- Verteidiger von Mariupol frei
- 182 Ukrainer wieder zuhause
- Putins relative Waffenruhe
- Verlust: Mehr 1,3 Mio. Russen
- Boris Johnson fordert Waffen
- Magyar ruft Ungarn zur Wahl auf
- Die letzte Rede von Viktor Orbán
72. GEFANGENENAUSTAUSCH
Am Samstag konnten 175 ukrainische Soldaten und 7 ukrainische Zivilisten aus russischer Gefangenschaft heimkehren. Die ukrainische Seite entliess ebenfalls 182 Personen in Richtung Russland.
Fast alle Heimkehrenden waren seit 2022 in russischen Anstalten eingesperrt. Die Hälfte von ihnen hatte bei der Verteidigung von Mariupol geholfen und waren dort in Gefangenschaft geraten.

Unter den heute befreiten Soldaten befinden sich Vertreter der Marine, des Heeres, der Territorialverteidigung, der Luftlandetruppen, der Streitkräfte, der Luftwaffe, des Sonderdienstes sowie der Nationalgarde und des Staatlichen Grenzdienstes der Ukraine. Ebenfalls unter den Befreiten sind 25 Offiziere, die Russland seit dem Beginn der Austausche nicht freilassen wollte.
Das Alter des jüngsten Befreiten beträgt 22 Jahre, das des ältesten 63 Jahre.

Zum weiteren Prozedere schreibt die ukrainische Regierung: «Die aus der Gefangenschaft befreiten Verteidiger erhalten eine vollständige Palette der notwendigen medizinischen Hilfe. Jeder von ihnen wird einer medizinischen Untersuchung und entsprechender Behandlung unterzogen. Sie erhalten auch von der Regierung vorgesehene Zahlungen, durchlaufen eine Rehabilitation und eine Reintegration in die Gesellschaft nach der langen Isolation in der russischen Gefangenschaft.»
https://t.me/DeepStateUA/23390; https://t.me/milinfolive/170341; https://t.me/exilenova_plus/18683

BUSATTACKE STATT WAFFENRUHE
Putin kündigte für Samstag 16 Uhr bis Sonntag 24 Uhr eine «Oster-Waffenruhe» an – Ostern ist in der Ostkirche dieses Wochenende. Zwei Stunden nach Beginn dieser Waffenruhe griff eine russische FPV (First Person View)-Drohne einen Trolleybus in der Stadt Kherson an. Der Buschauffeur starb am Tatort.
Aus der Umgebung von Hluchiv wird berichtet, dass russische FPV-Drohnen eine Gruppe ukrainischer Soldaten getötet haben, die verletzte Kameraden evakuieren wollten.
In dieser Nacht traf eine russische Drohne einen Krankenwagen in der Gemeinde Gluchow in der Region Sumy. Drei Sanitäter wurden bei dem Angriff verletzt.
Ansonsten werden an der Front der Waffenstillstand weitgehend eingehalten. Allerdings fliegen auf beiden Seiten Drohnen, um mehr über den Gegner zu erfahren und diese werden auch gegenseitig abgeschossen. Ausserdem, so schreibt «Exilenova Plus»: «Beide Seiten ergreifen Maßnahmen zur Verbesserung ihrer Position, zur Stärkung ihrer Positionen, zur Organisation der Logistik und zur Aufklärung der Hinterlandpositionen und der Technik.»
Der ukrainische Generalstab meldet, dass am Freitag 1’440 und am Samstag bis 16 Uhr 1’070 russische Soldaten getötet oder verwundet wurden. Bisher betragen die Verluste der russischen Armee im seit über vier Jahren dauernden Krieg 1’311’180 Personen.
https://t.me/exilenova_plus/18694 ; https://t.me/DeepStateUA/23392; https://t.me/c/1197363285/196170

BORIS JOHNSON AN DER FRONT
Der ehemalige britische Premierminister Boris Johnson besuchte die Positionen der 65. Brigade der ukrainischen Streitkräfte in der Region Saporischschja. Er veröffentlichte danach in der britischen «Daily Mail» eine Kolumne, in der er die westlichen Führer aufforderte, ihren Ansatz zur Unterstützung Kyivs zu überdenken. Johnson beschreibt das Aussehen der Dörfer in der Nähe der Frontlinie und den Grad der Müdigkeit der ukrainischen Soldaten, ist aber zuversichtlich, dass «sie sich eines Tages erholen werden».
Der ehemalige britische Premierminister kritisierte auch die westlichen Verbündeten für ihre Weigerung, der Ukraine Langstreckenraketen zu liefern: «Es ist sinnlos, nur Trump und die Weigerung der USA, ‚Tomahawks‘ zu liefern, zu beschuldigen. Großbritannien hat seine eigenen Langstreckenraketen, und die Deutschen auch.»

