#UKRAINE AKTUELL Nr. 1491 (24.3.2026 / 8Uhr)

  • 8’700 Verluste in einer Woche
  • Russlands Dörfer sterben aus
  • Russische Ölexporte gestoppt
  • Kombinierter Nacht-Grossangriff
  • EU sperrt Ungarn-Spione aus
  • Spionagenetzwerk in der Ukraine
  • Schluss mit Telegram in Russland
  • Nein zum MAX-Messenger
  • Kinder loben Internetausfall

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SINNLOSE FLEISCHANGRIFFE

In den vergangenen vier Tagen führten russische Truppen 619 Angriffsoperationen im Norden der Ukraine durch und versuchten, die ukrainischen Verteidigungslinien zu durchbrechen. Dabei verloren sie in vier Tagen mehr als 6’000 Soldaten durch Tod oder Verwundung. Dies schreibt der ukrainische Generalstab.

Die Hauptangriffe der Besatzer konzentrierte sich in Richtung Pokrowsk (163 Angriffe) und Oleksandrivsk (96 Angriffe). Trotz des enormen Drucks und des Einsatzes bedeutender Reserven konnte das russische Kommando ihre operativen Ziele nicht erreichen.

Nach Aussagen von Olexandr Syrskyj, Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte, betragen die Gesamtverluste des Feindes in den letzten sieben Tagen 8’710 Tote und Schwerverletzte.

https://x.com/front_ukrainian/status/2036020680529956864/photo/1; https://t.me/u_now/194314

RUSSLANDS DÖRFER STERBEN AUS

«Mein Dorf ist wie ausgestorben. Alle Männer kämpfen in der Ukraine». Das sagt eine Einwohnerin des Dorfes Kerchomja in der Republik Komi in einer Reportage von «The Guardian».

Das Dorf hat 700 Einwohner. 56 Männer zogen in den Krieg, ein Drittel aller Männer des Dorfes im erwerbsfähigen Alter. Davon sind 12 Männer gefallen und es gibt viele Vermisste. Die Arbeitskräfte fehlen nun auf Bauernhöfen, bei der Post oder in der Brotfabrik.

Kerchomja ist ein typischer Ort für die Rekrutierung russischer Vertragssoldaten. Zwei Drittel der bestätigten Verluste Russlands stammen aus Siedlungen mit weniger als 100’000 Einwohnern.

Männer wie jene aus Kerchomja ziehen in den Krieg, weil in den abgelegenen Dörfern von Komi die Monatslöhne bei 30’000 bis 40’000 Rubel liegen. Das sind umgerechnet 330 bis 440 Euro.

Ein Militärvertrag bietet dagegen bis zu 1 Million Rubel (11’000 €) Pauschalbetrag und zusätzlich eine Einsatzprämie pro überlebten Monat von mehr als 2’000 Euro.

Trotz der hohen Entschädigungen hat die russische Armee zunehmend Mühe, genügend neue Soldaten zu finden. «The Guardian» zitiert einen hochrangigen westlichen Beamten: «Russland ist nicht mehr in der Lage, schnell genug neue Soldaten einzuberufen, um diejenigen zu ersetzen, die auf dem Schlachtfeld in der Ukraine sterben.» Russland rekrutiert schätzungsweise 30’000 bis 35’000 Menschen pro Monat.

Und ein «Kreml-Insider» sagte der Zeitung: «Es war immer die Priorität des Kremls, die Moskauer glücklich und vor dem Krieg geschützt zu halten. Jede ernsthafte Unzufriedenheit wird nur dann gefährlich, wenn sie aus der Hauptstadt kommt.»

https://theguardian.com/world/2026/mar/08/russia-ukraine-war-rural-communities; https://twitter.com/mylovanov/status/2031032815345696981

ÖLEXPORTE GESTOPPT

In der Nacht auf Montag griffen 60 ukrainische Drohnen während 11 Stunden den russischen Ölexporthafen Primorsk an. Die russische Luftabwehr konnte 35 Flugkörper abschiessen. Die erfolgreich operierenden Drohnen setzten mehrere Treibstofftanks im Hafen in Brand. Videoaufnahmen zeigten grosse Brände und kilometerhoch aufsteigende schwarze Rauchwolken.

