#UKRAINE AKTUELL Nr. 1496 (29.3.2026 / 9Uhr)

  • Russland will langen Irankrieg
  • Wie Moskau Mullahs unterstützt
  • Was Iran und Ukraine verbindet
  • Explosionen in Sprengstoffwerk
  • Erfolgreiche ukrainische Angriffe
  • Stimmenkauf für Wahl in Ungarn
  • Orbán verliert die Nerven

KREML FÜR LANGEN IRANKRIEG

Russische Satelliten übermitteln dem Iran fast täglich Bilder von US-Militäranlagen im Nahen Osten. Dies sagte Volodymyr Zelenskyj mit Bezug auf Informationen des ukrainischen Geheimdienstes.

➡️ Am 24. März wurden die amerikanisch-britische Militärbasis Diego Garcia auf den Chagos-Inseln im Indischen Ozean sowie der internationale Flughafen Kuwait und ein Teil des Ölfeldes erfasst.

➡️ Am 25. März — die Luftwaffenbasis Prinz Sultan in Saudi-Arabien.

➡️ Am 26. März — das Öl- und Gasfeld Shaibah und die Luftwaffenbasis Incirlik (Türkei) sowie die Luftwaffenbasis Al-Udeid in Katar.

Dank dieser Daten kann der Iran potenzielle Ziele identifizieren.

Auch das «Wall Street Journal» (WSJ) berichtete diese Woche «Russland hat den Austausch von Geheimdienstinformationen und die militärische Zusammenarbeit mit dem Iran erheblich ausgeweitet und gewährt Zugang zu seinen Satellitenbildern und fortschrittlichen Technologien zur Drohnenherstellung.» Der Kreml strebe danach, seinen wichtigsten Partner im Nahen Osten zu unterstützen, um die Ressourcen der USA zu erschöpfen.

Vom «WSJ» befragte Experten stellen fest, dass Moskau daran interessiert ist, den Konflikt in der Region zu verlängern. Dies bringt Russland sowohl militärische Vorteile (Ablenkung der Aufmerksamkeit des Westens von der Ukraine) als auch wirtschaftliche Vorteile (Stabilisierung der Energiepreise und gemeinsame Strategien zur Umgehung von Sanktionen).

Putins Langzeit-Aussenminister Lawrow behauptete diese Woche in einem Interview mit dem TV-Sender «France 2»: «Wir weisen die Vorwürfe zurück, wir würden den Iran durch die Weitergabe von Geheimdienstinformationen unterstützen. Die Koordinaten der amerikanischen Militärstützpunkte in der Region sind allgemein bekannt – das sind öffentlich zugängliche Informationen.»

https://t.me/u_now/194838; https://www.wsj.com/world/russia-is-sharing-satellite-imagery-and-drone-technology-with-iran-0dd95e49; https://x.com/clashreport/status/2037274680428462483;

ZWEI KRIEGE – EINE SCHNITTSTELLE

Shanaka Anslem Perera ist ein unabhängiger australischer Analyst, der seine Texte gegen ein kleines Entgelt der Öffentlichkeit zur Verfügung stellt. Hier seine Analyse zum Dreieck Zelensky – Ukraine – Iran:

«Zelenskyj sagte soeben NBC News, dass russische Satelliten die Prince-Sultan-Luftwaffenbasis in den Tagen vor dem iranischen Angriff dreimal fotografiert hätten. Er gab das Interview aus Doha, der Hauptstadt von Katar, jenem Golfstaat, in dem er kurz zuvor ein zehnjähriges Verteidigungsabkommen unterzeichnet hatte, um sich gegen die Waffe zu schützen, bei deren Bau Russland den Iran unterstützt hatte.

Ein Mann. Beide Seiten des Geheimdienstkriegs.

Zelenskyj teilte NBC News eine Zusammenfassung seines täglichen Geheimdienstbriefings als Präsident direkt mit. In dem Briefing hieß es, dass russische Satelliten die Prince-Sultan-Luftwaffenbasis am 20., 23. und 25. März fotografiert hätten. Am 27. März griff der Iran die Basis mit sechs ballistischen Raketen und 29 Drohnen an, beschädigte dabei ein E-3 Sentry AWACS-Flugzeug und mehrere KC-135-Tankflugzeuge und verletzte laut der Nachrichtenagentur Associated Press – AP – mindestens 15 amerikanische Soldaten.

Zelenskyj sagte gegenüber NBC: «Wir wissen: Wenn sie einmal Bilder machen, bereiten sie sich vor. Wenn sie ein zweites Mal Bilder machen, ist es wie eine Simulation. Beim dritten Mal bedeutet es, dass sie in ein oder zwei Tagen angreifen werden.»

