#UKRAINE AKTUELL Nr. 1475 (8.3.2026 / 8Uhr)

  • Angriff gegen wehrlose Menschen
  • Ukrainische Erfolge an der Front
  • Russische Luftabwehr geschwächt
  • Seltener Einsatz westlicher Raketen
  • Kreml-Team mischt in Ungarn mit
  • Orbàns Abhängigkeit von Russland
  • Litauen warnt vor russischer Armee

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ZWEI MENSCHEN AUS KHARKIV

Beim kombinierten Luftangriff Russlands auf die ukrainische Stadt Kharkiv in der Nacht auf Samstag starben elf Menschen. Der ukrainische Journalist Anton Gerashchenko schreibt dazu:

«Das sind Olena Udovichenko und ihr Sohn Hordii. Eine russische Rakete hat sie heute getötet.

Olena war Lehrerin an einer Schule in Charkiw, Hordii war dort Schüler der zweiten Klasse.

Wenn Russland bei der Biennale vertreten sein will, dann sind das die Werte, für die es steht – Kriegsverbrechen, Mord, Zerstörung. Das ist die wahre „russische Welt”, nicht die „geheimnisvolle russische Seele”. Wenn russische Soldaten an den Paralympics teilnehmen, repräsentieren sie ihre Verbrechen – unprovozierte Aggression gegen ein anderes Land.

Olena und Hordii werden zu einem weiteren Eintrag in der endlosen Liste russischer Kriegsverbrechen. Das kann nicht vergeben oder übersehen werden. Russland muss sich für seine Taten verantworten.» https://twitter.com/gerashchenko_en/status/2030370276672708757

ERFOLGE AN DER FRONT

Die ukrainische Armee hat im Süden der Ukraine die russischen Truppen an mehreren Frontabschnitten zurückgedrängt. Das vorsichtig urteilende amerikanische «Institute for the Study of War» (ISW) schätzt die Gewinne der Ukrainer seit dem 1. Januar auf 22 Quadratkilometer und jene der russischen Armee auf 115 Quadratkilometer. Das ISW veröffentlicht eine Karte mit den ukrainischen Gewinnen in blau eingezeichnet und den russischen in gelber Farbe.

Das ISW schreibt: «Die Kartierungsmethode des ISW könnte die ukrainischen Fortschritte unterschätzen. Jüngste Berichte und geolokalisierte Aufnahmen deuten darauf hin, dass die ukrainischen Streitkräfte südlich des Flusses Vovcha im Gebiet südwestlich, südlich und südöstlich von Oleksandrivka sowie westlich des Flusses Haichur in Gebieten nördlich von Hulyaipole bedeutende Gewinne erzielt haben.»

Am Samstag meldeten die US-Forscher, dass die russische Armee Sondereinheiten der Luftlandetruppen aus Kupjansk in Richtung Südfront verlegt hat, um die dort vorrückenden Ukrainer zu stoppen.https://twitter.com/thestudyofwar/status/2030468044472893575

SYSTEMATISCHE ZERSTÖRUNG

Die ukrainische Drohnenarmee griff die russische Luftverteidigung im besetzten Teil der Südukraine an. Am 6. März zerstörten Drohnen gleich vier russische Systeme in den besetzten Teilen der Oblaste Saporischschja und Kherson. Es handelte sich um eine «Buk» (mobiles Mittelstrecken-Boden-Luft-Lenkwaffensystem), eine «S-300V» (Antiballistik-Raketensystem gegen unterschiedliche Flugkörper); Pantsir-S1 (Kurzstrecken-Flugabwehrraketensystem) und eine «Tor» (Kurzstrecken-Flugabwehrraketensystem).

Die Zerstörungen und die dazu passenden Videos veröffentlichte der Kommandant der ukrainischen Drohnenarmee Robert «Madyar» Brovdi. Das Ziel sei weiterhin Russlands Luftabwehr im besetzten Süden Schicht für Schicht zu zerstören, damit die Korridore für ukrainische Flugzeuge und Langstrecken-Drohnenangriffe mit jedem Treffer breiter werden.

Kreml-Blogger reagieren auf die ukrainischen Drohnenangriffe. Der Z-Blogger Maxim Klimov vergleicht die anhaltende Zerstörung russischer Luftverteidigungssysteme mit Israels Feldzug im Bekaa-Tal gegen Syrien im Jahr 1982. Und Denis Kazansky schreibt, dass sich die Berichte über ukrainische Drohnenangriffe auf Tor-, Pantsir- und S-400-Systeme häufen.

https://euromaidanpress.com/2026/03/06/air-defense-zoo-ukraines-drones-took-out-russian-pantsir-tor-buk-and-s-300v-in-one-night-over-occupied-south/; https://x.com/wartranslated/status/2030329726665953537?s=43&t=Sxt_HRDdRrW65xCRS1SmHw

SELTENER RAKETEN-EINSATZ

In einem Interview mit dem «Kyiv Independent» sagte der ukrainische Präsident Volodymyr Zelenskyj zum Thema Raketen: «Wir bekommen Storm Shadow aus Grossbritannien, und das ist hilfreich. Das ist eine sehr gute Waffe. Wir bekommen auch SCALP aus Frankreich und haben in der Vergangenheit eine begrenzte Anzahl von ATACMS aus den Vereinigten Staaten erhalten. Aber das war’s auch schon.

Wir haben von anderen Ländern nichts anderes bekommen, was über 200 oder 250 Kilometer hinausgeht. Niemals. All diese Langstreckenwaffen – 500 bis 1’000 Kilometer und mehr – wurden in der Ukraine hergestellt.»