Der Gouverneur der Region Leningrad, Alexander Drozdenko, bestätigte die Brände von mehreren Treibstofftanks. Seit dem Angriff ist die gesamte Ölverladung in Primorsk gestoppt und wurde bis jetzt nicht wieder aufgenommen. Jährlich werden in Primorsk etwa 60 Millionen Tonnen Öl umgeschlagen.

Kurzzeitig gestoppt, aber im Laufe des Montags wieder aufgenommen, wurde der Ölexport über den Hafen Ost-Luga. Zuvor war der Betrieb mehrere Stunden aufgrund von Drohnenwarnungen eingestellt gewesen.

Über die Häfen Primorsk und Ust-Luga in der Ostsee wird die Hälfte des im Ausland verkauften Öls ausgeführt. https://www.reuters.com/world/fuel-reservoir-russias-primorsk-port-fire-after-drone-attack-governor-says-2026-03-23

GROSSANGRIFF UND STROMAUSFALL

Am Montagabend griffen mehrere hundert russisch-iranische Drohnen aus vier Richtungen Städte in der Ukraine an. Ausserdem setzten die Angreifer Raketen und Marschflugkörper ein, die von sechs strategischen Tu-95MS-Bombern abgefeuert wurden. Das Hauptziel des Angriffs war die Energieinfrastruktur.

Weitere Schäden:

➡️Saporischschja: Aufgrund des Angriffs auf die Stadt kam es zu einem Feuer in einem Hochhaus, Autos wurden in Brand gesetzt, und ein Wohngebäude wurde beschädigt. Eine Person wurde getötet, fünf weitere wurden verletzt.

➡️ Poltava: In der Stadt wurden Wohngebäude und ein Hotel beschädigt. Zwei Menschen wurden getötet, weitere 11 wurden verletzt.

➡️ Sumska Oblast. Schostka wurde schwer getroffen — die Einheimischen berichten von zahlreichen Explosionen. Die Folgen werden derzeit geklärt.

➡️ Westliche Regionen: Ternopilska, Vinnitsa und Ivano-Frankivska Oblast. Ein Teil der Marschflugkörper war auf dem Weg in diese Regionen, und Explosionen wurden gehört.

➡️ Ausserdem waren während des nächtlichen Angriffs Explosionen in Odessa und Kharkiv zu hören. Vorläufig ohne schwerwiegende Folgen.

➡️ Eine Drohne traf einen Zug auf dem Weg von Slatine nach Kharkiv bei Kharkiv. Ein 61-jähriger Passagier starb.

In Odessa fiel die Stromversorgung teilweise aus. Für die Hauptstadt Kyiv und die Region wurden Strom-Abschaltpläne für die zivilen Haushalte, Büros, Produktionsgebäude und Regierungsgebäude veröffentlicht. Die Heizsaison endet heute am 24. März. Das bedeutet, dass die zentrale Wärmeversorgung eingestellt wird. Damit ist die Ukraine weniger verletzlich gegen russische Angriffe als in den Wintermonaten.

https://t.me/u_now/194388; https://t.me/voynareal/133641

EU SPERRT UNGARN AUS

Der Verrat von EU-Informationen durch den ungarischen Aussenminister an den russischen Aussenminister hat nun Konsequenzen. (Informationen zum Verrat von Péter Szijjártó im «Ukraine Aktuell, Nr 1489»).

Die Europäische Union hat begonnen, Ungarn systematisch den Zugang zu strategisch wichtigen Informationen zu beschränken. Der Grund dafür sind ernsthafte Befürchtungen, dass die Regierung von Viktor Orban vertrauliche Daten an Moskau weitergibt, berichtet die Medienplattform «Politico».

