#UKRAINE AKTUELL Nr. 1479 (12.3.2026 / 8Uhr)

#UKRAINE AKTUELL Nr. 1479 (12.3.2026 / 8Uhr)

  • Orbans Kampf gegen EU und Kyiv
  • Kooperation Ungarn – Russland
  • Seltsame Reisegruppe aus Ungarn
  • Schwerer Schlag gegen Chipfirma
  • USA spendeten nicht am meisten
  • Kreml-Propaganda verliert Einfluss
  • China reduziert russische Projekte
  • Ukraine-Militär hilft Deutschland

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ORBANS WAHLKAMPF

«NEM FIZETÜNK» (Wir bezahlen nicht) ist eines der Leitmotive des Wahlkampfs von Viktor Orbán, der um die Macht in Ungarn kämpft. In früheren Wahlkämpfen hatte der ungarische Langzeitregierungschef antisemitische Parolen gegen den Devisenhändler, Philanthropen und politischen Aktivisten George Soros verwendet. Dieses Mal sind Europa und die Ukraine sein Hauptkampffeld. Orban schreibt auf «X»: «Die Wahlmöglichkeiten bei den nächsten ungarischen Wahlen sind klar: eine pro-ukrainische Regierung mit Unterstützung Brüssels oder eine patriotische Regierung, die an der Seite des ungarischen Volkes steht.»

Ein weiteres Propagandathema war bisher die «ausgezeichnete Beziehung» von Viktor Orbán zu Trump und dessen Besuch im Weissen Haus.

Am Mittwoch hat Orbán eine neue Tonlage in seinen Wahlkampf gebracht. In einem auf Facebook veröffentlichten Video ist ein Telefonat von Viktor Orbán mit seiner Frau zu sehen. Darin behauptet er, Darin behauptet er: «Die Ukrainer bedrohen bereits meine Familie, meine Kinder und meine Enkelkinder. Es geht allen gut, aber alles hat seine Grenzen!».

Orbáns Gegner, der junge Politiker Péter Magyar hingegen bereist die Städte und Dörfer Ungarns und spricht über das marode Gesundheitswesen, niedrige Löhne und Korruption. Er führt einen Wahlkampf, der sich um die grundlegenden Themen des Alltags dreht.

Auf «Polymarket», dem Blockchain-basierten Prognosemarkt, auf dem Menschen echtes Geld auf Ergebnisse setzen, schlägt Péter Magyar Viktor Orbán mit 64 zu 36. Nun hat die ungarische Regierung den Zugang zu Polymarket unter Berufung auf «illegales Glücksspiel» gesperrt.

Die Wahl in Ungarn findet heute in einem Monat statt.

https://x.com/clashreport/status/2031778330635010354;  https://x.com/PM_ViktorOrban/status/2031843726889304527https://x.com/noelreports/status/2031785560424267941; https://vsquare.org/goulash-kremlins-vote-meddling-team-in-budapest-slovakias-shady-help-for-arms-group-ipo/

GEFANGENEN-PROPAGANDA

Die russische und die ungarische Regierung arbeiten bei der Propaganda gegen die Ukraine zusammen. Ein Beispiel dafür war in der vergangenen Woche im ungarischen Fernsehen sichtbar:

Zwei Soldaten der ukrainischen Armee, die aus der Ungarn-nahen Region Transkarpatien stammen, wurden der ungarischen Regierung übergeben. Danach traten die beiden Soldaten im ungarischen TV auf und dankte den russischen Behörden für ihr Überleben.

Dahinter steckt eine Methode, sagte der ukrainische Kriegsgefangene Oleksiy Chorpita: «Im Jahr 2023 ereignete sich in Horliwka (Gorlovka), in dem Gefängnis, in dem ich damals als Kriegsgefangener festgehalten wurde, ein aufschlussreicher Vorfall. Mir wurde angeboten, an einem Austausch teilzunehmen, aber nach Ungarn zu gehen. Ich selbst komme aus Transkarpatien.

Die Bedingung für die Teilnahme an diesem Austausch war jedoch, dass ich ein Video aufnehmen musste, in dem ich mich negativ über die ukrainischen Behörden und gleichzeitig positiv über Russland, die Haftbedingungen und das Gefängnisregime äussern sollte.

Ich weigerte mich, dies zu tun, und kam daher nicht zum Austausch. Glücklicherweise wurde ich 2025 dennoch aus der Gefangenschaft entlassen und werde nun in der Ukraine behandelt», sagte Chorpita. https://x.com/stratcomcentre/status/2029831468029997562

SELTSAME UNGARN-GRUPPE

Am Mittwoch traf eine Gruppe ungarischer Bürger in der Ukraine ein. Mit dabei ist der ungarische Staatssekretär für Energie, Gábor Czepek. Die «Delegation» werde Gespräche über die «Druzhba»-Pipeline führen, sagte der ungarische Regierungssprecher Zoltan Kovacs. Eine ihrer Aufgaben sei es, den Zustand der «Druzhba-Öl-Pipeline» zu untersuchen, die derzeit kein russisches Öl durch die Ukraine nach Ungarn liefert.

Diese ungarische Reisegruppe sei zwar als Touristen willkommen, habe aber keinen offiziellen Delegationsstatus. Das sagte der Sprecher des ukrainischen Aussenministeriums Heorhiy Tykhyi .

