekannt. Zum Töten der Zivilisten benutzte er eine halbautomatische Waffe vom Typ KelTec SUB2000. Die Waffe lässt sich zusammenklappen und ist in der Ukraine frei erhältlich.

Volodymyr Zelenskyj meldete sich am Abend und bestätigte die ausländische Herkunft des Mannes. Alle Elemente dieses Verbrechens würden untersucht, sagte der Präsident.

https://t.me/UkraineNow/80539; https://t.me/c/1063294905/25580https://t.me/V_Zelenskiy_official/18721

HISTORISCHER SIEG IN UNGARN

Sechs Tage nach der Wahl sind in Ungarn 100% der Stimmen ausgezählt. Die Partei «Tisza» von Péter Magyar hat diese Wahl so deutlich gewonnen, wie noch nie eine Partei zuvor.

Laut offiziellen Angaben wird «Tisza» 141 von 199 Sitzen erhalten und übertrifft damit die Zweidrittelmehrheit um 8 Sitze. Bevor die Stimmen aus dem Ausland ausgezählt waren, wurde mit einer Mehrheit von 136 Stimmen gerechnet. Für jene Beobachter, die rechnen können, ergibt das für Viktor Orbáns Parteienbündnis FIDESZ nur 52 Sitze und für die rechtsextreme Partei «Unser Vaterland» 6 Sitze.

Die offiziellen Wahlergebnisse werden am 4. Mai vorliegen und das neue Parlament könnte am 6. oder 7. Mai zusammentreten und den Regierungschef wählen.

https://t.me/c/1197363285/196840

BULGARIEN KÖNNTE KIPPEN

Heute Sonntag findet in Bulgarien eine vorgezogene Wahl für das Parlament statt. Dies ist die Folge des Rücktritts der alten Regierung unter Rossen Scheljaskow im Dezember 2025 und dem anschliessenden Scheitern von drei Regierungsbildungsversuchen.

Möglich ist, dass der ehemalige Präsident Bulgariens und Putinfreund Rumen Radev genug Stimmen für eine Regierungsbildung erhält. Diese Spekulation veröffentlichte die «Financial Times». Gemäss der Zeitung könnte Radevs Mitte-Links Partei «Progressives Bulgarien» ein Drittel aller Stimmen erhalten und damit stärkste politische Kraft im Land werden. Während seiner Zeit als Präsident kritisierte Rumen Radev den Krieg Russlands gegen die Ukraine nicht, verurteilte die EU-Sanktionen und sprach sich gegen den Beitritt seines Landes zur Eurozone aus.

https://www.ft.com/content/6bad205e-7b22-4332-b4d6-bc71be179a31

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