#UKRAINE AKTUELL Nr. 1494 (27.3.2026 / 9Uhr)

  • Russische Häfen und Raffinerie brennen
  • Erdöl-Exporte Russlands unterbrochen
  • Feuer in der grössten Phosphat-Fabrik
  • Putin bittet Wirtschaft um Spenden
  • US-Militärs von der Ukraine beeindruckt
  • Saudi-Arabien schliesst Abkommen
  • Ungarns Aussenminister gibt Verrat zu

RAFFINERIE UND HÄFEN BRENNEN

In der Nacht auf Donnerstag organisierte die ukrainische Armee Angriffe auf die Ölraffinerie Kirischi im Gebiet Leningrad (Russische Föderation) und erneut auf zwei wichtige Exporthäfen. Gemäss dem ukrainischen Generalstab brach in der Ölraffinerie Naftaverarbeitungswerk (KINEF) ein Brand in den «Anlagen zur Primärverarbeitung von Erdöl» sowie in zwei Tanks aus. Videos der lokalen Bevölkerung zeigen grosse Brände.

Die Ölraffinerie in Kirischi gehört zu den drei grössten Ölraffinerien der Russischen Föderation. Die Anlage verfügt über eine installierte Verarbeitungskapazität von etwa 20–21 Millionen Tonnen Öl pro Jahr. Auf das Unternehmen entfallen mehr als 6 % des gesamten Ölverarbeitungsvolumens Russlands. Der grösste Teil davon dient der russischen Armee und dem Export.

Die ukrainische Armee verfügt zunehmend über weitreichende Drohnen. In dieser Woche wurden sie eingesetzt, um die Ölexporthäfen von Ust-Luga und Primorsk anzugreifen. Der Hafen von Ost-Luga und jener von Primorsk wurden auch diese Nacht ein weiteres Mal attackiert und wieder brachen dort Brände aus. In Ust-Luga brennt es bereits seit drei Tagen mit einer Rauchwolke, die mehrere hundert Kilometer weit reicht. Durch die Angriffe auf die Häfen entfallen gemäss Experten bis zu 40% der Exportkapazität für russische Erdölprodukte.

Durch die gleichzeitigen Angriffe auf Kirischi, Ust-Luga und Primorsk wird die Lieferkette an Erdöl- und Erdgasprodukten in Richtung Ostsee und damit in Richtung Weltmarkt unterbrochen.

https://www.facebook.com/GeneralStaff.ua/posts/pfbid02NhHz8BaTw1osDGMwTxqxx4CNKNVxtck5F73uDEBSHZeejiW4LkZsdWSA2yQw7QwRl; https://t.me/exilenova_plus/18002; https://t.me/exilenova_plus/17976

BRAND IN PHOSPHAT-FABRIK

Die ukrainische Armee liefert weitere Belege für ihre Fähigkeit die russische Luftverteidigung zu überwinden oder zu umgehen.

Mindestens acht ukrainische Drohnen flogen mehr als 1’000 Kilometer weit und setzten in der Nacht auf Freitag das Chemiewerk AO «Apatit» (Chemiecluster der FosAgro-Gruppe) in in Tscherepowez (Region Wologda) in Brand. Dies ist der grösste Hersteller von phosphorhaltigen Düngemitteln, Phosphorsäure, Stickstoffe und Schwefelsäure in Europa und einer der führenden Hersteller von Düngemitteln in Russland.

Der bei «FosAgro» hergestellten Dünger werden nach Europa, Asien und Lateinamerika exportiert. Die Grundmaterialien dienen auch zur Herstellung von Munition für die russische Armee.

Videos zeigen Brände und wie russische Flugabwehrgeschütze heranfliegende Drohnen beschiessen, aber nicht treffen. https://t.me/exilenova_plus/18001

PUTIN BITTET UM SPENDEN

Putin bittet russische Oligarchen um Spenden für den Staatshaushalt, da die Kosten des Ukraine-Kriegs in die Höhe schnellen. Dies berichtet die «Financial Times» unter Berufung auf drei namentlich nicht genannte Quellen.

