- Sondernummer UNGARN
- Ungarn vertreiben Orbán
- 2/3 Mehrheit für Opposition
- Rekord bei Wahlbeteiligung
- Magyar wendet sich EU zu
- Euphorie in Budapest
- Freude über Niederlage
- Obama, Dusk, von der Leyen
- Rückblick auf Orbáns Mafia
- Kreml-Weltwoche blamiert
GROSSER SIEG DER UNGARN
Der 16 Jahre lang herrschende Viktor Orbán wurde in Ungarn vom Volk abgewählt. Sieger ist die konservative Bewegung TISZA von Péter Magyar, ehemals Mitglied von Orbans Partei.
Péter Magyars TISZA erobert 138 von 199 Parlamentssitzen und übertrifft damit die Zweidrittelmehrheit um fünf Sitze. Diese Zweidrittelmehrheit benötigt Magyar, um die diversen Verfassungsänderungen rückgängig zu machen, mit denen Orbán seine Macht abgesichert hatte.
Nach der Auszählung von 98,94% der Stimmen steht folgendes Ergebnis fest:
- TISZA (Bewegung von Péter Magyar): 53,07% der Stimmen, 138 Mandate (93 direkt in den Wahlkreisen und 45 auf der nationalen Liste)
- FIDESZ-KDNP (Parteienbündnis von Viktor Orbán): 38,43% der Stimmen, 55 Mandate (13 direkt in den Wahlkreisen und 42 auf der nationalen Liste)
- MI HAZÁNK / Unser Vaterland (rechtsextreme Partei): 5,83% der Stimmen, 6 Mandate (alle auf der nationalen Liste, 0 in den Wahlkreisen)

Überwältigend ist der Sieg von Magyars Partei in den regionalen Wahlkreisen, wo alle Vertreter von Orbán bis auf 13 Personen abgewählt wurden. Wahlbeobachter hatten zuvor befürchtet, dass die auf Orbáns Partei «zugeschnittenen» Wahlkreise das Ergebnis verfälschen würden. Offenbar war der Unmut der Ungarn grösser als die Manipulationen des Regimes.

Entscheidend war die grosse Wahlbeteiligung von 78%, ein bisher nie erreichter Wert.

Noch vor Ende der Auszählung anerkannte Viktor Orbán die Niederlage: «Das Wahlergebnis ist, auch wenn es noch nicht endgültig feststeht, nachvollziehbar und eindeutig. Die Verantwortung und die Chance, die Regierung zu bilden, wurden uns nicht übertragen. Ich habe der siegreichen Partei gratuliert.»

SIEGESREDE VON MAGYAR
- «Gemeinsam haben wir das Orbán-Regime gestürzt – gemeinsam. Wir haben Ungarn befreit, wir haben uns unsere Heimat zurückgeholt», sagte der konservative Oppositionsführer Péter Magyar am Abend vor Zehntausenden jubelnden Anhängern auf dem Batthyány-Platz in der ungarischen Hauptstadt.
- «Auf den Tag genau 23 Jahre nach dem Referendum über den Beitritt Ungarns zur Europäischen Union haben Ungarn und mehrere Millionen Menschen heute, am 12. April 2026, erneut Geschichte geschrieben.»
- Er werde zunächst in den Nachbarstaat Polen reisen und danach in die EU-Zentrale nach Brüssel, um über Fördergelder zu sprechen: «Ungarn wird ein starker Verbündeter der EU und der Nato sein.»
- Der ungarische Staatspräsident Tamás Sulyok solle ihm schnellstmöglich das Mandat zur Regierungsbildung geben und dann von seinem Amt zurücktreten. Ebenfalls zurücktreten sollen der Generalstaatsanwalt, der Präsident des Obersten Gerichtshofs und der Leiter der Medienaufsichtsbehörde, welche alle von Orbán eingesetzt worden waren.
- Die Anhänger bejubelten die Aussagen Magyars immer wieder mit «Europa, Europa» und «Russland – hau ab!» Rufen.
Youtube-Video: https://www.youtube.com/watch?v=jEm11KnkCRs; https://x.com/i/status/2043442306960036307; https://24.hu/belfold/2026/04/13/tisza-gyozelem-kepek/

