- Putin-Kritiker in Psychiatrie-Klinik
- Ukraine weitet «Todeszone» aus
- Teilweise primitive Drohnenabwehr
- Megalöhne für Drohnenpiloten
- Korruption in ukrainischen Spitälern
- Orban blockiert erfolgreich EU-Kredit
- Länder wollen ihre Söldner zurück
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PUTIN-KRITIKER WEGGESPERRT
Der russische Blogger Ilya Remeslo wurde in die Psychiatrische Klinik Nr. 3 in St. Petersburg eingeliefert. Das schreibt die in Russland zugelassene Medienplattform «Fontanka» und beruft sich auf die Klinikleitung. Gemäss der Informationsstelle der Klinik «war Remeslo bisher nicht im Blickfeld der Psychiater gewesen».
Anfang der Woche hatte der Blogger mehrere Beiträge in seinem Telegram-Kanal mit scharfer Kritik an der Regierung veröffentlicht. So setzte er sich für einen sofortigen Friedensschluss im «sinnlosen Krieg» gegen die Ukraine ein. Ausserdem forderte er den Sturz von Putin, sowie einen Prozess gegen ihn. (Siehe «Ukraine Aktuell Nr. 1486 und Nr. 1484).
Die Texte von Ilya Remeslo hatte seine ursprünglich 89’000 Leser auf Telegram überrascht, denn er hatte sich viele Jahre zuvor ausschliesslich als Unterstützer der Regierung geäussert und gegen die Opposition gekämpft. Aktuell hat der Telegram-Kanal von Remeslo 121’000 Abonnenten. Der letzte Beitrag stammt vom Mittwochmorgen.
Das Wegsperren von Kreml-Kritikern in die Psychiatrie war schon in der Sowjetunion ein oft angewandtes Unterdrückungsmittel.
https://t.me/fontankaspb/101018; https://www.fontanka.ru/2026/03/18/76318491/ ; https://ukraineaktuell.com/ukraine-aktuell-nr-1486-19-3-2026-8uhr/; https://ukraineaktuell.com/ukraine-aktuell-nr-1484-17-3-2026-8uhr/;

GRÖSSERE TODESZONE
In den letzten zwölf Monaten hat die Ukraine mindestens 365 bestätigte Angriffe mit Drohnen des Typs «Middle Strike» in einer Tiefe von bis zu 250 km hinter der Frontlinie durchgeführt. Das Hauptziel war und ist die russische Luftverteidigung, die ausgeschaltet wird, um den Weg für weitere Angriffe auf den Rücken freizumachen.
Am häufigsten werden Drohnen des Typs FP-2 (der Firma Firepoint, FOTO) und «Rubaka» (Hersteller geheim) eingesetzt, wobei der Einsatz von FP-2 in letzter Zeit stark zugenommen hat. Verschiedene Einheiten der Verteidigungskräfte haben sich der Kampagne angeschlossen. Das Ergebnis ist, dass die Russen gezwungen sind, ihre Luftverteidigung auszudehnen, ihren Rücken freizulegen und die Möglichkeit zu verlieren, Kräfte sicher zu konzentrieren. Die Zone von 50–250 km wird bereits für ihre gesamte Infrastruktur gefährlich.
Der Einsatz dieser Drohnen ist Teil der Ausweitung der Todeszone («Killing Zone») entlang der Front durch die ukrainische Armee. Die Todeszone für die russische Armee beträgt nicht mehr rund 50 Kilometer, sondern gegen 150 Kilometer. Auf den entsprechenden Artikel des «The Telegraph» habe ich im Newsletter «Ukraine Aktuell Nr. 1486» hingewiesen.
https://t.me/exilenova_plus/17675 ; https://militarnyi.com/en/news/rubaka-long-range-loitering-munitions-developed-in-ukraine/, http://apphotnum.free.fr/Drones_2_EN.html

RUSSLANDS DROHNENABWEHR
Die russische Kriegsindustrie beginnt Anti-Drohnen-Drohnen zu entwickeln, welche denen ähneln, die von der Ukraine eingesetzt und aktiv auch im Nahen Osten verwendet werden. Sie sind klein, kompakt und tragen eine geringe Sprengstoffmenge mit sich.

Daneben improvisiert die russische Armee aber auch mit den vorhandenen Mitteln. Die Kreml-Nachrichtenagentur «RIA Novosti» hat eines dieser Geräte gezeigt und es als «mobile Drohnenabwehr» bezeichnet. Es handelt sich um einen Pickup mit einer Ladefläche auf der ein Gestell mit vier AK-74M–Sturmgewehren montiert ist. (Die AK-74M ist die Weiterentwicklung des Kalaschnikow-Sturmgewehrs und stammt auf dem Jahr 1974).
Wie die russische Plattform «Milinfolive» schreibt, wird diese Drohnenabwehr-Konstruktion von der «mobile Feuergruppe der Truppengruppe Zentrum» im Raum Dobropil eingesetzt.
https://t.me/milinfolive/168773; https://t.me/milinfolive/168659

