#UKRAINE AKTUELL Nr. 1486 (19.3.2026 / 8Uhr)

  • Die ukrainische Strategie funktioniert
  • Das Blatt an der Front wendet sich
  • 3’230 russische Verluste in 2 Tagen
  • Kreml-Blogger: Putin muss vor Gericht
  • Umweltschutz nach russischer Art

IRAN-EXTRA auf www. aldrovandi. net

UKRAINE STRATEGIE FUNKTIONIERT

Der britische «Telegraph» hat die Situation entlang der Front in der Ukraine untersucht und kommt zu folgendem Schluss: «Da Kiew sich weigert, Truppen in den Schlachtschlund zu schicken, hat es einen anderen Weg zum Sieg eingeschlagen – einen, der von Präzision, Geduld und Technologie geprägt ist. Nun beginnt sich diese Strategie auszuzahlen.»

Die Strategie der ukrainischen Armee ist es, die Todeszone («Killzone») entlang der Frontlinie auszuweiten. Ende des letzten Jahres war diese Zone noch maximal 50 Kilometer breit. Mit «Todeszone» ist jener Bereich der Front entlang gemeint, in dem die ukrainischen Drohnen fliegen und russische Truppenansammlungen und einzelne Soldaten vernichten können. Dies macht es Putins Armee unmöglich, Truppen und Ausrüstung schnell genug nach vorne zu verlegen, um offensive Operationen aufrechtzuerhalten.

Seit dem Antritt des neuen Verteidigungsministers Mychajlo Fedorov ist dieser Todesstreifen nun auf 98 Meilen (rund 157 Kilometer) angewachsen, analysiert «The Telegraph». In dieser Zone können sich ukrainische Drohnen relativ frei bewegen. Dies ist nun möglich, nachdem die ukrainische Armee die Drohnenabwehrsysteme der russischen Armee systematisch zerstört hat, was eines der Hauptziele der letzten zwei Monate gewesen ist.

Auf der anderen Seite hat die russische Armee viel weniger Bewegungsmöglichkeiten mit ihren Drohnen. Der Grund ist, dass das Starlink-System für die Navigation der Drohnen den russischen Streitkräften nicht mehr zur Verfügung steht. Nun müssen sich die Drohnenpiloten ins Freie bewegen und an Bäumen oder Laternenpfosten Funksysteme installieren mèssen, mit denen sie ihre Drohnen steuern können. Das macht sie zu einem leichten Ziel der omnipräsenten ukrainischen Drohnen.

Im Zentrum des neuen Drohnenkriegs der Ukraine steht das «Deep Strike Command Centre», eine Einheit, die Anfang 2026 gegründet wurde, um die Drohnenangriffe auf Ziele hinter den russischen Truppen zu koordinieren und deren Management zu verbessern. https://www.telegraph.co.uk/world-news/2026/03/14/ukraine-russia-war-front-line-troops-kill-zone-drones

GROSSE RUSSISCHE VERLUSTE

Die russischen Truppen haben in den letzten zwei Tagen lokale Bodenoffensiven begonnen, die gemäss dem ukrainischen Generalstab keine Geländegewinne brachten, dafür bisher kaum zuvor gesehene menschliche Verluste auf der Seite der Angreifer.

  • Am Mittwoch, 18. März, kam es zu 215 Gefechten. Dabei verlor die russische Armee 1’520 Soldaten durch Tod oder Verwundung.
  • Am Dienstag, 17. März, betrug die Anzahl der Gefechte 286. Allein an diesem Tag reduzierte sich die Kampfkraft der russischen Armee um 1’710 Soldaten durch Tod oder Verwundung.

In den letzten Wochen hatte die durchschnittliche tägliche Verlustrate der russischen Armee 750 – 900 Personen betragen, was zu einer Reduzierung der Armeestärke von rund 30’000 Personen pro Monat führte. Bereits diese Verluste konnten durch Neumobilisierungen nicht aufgefüllt werden, was zu einer Gesamtschwächung der russischen Armee führt. https://www.facebook.com/GeneralStaff.ua

«5 GRÜNDE GEGEN PUTIN»

Der russische Blogger und Anwalt Ilya Remeslo hat sich bisher einen Namen als treuer Propagandist des Kremls gemacht, insbesondere im Kampf gegen die russische Opposition. Vor drei Tagen erstaunte Remeslo seine damals 89’000 Abonnenten auf Telegram mit einem Eintrag, indem er zu einem Sofortfrieden aufrief um den Krieg gegen die Ukraine zu beenden (Siehe «Ukraine Aktuell» Nr. 1484).

