- 2’000 Kinder wieder daheim
- Krieg fordert mehr zivile Opfer
- Ergebnislose Runde in Genf
- Europa mischt sich in Genf ein
- Trump zaudert und verärgert
- Harte Schläge hinter der Front
- Kroatien stoppt Russen-Öl
- Russlands Öllager sind voll
- Kreml-Blogger extrem besorgt
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2’000 KINDER WIEDER DAHEIM
Am Dienstag wurden 2’000 Kinder wieder in ihrer Heimat Ukraine empfangen. Sie waren zuvor nach Russland und Weissrussland entführt worden.
Der ukrainische Präsident Volodymyr Zelenskyj schrieb: «Heute haben wir ein wichtiges Ergebnis erzielt: Im Rahmen der Initiative „Bring Kids Back UA“ konnten 2’000 ukrainische Kinder aus dem Einflussbereich Russlands nach Hause zurückgebracht werden.
Jede dieser Rückführungen wurde durch die tägliche Arbeit unserer Mitarbeiter, zivilgesellschaftlicher Organisationen und internationaler Partner ermöglicht. Wir sind jedem dankbar, der sich diesem Kampf für die Zukunft unserer Kinder, unseres Landes und der gesamten freien Welt angeschlossen hat.
Vor uns liegt noch ein langer und schwieriger Weg. Tausende ukrainische Kinder sind nach wie vor Geiseln Russlands und werden täglich Opfer seiner Verbrechen. Aber wir werden nicht aufhören, bis wir jedes ukrainische Kind nach Hause zurückgebracht haben.» https://t.me/V_Zelenskiy_official/18008

MEHR ZIVILE OPFER
Die Zahl der zivilen Opfer in der Ukraine durch russische Bombenangriffe stieg laut einem Bericht der Zeitung «The Guardian» im Jahr 2025 um 26 %. Insgesamt wurden 2’248 Zivilisten durch «explosive Gewalt» in der Ukraine getötet und 12’493 verletzt. Die Angriffe waren zudem verheerender: Durchschnittlich wurden bei jedem Angriff 4,8 Zivilisten getötet oder verletzt. Das sind 33 % mehr als im Jahr 2024.
Der schlimmste Angriff ereignete sich am 24. Juni 2025 in Dnipro. Russische Raketen trafen einen Personenzug sowie mehrere Wohnhäuser und Schulen. Dabei wurden 21 Menschen getötet und 314 verletzt, darunter 38 Kinder.
Die ukrainische Bloggerin Kate (@BohuslavskaKate) kommentierte diese Zahlen: «Das ist der Preis, den das ukrainische Volk für die Versuche des Westens zahlt, Russland an den Verhandlungstisch zu bringen, bevor es ausreichend unter Druck gesetzt wurde. Russland hat dies als Schwäche aufgefasst. Als Erlaubnis.»
Und die amerikanische Journalistin und Buchautorin Anne Apelbaum schrieb «Dramatischer Anstieg der zivilen Opferzahlen in der Ukraine seit Trumps Amtsantritt.»
https://www.theguardian.com/world/2026/feb/16/ukrainian-civilian-casualties-surged-by-26-in-2025-say-researchers: https://x.com/BohuslavskaKate/status/2023450304792895768; https://x.com/anneapplebaum