Suleiman Kerimov, ein Oligarch, der im Onlinehandel tätig ist, erklärte sich bereit, einen Beitrag in Höhe von 100 Mrd. Rubel (rund 1,06 Milliarden Euro) zu leisten, sagten sie. Auch der Metallmagnat Oleg Deripaska habe auf Nachfrage zugestimmt, einen Beitrag zu leisten.

Die russische Regierung versucht, die Kosten des Krieges mithilfe der Wirtschaft zu finanzieren. Im Januar erhöhte der Kreml die Mehrwertsteuer um 2 Prozentpunkte auf 22 Prozent, um über drei Jahre hinweg zusätzliche 600 Mrd. Rubel (6,4 Mrd. Euro) von kleinen und mittleren Unternehmen einzunehmen. Russland nahm zudem 2023 durch eine einmalige 10-prozentige Sondersteuer auf Gewinne einiger grosser Unternehmen 320 Mrd. Rubel ein.

Wirtschaftsminister Maxim Reschetnikov erklärte am Donnerstag, dass Russland eine weitere Sondersteuer in diesem Jahr in Erwägung ziehe, falls der Rubel weiter an Wert verliere. Die Verteidigungsausgaben des Kremls stiegen im vergangenen Jahr um 42 Prozent auf 13,1 Billionen Rubel (140 Milliarden Euro).

Aktuell gibt es eine kleine Entlastung des Staatshaushalts, weil Trump den Russen erlaubt hat, für 30 Tage Rohöl an Indien und weitere Abnehmer zu verkaufen. Dies führt dazu, dass die russische Rohölsorte «Urals» zurzeit ohne Abschlag verkauft werden kann, teilte der Kreml gestern mit.

Allerdings warnt Putin vor zu grossen Hoffnungen für erhöhte Einnahmen. Der Krieg der USA und Israels gegen den Iran werde in den nächsten drei bis vier Wochen enden und damit auch der unerwartete Ölgewinn. Das sagte Putin gemäss Alexander Shokhin, Präsident der Lobbygruppe «Russischer Verband der Industriellen und Unternehmer». https://www.ft.com/content/d10dfb27-f56f-45a0-9423-af5253cbedd5

BEEINDRUCKTE US-MILITÄRS

Vor einem US-Senatsausschuss sagten verschiedene hohe aktive und ehemalige Offiziere aus und berichteten über ihre Einschätzung der ukrainischen Armee:

  • General Christopher G. Cavoli (FOTO), ehemals höchster US-Kommandeur in der NATO sagte aus, dass er anfangs an der Fähigkeit der Ukrainer gezweifelt habe, das amerikanische Luftabwehrsystem «Patriot» einzusetzen, diese aber mittlerweile so versiert damit umgehen, dass die US-Armee nun von ihnen lernt.
  • Oberst Rosanna Clemente (FOTO), Offizierin der Luftabwehrartillerie (ADA) beim 10. Army Air and Missile Defense Command, sagte, dass die Ukrainer in der Kurzstrecken-Luftverteidigung («SHORAD») wie auch in der mittel- und höheren Luftverteidigung («IAMD») «zu den besten Luftabwehrkräften gehören, die ich je gesehen habe».
  • Generalleutnant Steve Whitney des Pentagon-Generalstabs (Direktor Streitkräftestruktur, Ressourcen und Bewertung) ist beeindruckt von der Geschwindigkeit der Innovationen, die die Ukrainer gegen Russland erreicht haben, und welche Lehren daraus gezogen werden können. «Ihr Innovationsgrad ist nicht von dieser Welt.»
  • Oberst William Parker, Luft- und Raketenabwehr-CFT: «Was wir in der Ukraine gelernt haben, ist: Ich sende Signale aus, ich werde ins Visier genommen, ich sterbe.» Er erklärt, dass die Lösung hierfür darin besteht, mobil zu bleiben. Mittel, die zu lange stationär bleiben, insbesondere während sie Signale aussenden, werden zerstört.