Dann der Satz, der die Erzählung des Krieges neu gestalten wird: «Helfen sie den Iranern? Natürlich. Wie viel Prozent? Hundert Prozent.»

NBC berichtete Anfang dieses Monats separat, dass Russland dem Iran Geheimdienstinformationen über den Standort von US-Streitkräften im Nahen Osten zur Verfügung stelle, und berief sich dabei auf vier mit der Angelegenheit vertraute Quellen. Dies ist die wichtigste Geheimdienstenthüllung des Krieges.

Zelenskyj ist kein neutraler Beobachter. Er verkauft die Gegenwaffe. Die FPV-(First-Person-View) Abfangjäger der Ukraine schiessen die Shahed-136 zu 70 Prozent ab. Die Shahed wurde vom Iran entwickelt, von Russland aufgerüstet, vier Jahre lang auf ukrainische Städte abgefeuert und wird nun auf die Golfstaaten abgefeuert, die Zelenskyj gerade besucht hat. Er unterzeichnete innerhalb von 48 Stunden Verteidigungsabkommen mit Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar.

Und während derselben Reise, im selben Interview, in derselben Stadt, in der er das Abkommen unterzeichnete, übergibt er NBC die Geheimdienstinformationen, die zeigen, dass Russland die Basis fotografiert hat, die diese Abfangjäger schützen sollen.

Der Zeitpunkt ist strategisch gewählt. Zelenskyj demonstriert Washington und den Golfstaaten, dass die Ukraine an der Schnittstelle beider Kriege steht. Die Ukraine kennt die Satellitenmuster Russlands, weil sie seit vier Jahren deren Ziel ist. Die Ukraine wehrt die Drohnen des Iran ab, weil sie diese seit vier Jahren abfängt. Niemand sonst nimmt diese Position ein.

Zelenskyj sagte gegenüber NBC, er glaube, Putin wolle «einen langen Krieg im Nahen Osten», da diese höhere Ölpreise, vorübergehende Sanktionserleichterungen und Einnahmen für die russische Waffenproduktion mit sich bringe. «Wenn die Sanktionen aufgehoben werden, wird er mehr Geld bekommen, viel mehr Geld, und er wird dieses Geld in Waffen stecken.»

Russland fotografiert amerikanische Stützpunkte für den Iran. Russland rüstet Drohnen für den Iran auf. Russland profitiert vom Ölpreisanstieg, den der Krieg verursacht. Und Russland entsendet stellvertretende Minister nach Sri Lanka und in den Indischen Ozean, um den Treibstoff zu verkaufen, der den von Iran kontrollierten Engpass umgeht.

Der Aufspürer und der Verkäufer sind dasselbe Land. Der Mann, der den Aufspürer entlarvt hat, ist derselbe Mann, der die Gegenwaffe an die angegriffenen Länder verkauft. Zwei Kriege. Eine Architektur. Ein Mann, der in Doha sitzt und beide miteinander verbindet.»

Ganze Analyse: https://shanakaanslemperera.substack.com/p/the-architecture-of-bypass

ZIEL: SPRENGSTOFF-FABRIK

Die Fabrik «Promsintez» in der russischen Region Samara produziert jedes Jahr 30’000 Tonnen militärischer Sprengstoffe.  Diese werden zur Herstellung von Munition, Bomben, Granaten und Raketen verwendet.

In der Nacht auf Samstag wurde «Promsintez» von mehreren ukrainischen FP-5-Marschflugkörpern («Flamingos») angegriffen. Erstmals gab es Bilder eines Flamingo-Flugkörpers in Aktion.

Ein Video zeigt den Einschlag auf dem Werkgelände. Nach ersten Berichten gab es Folgeexplosionen in der Produktionszone. In den umliegenden Orten gingen Scheiben von Wohnhäusern durch die Druckwelle kaputt.

Das Ausmass der Schäden an diesem wichtigen strategischen Objekt des militärisch-industriellen Komplexes wird derzeit ermittelt.

https://www.facebook.com/GeneralStaff.ua; https://t.me/exilenova_plus/18081

ZERSTÖRUNGS-SERIE

Die Anzahl ukrainischer Drohnenangriffe hat in den letzten Wochen im Umfang und bezüglich der Erfolge massiv zugenommen. Dafür sind zwei Faktoren verantwortlich: Erstens die Ernennung des jungen ukrainischen Verteidigungsministers Mychailo Fedorov, der die Angriffsarbeit systematisiert hat. Zweitens durch die immer grössere Menge an verfügbaren Drohnen und Drohnenpiloten in der Ukraine.

