#UKRAINE AKTUELL Nr. 1492 (25.3.2026 / 8Uhr)

  • Ziel: Maximal viele Russen töten
  • Mehr russische Häfen unter Feuer
  • Ukraine dominiert Krim-Himmel
  • Schwedische Hilfe für Luftwaffe
  • Messanger «MAX» warnt nicht
  • Wirtschaftskrise vergrössert sich

IRAN-EXTRA auf www. aldrovandi. net

MAXIMAL VIELE RUSSEN TÖTEN

«Wir müssen Plastik und Metall gegen getötete Russen eintauschen. Das ist der beste Wechselkurs.» Dies sagte Robert «Madiar» Brovdi, Leiter von «Madyar Birds», einer der wichtigsten Drohneneinheiten der ukrainischen Armee, in einem Artikel von «The Economist».

Nach mehr vier Jahren Krieg ist die Hauptaufgabe der Ukraine nicht mehr, das Territorium zu halten, sondern die russischen Streitkräfte schneller zu vernichten, als der Kreml sie ersetzen kann. Laut Kommandeur Brovdi hat das im Dezember 2025 zum ersten Mal funktioniert. In den Wintermonaten betrug der Rückstand mindestens 8’700 Mann.

Brovdi: «Wenn in einem Bataillon keine Infanterie mehr übrig ist, lösen die Russen es nicht auf, sondern werfen Offiziere an die Front. Sie sind die leichtesten Ziele, weil sie nicht kämpfen können».

Ein Drittel aller russischen Personalverluste geht auf den Einsatz von Drohnen zurück. Ein Drittel der Soldaten tötet oder verwundet die Einheit «Madyar Birds», obwohl sie personell nur 2% der ukrainischen Armee ausmacht. Das Verhältnis der Verluste zwischen seinen Einheiten und den Besatzern beträgt 400:1, und die Kosten für die Ausschaltung eines russischen Soldaten betragen nur 878 €.

Die Frage, welche Brovdi am wenigsten mag, ist jene westlicher Militärbeobachter. Sie wollen wissen: «Welche Drohne ist die Beste». Brovdi antwortet darauf: «Die beste Drohne ist ein Ökosystem. Damit ein Pilot ein Ziel zerstören kann, muss eine ganze Maschine hinter ihm arbeiten». Die Operationen umfassen bis zu 15 Elemente: Aufklärung, elektronische Kriegsführung, Minenlegung, Munitionsproduktion, Pilotierung der Drohnen. Jede Mission wird als Geschäftsprozess erfasst und analysiert – ein Ansatz, den Brovdi aus seinem Vorkriegsleben übernommen hat.

Die Videos von «Madyar Birds» zeigen oft die letzten Sekunden vor dem Tod russischen Soldaten, verursacht durch Drohnen. Auf Kritik daran reagiert Brovdi kategorisch: «Ich habe keine moralischen Bedenken. Ein Mann kommt mit einer Waffe in meinem Land, um mich zu töten. Entweder töte ich ihn, oder er tötet mich. Millionen Ukrainer, einschließlich meiner Mutter, schöpfen Kraft aus dem, was wir tun». https://www.economist.com/europe/2026/03/22/ukraines-top-drone-commander-wants-to-bleed-russias-army-dry;  https://t.me/Crimeanwind/96083

HÄFEN ALS ZIELOBJEKTE

Nach dem Sonntagsangriff auf den Ostseehafen Primorsk im Leningrader Gebiet brennen dort die Transneft-Öltanks weiterhin. Die über das Land ziehende schwarze Rauchfahne hat eine Länge von mehr als 300 Kilometern erreicht. Dies zeigen gestern erstelle Aufnahmen der Erdbeobachtungssatelliten «Sentinel-2».

In der Nacht auf heute war auch der zweite grosse Erdölexport-Hafen in der Ostsee bei Ust-Luga das Ziel für ukrainischen Angriffe. Aus Ust-Luga wurden erste Videos veröffentlicht, welche Explosionen und Brände dokumentieren. Aleksandr Drozdenko, Gouverneur der Leningrader Region, bestätigte die Angriffe. Gemäss einer Geoinformationsanalyse wurde erneut das Werk «NOVATEK-Ust-Luga» getroffen. Dort werden stabile Gaskondensate verarbeitet, welche für ausländische Märkte bestimmt sind.

Ein weiteres Ziel in dieser Nacht war der Hafen Wyborg. Ein Schiff im Dock wurde getroffen und begann zu sinken. Es handelt sich vermutlich um den militärischen Eisbrecher «Dzerzhinsky». Russische Militärblogger bestätigen den Verlust des Schiffs des Projekts 23550. Sie versprechen, es «zu heben, zu reparieren und fertigzustellen».