Um die Anwesenheit ungarischer Vertreter zu umgehen, verzichten europäische Diplomaten zunehmend auf Treffen im vollen Umfang (27 Länder). Stattdessen werden sensible Fragen in engen Kreisen von «Gleichgesinnten» diskutiert. https://www.politico.eu/article/eu-hungary-leak-russia-peter-szijjarto

UNGARISCHES SPIONAGE-NETZ

Der Sicherheitsdienst der Ukraine (SBU) hat einen Stabsoffizier des ungarischen Militärgeheimdienstes identifiziert, der innerhalb der Ukraine ein Spionagenetzwerk geleitet haben soll. Zoltán André und seine Agenten waren insbesondere im ukrainisch-ungarischen Grenzgebiet Transkarpatien aktiv.

Die Agenten sammelten Informationen über die Stationierung der ukrainischen Streitkräfte und die Positionen von Luftabwehrstellungen in der Westukraine. Ausserdem erfassten sie die «gesellschaftspolitischen Stimmung» der Bewohner Transkarpatiens und deren potenzielle Reaktion im Falle eines Einmarsches ungarischer Truppen. Nach Auffassung des ungarischen Staatschefs Viktor Orbán gehört Transkarpatien zu «Grossungarn».

Den Mitarbeitern wurden Geld, Drogen und das Versprechen auf eine ungarische Staatsbürgerschaft angeboten. Bereits im Sommer 2025 verhaftete der SBU zwei ukrainische Helfer des Netzwerks. https://twitter.com/nexta_tv/status/2036079003451130239;

TELEGRAM FÄLLT WEG

Der in Russland sehr beliebte Messengerdienst «Telegram» war bisher auch für Meldungen der russischen Opposition oder von Kreml-Militärbloggern eine interessante und wichtige Quelle – auch für «Ukraine Aktuell».

In den letzten Wochen hat die russische Zensurbehörde «Roskomnadzor» die stufenweise Abschaltung von Telegram eingeleitet. Zuerst waren es nur Verzögerungen beim Hochladen von Nachrichten, doch nun funktioniert der Dienst nicht mehr. Die Militärplattform «Milinfolive» (615’000 Abonnenten) schreibt: «Telegram funktioniert praktisch nicht mehr. Um über alle Neuigkeiten auf dem Laufenden zu bleiben, abonnieren Sie dringend diesen Kanal bei MAX» https://t.me/milinfolive/169061

«Ukraine Aktuell» wird die MAX-Kanäle nicht abonnieren und damit fallen viele Informationen und Meinungen aus Russland weg.

WAS GEGEN MAX SPRICHT

Der von der russischen Regierung mit allen Mitteln geförderte Messengerdienst «MAX» ist ein Instrument zur Kontrolle und Informationssammlung, sagt der Leiter der Organisation «Gesellschaft zum Schutz des Internets» Michail Klimarew. Es ist vergleichbar mit dem chinesischen App WeChat:

«Die gesamte Korrespondenz wird nicht nur gelesen – sie wird nach Schlüsselwörtern durchsucht. Diese Daten werden drei Jahre oder länger gespeichert. Die technischen Möglichkeiten zur Speicherung dieser Textinformationen sind derzeit praktisch unbegrenzt.»

Bei der Installation von MAX wird die Erlaubnis zur Geolokalisierung, Zugriff auf die Kamera, auf die Fotos und die Datensammlung verlangt. Dazu gehören unter anderem, welche Webseiten besucht werden. Und seine Entwickler geben offen zu, dass die Plattform Daten auf Anfrage russischer Behörden übermitteln kann.

Es reicht schon, wenn MAX einfach installiert ist, um es für Spionage zu nutzen, sagt Michail Klimarew: «Wenn Sie diesen MAX auf Ihrem Telefon installieren und ihn mit sich führen, werden sie Ihren Standort auf wenige Dutzend Meter genau kennen, wie bei GPS. Warum sollten Sie das wollen?» https://t.me/Crimeanwind/95065

LOBGESANG AUF BLACKOUT

Im Ersten Kanal des russischen Fernsehens haben Kinder zur besten Sendezeit ein Lied über die Vorteile von Internetausfällen gesungen.

In dem Lied heisst es, dass «Handys nicht nötig sind», «wir nicht in eurem Internet sitzen» und dass das «blaue Licht des Bildschirms» den Kindern nicht das Mittagessen verderben wird. https://t.me/insiderUKR/120628;

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