Seinen Worten zufolge haben die ungarischen Staatsbürger die Grenze nach den nach den allgemeinen Regeln für alle Schengen-Bürger überschritten. Jede Person dürfe zu touristischen Zwecken auf diese Weise in die Ukraine einreisen. Offizielle Treffen seien aber keine geplant.

https://t.me/u_now/193286; https://x.com/noelreports/status/2031716676987711956;  https://unn.ua/en/news/hungarian-delegation-to-inspect-druzhba-pipeline-departed-for-ukraine

BRJANSK: DER SCHWERE SCHLAG

Der ukrainische Storm-Shadow/Scalp-Angriff vom Dienstag gegen das russische Elektronik-Unternehmen ist verheerender als ursprünglich angenommen. Die russische Medienplattform Meduza listet auf:

  • Beim Angriff auf das Mikrochip-Unternehmen «Kremniy El» wurden 6 Menschen getötet und mindestens weitere 42 verletzt;
  • Der Gouverneur von Brjansk, Alexander Bogomaz, bezeichnete den Vorfall am Dienstagabend als „terroristischen Raketenangriff”;
  • Es ist unklar, wie viele Marschflugkörper eingesetzt wurden, aber Aufnahmen des Angriffs zeigen fünf Explosionen;
  • Gemäss lokalen Zeugen wurden eine Produktionshalle und das Verwaltungsgebäude getroffen;
  • Mehrere Angriffskörper verfehlten das Ziel und schlugen 150 bis 300 Meter neben der Anlage ein.

https://meduza.io/en/feature/2026/03/11/what-we-know-about-ukraine-s-missile-attack-on-a-microchip-plant-in-southwestern-russia

USA HINTER EUROPA

Trump und dessen republikanische Partei verbreiten immer wieder die Information, dass die USA am meisten Geld für die Verteidigung der Ukraine ausgegeben hat. Dies entspricht nicht den Tatsachen, wie eine Aufstellung des «Ukraine Support Trackers (Kiel Institute)» zeigt.

Während die USA vor der zweiten Amtszeit von Trump 74,7 Milliarden US-Dollar an militärischer Hilfe bereitstellten, spendeten die Länder der Europäischen Union zusammen 168 Milliarden US-Dollar. Hinzu kamen die 22,9 Milliarden US-Dollar aus Grossbritannien.

Am meisten spendete Deutschland mit 50,2 Milliarden Dollar, gefolgt von den nordeuropäischen Staaten Norwegen (20.6 Mrd $), Schweden (17,7 Mrd $), den Niederlanden (12,6 Mrd. $) und Dänemark (10,3 Mrd. $).

https://www.facebook.com/informationisbeautiful/posts/year-4-of-this-terrible-ukrainewar-europe-has-now-given-more-military-aid-than-a/1470947604387880/ ; https://www.kielinstitut.de/publications/news/ukraine-support-after-4-years-of-war-europe-steps-up/

SCHWINDENER EINFLUSS

Dmitri Peskow, Sprecher des Kremls, ist nicht bekannt dafür, dass er Schwächen des Kremls zugibt. Bei einer Medienkonferenz, die er zusammen mit der Sprecherin des russischen Aussenministeriums durchführte, war dies anders.

Das ukrainische Zentrum für strategische Kommunikation meldet dies so: «In einem seltenen Moment der Offenheit räumt Putins langjähriger Pressesprecher heute ein, dass Russlands globaler Propagandaapparat auseinanderfällt.

Angesichts der weltweiten Schliessung von Kreml-nahen Fernsehsendern und der Sperrung russischer Trollfabriken durch Social-Media-Unternehmen wie X, Facebook und Instagram sagt Peskow: „Wir verlieren nun rapide die Werkzeuge für unsere Propagandaarbeit im Ausland.“» https://twitter.com/stratcomcentre/status/2031768204364681565

CHINA FÄHRT PROJEKTE ZURÜCK

Russland wird für China zu einem toxischen Partner, weshalb China gemeinsame Projekte in der Arktis aufgibt. Zu diesem Schluss kommt der ukrainische Auslandsgeheimdienst (SSRU) in einer Analyse.

Peking reduziert allmählich seine Aktivitäten in arktischen Projekten, da die Zusammenarbeit mit Russland keine vollwertige Alternative zum Westen darstellt und ernsthafte Sanktionsrisiken mit sich bringt. Dazu gehört der erschwerte Zugang zu Finanzierungen, Technologien und internationaler Versicherungen.

Laut dem ukrainischen Auslandsgeheimdienst wurden die meisten gemeinsamen Initiativen bereits vor 2022 vereinbart. Derzeit gibt es jedoch keine neuen grossen Projekte, und eines der laufenden Projekte wurde aufgrund von Umsetzungsschwierigkeiten bereits eingestellt. https://t.me/uniannet/187148

UKRAINE HILFT DEUTSCHLAND

Ukrainische Instruktoren werden helfen, die deutsche Armee auf einen möglichen Krieg mit Russland bis 2029 vorzubereiten

Im letzten Monat haben Deutschland und die Ukraine vereinbart, dass ukrainische Instruktoren in den militärischen Ausbildungszentren der Bundeswehr arbeiten werden. Sie werden praktische Erfahrungen im Führen eines modernen Krieges teilen, insbesondere in den Bereichen Artillerie, Pionierwesen und Einsatz von Drohnen, erklärte Generalleutnant Christian Freunding im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters.

Derzeit ist die ukrainische Armee praktisch die einzige in der Welt, die umfangreiche Erfahrungen im Kampf gegen Russland an der Front hat. Mit dieser Form der Zusammenarbeit kehrt sich ein bisheriges Verhältnis um: Früher waren es die Militärs aus den westlichen Ländern, die ukrainische Soldaten ausbildeten. https://www.reuters.com/business/aerospace-defense/ukrainian-trainers-will-help-german-army-get-ready-defend-against-russia-by-2029-2026-03-11

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