Das Wyborger Schiffbauwerk (WSW) ist eines der wichtigsten Schiffbauunternehmen Russlands, das sich auf den Bau von Eisklasse-Zivilschiffen und Offshore-Technik spezialisiert hat.

https://t.me/exilenova_plus/17892; https://t.me/exilenova_plus/17918; https://t.me/u_now/194504; https://t.me/Crimeanwind/96176

UKRAINE DOMINNIERT KRIM-HIMMEL

Der ukrainischen Armee ist es gelungen, auf der besetzten Halbinsel Krim das Raketensystem «Bastion» anzugreifen und zu zerstören. Das System war bisher eingesetzt worden für Angriffe auf die Ukraine mit P-800 «Oniks» und 3M22 «Zirkon» Hyperschallraketen.    

Die russische Militär-Plattform «milinfolive» hat die Zerstörung von «Bastion» bestätigt. Die russischen Autoren beschreiben den Angriff: «Die erste Drohne fiel neben einer selbstfahrenden Abschussanlage, die zweite schaffte einen direkten Treffer, verursachte eine Detonation und einen unbeabsichtigten Start einer der Raketen.»

Die Russen stellen ernüchtert fest: «Das Überhandnehmen ukrainischer Drohnen mit „Starlink“ auf der Halbinsel ist so gross, dass sie bereits in der Lage sind, Kolonnen von Raketensystemen direkt auf dem Weg zu ihrer Position anzugreifen. Eine solche „freie Jagd“ ist eine direkte Folge schwerer Verluste in der Luftverteidigung der Krim.»

In einem weiteren Artikel schreibt «Milinfolive», dass weitere Radaranlagen der Luftverteidigung auf der Krim zerstört wurden: «Es besteht das Gefühl, dass, wenn nichts gegen die massiven ukrainischen Drohnen auf «Starlink» unternommen wird, die Luftverteidigungssysteme auf der Krim innerhalb eines Jahres ausfallen.»

Dies werde dazu führen, dass Verteidigungssysteme aus anderen russischen Regionen abgezogen werden müssten. Die russischen Militärbeobachter prognostizieren: «Und als Ergebnis davon könnten wir in Zukunft regelmässig solche Raketenangriffe wie in Brjansk (Anmerkung: In Brjansk wurde vor drei Wochen eine Computerchip-Anlage zerstört) erleben, aber diesmal auf dem Territorium der Krim oder in anderen Regionen, die gezwungen sein werden, ihre Luftverteidigung zu schwächen, um die Verluste in Krim und in neuen Gebieten auszugleichen.»

https://t.me/milinfolive/169141;  https://t.me/milinfolive/168359 ; https://x.com/defenceu/status/2036440322205426138

VERSTÄRKTE LUFTWAFFE

Die ukrainische Luftwaffe hat mindestens ein AWACS-Flugzeug Saab 340 in Betrieb genommen. Es handelt sich um eine fliegende Überwachungs- und Kommandozentrale, die von Schweden geliefert wurde. AWACS-Flugzeuge im Arsenal der ukrainischen Streitkräfte werden die Effektivität der ukrainischen F-16-Jäger, deutlich erhöhen, denn die Saab 340 ist dafür ausgerüstet.

Schweden hatte die Lieferung der AWACS-Flugzeuge im August 2024 versprochen (siehe «Ukraine Aktuell Nr. 893») und im April 2025 die erste Maschine geliefert (siehe «Ukraine Aktuell Nr. 1154»).

Ein am 20. März veröffentlichte Video zeigt das Flugzeug mit seinem markanten über dem Rumpf montierten „Balance-Balken“-Radar, ein zentrales Merkmal der schwedischen S 100D Argus-Variante. Analysten sagen, dass dies einen ersten visuellen Hinweis darauf darstellen könnte, dass die Plattform in den operativen Dienst in der Ukraine eingetreten ist.

Das Flugzeug-Radar ist in der Lage, Flugzeuge und andere Luftziele in Entfernungen von etwa 300–400 km zu erkennen, während es auf rund 6’000 m Höhe fliegt.

https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=pfbid0P4b7Vz6H38vvEcyjGvcCmik8qqrz5VnuitT6PQtCZtw4k6GnWzBWonzHYqRXF4Jcl&id=100008148522218; https://ukraineaktuell.com/ukraine-aktuell-nr-1154-21-4-25-21-uhr/; https://ukraineaktuell.com/ukraine-aktuell-nr-893-4-8-24-23uhr/;

MAX WARNT NICHT

Der Kreml liess den Messenger-Dienst «Telegram» blockieren und propagiert stattdessen das auch zur Überwachung seiner Nutzer geeignete System «MAX». Für die Bevölkerung hat das neue System gegenüber Telegram einen wesentlichen Nachteil. MAX kann keine Push-Nachrichten versenden und ist damit nicht in der Lage, die Bevölkerung vor Raketengefahren zu warnen.