EUROPA MISCHT SICH EIN
In Genf hat am Dienstag eine weitere trilaterale Runde Ukraine – USA – Russland begonnen. Doch nun wehren sich europäische Staaten dafür, dass auch sie – und nicht nur die USA – an den Gesprächen über die Beendigung des Ukraine-Krieges teilnehmen.
Zu sehen war im Konferenzhotel InterContinental eine britische Delegation unter der Führung des Sicherheitsberaters Jonathan Powell. Weitere Delegationen von Italien, Deutschland und Frankreich trafen am Dienstag ebenfalls ein. Sie wollen separat mit der ukrainischen und der amerikanischen Delegation reden.
Der russische Militärblogger «Rybar» berichtet seinen 1,55 Millionen Telegram-Abonnenten empört über die Anwesenheit der britischen Delegation als «vierten und ungebetenen Gast». Es sind insbesondere die Briten welche «Rybar» stören, weil die Englänger seit dem Anfang des Krieges zu den härtesten Gegnern des russischen Angriffs auf die Ukraine gelten.
Am Dienstagabend meldete Rustem Umerov, Mitglied der ukrainischen Verhandlungsdelegation nach den vierstündigen Verhandlungen: «Sowohl die politische als auch die militärische Arbeitsgruppe haben ihre Arbeit für heute abgeschlossen.» Übliche positive Zusatzformulierungen wie «produktive Atmosphäre» und ähnliches fehlten.
Eine Quelle der russischen Propagandaagentur «RIA Novosti» erklärte, dass die Verhandlungen «sehr angespannt» waren.
Ein Journalist von Axios berichtete, dass die Gespräche in einer «Sackgasse» seien. Grund dafür sei die Position des wieder ernannten Delegationsleiters Wladimir Medinski, der in Abu Dhabi nicht dabei war, wo die russische Delegation zugänglicher erschien.
Eine völlig andere Darstellung verbreitete der New Yorker Immobilienhändler und US-Delegationsleiter Steve Witkoff. Auf «X» schrieb er: « Der Erfolg von Präsident Trump, beide Seiten dieses Krieges zusammenzubringen, hat zu bedeutenden Fortschritten geführt, und wir sind stolz darauf, unter seiner Führung daran zu arbeiten, das Töten in diesem schrecklichen Konflikt zu beenden.»
Heute Mittwoch sollen die Gespräche weitergehen.
https://t.me/DDGeopolitics/173224 ; https://t.me/rybar/77601; https://x.com/rustem_umerov/status/2023826563523858508; https://t.me/rbc_news/143032 ; https://x.com/SEPeaceMissions/status/2023969047730180230

TRUMP ZAUDERT WEITER
US-Präsident Trump verzögert die Abstimmung über einen Gesetzentwurf zur Verschärfung der Sanktionen gegen Russland. Das erklärte der demokratische Senator Richard Blumenthal. Er hat zusammen mit seinem republikanischen Kollegen Lindsey Graham ein Gesetz erarbeitet, das Länder mit einem 500% Zollsatz belegt, die mit Russland Geschäfte machen. Ausserdem sind im Gesetzesentwurf weitere primäre und sekundäre Sanktionen gegen Russland vorgesehen.
Nach Ansicht von Blumenthal ist Trump das einzige Hindernis für die Förderung des Sanktionspakets: «Wir haben auf grünes Licht gewartet, und er hat so lange gezögert, dass jeder, der ihn beobachtete, Nackenschmerzen bekam», erklärte Senator Blumenthal. https://t.me/rbc_news/143024

SCHLÄGE JENSEITS DER FRONT
Neben der Verteidigung an der Front und dem Schutz der einheimischen Bevölkerung sind Schläge gegen die russische Armee und Militärindustrie das dritte Standbein der ukrainischen Armee. In den letzten 72 Stunden gelangen folgende Aktionen:

