IRAN EXTRA (5. März 2026, Morgen)

  • Iran hat einen neuen Führer
  • Russland liefert Drohnen
  • Trumps strategischer Fehler
  • Angeblich kurdische Angriffe
  • USA versenken Kriegsschiff
  • «Fatwa» gegen Trump & Israel
  • US-Bürger wollen Krieg nicht
  • Weniger iranische Raketen
  • Probleme im Seeverkehr
  • Katar stoppt Gasproduktion

KHAMENEI 2 – DER NEUE FÜHRER

Wie bereits vor drei Tagen vermutet, wurde der zweite Sohn von Ali Khamenei zum neuen «geistigen Führer» des Irans gewählt. Die Wahl von Mojtaba Khamenei vollzog der sogenannte «Expertenrat». Für Mojtaba Khamenei haben sich die «Islamischen Revolutionsgarden» ausgesprochen und dies mit Druck durchgesetzt. Das berichtet die oppositionelle Nachrichtenagentur «Iran International». Sie schreibt: «Die Entscheidung wurde noch nicht öffentlich bekannt gegeben und wird voraussichtlich nach der Beisetzung von Ali Khamenei verkündet werden.»

Am Dienstagnachmittag hatte Trump noch gesagt, das «schlechteste Szenario» in Iran sei, dass eine Person aus dem Umfeld von Ali Khamenei» zum neuen Chef des Irans werde.

Israel hat auf die Ernennung reagiert: «Jeder Führer, der vom iranischen Terrorregime ernannt wird, um den Plan zur Vernichtung Israels, die Bedrohungen gegen die USA, die freie Welt und die Länder der Region sowie die Unterdrückung des iranischen Volkes fortzusetzen, wird zum unbedingten Ziel der Eliminierung. Egal, wie er heisst und wo er sich versteckt», sagte israelische Verteidigungsminister Israël Katz.

Igor Semyvolos, Geschäftsführer des Zentrums für Nahoststudien, sagte zur Ernennung von Mojtaba Khamenei zum neuen Obersten Führer: «Das ist eine gute Nachricht, da sie die laufenden Prozesse nur beschleunigen und das gesamte System zum Einsturz bringen wird. Er hat zu viele Feinde und ist viel zu unbeliebt. (…) Interessanterweise schweigen die iranischen Staatsmedien (IRNA, Tasnim) bisher zu der offiziellen Bekanntgabe. Das wirft die Frage auf: Warum? Zwei mögliche Antworten bieten sich an: Entweder befürchten sie, dass Mojtaba sofort ins Visier gerät, oder sie wissen schlicht nicht, wie sie diese Entscheidung vermitteln sollen, denn sie gilt als ein historischer Bruch mit den Prinzipien der Revolution von 1979. De facto würde dies die Republik in eine Erbmonarchie der Revolutionsgarden verwandeln.»

https://www.iranintl.com/en/202603048311; https://x.com/rshereme/status/2029190620946809097;  https://t.me/rbc_news/144311  

RUSSISCHE DROHNEN FÜR IRAN

Bei einem Angriff auf eine britische Militäranlage in Zypern verwendete der Iran eine modifizierte Shahed-Drohne mit russischen Teilen. (Siehe «Iran Extra» vom 3. März:

Nun schreibt der ukrainische Journalist Anton Gerashchenko: «Es besteht die Möglichkeit, dass Russland Drohnen des Typs Shahed (russische Bezeichnung: Geran) an den Iran liefert. Der Iran hat bereits Interesse an russischen Modifikationen wie der Geran-3 und der Geran-5 gezeigt. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um kostengünstige Marschflugkörper mit verbesserter Geschwindigkeit (bis zu 600 km/h) und Störfestigkeit.

Das Werk in der russischen Sonderwirtschaftszone Alabuga produziert derzeit über 500 Drohnen pro Monat und wird stetig erweitert. Experten weisen darauf hin, dass die Produktionsmenge in Alabuga es Moskau ermöglicht, modernisierte und kampferprobte Drohnenversionen nach Iran zu exportieren.»

Professor Michael MacKay von der London School of Economics and Political Science verweist darauf, dass Trump nun eine Art Quittung für einen strategischen Fehlentscheid erhält: «Trump weigerte sich, der Ukraine Tomahawk-Marschflugkörper zur Verfügung zu stellen, um Shahed-Drohnenfabriken auf dem Territorium des russischen Terrorstaates zu zerstören.