Über diesen Mangel beklagt sich Wjatscheslaw Gladkow. Gouverneur der nahe an der Ukraine liegenden Region Belgorod. Gladkow schreibt: «Unser gesamtes Warnsystem basiert auf Push-Benachrichtigungen, die bei Raketengefahr oder Drohnenangriffen gesendet werden. Für uns ist dies ein lebenswichtiger und notwendiger Prozess, von dem das Leben Hunderttausender Menschen abhängt (…) Über den Messenger MAX ist es nicht möglich, Push-Benachrichtigungen zu senden, da die Software dort von ausländischen Herstellern stammt. Das widerspricht dem gesamten Ansatz».

Derzeit wird der Bevölkerung der Region als vorübergehende Alternative empfohlen, Sirenen auf der Strasse zu hören oder Warnungen über Radio und Fernsehen zu hören.

https://t.me/llordofwar/586439

KRISE DER WIRTSCHAFT

Kurzfristig profitiert der Kreml dank der Unterstützung von Trump beim Verkauf von Erdölprodukten. Gemäss Reuters könnten die russischen Einnahmen aus Öl und Gas bereits im April aufgrund des Anstiegs der Weltmarktpreise für Energieträger im Zusammenhang mit dem Krieg um den Iran um 70% steigen. Ob es soweit kommt, hängt davon ab, ob Trumps 30 tägige Freigabe von Erdöl und Gasverkäufen für Russland tatsächlich Mitte April endet.

Trotz dieser möglichen kurzfristigen Erholung krankt die russische Wirtschaft fundamental.

Die russische Nachrichtenagentur RBC: «Nach den Ergebnissen des Jahres 2025 verzeichnete die Bank von Russland einen Verlust von 184,8 Milliarden Rubel, wie aus dem Jahresbericht der Regulierungsbehörde hervorgeht. Im Jahr 2024 wies die Zentralbank dagegen einen Nettogewinn von fast 200 Milliarden Rubel auf, was ein Rekordwert war. Zum letzten Mal hatte die Zentralbank im Krisenjahr 2022 mit einem negativen Finanzergebnis zu kämpfen.»

Zur Linderung hat Russland Goldreserven abgebaut. Die russische Zentralbank hat in zwei Monaten 500’000 Unzen Gold verkauft, so viel wie nie seit 2015. Aktuell beträgt der Stand an Gold 74,3 Millionen Feinunzen. Das ist der tiefste Stand seit März 2022. Gleichzeitig macht Russland dank Trump einen unerwarteten Nahost-Gewinn von 150 Millionen US-Dollar pro Tag.

Die Verkäufe von Neubauten in Russland sind eingebrochen. Im Februar 2026 sank die Zahl der registrierten Kaufverträge in den 40 größten Regionen Russlands um 17,9 % gegenüber dem Vorjahr.

In Städten mit über einer Million Einwohnern war der Rückgang noch stärker — minus 22 %, wie «Yandex Real Estate» berechnete. Moskau stellte einen Negarivrekord auf: Hier brachen die Verkäufe um 51 % auf 3’800 Transaktionen ein.

In einer Ansprache vor seinen Untergebenen im Kreml räumte Putin ein, dass sich die Dynamik der russischen Wirtschaft Anfang 2026 negativ entwickelt habe unter anderem nahm die industrielle Produktion um 0,8% ab. Man müsse langfristig wieder Stabilität herstellen.

Der ukrainische Journalist Anton Gerashchenko kommentierte das Video mit der Rede: «Er befahl, alles zu verbessern. Seine Untergebenen hörten ihm mit ausdruckslosen Gesichtern zu. Niemand sagte ihm, dass sein Krieg die russische Wirtschaft ruiniert.»

https://www.reuters.com/business/russia-delays-change-fiscal-fund-after-iran-war-energy-price-surge-2026-03-23/; https://t.me/rbc_news/145725; https://euromaidanpress.com/2026/03/24/russia-gold-reserves-urals-oil-middle-east-war-2026/; https://x.com/gerashchenko_en/status/2036088142126633445;

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