#UKRAINE AKTUELL Nr. 1503 (5.4.2026 / 8Uhr)

  • Russische Armee tötet fünf Zivilisten
  • Ukrainer überwinden 1’100 Kilometer
  • Brände in Russlands Schlüsselindustrie
  • Angriffe auf Russen in besetzter Zone
  • Ukrainer operieren von Libyen aus
  • EX-CIA-Chef lobt ukrainische Innovation
  • Massive Kritik an Mobilisierungsbehörde
  • Auch die Slowakei für Sanktions-Schluss

MASSAKER AUF BELEBTEM MARKT

Am Samstagmorgen um 9:50 Uhr starteten russische Streitkräfte einen Drohnenangriff auf einen Markt in Nikopol. Dabei kamen fünf Menschen ums Leben und 27 wurden verletzt. Acht von ihnen wurden in Krankenhäuser eingewiesen. Ein 14 jähriges Mädchen und zwei Männer im Alter von 28 und 72 Jahren befinden sich in einem «kritischen Zustand».

Oleksandr Hanzha, Leiter der Militärverwaltung des Gebiets Dnipropetrovsk, beschreibt die Folgen des Angriffs: «Im Bezirk Nikopol wurden das Bezirkszentrum der Stadt Nikopol sowie die Verwaltungen («Hromada») von Tscherwonohryhorivka, Pokrowske, Marhanets und Myrove angegriffen. Es entstanden Schäden an mehr als 30 Einzelhandelsgeschäften, den Räumlichkeiten eines landwirtschaftlichen Unternehmens, einem Wohnhaus, einem Nebengebäude und Fahrzeugen.» https://www.pravda.com.ua/eng/news/2026/04/04/8028761

Nikopol befindet sich weit entfernt von der aktuellen Front und ein militärischer Nutzen des Angriffs ist nicht ersichtlich.

ANGRIFFE AUF TOGLIATTI

1964 wurde die russische Industriestadt «Stavropol an der Wolga» umbenannt in «Togliatti» zu Ehren des italienischen Kommunisten und Führers der Kommunistischen Partei Italiens (PCI) Palmiro Togliatti. Dort, rund 1’100 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt, befinden sich einige Industrieperlen der Russischen Föderation.

In der Nacht auf Samstag wurde Togliatti gleichzeitig von 10 Langstreckendrohnen angegriffen. Der Gouverneur der Region, Wjatscheslaw Fedorischtschew, bestätigte den Angriff und erklärte, dass ein Mitarbeiter eines Industrieunternehmens verletzt wurde und eine Drohne auf das Dach eines Wohngebäudes stürzte.

Videos und Fotos zeigen allerdings bedeutend grössere Schäden und diese werden auch von russischen Militärbloggern bestätigt. Explosionen und mehrere Brände wurden aus den beiden Chemieunternehmen «Toglitikauchuk» und «KuybyshevAzot» gemeldet.

Die beiden Unternehmen versorgen die russische Rüstungsindustrie mit Basismaterialien für Waffen und Munition, darunter Gummi und Sprengstoffe. Nach ersten Meldungen wurden die Rohstoffversorgungsanlagen und die Hauptproduktionsteile der beiden Fabriken getroffen, so dass sie ihren Betrieb nicht weiterführen können.

https://t.me/milinfolive/169887; https://t.me/exilenova_plus/18417; https://t.me/exilenova_plus/18412;  

DROHNEN-MASSENANGRIFF

In der Nacht auf Samstag griffen 250 ukrainische Drohnen russische Ziele an, ein Grossteil dvon in den besetzten Gebieten. Nach übereinstimmenden Berichten konnte dabei die Luftverteidigung der russischen Armee überwunden oder umgangen werden. Es gibt auch Vermutungen, dass die russische Armee ihre Anlagen zum Schutz der russischen Export-Häfen aus den besetzten Gebieten verschoben hat.