UNBEKANNTER PÉTER MAGYAR
Julia Mendel, ehemals Pressesprecherin von Volodymyr Zelenskyj, schreibt: «Weisst du, wer noch 16 Jahre lang regiert hat? Angela Merkel. Das ist mir gerade in den Sinn gekommen.
Was der neue Ministerpräsident für die Ukraine bedeuten wird, ist noch nicht bekannt. Herr Magyar ist kein Liberaler; er teilt einen ähnlichen ideologischen Hintergrund mit Viktor Orbán. Dennoch könnte er bereit sein, das ungarische Veto gegen den 90-Milliarden-Euro-EU-Kredit für die Ukraine aufzuheben. Im Gegenzug könnte die Europäische Kommission die rund 17 Milliarden Euro an eingefrorenen EU-Mitteln für Ungarn freigeben, die kürzlich ausgesetzt wurden. Allerdings ist noch nichts klar…» https://twitter.com/IuliiaMendel/status/2043425762087252289

EUPHORIE IN BUDAPEST
Zehntausende Menschen stürmten am Sonntagabend ins Zentrum der ungarischen Hauptstadt. Ein Video aus einer Metrostation in Budapest zeigt die unbändige Freude der meist jungen Menschen.
Videos aus Budapest in dieser Nacht zeigen tausende Menschen, die jubelnd durch die Strassen spazieren, begleitet von hupenden Autokonvois: «Was für eine Nacht. Es ist, wie wenn wir Fussballweltmeister geworden wären», schreibt Tivor M. Kalman aus der Hauptstadt.
Videos : https://www.youtube.com/watch?v=iyTCPGtN5bQ; https://x.com/i/status/2043420045603160360; https://twitter.com/i/status/2043504246780256292

FREUDE ÜBER NIEDERLAGE
Barak Obama, 44. Präsident der Vereinigten Staaten: «Der gestrige Sieg der Opposition in Ungarn ist, ebenso wie die Wahlen in Polen im Jahr 2023, ein Sieg für die Demokratie – nicht nur in Europa, sondern weltweit. Vor allem aber ist er ein Beweis für die Widerstandsfähigkeit und Entschlossenheit des ungarischen Volkes – und eine Mahnung an uns alle, uns weiterhin für Gerechtigkeit, Gleichheit und Rechtsstaatlichkeit einzusetzen.»
Donald Tusk, Ministerpräsident Polens: «Ungarn – Polen – Europa: Back together! Glorious victory, dear friends! Ruszkik haza!» (Wieder vereint! Ein glorreicher Sieg, liebe Freunde! Russland geh nach Hause!)
Ursula von der Leyen, EU-Kommissionspräsidentin: «Ungarn hat Europa gewählt. Europa hat immer Ungarn gewählt. Ein Land kehrt auf seinen europäischen Weg zurück. Die Union wird stärker.»
Friedrich Merz, Bundeskanzler Deutschland: «Ich freue mich auf die Zusammenarbeit für ein starkes, sicheres und vor allem geeintes Europa.»
Emmanuel Macron, französische Präsident: «Frankreich begrüsst den Sieg der demokratischen Teilhabe, die Hingabe des ungarischen Volkes an die Werte der Europäischen Union sowie das europäische Engagement Ungarns.»
Die «European Democtrats», Vereinigung der zentristischen Parteien Europas: «Der Gesang „Europa, Europa, Europa“, der von den Ufern der Donau aufsteigt, ist ein Schrei, der das Gewissen von uns allen erschüttert. Er hebt unsere Stimmung, erfüllt uns mit Freude und gibt uns die Hoffnung, dass diese Ära des Souveränismus und Populismus bald der Vergangenheit angehören möge. Es lebe ein vereintes und demokratisches Europa!»
Garry Kasparov, russischer Oppositioneller, zum Eingeständnis von Orbán, dass er verloren hat: «Apologeten, die Orbán für sein Nachgeben Lob zuteilen wollen, verfehlen absichtlich den Kern der Sache. Er hätte alles getan, um an der Macht zu bleiben, hätte er es für möglich gehalten. Die Ungarn haben es unmöglich gemacht. Er hat nicht aufgehört; er wurde gestoppt.»
Kaspar Surber, Journalist der «Wochenzeitung»: «Der grosse Sieg der ungarischen Bevölkerung gegen den Autoritarismus ist auch eine krachende Niederlage für die Schweizer Rechtspublizisten.»
https://x.com/BarackObama/status/2043507244893982757; https://x.com/donaldtusk/status/2043434899903033432; https://x.com/vonderleyen/status/2043416848666906954; https://x.com/bundeskanzler/status/2043415287987327064; https://x.com/Kasparov63/status/2043455925856436411; https://x.com/democrats_eu/status/2043442306960036307; https://x.com/EmmanuelMacron/status/2043416413231018096; https://www.facebook.com/kaspar.surber;