MAGYAR RUFT ZUR WAHL AUF
Seine Abschlussrede hielt Péter Magyar von der ungarischen Bewegung TISZA und ernst zu nehmender Herausforderer von Viktor Orbán in Debrecen. Die zweitgrösste Stadt Ungarns gilt als Hochburg der regierenden FIDEZ-Partei. Im Gegensatz zu früheren Reden, in denen er vor allem die vielen Miseren in Ungarn ansprach, war Magyars letzte Wahlkampfrede von Warnungen und Dank geprägt.
Er erinnerte an die Manipulationsversuche der herrschenden FIDEZ von Viktor Orbán: «Ich möchte darauf hinweisen, dass der Kauf von Stimmen oder deren Erpressung durch Drohungen, den Entzug von Sozialleistungen, den Entzug von Brennholz oder die Wegnahme von Kindern ein sehr schweres Verbrechen ist. (…) Jeder wird allein in der Wahlkabine mit seinem eigenen Gewissen sein. Ich bitte jeden, sich zu überlegen, ob es sich lohnt, für einen Tagesvorteil, für zehntausend Forint, für ein Lebensmittelpaket die Zukunft an diese Leute zu verkaufen.»
Auch für den Wahltag vom Sonntag seien Provokationen der FIDEZ geplant: «Wir haben zahlreiche konkrete Informationen darüber, mit welchen Wahlbetrügereien und Operationen unter falscher Flagge sich die Fidesz auf morgen vorbereitet.» Eine der Aktionen hätten der von der Regierung geschützte, mutmassliche Kriminelle Miklós Simon und dessen Ehefrau Ildikó Rizsák, die Bürgermeisterin von Nyírbogát, geplant.

Magyar, begnügte sich ansonsten mit einem Dank an seine Anhänger: «Ich möchte mich bei allen – meiner Familie, meinen Kindern, meinen Kollegen, unseren mehr als 50’000 Freiwilligen und allen Ungarn – für die vielen freundlichen Worte und Ideen bedanken. Ich hoffe, dass ich mich zum Besseren gewandelt habe und das in mich gesetzte Vertrauen rechtfertigen kann.»
Später veröffentlichte Magyar auf «X» eine Fotografie der Demonstration in Debrecen und schrieb dazu: «Debrecen wurde von der über die Ufer getretenen Tisza überschwemmt. 25’000 bis 30’000 von uns haben gemeinsam unsere Kampagne abgeschlossen. Morgen wird das ganze Land von der Tisza überschwemmt werden. Wir brauchen jeden! Jede Stimme zählt! Ihr könnt von 6 Uhr morgens bis 19 Uhr abends wählen! Vorwärts, Ungarn! Vorwärts, Tisza!»
https://24.hu/kozelet/2026/04/11/magyar-peter-debrecen-szombat-beszed-kampanyzaro; https://x.com/magyarpeterMP/status/2043053537941201380; https://www.youtube.com/watch?v=2AOAcUvoZG8&t=1753s

ORBÁNS LETZTE REDE
In seiner letzten Rede vor den Wahlen wiederholte der aktuelle Regierungschef Ungarns Viktor Orbán sein Regierungsprogramm, in dem die inneren Probleme seines Landes kaum Platz hatte. Orbáns Hauptaussagen:
- Diese Wahl wird entscheiden, ob Ungarn eine nationale oder eine ukrainienfreundliche Regierung bekommt.
- Wir werden Selenskyjs Ölblockade durchbrechen, die Pipeline wieder in Betrieb nehmen und die Ukraine finanziell isolieren, bis Ungarn die Energie erhält, die es benötigt.
- Bei dieser Wahl geht es um den Frieden. Wir werden weder unsere Kinder noch Geld oder Waffen in die Ukraine schicken.
- Ungarn wird eine Insel des Friedens und das sicherste Land in Europa bleiben. Wir werden nicht zulassen, dass die Ungarn ausgeraubt werden.
- Jeder Ungar weiss auch, dass es bei dieser Wahl darum geht, ob wir zulassen, dass die Ungarn ausgebeutet werden. Ich sage Ihnen: Wir lassen es nicht zu, wir lassen es nicht zu. Wir lassen es nicht zu. Wir lassen es nicht zu. Wir werden es verhindern.
- Wir haben für die Ukraine alles getan, was eine christliche Nation tun sollte. Aber wir werden weder unsere Kinder noch Geld oder Waffen schicken, und wir werden uns nicht für ein anderes Land ruinieren.
- Trotz solcher Kriegswolken über unseren Köpfen und solcher Widerstände war Ungarn in der Lage, jedem Arbeit zu geben und die Vollbeschäftigung zu sichern.
- Es ist nicht wahr, dass jedes Land sich blindlings in das hineinsteigern muss, was man als „Woke“ und „Gender“ bezeichnet, wo man schon nicht mehr weiss, wer der Junge und wer das Mädchen ist. Wir haben Brüssel gezeigt, dass es in Europa noch Länder gibt, in denen der Vater, der Mann, die Mutter, die Ehefrau und ein Mann zusammenleben.
- Die USA unterstützen uns – und als stärkster Staat, der 70 % der NATO-Streitkräfte stellt, garantiert dies unsere Sicherheit.
- In Amerika werden dieselben Kämpfe für die Zukunft geführt, wie wir sie hier gegen die Migration, für den Schutz der Familien und für die Wahrung des Friedens führen.
- Der Westen ist nicht Brüssel. Wir stehen für ein christliches, nationales Europa – und die Amerikaner sagen jetzt dasselbe.
https://www.youtube.com/watch?v=qhpuscmaHiQ; https://x.com/Mylovanov/status/2043047614631784950



