#UKRAINE AKTUELL Nr. 1474 (7.3.2026 / 9Uhr)

  • Zelenskyjs Rede aus dem Donbass
  • Ukraine blockiert Russen-Pipeline
  • Orbáns Kampf gegen die Ukraine
  • Budapest lässt sieben Geiseln frei
  • Warum Bargeld transportiert wird
  • Washington sorgt für Kreml-Cash
  • Trump will keine kritischen Fragen
  • Die Achse Moskau – Washington
  • Russischer Nachtangriff auf Städte

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ZELENSKYJS FRONT-REDE

Der ukrainische Präsident Volodymyr Zelenskyj war am Freitag nahe der Front im Donbass. Dort traf er sich mit Generalstabschef Olexandr Syrskyj und dem Kommandanten der Azov-Truppen, Brigadegeneral Andrij Bilezkyj, zu einer Lagebesprechung.

Danach ging Zelenskyj in die Stadt Druzhkivka in der Nähe von Bachmut. Die Stadt ist eine der Festungsstädte in der Region Donezk und das Herzstück der freien Region Donezk, die die Russen seit vier Jahren verzweifelt zu erobern versuchen und nun kostenlos über Verhandlungen haben wollen.

In Druzhkivka sagte Zelenskyj in einem Video, dass eine russische Frühjahrsoffensive bevorstehe:

«Ich möchte euch allen danken, die unseren Staat verteidigen. Duschkivka, Kramatorsk, Slovjansk, unsere anderen Städte. Die Russen geben den Krieg nicht auf, und hier in der Region Donezk bereiten sie eine Frühjahrsoffensive vor. Es ist entscheidend, dass unsere Positionen stark bleiben. Es ist entscheidend, dass unsere Brigaden ausreichend versorgt sind. Unsere Leute halten durch, sie halten mit Würde durch. Und genau so wird unser Land weiter bestehen – unsere Diplomatie, unser Volk. Alle unsere Partner in Amerika, in Europa, überall, müssen klar verstehen, dass Putin, das iranische Regime, Nordkorea, Lukaschenko und andere wie sie nur verbündet sind, um anderen das anzutun, was sie unserem Donbass antun. Das Böse muss gestoppt werden. Die Ukrainer hier im Donbass tun genau das. Vielen Dank an alle, die sich für die Ukraine einsetzen. Vielen Dank an alle, die gegen Russland kämpfen, die Leben verteidigen. Ehre sei unseren Kriegern! Ehre sei der Ukraine!»

https://x.com/katerynalis/status/2029945790446076322; https://x.com/i/status/2029940357333475733

ZELENSKYJ ABSAGE AN ORBÁN

Die ungarische Regierung fordert, dass die Ölpipeline «Druzhba» wieder ungehindert russisches Öl durch die Ukraine nach Ungarn transportiert und fordert von Europa, dass sie mit dieser Forderung unterstützt wird.

Volodymyr Zelenskyj erteilte diesem Wunsch eine klare Absage: «Ehrlich gesagt würde ich es nicht wiederherstellen. Das ist meine Position. Ich habe dies den europäischen Staats- und Regierungschefs und allen, die mich zu diesem Thema angerufen haben, einschliesslich der Führung der Europäischen Union, mitgeteilt, denn es handelt sich um russisches Öl.

Es gibt Dinge und Prinzipien, die einfach keinen Preis haben. Sie bringen uns um, und dennoch sollen wir Orbán Öl geben, weil er „arm dran“ ist und ohne dieses Öl die Wahlen nicht gewinnen kann.»

Video: https://x.com/i/status/2029659036401188928

ORBÁNS– MACHTKAMPF

Wenige Wochen vor der Wahl verschärft der ungarische Regierungschef Viktor Orbán den Kampf gegen die Ukraine und versucht so, die ungarische Bevölkerung für sich zu mobilisieren.

Im ungarischen Kossuth Radio sagte Orbán, dass er alle Lieferungen, die «für die Ukraine wichtig sind» stoppt: «Bis die Ordnung wiederhergestellt ist, werden wir alle verfügbaren Mittel einsetzen. Wir haben bereits die Benzinlieferungen in die Ukraine eingestellt und liefern auch keinen Diesel mehr. Wir liefern weiterhin Strom, werden aber auch den Transit von Gütern, die für die Ukraine wichtig sind, durch Ungarn einstellen, bis wir die Zustimmung der Ukraine für Öllieferungen erhalten.» https://twitter.com/gerashchenko_en/status/2029847622006059478