Colby Badhwar, ein kanadischer Militäranalyst und Mitglied von «Inside Stories» und «CEPA» (The Center for European Policy Analysis), hat die Befragungen beobachtet und schreibt: «Viele der bewährten ukrainischen Taktiken, Techniken und Verfahren müssen im US-Militär noch umgesetzt werden, obwohl man sich ihrer Vorzüge bewusst ist. Vieles davon gilt nicht nur für die Luftabwehr. Auch Einheiten ausserhalb der Luftabwehr müssen verstehen, wie sie sich selbst schützen können.» https://x.com/colbybadhwar/status/2036790399701008677; https://www.facebook.com/reel/2426979437712571;  https://x.com/wartranslated/status/2037150741652013090;

ABKOMMEN MIT SAUDIS

Der ukrainische Präsident Volodymyr Zelenskyj und der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman sollen ein Abkommen über die Zusammenarbeit im Sicherheitsbereich unterzeichnen.

Dies berichtet die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Quellen in der saudischen Regierung. Es ist bekannt, dass das Abkommen den Schutz des Luftraums betreffen wird; weitere Einzelheiten wurden bisher nicht veröffentlicht.

Kyiv bietet den Ländern der Region, die iranischen Angriffen ausgesetzt sind, seine Expertise im Bereich der Luftverteidigungs- und Drohnentechnologien an. Im Gegenzug erhofft sich die Ukraine politische, finanzielle und technologische Unterstützung zur Stärkung ihrer Kriegsanstrengungen gegen Moskau.

Zelenskyj war gestern in Saudi-Arabien zu einem nicht angekündigten Besuch eingetroffen. «In Saudi-Arabien angekommen. Wichtige Treffen sind geplant. Wir schätzen die Unterstützung und unterstützen diejenigen, die bereit sind, mit uns im Bereich der Sicherheit zusammenzuarbeiten», schrieb Zelenskyj auf seinem Telegram-Kanal über seinen Besuch in Saudi-Arabien. https://entrevue.fr/de/monde/zelensky-en-arabie-saoudite-pour-renforcer-ses-alliances-au-moyen-orient/; https://t.me/V_Zelenskiy_official/18441

UNGARN GIBT VERRAT ZU

Am Wochenende wurde bekannt, dass der ungarische Aussenminister Péter Szijjártó seinen Kreml-Amtskollegen Sergej Lawrow jeweils über den Stand der Verhandlungen bei der Europäischen Union telefonisch informiert. Aufgedeckt wurde dies von einem ungarischen Journalisten.

Heute bestätigte Péter Szijjártó, dass die Informationen zutreffen, in einem auf Video aufgezeichneten Dialog mit einem Journalisten:

  • SZIJARTO: «Ich stimme mich in der Regel vor und nach den Tagungen des Rates der Außenminister über die dort getroffenen oder noch zu treffenden Entscheidungen mit denjenigen ab, mit denen eine Abstimmung aus ungarischer Sicht wichtig ist.»
  • INTERVIEWER: «Gehört Sergej Lawrow dazu?»
  • SZIJARTO: «Nun, natürlich! Sehen Sie, Russland ist ein wichtiger Partner für Ungarn.»

Auf die Frage, ob er auch aus laufenden Verhandlungen mit Lawrow gesprochen habe, sagte Szijjártó: «Ich erinnere mich nicht». Seine Körperhaltung passte nicht zu dieser Aussage.

Péter Szijjártó ist seit 12 Jahren Aussenminister der ungarischen Regierung unter Viktor Orbán. Am 12. April finden in Ungarn Parlamentswahlen statt, welche über die Zusammensetzung der Regierung entscheiden. Video: https://x.com/i/status/2036933507511878143

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