Die Zahl der Abonnenten nahm schlagartig zu und aktuell lesen 116’000 Personen die Einträge von Remeslo.

Seinen Lesern hat der Blogger nun einen Text serviert, der wie eine Bombe einschlug: «Fünf Gründe, warum ich aufgehört habe, Wladimir Putin zu unterstützen» mit folgendem Fazit: «Wladimir Putin ist kein legitimer Präsident. Wladimir Putin muss zurücktreten und als Kriegsverbrecher und Dieb vor Gericht gestellt werden.»

  1. Der Krieg in der Ukraine.
  2. Enormer Schaden für die russische Wirtschaft und das Wohlergehen der Bürger.
  3. Die Unterdrückung der Freiheit des Internets und der Medien.
  4. Putins Amtszeit.
  5. Putin respektiert seine Wähler nicht und will ihnen nicht zuhören.

Der russische TV-Propagandist Wladimir Solowjow bezichtigte ihn des Verrats. Remeslo sei psychisch krank und seine Worte die «eines abtrünnigen Mitstreiters».

Andere Kreml-Blogger mutmassten, dass das Konto von Remeslo gehackt worden sei oder forderten ihn auf, den russischen Pass abzugeben.

Ilya Remeslo meldete sich jedoch in einem Video und nannte noch einen sechsen Grund direkt gegen Putin: «6. Eine wahnsinnige, an der Grenze zur Krankheit liegende Begierde nach Luxus. – Ich dachte früher, dass all diese Untersuchungen von ausländischen Agenten über Yachten und Residenzen etwas weit hergeholt waren. Aber im Jahr 2026 wurde es unmöglich, das zu verbergen.

Putin hat wirklich etwa 20 Residenzen-Paläste im ganzen Land, Flugzeuge und gepanzerte Züge. Da Putin von talentlosen oder korrupten Leuten umgeben ist, wird all das an ausländische Geheimdienste weitergegeben.»

ORIGINALTEXT VON REMESLO

«Fünf Gründe, warum ich aufgehört habe, Wladimir Putin zu unterstützen.

Jemand musste das mal sagen.

1. Der Krieg in der Ukraine.

Der Krieg, der als „Polizeieinsatz“ begann, hat bereits mindestens 1–2 Millionen Opfer gefordert.

Ich habe 2014 die Annexion der Krim unterstützt, gerade weil sie unblutig verlief. Damals schien es uns allen, als sei Putin der Einiger der russischen Länder. Und nun sind wir hier gelandet – blutige Angriffe, das unter Vorspiegelung falscher Tatsachen Anlocken von Zeitsoldaten und vieles mehr, was Ihnen jeder Teilnehmer der Sonderoperationen bestätigen wird. Ein absolut auswegloser Krieg, enorme Verluste, er könnte noch 5–10 Jahre andauern – sind Sie dazu bereit? Niemand ruft zum Krieg gegen Russland auf. Aber derzeit wird der Krieg ausschließlich wegen Putins Komplexen geführt; wir, die einfachen Bürger, haben nichts davon, sondern verlieren nur.

2. Enormer Schaden für die russische Wirtschaft und das Wohlergehen der Bürger.

Sanktionen, zerstörte Infrastruktureinrichtungen, Verlust von Handelspartnern. Selbst nach offiziellen Statistiken sind das Billionen Dollar, mit denen wir Städte, Schulen und Kinderkrankenhäuser bauen und den Wohnungs- und Kommunalbereich komplett sanieren könnten. Aber gebaut werden hauptsächlich Paläste für den Präsidenten und seine Freunde. Schon vor dem Krieg gab es Probleme mit der Wirtschaft – in dem reichsten Land der Welt leben Dutzende Millionen Menschen in Armut. Die Machthaber sind so durchgedreht, dass sie den Menschen ihre Haustiere wegnehmen, wie kürzlich in Nowosibirsk.