Jetzt liefern die russischen Terroristen Shahed-Drohnen in den Iran. Trump muss nun Drohnen im Wert von 25’000 Dollar mit Patriot-Raketen im Wert von 4 Millionen Dollar abschiessen.»

https://aldrovandi.net/2026/03/03/iran-extra-vom-3-3-2026-um-9-uhr/)https://x.com/Gerashchenko_en/status/2028406418324308431;https://twitter.com/mhmck/status/2029267725344707038

KURDEN GREIFEN EIN

Kurdische paramilitärische Kräfte im Irak haben eine Bodenoffensive gegen die Islamische Republik Iran gestartet. Tausende kurdische Kämpfer begannen am Montag, dem 2. März, Kampfstellungen im Nordwesten des Irans einzunehmen, wie ein iranisch-kurdischer Beamter gegenüber i24NEWS erklärte.

Washington habe nichts zur Bewaffnung der kurdischen Milizen beigetragen. Karoline Leavitt, Pressesprecherin des Weissen Hauses, wies Berichte, wonach Trump einen Plan zur Bewaffnung kurdischer Milizen genehmigt habe, um einen Aufstand im Iran zu provozieren, kategorisch zurück.  

Leavitt bezeichnete diese Artikel als «völlig falsch». Sie bestätigte jedoch, dass der US-Präsident mit kurdischen Führern über den US-Stützpunkt im Nordirak gesprochen habe.

https://www.i24news.tv/fr/actu/israel-en-guerre/artc-live-blog-les-tirs-en-provenance-d-iran-et-du-liban-se-poursuivent-avec-des-alertes-matinales; https://x.com/sentdefender/status/2029281807816954169

USA VERSENKEN KRIEGSSCHIFF

Die iranische Fregatte «Dena» wurde von einem amerikanischen U-Boot vor der Küste Sri Lankas angegriffen und sank. Nach Angaben des Irans kamen 100 Menschen ums Leben und 78 wurden verletzt.

Der amerikanische Kriegsminister Pete Hegseth gab an, dass der Angriff in internationalen Gewässern erfolgte. Demnach wurde der Torpedo von einem US-U-Boot abgefeuert. Der Angriff war laut dem US-Verteidigungsminister der erste dieser Art seit dem Zweiten Weltkrieg.

Der iranische Aussenminister, Abbas Araghchi, erklärte am Donnerstag, dass die USA »den Präzedenzfall, den sie geschaffen haben, bitter bereuen werden«, nachdem ein US-U-Boot vor der Küste Sri Lankas eine iranische Fregatte versenkt hatte.

https://t.me/exilenova_plus/17096 ; https://www.spiegel.de/ausland/iran-krieg-news-am-donnerstag-us-regierung-dementiert-berichte-ueber-bewaffnung-von-kurden-a-b98f0031-5a12-4629-a641-e0e3761e0375

FATWA GEGEN TRUMP & ISRAEL

Mit einer Fatwa – auch als «religiöse Auskunft» bezeichnet – hat der iranische Grossajatollah Abdollah Javadi Amoli zur religiös begründeten Gewalt aufgerufen. Amoli sagte in seiner Erklärung: «Das Blut von Trump und den Zionisten zu vergiessen ist eine Pflicht.»

In seiner Rede rief er seine Anhänger dazu auf, gegen die «Zionisten» und die Vereinigten Staaten zu kämpfen, wobei er sich auf die religiöse Autorität der Schiiten berief und den Konflikt als religiöse Pflicht darstellte.

Er warnte seine Anhänger, sie müssten Einheit wahren, und behauptete, der Iran stehe vor einer historischen Bewährungsprobe. Er forderte Massnahmen gegen diejenigen, die er als ausländische Feinde bezeichnete, die den Iran spalten wollten.

Eine Fatwa ist nicht gleichzusetzen mit einem Gerichtsurteil, ist aber für diejenigen bindend, die die Autorität des Verfassers anerkennen. https://twitter.com/i/status/2029280765083611200

WENIGER IRANISCHE RAKETEN

Die iranischen Raketenangriffe haben gegenüber dem ersten Tag um 86 % abgenommen. Das sagte der US-General und Vorsitzende der Vereinigten Stabschefs der Vereinigten Staaten.

Auch die Zahl der Drohnenangriffe sei um 73% im Vergleich zum ersten Tag gesunken.

Wie Caine sagte wurden in den ersten drei Tagen des amerikanisch-israelischen Angriffs mehr als 2’000 Ziele getroffen und mehr als 20 iranische Schiffe zerstört. Die Ziele der USA bleiben weiterhin die Neutralisierung der iranischen ballistischen Bedrohung, die Schwächung der iranischen Marine und die Verhinderung einer raschen Wiederherstellung der militärischen Kapazitäten des Landes. https://www.i24news.tv/fr/actu/israel-en-guerre/artc-live-blog-les-tirs-en-provenance-d-iran-et-du-liban-se-poursuivent-avec-des-alertes-matinales

US-BÜRGER GEGEN KRIEG

Die Hälfte der Amerikaner unterstützt die US-Angriffe auf den Iran nicht.