Der Ex-Schachweltmeister und Putin-Oppositionelle Gary Kasparov schreibt: «Orbán liegt in den Umfragen weit zurück und wird nicht freiwillig zurücktreten. Er versucht, auf Putins Befehl hin einen offenen Konflikt mit der Ukraine zu provozieren. Man darf nicht vergessen, dass sich die Trump-Regierung mit den Zwischenwahlen in einer ähnlichen Situation befindet und in derselben Klasse mit demselben Lehrer lernt.» https://twitter.com/kasparov63/status/2029951671883710857

ORBANS GEISELPOLITIK

Einen Tag nach dem Überfall auf zwei Geldtransporter hat die ungarische Regierung die sieben ukrainischen Mitarbeiter der Bank freigelassen, die den Transport begleitet hatten. Alle sieben Männer sind wohlbehalten in der Ukraine angekommen, schrieb das ukrainische Aussenministerium.

Die beiden gepanzerten Geldtransporter werden immer noch von der ungarischen Regierung zurückbehalten. In den Fahrzeugen befanden sich zuvor 40 Millionen Pfund, 35 Millionen Euro und 9 Kilogramm Gold.  Die ungarische Regierung veröffentlichte ein Foto ihrer Beute.

Der ukrainische Zentralbankchef Andriy Pyshnyy schrieb: «Die wichtigste erste Etappe ist geschafft – die ukrainischen Bürger sind frei und in Sicherheit. Wir arbeiten weiter daran, die Fracht so schnell wie möglich zurückzubringen.»

https://t.me/u_now/192849, https://x.com/pyshnyy/status/2029994614032064836;  https://x.com/OlenaHalushka/status/2029975481374695437/photo/1

Zu Wort meldete sich die Fraktion «European Democrats», die im europäischen Parlament demokratische Parteien der politischen Mitte vereint: «Wenn eine Regierung willkürliche Inhaftierungen zu einem politischen Manöver macht, verhält sie sich nicht mehr wie ein Partner, sondern wie ein Tyrann. Wenn Viktor Orbán glaubt, dass das Provozieren von Krisen ihm helfen wird, in den Umfragen wieder aufzuholen, irrt er sich. Europa kann keine Geiselpolitik innerhalb der Union tolerieren.» https://twitter.com/democrats_eu/status/2029866601038676250

HINTERGRUND ZU GELDTRANSFERS

Für diejenigen, die nicht verstehen, warum ukrainische Banken Bargeld in gepanzerten Fahrzeugen von anderen Banken in Europa transportieren:

  1. Krieg in der Ukraine – Flugzeuge fliegen nicht.
  2. Krieg in der Ukraine – die Menschen vertrauen den Banken nicht; sie bevorzugen Bargeld. Allein im Jahr 2025 kaufte die Ukraine Bargeld im Wert von mehr als 20 Milliarden Dollar.
  3. Die Oschadbank ist die zweitgrößte Bank der Ukraine mit einer Filiale in fast jeder grösseren Stadt, und jede Filiale führt Geldwechselgeschäfte durch.
  4. Ukrainische Flüchtlinge im Ausland überweisen Geld aus der EU in die Ukraine. Die Ukrainer heben dieses Geld dann als Bargeld von den Banken ab.
  5. Der Verkauf von Autos und Immobilien auf dem Sekundärmarkt in der Ukraine erfolgt meist in bar, in der Regel in Euro oder US-Dollar.

Dies war ein routinemässiger Bargeldtransport, und die Massnahmen der ungarischen Regierung kommen einer Piraterie gleich, da sie versuchen, dies mit der Einstellung der russischen Öllieferungen an Ungarn durch die Ukraine gleichzusetzen. In Wirklichkeit hält die Ukraine keine Ungarn fest und beschlagnahmt auch keine Öllieferungen. Die Ukraine hat lediglich den Transit von russischem Öl eingestellt, weil dieses den Krieg gegen die Ukraine finanziert, einen Krieg, der Hunderttausende Menschen das Leben gekostet hat. https://twitter.com/teoyaomiquu/status/2030030672665137497?s=43&t=Sxt_HRDdRrW65xCRS1SmHw

USA SORGEN FÜR KREML-CASH

Am Donnerstag erlaubte die US-Regierung Indien für vorläufig 30 Tage russisches Öl zu kaufen und so Lieferengpässe aus dem Nahen Osten zu vermeiden. Am Freitag kündigte der US-Finanzminister Scott Bessent an, dass weitere Sanktionen gegen die russische Ölwirtschaft fallen könnten.