In den letzten Tagen wurden folgende Erfolge gemeldet und in vielen Fällen mit Videos belegt:

  • Entdeckung und Zerstörung von mobilen Raketenstartanlagen auf dem Gelände des Donezker Flughafens;
  • Zerstörung eines russischen Flugabwehrsystem «Tor-M2» in der besetzten Region Luhansk;
  • Zerstörung eines russischen Flugabwehrsystem «Tor-M1» in der besetzten Region Saporischschja;
  • Funktürme und Kommunikationszentren in der besetzten Region Donezk.
  • Munitionslager beim Ort Mangusch in der besetzten Region Donezk;
  • Kommandobeobachtungspunkt in der Nähe von Lyubimivka, in der Region Kherson;
  • Truppenansammlungen im Bezirk Sichnevogo der Region Dnipropetrovsk,

Hinzu kommen eine grosse Zahl von Armeelagern mit Treibstoffen und Schmiermitteln sowie Reparaturwerkstätten der russischen Armee.

https://www.facebook.com/GeneralStaff.ua/posts/pfbid02VvmeM6o1UeuYLL5LkSmh4EqbQ5xM53RZzTKKb7asUgcZSQQ2TQM6FW1oLzJJqSSnl; https://t.me/exilenova_plus/18110

ORBÁN ZEIGT NERVEN

Die Parlamentswahlen in Ungarn finden am 12. April statt. Viktor Orbán war von 1998 bis 2002 Regierungschef und ist es wieder seit 2010. Er ist damit der am längsten amtierende Ministerpräsident Ungarns und zugleich der dienstälteste Regierungschef innerhalb der Europäischen Union. Innenpolitisch gelten Orbán und sein Parteienbündnis als «nationalkonservativ». Aussenpolitisch vertritt er die Interessen Moskaus innerhalb der Europäischen Union, bezieht aber Fördergelder für seine schlecht entwickelte Wirtschaft.

Gegen ihn tritt der junge bürgerliche Politiker Péter Magyar an und scheint als erster Oppostioneller der letzten 16 Jahre eine Chance bei der Wahl zu haben. Für Orbán ist das eine ungewohnte Situation. Ende der Woche trat er bei einer Wahlveranstaltung in In der Stadt Győr auf. Dabei wurde er aus dem Publikum ausgebuht, worauf Orbán die Beherrschung verlor und die Demonstranten zu beschimpfen begann. Er warf ihnen vor, ukrainische Interessen zu vertreten: «Ihr vertrittet ukrainische Interessen! Ihr wollt eine ukrainophile Regierung und das Geld der Ungarn an die Ukraine abgeben!»

Video: https://x.com/i/status/2037951787441733688

UNGARISCHER STIMMENKAUF

Die Regierung Orbán kauft in den ärmsten Regionen Ungarns massiv Stimmen, behauptet ein Dokumentarfilm mit dem Titel «Der Preis einer Stimme». Er wurde von ungarischen Journalisten realisiert und in den letzten zwei Tagen 1,2 Millionen Mal auf YouTube angeschaut.

Die Journalisten sammelten Informationen von 60 Personen aus 14 verschiedenen Gemeinden, darunter normale Bürger, Beamte und Sicherheitskräfte. Die Rechercheure berichten, dass Vertreter von Orbáns Parteienbündnis in die Dörfer reisen und dort den Einwohnern 150 bis 170 US-Dollar pro Stimme anbieten. Ortsbürgermeister versprechen Brennholz, Medikamente, Zugang zu medizinischen Leistungen, Teilzeitjobs und den Transport zum Wahllokal für die «richtige» Stimme und drohen denen, die sich weigern. Die Dokumentation argumentiert, dass das System weniger auf direkten Stimmenkauf als vielmehr auf die «Ausnutzung von Schutzlosigkeit und wirtschaftlicher Abhängigkeit» setzt, insbesondere in verarmten Gemeinden, darunter auch unter der ungarischen Roma-Minderheit.

Die Kampagne erreicht 600’000 Wähler (etwa 10 % der gesamten ungarischen Wählerschaft).

Die Plattform «Hungarian Conservatives» bezeichnet die Dokumentation als «Teil des Info-Krieges», welcher Teil der oppositionellen Bewegung sei, die Orban bei der Wahl schlagen will.

Dokumentarfilm: https://www.youtube.com/watch?v=ZCwQR5HRWR8&t=4s ; https://www.hungarianconservative.com/articles/current/orban-voter-intimidation-fraud-election-hungary-info-war-bbc/;

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