Einer dieser seltenen Einsätze ausländischer Raketen war in der Nacht auf Samstag erfolgreich: Im Gebiet des Flughafens von Donezk trafen Raketen des Typs ATACMS und SCALP einen Lager-, Vorbereitungs- und Startplatz für «Shahed»-Drohnen. An der Stelle wurden ein grossflächiger Brand und eine Sekundärdetonation registriert. 

Der Angriff wurde von Einheiten der Raketentruppen und der Artillerie der Landstreitkräfte in Zusammenarbeit mit der Luftwaffe der Streitkräfte der Ukraine durchgeführt.

https://x.com/ZelenskyyUa/status/2029565905332564177, https://t.me/ButusovPlus/27431

KREML-TEAM IN UNGARN AKTIV

Panyi Szabolcs, investigativer Journalist im «VSquare-Project» und «Forbidden Stories», deckt in seinem neusten Newsletter den Einfluss Moskaus auf den Wahlkampf in Ungarn auf. Der Journalist beruft sich bei seinen Angaben auf entsprechende Informationen aus drei europäischen Geheimdiensten.

An der Spitze der Kampagne stehen Sergei Kiriyenko, Putins erster stellvertretender Stabschef und ehemaliger Chef von Rosatom und Vadim Titow, Direktor der «Präsidialdirektion für strategische Partnerschaft und Zusammenarbeit». Beide hatten bereits in Moldawien eine Kampagne gegen die proeuropäische Regierung von Maia Sandu geleitet. Sie scheiterten im November 2024 trotz Stimmenkauf, Trollfarmen und Agenten vor Ort.

Schaltstelle der Pro-Orbán-Kampagne in Ungarn sei die russische Botschaft in Budapest. Dort arbeite ein dreiköpfiges Team im Auftrag des russischen Militärgeheimdienstes GUR. Die Agenten seien mit diplomatischen Pässen ausgerüstet worden, was sie vor gerichtspolizeilicher Verfolgung schützt.

Kiriyenkos Ungarn-Taskforce steht nach Angaben des Journalisten in aktivem Kontakt mit Wahlkampfhelfern, die mit der Orbán-Regierung in Verbindung stehen. Parallel verbreiten die Orbán-freundlichen Medien die anti-ukrainischen Narrative des Kremls zunehmend intensiv.

Der ungarische Oppositionsführer Péter Magyar forderte Orbàn auf, russische Geheimdienstoffiziere auszuweisen, den Nationalen Sicherheitsausschuss einzuberufen und sicherzustellen, dass Ungarn ein stabiler und berechenbarer Partner für seine Verbündeten bleibt. Magyar schreibt: «Seit 1956 ist Viktor Orbàn der erste, der die Russen in unser Land einlädt. Wir fordern ein sofortiges Ende der ausländischen Einmischung in die ungarischen Wahlen.»

https://vsquare.org/goulash-kremlins-vote-meddling-team-in-budapest-slovakias-shady-help-for-arms-group-ipo/; https://x.com/magyarpeterMP/status/2030234330128109571

UNGARNS KREML – ABHÄNGIGKEIT

Die seit 100 Jahren bestehende «Paneuropa-Bewegung» – ursprünglich gegründet als Reaktion auf die Schrecken des Ersten Weltkriegs – fasst die Abhängigkeit Ungarns von Russland in wenigen Sätzen zusammen:

«Im 17. Regierungsjahr Orbàns, dem 13. Jahr des russischen Angriffes und dem 5. Jahr der russischen Vollinvasion der Ukraine ist Ungarn vollständig abhängig von russischem Öl. Ungarn hat die Abhängigkeit von russischem Öl von 61% (2021) auf 86% (2025) gesteigert! 

Es war eine bewusste Entscheidung Ungarns, Alternativen der Partner auszuschlagen und nur auf russisches Öl zu setzen. In vollem Bewusstsein, dass die EU russische Öl-Importe auslaufen lassen wird.  

Orbàns Regierung – und nur diese – hat Ungarn vollständig abhängig gemacht in dieser Krise.  

Der ungarische Aussenminister Péter Szijjártó war seit 2022 14 Mal in Moskau (0 Mal in Kyiv) und schloss mehrere Abkommen mit dem Iran und Belarus. 

Ungarn hat – obwohl in der EU mit allen Chancen für Entwicklung – auf feindliche Diktaturen gesetzt.

Da diese wanken, gibt es nun Panik.»https://twitter.com/paneuropa_at/status/2029921513147658429

RUSSISCHE AUFRÜSTUNG

Russland baut seine militärischen Kräfte an den Grenzen der NATO auf. Dies steht im Jahresbericht des Geheimdienstes von Litauen. Moskau verstärke seine militärischen Einheiten an der Grenze zu den NATO-Staaten und vermittle dort ihre Kampferfahrung im Krieg gegen die Ukraine.

Nach Einschätzung der Analysten könnte Russland im Falle einer Aufhebung der Sanktionen seine Waffenbestände wieder aufstocken, seine Armee um 30–50 % vergrössern und in etwa sechs Jahren zu einem gross angelegten Konflikt mit der NATO bereit sein.

Der Bericht warnt auch davor, dass russische Sabotageakte in Europa für die Menschen immer gefährlicher werden.

https://www.reuters.com/business/aerospace-defense/lithuania-says-russia-is-expanding-military-units-nato-borders-2026-03-06

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