Die Quellen für Angriffsmeldungen sind teilweise ukrainische und russische Militärblogger, der ukrainische Generalstab und die Drohneneinheit «SBS /Madyar» unter Kommandant Robert Brovdi der ukrainischen Armee:

  • Auf der besetzten Halbinsel KRIM wurde ein Radar des S-400-Luftverteidigungssystem «Triumph» in Feodosija zerstört.
  • In der besetzten Region DONEZK wurde bei Zatchatovka ein Tor-M1-Luftverteidigungssystem getroffen. Ebenfalls zu Schaden kam der Logistikhub 35A in Chervone Pole.
  • In der besetzten Region LUHANSK wurde bei Lozove eine ZU-23-2-Flakkanone für die Abwehr von Drohnen getroffen sowie bei Novosemykinke ein Treibstofftank in Brand gesetzt.
  • Weitere getroffene Ziele waren Kommando- und Sammelpunkte der 36. Motor-Schützen-Brigade, 143. Motorschützen-Regiment, der 160. Motorschützen-Brigade und der 18. Motorschützen-Division in Golubitskoe und V.Novosilka (Donezker Region), bei Samiylivka (Saporischschja Region) sowie Belovodsk und Shulginke (Luhansk Region).

https://t.me/exilenova_plus/18419; https://t.me/milinfolive/169883;

NEUE ANGRIFFSWELLE

In der Nacht auf Ostersonntag haben weitere ukrainische Drohnenschwärme Schäden an der russischen Schlüsselindustrie verursacht:

  • Der Ölexporthafen Primorsk wurde erneut angegriffen. Nach Angaben des lokalen russischen Gouverneurs brennen Tankanlagen und Teile der Pipeline im Hafen durch «Abgestürzte Trümmer».
  • In Kstowo in der Region Nischni Nowgorod war die dortige war die dortige Lukoil-Raffinerie Ziel ukrainischer Angriffe. Videos zeigen Brände auf der Anlage. Bewohner berichten von drei Angriffswellen und mehr als 20 Explosionen.

https://t.me/exilenova_plus/18454; https://t.me/u_now/195477 ; https://t.me/Crimeanwind/96800; https://t.me/uniannet/188874

UKRAINER IN LIBYIEN

Am 3. März wurde vor der Küste Libyens der Tanker für Flüssiggas «Arctic Megagaz» angegriffen. Auf dem Schiff brach ein Brand aus und das Wrack trieb manöverierunfähig in Richtung Sizilien. (Siehe Ukraine Aktuell Nr. 1471, 1472 und 1482). Damals war unklar, wie es zu diesem Zwischenfall kam.

Nun enthüllt «Radio France International» (RFI) in einer Exklusivrecherche, dass das LNG-Schiff von ukrainischen Seedrohnen des Typs «Magura V5» angegriffen worden war. Laut der Veröffentlichung von RFI sind in Libyen mehr als 200 ukrainische Soldaten und Spezialisten an drei Standorten stationiert.

Ein Standort befindet sich in der libyschen Luftwaffenakademie in Misrata, wo Streitkräfte des Afrikakommandos (AFRICOM) der Türkei, Italiens und der USA stationiert sind. Ein weiterer Startpunkt für Luft- und Seedrohnen befindet sich in der Stadt Zawiya, 50 km westlich der Hauptstadt Tripolis. Der dritte Standort befindet sich im Hauptquartier der 111. Brigade der libyschen Armee beim Flughafen Tripolis und wird für Koordinationssitzungen zwischen ukrainischen Streitkräften und der libyschen Armee genutzt.

Laut «Radio France International» begann die Zusammenarbeit zwischen Libyen und der Ukraine im Herbst 2025.

https://www.rfi.fr/fr/afrique/20260402-exclusif-rfi-ces-militaires-ukrainiens-pr%C3%A9sents-dans-l-ouest-libyen; https://ukraineaktuell.com/ukraine-aktuell-nr-1481-14-3-2026-9uhr/; https://ukraineaktuell.com/ukraine-aktuell-nr-1472-5-3-2026-8uhr/; https://ukraineaktuell.com/ukraine-aktuell-nr-1472-5-3-2026-8uhr/;

LOB VON EX-CIA-CHEF PETRAEUS

General David Petraeus sprach über die ukrainische Drohnenproduktion und verglich sie mit jener der Vereinigten Staaten.