RÜCKBLICK AUF ORBÁNS MAFIA
Die italienische «Republica» schreibt nach einem Interview mit dem ehemaligen ungarischen Bildungsminister Balynt Magyar:
«Eines Tages wurde der Eigentümer von Esma, einem Unternehmen für Plakatwände für Straßwerbung, ins Wirtschaftsministerium bestellt. Man sagte ihm, er solle sein Unternehmen an einen Oligarchen verkaufen, der Fidesz nahesteht, der Partei von Orbán, und das zu einem festgelegten Preis. Der Eigentümer von Esma lehnte ab. Vom nächsten Tag an kamen Steuerinspektoren, Staatsanwälte, ein Regen von Kontrollen bei ihm vorbei. Er gab nicht nach. Daraufhin verabschiedete das Parlament ein Gesetz, das dieses Plakattypen verbot, weil es eine Ablenkung für Autofahrer darstelle. Nach 2 Jahren stand Esma kurz vor der Pleite, und der Eigentümer verkaufte an den von Fidesz genannten Oligarchen. Innerhalb eines Monats hob das Parlament das Verbot auf».
Orbán hat Hunderte Millionen Dollar für Bestechungen ausgegeben, um die Wahl zu gewinnen. In einem Video zeigt ein ungarischer Bürger, eine Geschenkkarte im Wert von 31-US-Dollar-Geschenkkarten für ihr Versprechen, für Orbáns Partei – FIDESZ – zu stimmen. Neben der direkten Bestechung von Wählenden fanden aber auch Bestechungen hinter den Kulissen statt – bei denen, die für die Auszählung der Stimmen zuständig waren.
https://www.repubblica.it/esteri/2026/04/12/news/ungheria_stato_mafia_intervista_magyar-425277873/; https://x.com/i/status/2043373757780435331;

HOBBY PROGNOSTIKER
(KOMMENTAR): Kurt W. Zimmermann («Zimmi») ist nicht nur ein gescheiterter TV-Manager («TV3»), sondern auch ein miserabler Prognostiker. Der Schreiber im Kreml-Blättchen «Weltwoche» vermeldete stolz, dass er «der einzige Journalist Europas» sei, der NICHT von einer Niederlage von Viktor Orbán ausgehe.
Ausgerüstet mit minimalen Kenntnissen und einem sehr grossen Ego behauptete Zimmermann, dass die Wahlen in Ungarn in den Wahlkreisen entschieden werden. Etwas besser informiert, hätte er wissen müssen, dass fast die Hälfte der Parlamentssitze aufgrund der nationalen Stimmenanteile vergeben werden und hier war schon vor der Wahl klar, wer die Nase vorne hat.
Und wenn er sich etwas mit der Stimmung in Ungarn vertraut gemacht hätte, wäre ihm auch nicht entgangen, dass die Ungarn die Nase voll haben vom korrupten Viktor Orbán und seinen Vertretern in den Wahlkreisen. Demselben Orbán übrigens, dem die Weltwoche immer wieder den Hof machte («wahrer Staatsmann alter Schule») und ihn sogar im November 2023 zur 90-Jahres Feier der einst wertvollen Zeitung eingeladen hatte.