3. Die Unterdrückung der Freiheit des Internets und der Medien.

Ironischerweise war ich es, der Putin 2017 auf dem Medienforum der ONF eine Frage zur Entwicklung des Internets in Russland stellte. Putin antwortete mir damals, dass wir nicht den chinesischen Weg einschlagen würden – und log. Putin selbst nutzt das Internet nicht, was für ein Staatsoberhaupt beschämend ist.

Wir sehen, dass das mobile Internet selbst in den großen Städten Russlands nicht funktioniert. Alle westlichen sozialen Netzwerke und Messenger sind gesperrt. Telegram ist zu 80 % gesperrt, am 01.04. ist eine vollständige Sperrung geplant.

Das System ist so verrückt geworden, dass es sogar Telegram unterdrückt, das von den Teilnehmern der SVO (SVO = Sonderoperation = Krieg gegen die Ukraine) genutzt wird. Gleichzeitig werden die Menschen in den multinationalen Kirienko-Messenger „Max“ getrieben, wodurch ihnen das Recht auf medizinische Versorgung und Bildung vorenthalten wird.

4. Putins Amtszeit.

Putin ist 74 Jahre alt, er ist seit 1999 an der Macht, also schon seit mehr als 26–27 Jahren. Und allem Anschein nach plant er, mindestens bis zum Alter von 150 Jahren auf dem Thron zu sitzen.

Bekanntlich verdirbt absolute Macht absolut – und wenn sie zudem noch unendlich ist? Selbst ein moralisch untadeliger Mensch würde in einer solchen Situation korrupt werden. Und Putin war nicht immer so, wie er jetzt ist; bis 2003 war es schwer, ihm etwas vorzuwerfen – deshalb haben viele von uns ihn früher unterstützt. Aber alles hat seine Grenzen. Wir brauchen einen neuen, modernen Präsidenten.

5. Putin respektiert seine Wähler nicht und will ihnen nicht zuhören.

Schauen Sie sich irgendeine der letzten „Direktleitungen“ an – das ist ein einziger Zirkus!

 Der Präsident interessiert sich offen gesagt nicht für Innenpolitik und die Probleme der Wähler. Er liest schon lange keine Telegram-Kanäle mehr, unsere täglichen Empörungen sind ihm egal. Putin will endlose Kriege (an denen seine Kinder und Verwandten nicht teilnehmen), und nicht das Internet und hohe Gehälter.

Von der Opposition rede ich gar nicht erst – es gibt sie einfach nicht. Putin selbst hat all die 26 Jahre lang davon gesprochen, wie wichtig Kritik an der Regierung und die Opposition seien.

Aber nennen Sie mir wenigstens einen Abgeordneten oder Aktivisten, der Putin kritisiert? Es gibt keine solchen, und diejenigen, die es versucht haben – sind entweder als ausländische Agenten eingestuft, im Ausland oder gar unter der Erde.

Putin fürchtet sich vor Debatten und ehrlichen Wahlen – denn dann würde sofort klar werden, dass der König nackt ist.

Fazit: Wladimir Putin ist kein legitimer Präsident. Wladimir Putin muss zurücktreten und als Kriegsverbrecher und Dieb vor Gericht gestellt werden.

Es lebe die Freiheit, verdammt noch mal!» https://t.me/ilya_remeslaw/11121; https://storage.googleapis.com/kldscp/nvpn.work

UMWELTSCHUTZ AUF RUSSISCH

Maria Sacharowa, Sprecherin des russischen Aussenministeriums, macht sich Sorgen um die Umwelt im Iran. Sie sagte heute:

Amerikanische oder israelische «Angriffe auf Energieobjekte im Iran schaden der Umwelt, denn Munition enthält Schwermetalle und toxische Substanzen, was den Boden verschmutzt und die menschliche Gesundheit schädigt. Die Trümmer von Gebäuden werden jahrzehntelang ein Umweltproblem darstellen.»

Zu den monatelangen russischen Bombardierungen der ukrainischen Energieinfrastruktur schwieg Frau Sacharowa. https://t.me/u_now/193957

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