KREML SUCHT DROHNEN-PILOTEN
Die russische Armeeführung hat früh verstanden, dass der Krieg mit Angriffsdrohnen von Typ der iranischen «Shahed»-Drohnen relativ günstig und effizient geführt werden kann, insbesondere gegen zivile Ziele. Aber die Bedeutung von Drohnen als Aufklärungs- und Kampfmittel an der Front hat der Kreml – im Gegensatz zur ukrainischen Armee – lange unterschätzt. Dieses Defizit will das russische Regime aufholen. Für neu gebildete Drohneneinheiten werden nun aktiv junge Männer gesucht.
Dies geschieht mit online geschalteten Inseraten. Auf einer dieser Werbungen ist ein junger, kecker Mann zu sehen, ausgerüstet mit Computerbrille und Joystick, dem ein alter, hochdekorierter Kriegsveteran aus dem Zweiten Weltkrieg anerkennend zulächelt.
Der Inseratentext lockt mit einer hohen Anfangsprämie, die etwa drei bis vier Jahresgehälter ausmacht. Auch die zusätzliche monatlichen Entschädigung ist mindestens dreimal so hoch wie der monatliche Durchschnittslohn eines Facharbeiters. Den Angeworbenen wird insbesondere versprochen, dass sie nicht zur regulären Armee, sprich Infanterie, an der Front zugeteilt werden.
Interessant ist auch die Wahl der Wörter, mit welchen junge Russen für den Kriegsdienst mobilisiert werden sollen.
Hier der Originaltext:
EIN JAHRESVERTRAG OHNE ÜBERTRAG ZUR INFANTERIE. BEZAHLUNG AB 7’000’000 ₽ VOM VERTEIDIGUNGSMINISTERIUM⚡️
Ein neues Drohnenunternehmen sucht gesunde Männer zwischen 18 und 43 Jahren! Ersetzt den Wehrdienst!
Deine Bedingungen:
💸 Ab 7’000’000 ₽ für das erste Dienstjahr. (7 Mio. Rubel entsprechen 73’000 Euro)
💸 Monatlich: ab 330’000 ₽. (entspricht 3’430 Euro)
🛡 100%ige Garantie für eine Stelle: Im Anschreiben schreiben wir «FPV-Operator». Du wirst kein Sturmtruppler oder Schütze.
Unsere Anforderungen (strenge):
⛔️ Keine Vorstrafen (auch wenn sie erledigt sind). Wir nehmen keine Leute aus Gefängnissen.
⛔️ Keine schweren Krankheiten (HIV, Hepatitis, Syphilis).
✅ Du brauchst nur den Wunsch zu lernen und Seite an Seite mit gesunden Männern zu dienen.
Wir suchen auch: Artilleristen, Fahrer, Luftverteidigungs- und elektronische Kriegsführungsspezialisten (bis 63 Jahre, auch mit erledigten Vorstrafen, Gehalt ab 215’000 ₽).
Wir kaufen dir Tickets aus jeder Region Russlands ✈️. Du kommst an, wir unterbringen dich, füttern dich und führen dich in 2 Tagen durch die medizinische Kommission. Alles auf unsere Kosten. Wir stellen verlorene Dokumente wieder her, falls nötig.
Unsere Sache ist gerecht! Der Sieg wird auf unserer Seite sein! 🇷🇺
Schreibe oder ruf an, wir beantworten alle Fragen:
https://t.me/milinfolive/168668
KORRUPTION IN SPITÄLERN
Die Polizei führt 70 Durchsuchungen in Krankenhäusern in der Ukraine durch. Die Behörden dokumentieren Betrugsschemata bei der Veruntreuung von Haushaltsmitteln, die für die Behandlung von Ukrainern im Rahmen staatlicher medizinischer Garantieprogramme vorgesehen waren.
Es geht um fiktive medizinische Dienstleistungen und Manipulationen von Daten im elektronischen Gesundheitssystem. Nach vorläufigen Schätzungen könnte der Schaden Hunderte von Millionen Griwna betragen.
Allen Beteiligten droht eine Strafe von bis zu zwölf Jahren Gefängnis und die Beschlagnahmung von Vermögen.

90 MILLIARDEN KREDIT BLOCKIERT
Das der Ukraine versprochene Kreditpaket über 90 Milliarden Euro bleibt blockiert. Schuld daran ist die ungarische Regierung. Sie hatte zwar an der Erarbeitung des Pakets mitgearbeitet, aber nach der Blockierung von Öllieferungen über eine ukrainische Pipeline ihr Veto eingelegt.
Wie das Magazin «Politico» schreibt, die EU-Staats- und Regierungschefs hätte eineinhalb Stunden lang versucht Viktor Orban davon zu überzeugen, einen Kredit in Höhe von 90 Milliarden Euro für die Ukraine freizugeben, schaffte es aber nicht. Das Magazin schreibt auch, dass die italienische Premierministerin Meloni die EU-Staats- und Regierungschefs beeindruckt habe, indem sie erklärte, sie verstehe Orbans Veto gegenüber der Ukraine.
EU-Chefin Ursula von der Leyen sagte nach den gescheiterten Verhandlungen: «Der Kredit ist weiterhin blockiert, weil ein Führer sein Wort nicht hält, aber lassen Sie mich wiederholen, was ich bereits in Kyiv gesagt habe: Wir werden diese Unterstützung auf die eine oder andere Weise leisten.»
https://www.politico.eu/article/italy-giorgia-meloni-told-leaders-understands-hungary-viktor-orbans-ukraine-position-diplomats/; https://t.me/u_now/194060

RÜCKFÜHRUNG GEFORDERT
Laut dem britischen Verteidigungsminister John Healey sind etwa 17’000 nordkoreanische Soldaten auf der Seite Russlands engagiert. Der grösste Teil von ihnen ist in Russland stationiert.
Hinzu kommen Tausende von Söldnern aus Indien, Pakistan, Nepal, Nigeria, Senegal und Kuba, die an der Front kämpfen.
Die Rekrutierung im Ausland stösst jedoch auf Proteste. So haben beispielsweise die Behörden Südafrikas begonnen, von Russland die Rückführung ihrer Bürger zu fordern, die unter Vorspiegelung falscher Tatsachen zum Kriegseintritt verleitet wurden.
Ähnliche Forderungen wurden zuvor bereits von Indien, Nepal und Sri Lanka gestellt. https://twitter.com/ArturRehi/status/2031765266237923468



