IRAN-EXTRA (16.3.2026 am Morgen)

  • Strasse von Hormus blockiert
  • 10 Länder helfen den USA nicht
  • US-Präsident bettelt und droht
  • «Trump sitzt in der Falle»
  • Amerikaner gegen den Krieg

TRUMP BETTELT UND DROHT

Die Financial Times führte am Sonntag ein achtminütiges Interview mit Trump. Dabei sagte er, dass die NATO-Staaten angesichts des andauernden Konflikts zwischen dem Iran und den USA, beziehungsweise Israel vor einer «sehr düsteren» Zukunft stünden, sollten sie die Bemühungen um die Öffnung der Straße von Hormus nicht massgeblich unterstützen. Ins Visier nahm er auch China: sein für diesen Monat geplantes Treffen mit Chinas Präsident Xi Jinping verschieben, wenn das Land die Bemühungen um die Öffnung der Schifffahrtsroute bei Hormus nicht unterstützen sollte.

Die Financial Times fasst Trumps Aussagen so zusammen: «Es ist nur angemessen, dass diejenigen, die von der Meerenge profitieren, dazu beitragen, dass dort nichts Schlimmes passiert», sagte Trump und argumentierte, dass Europa und China im Gegensatz zu den USA stark vom Öl aus dem Golf abhängig seien. «Wenn es keine Reaktion gibt oder wenn die Reaktion negativ ausfällt, wird das meiner Meinung nach sehr schlecht für die Zukunft der NATO sein», fügte er hinzu.

https://www.ft.com/content/1ca6d121-760b-4ec5-b6ad-514fdaa94873

Am Sonntagabend sagte Trump in einer Kurzbotschaft aus dem Flugzeug Air Force One den dort anwesenden Journalisten: «Ich fordere, dass diese Länder eingreifen und ihr eigenes Territorium schützen, denn es ist ihr Territorium. Es ist der Ort, von dem sie ihre Energie beziehen, und sie sollten kommen und uns helfen, ihn zu schützen. Man könnte argumentieren, dass wir vielleicht gar nicht dort sein sollten, weil wir es nicht brauchen. Wir haben ja genug Öl. (…) «Wir stehen der NATO immer zur Seite. Wir helfen ihnen in der Ukraine-Krise. Zwischen uns liegt ein Ozean. Das betrifft uns nicht direkt.» (…) «Es wird interessant sein zu sehen, welches Land uns bei einer so kleinen Initiative nicht hilft.»

https://x.com/visegrad24/status/2033369768577626198; https://x.com/i/status/2033375452698669411;

PARTNER HELFEN NICHT

Trump bat die Welt, um die Entsendung von Kriegsschiffen für den Krieg gegen den Iran. Die Antwort: 10 Länder – 0 Kriegesschiffe:

  • FRANKREICH: Offiziell abgelehnt.Wird keine Kriegsschiffe entsenden.
  • CHINA: Keine Antwort. Bezeichnete dies als «souveräne Entscheidung».
  • GROSSBRITANIEN: «Erörtert Optionen mit Verbündeten.» Keine Zusage.
  • JAPAN: Schweigen. 70 % von Japans Öl aus dem Nahen Osten kommen durch Hormus.
  • SÜDKOREA: Keine Bestätigung. Seoul steht zwischen Washington und seiner eigenen Ölabhängigkeit.
  • DEUTSCHLAND: Keine Unterstützung für Konvois.
  • NORWEGEN: Abgelehnt.
  • KATAR: Hat die Gasproduktion bereits eingestellt wegen «höherer Gewalt». Der Energieminister sagte: «Dies wird die Volkswirtschaften der Welt zu Fall bringen.»
  • VEREINIGTE ARABISCHE EMIRATE: Die Golfstaaten «versuchten, diesen Krieg zu verhindern, weil sie die Folgen kannten.»

Unterdessen legen iranische Boote weiterhin Minen in der Strasse von Hormus und blockieren damit den Seeweg. https://twitter.com/whale_guru/status/2033213729500795049

«TRUMP SITZT IN DER FALLE»

Robert A. Pape, Professor für Politikwissenschaft an der University of Chicago und Spezialist für Sicherheitsfragen veröffentlicht auf «X» eine Karte der Strasse von Hormus und schreibt :

«Die Geografie spielt Iran in einem Krieg zur Öffnung von Hormus in die Hände. Die Schifffahrtswege sind so eng, dass Tanker und Marineeskorten leichte Beute sind. Ein gefundenes Fressen für Irans Drohnen und Minen. Trump sitzt in der Eskalationsfalle – eine weitere Verschärfung der Lage würde alles nur noch schlimmer machen.» https://twitter.com/professorpape/status/2033008248031187412

AMERIKANER GEGEN KRIEG

Die Mehrheit der Amerikaner ist gegen einen Krieg der USA gegen den Iran. Laut einer Umfrage von Reuters/Ipsos unterstützen nur etwa 27% der Amerikaner Angriffe auf den Iran. Demgegenüber meldet Putins Lieblingssender «Fox News» eine Zustimmung zum Krieg von bis zu 50%.

Die «New York Times» schreibt, dass ein solcher Unterschied zeige, dass sich die öffentliche Meinung noch formiert ist, da die Gesellschaft erst mehr Informationen über den Verlauf des Konflikts und seine Folgen erhält. Die Zeitung merkt aber auch, dass selbst die maximalen Unterstützungswerte deutlich niedriger sind als zu Beginn der meisten früheren Kriege mit US-Beteiligung, insbesondere des Zweiten Weltkriegs, des Koreakrieges und des Irakkrieges.

https://www.nytimes.com/2026/03/10/us/politics/polls-wars-us-support.html

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