In einem Interview mit «Fox News» sagte Bessent: «Wir könnten andere russische Ölsorten von den Sanktionen ausnehmen. Es gibt Hunderte Millionen Barrel sanktionierten Rohöls auf See, und im Grunde genommen kann das Finanzministerium durch die Aufhebung der Sanktionen für Nachschub sorgen. Wir prüfen diese Möglichkeit und werden weiterhin regelmässig Maßnahmen ankündigen, um den Markt während dieses Konflikts zu entlasten.» https://twitter.com/i/status/2030038535584047464

Gemäss den Daten der Nachrichtenagentur Bloomberg befinden sich über 140 Millionen Barrel russisches Öl in Tankern auf den Weltmeeren, die aktuell keinen Abnehmer haben und rasch in Cash verwandelt werden können.https://twitter.com/JayinKyiv/status/2029936459835174973/photo/1

«Der ukrainisch amerikanische Wirtschaftsprofessor Roman Sheremeta schreibt dazu: «Genau das habe ich vorhergesagt – Russland ist zu einem unbeabsichtigten Nutznießer des Krieges gegen den Iran geworden. Der Krieg hat nicht nur die weltweiten Ölpreise in die Höhe getrieben, was Russland zugutekommt, sondern offenbar plant die USA auch, die Sanktionen gegen russisches Öl aufzuheben. Aber zum jetzigen Zeitpunkt sollte es uns nicht überraschen, dass Trumps Handlungen Russland zugute kommen.»https://twitter.com/rshereme/status/2030053651046428923

TRUMP GEGEN KRITISCHE FRAGE

Russland gibt dem iranischen Mullah-Regime Geheimdienstinformationen über die amerikanische Armee im Nahen Osten. Dies berichteten am Freitag mehrere US-Medien.

Darauf angesprochen, sagte die Sprecherin des Weissen Hauses Karoline Leavitt, dass Trumps «Wohlwollen gegenüber Putin» durch solche Informationen nicht erschüttert werde.

Am Abend sprach Fox-News-Korrespondent Peter Doocy Trump bei einer Veranstaltung im Weissen Haus darauf an: «Es klingt so, als würden die Russen dem Iran jetzt dabei helfen, Amerikaner ins Visier zu nehmen und anzugreifen –«. Trump unterbrach ihn: «Darf ich ehrlich sein? Ich habe einfach grossen Respekt vor Ihnen. Sie waren immer sehr nett zu mir. Was für eine dumme Frage, die Sie da gerade stellen. Wir reden hier über etwas anderes. Können wir das Thema vielleicht ein wenig zurückhalten?»

Video: https://x.com/i/status/2030121227503702082 ; https://x.com/i/status/2030010729550524862

ACHSE WASHINGTON – MOSKAU

Michael MacKay, Wirtschaftsprofessor an der London School of Economics and Political Science,  fasst die Ereignisse der letzten Tage in wenigen Zeilen zusammen:

Eine Zeitleiste:

  • Trump verweigert der Ukraine Raketen zur Zerstörung von Shahed-Drohnenfabriken in Russland;
  • Der Iran greift das US-Militär mit Shahed-Drohnen an; Russland liefert dem Iran Zielinformationen;
  • Die USA bitten die Ukraine um Hilfe; die Ukraine sagt zu;
  • Trump beleidigt Zelenskyj und hebt Sanktionen gegen russisches Öl auf.

GROSSER NACHTANGRIFF

In der Nacht auf Samstag griff die russische Armee die ukrainischen Städte Kharkiv, Kyiv, Odessa und Tschernivzi nahe der moldawischen Grenze an. Zum Einsatz kamen unterschiedliche Raketen und eine Vielzahl russisch-iranischer Shahed-Drohnen.

Die ukrainische Luftabwehr berichtet, wie viele Drohnen und Raketen sie neutralisiert hat:

➡️ 453 von 480 Drohnen;

➡️ 0 von 2 Zirkon-Raketen;

➡️ 8 von 13 Iskander-M/S-400-Ballistik-Raketen;

➡️ 11 von 14 Kalibr-Marschflugkörpern

Ein Angriff richtete sich gegen ein fünf Stockwerke hohes Haus in Kharkiv. Das gesamte Gebäude mit allen darin schlafenden Menschen stürzte ein. Eine dort lebende Grundschullehrerin und ihr acht Jahre alter Sohn wurden getötet. Die Such- und Rettungsarbeiten dauern an.

https://x.com/maria_avdv/status/2030153111461831036; https://t.me/u_now/192900;  https://x.com/bohuslavskakate/status/2030114015112757298

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