Gemäss einer Umfrage der Washington Post (WP) sind 39% der befragten Amerikaner «entschieden» gegen die US-Angriffe auf den Krieg. 13% sagten «ich widerspreche teilweise».

Dagegen erklärten nur 22% der Befragten, dass sie den US-Angriff auf den Iran «entschieden» unterstützen und 17% unterstützen den Krieg «teilweise unterstützen». 9% wollten keine Meinung äussern. https://www.washingtonpost.com/politics/interactive/2026/trump-iran-strikes-poll-americans

PROBLEME AUF SEE

Aufgrund der Verschärfung des Krieges im Nahen Osten stellen Schifffahrtsunternehmen ihre Fahrten durch den Golf von Oman fast vollständig ein. Dies ist eine der wichtigsten Seestrassen der Welt, über die ein erheblicher Teil des Öls und Gases transportiert wird. Formal ist die Meerenge nicht gesperrt. Tatsächlich fahren die Schiffe jedoch aufgrund der Gefahr von Angriffen und Versicherungsproblemen nicht dorthin.

Am 1. März wurden mit Hilfe des automatischen Identifikationssystems (AIS) etwas mehr als 1 Million Tonnen Deadweight durch die enge Passage registriert. Im Januar waren es durchschnittlich pro Tag 10,3 Millionen Tonnen. Aktuell fahren gar keine Schiffe mehr durch die Strasse von Hormus.

Die Transportunternehmen erhöhen die Risikoprämien oder stoppen die Durchfahrt:

🛑Hapag-Lloyd hat die Tarife um 1.500 Dollar für einen normalen Container und um bis zu 3.500 Dollar für einen Kühlcontainer erhöht.

🛑CMA CGM hat einen Aufschlag von 2.000 bis 4.000 Dollar pro Container eingeführt.

🛑Maersk bereitet ebenfalls Notzuschläge vor.

🛑COSCO Shipping hat die Durchfahrt durch die Meerenge eingestellt.

Versicherungsgesellschaften streichen entweder die Deckung von Kriegsrisiken oder verlangen sehr hohe Prämien. Ohne Versicherung darf ein Schiff die Gefahrenzone nicht befahren. Daher ist der Verkehr auch ohne offizielle Blockade fast zum Erliegen gekommen.

Etwa 20 % des weltweiten Öls werden durch die Meerenge transportiert. Die Tankerfahrten sind um mehr als 80 % zurückgegangen. Mehrere Schiffe wurden bereits angegriffen. Asiatische Länder (China, Indien, Südkorea, Japan) suchen aktiv nach alternativen Ölquellen in den USA, Westafrika, Lateinamerika und Moskau. Es gibt zwar Vorräte, aber wenn sich die Krise hinzieht, könnten die Preise steigen.

Am stärksten gefährdet ist Flüssiggas

🟡 QatarEnergy hat nach den Angriffen die LNG-Produktion eingestellt.

🟡 Über 90 % des katarischen Gases werden über den Persischen Golf transportiert.

🟡 Der LNG-Markt verfügt nicht über „überschüssige” Mengen, die schnell ersetzt werden können.

🟡 Wenn die Meerenge länger blockiert bleibt, werden Asien und Europa um die begrenzten Gasmengen konkurrieren. Dies bedeutet das Risiko eines starken Preisanstiegs.

Die Situation in Ormuz wird zu einer neuen Bewährungsprobe für die Stabilität der globalen Lieferketten. Die Dauer der Beschränkungen wird darüber entscheiden, ob es bei einer regionalen Krise bleibt oder ob sich daraus ein weiterer systemischer Schock für den Welthandel entwickelt. https://t.me/DeepStateUA/23252

KATAR STOPPT GASPRODUKTION

Katar hat nach den Angriffen des Iran die Produktion von Flüssiggas vollständig eingestellt. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters exklusiv. Gemäss Reuters wurde am Mittwoch das Hauptwerk des Landes in Ras Laffan stillgelegt. Mindestens einen Monat lang werde man nicht in der Lage sein, zur normalen Produktion und zu normalen Exportmengen von tiefgekühltem Gas zurückzukehren. Diese Frist sei allerdings vorläufig und könne auch wieder geändert werden.https://www.reuters.com/business/energy/qatar-shuts-gas-liquefaction-will-take-weeks-restart-sources-say-2026-03-04/

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