Der ehemalige CIA-Direktor David Petraeus beschrieb seinen Besuch in einer der grössten Drohnen-Fabriken der Ukraine. Dort werden in diesem Jahr drei Millionen Drohnen produziert: «Das ist mehr als irgendwo sonst auf der Welt. Die USA haben Mühe, überhaupt 400’000 Drohnen herzustellen», sagte er.

Gegenüber CBS-News sagte Petraeus: Russland ist der Ukraine in Bezug auf Truppenstärke und Bewaffnung weit überlegen. Dennoch halten die ukrainischen Streitkräfte die Russen an der Front in Schach. «In den letzten zwei Wochen haben die Russen weniger Fortschritte gemacht als die Ukrainer. Dies ist ein Verdienst der aussergewöhnlichen Innovationskraft, die die Ukraine in den letzten zwei oder drei Jahren bewiesen hat, als sie erkannte, dass sie die Russen weder zahlenmässig noch an Feuerkraft übertreffen konnte. Sie entschied sich daher, sie auszumanövrieren.»

https://x.com/MykhailoRohoza/status/2040537855303328068 ; Video: https://x.com/i/status/2040431653533675588

UNHALTBARE REKRUTIERUNG

Das «Territorial Center of Recruitment and Social Support» (TZK) ist eine ukrainische Behörde, die 2022 nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine geschaffen wurde. Sie ersetzte die damaligen Militärkommissariate und ist für die Mobilisierung von ukrainischen Frontsoldaten zuständig. Wegen ihrer rüden Methoden steht die TZK seit längerem in der Kritik.

Nun hat der ukrainische Ombudsmann Dmitry Lubinets einen Teil der Vorwürfe untersucht. Dabei stiess er auf unhaltbare Zustände beim TZK in Uzhgorod. Dort lebten Ukrainer unter gefängnisähnlichen Zuständen. Mehrere Menschen wurden wochenlang illegal festgehalten (21, 24, 30 und sogar 50 Tage), ihre Dokumente und Telefone wurden beschlagnahmt. Die Haftbedingungen seien zudem vollkommen unhygienisch: Für 40–60 Personen gibt es nur drei Becher und acht Metallteller — die Menschen essen abwechselnd aus demselben Geschirr ohne Desinfektion. Es hat zudem nur eine Toilette und eine Duschkabine für 60 Personen und es gibt keine Bettwäsche.

Laut dem Ombudsmann werden die TZK tatsächlich zu «Orten der Unfreiheit ohne rechtliche Grundlage». In einer ersten Reaktion hat das Operative Kommando «West» die Einrichtung einer Sonderkommission und der Beginn einer dienstlichen Überprüfung angekündigt.

https://t.me/u_now/195472; https://t.me/uniannet/188841;

AUCH FICO FÜR SANKTIONSENDE

Am 2. April forderte der ungarische Regierungschef Viktor Orbán (FOTO links) von der EU das sofortige Ende der Sanktionen gegen russische Öl- und Gasimporte: «Wir sollten nicht an Putin denken, sondern an unser Land und unsere Völker.»

Am Samstag hat der slowakische Regierungschef Robert Fico (FOTO rechts) dieselben Forderungen wie Orbán erhoben, nachdem er sich mit diesem unterhalten hatte. Fico verglich die Europäische Union mit einem «Selbstmordschiff» und sagte, dass die Energiepolitik der EU zur «Selbstzerstörung» führe. Fico forderte die Aufhebung der Sanktionen gegen russisches Gas und Öl, die Wiederherstellung der Lieferungen über die Druzhba-Pipeline und die Wiederaufnahme der Verhandlungen mit Moskau. https://t.me/rbc_news/146880

Orbán und Fico haben schon in der Vergangenheit ähnliche Forderungen gestellt, eine Annäherung an Moskau gefordert und das Ende der Unterstützung der Ukraine verlangt.

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