- Die Drohnenarmee «Alfa» griff das russische Chemiewerk «Metafrax Chemicals» im russischen Bezirk Perm an. Die Fabrik in Gubakha ist 1’600 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. Lokale Telegram-Kanäle berichteten von mindestens sechs Explosionen auf dem Gelände und dem Ausbruch eines Brandes. «Metafrax» ist eine der weltweit grössten Hersteller der Sprengstoff-Elemente Methanol, Urothropin und Pentaerythrit.
- Die Erdölraffinerie Ilsky im russischen Krasnodar Krai brannte auch am Dienstagabend weiter – 12 Stunden nach dem Angriff.
- Auf der besetzten Krim gelang der ukrainischen Armee in der Nacht auf Dienstag die Zerstörung eines russischen Multifunktionshelikopters Ka-27 im Gebiet von Kamyschli.
- Ebenfalls auf der Krim wurde Im Dorf Pasednoje im Bezirk Belogorsk eine Lagerstätte für das Raketensystem «Iskander» getroffen und mehrere Explosionen registriert.
- In der derzeit besetzten Region Saporischschja wurde in Gulyaipol und Zatishya militärische Kommandopunkte getroffen.
- Bei der besetzten Stadt Mariupol wurde ein moderner Raketenabschussfahrzeug S-300VM zerstört. (FOTO)
- Ebenfalls eine militärische Einrichtung wurde in Anatoliyiwka in der russischen Region Kursk angegriffen.
- Am Montag kam es zu einer schweren Explosion in einem grossen Munitionslagerplatz nur 70 Kilometer von Moskau entfernt. (FOTO) In der Anlage nordöstlich von der Hauptstadt waren 100’000 bis 264’000 Tonnen Munition gelagert. Die Explosionen dauerten den ganzen Tag an.
https://t.me/u_now/191024; https://www.facebook.com/GeneralStaff.ua; https://t.me/exilenova_plus/16461; Video der Munitionslager-Explosion: https://x.com/i/status/2023229842980831495

KROATIEN STELLT SICH QUER
Kroatien hat vorerst alle Öllieferungen über seine Häfen nach Ungarn ausgesetzt. Damit wurde die Forderung von Ungarn und Kroatien zurückgewiesen.
Am Wochenende hatte der ungarische Aussenminister darum gebettelt, dass Kroatien russisches Öl über seine Meereshäfen verladen und nach Ungarn transportieren lässt.
Am Dienstagabend warf der ungarische Aussenminister Péter Szijjártó der «Achse Kiew – Berlin – Brüssel» vor, die Öllieferung aus politischen Gründen zu unterbrechen. Es sei ein Versuch dieser Staaten die Wahlen in Ungarn zu beeinflussen, welche in zwei Monaten stattfinden und bei denen die Regierung Orbán abgewählt werden könnte. Deutschland und die EU wollten die Ungarn dafür bestrafen, dass sie gegen eine Aufnahme der Ukraine in die Europäische Union seien. (KOMMENTAR: Szijjártó erwähnte nicht, dass die EU beschlossen hat, sich von russischem Öl und Gas unabhängig zu machen.)
https://www.facebook.com/groups/950882953498053/permalink/1191646812754998/?mibextid=wwXIfr&rdid=17lxJa4AWmQPYlPh; https://t.me/tass_agency/361753

RUSSLAND HAT ZUVIEL ÖL
Russlands Öllagerkapazitäten stossen an ihre Grenzen. Die Lager sind voll und der Absatz beim Hauptabnehmer Indien ist um ein Drittel gesunken.
Indien nimmt aktuell noch 1,1 Millionen Barrel pro Tag entgegen, gegenüber 1,7 Millionen Barrel pro Tag im Dezember. Rund 150 Millionen Barrel sind in Tankern gelagert, die sich auf den Weltmeeren bewegen, aber nicht mehr nach Indien liefern können.
Russlands landbasierte Lagerkapazitäten erlauben nur noch die Speicherung von etwa 32 Millionen Barrel. Das entspricht lediglich drei bis vier Tagen der aktuellen Produktion. Die unzureichenden Lagermöglichkeiten werden Russland spätestens im März/April zu einer Drosselung der Produktion zwingen.
Bis Ende 2025 wird die russische Ölproduktion auf ein 15-Jahres-Tief von 512 Millionen Tonnen gefallen sein. Die Gazprombank schätzt, dass die Ölkonzerne aufgrund von Exportschwierigkeiten und der Notwendigkeit, enorme Preisnachlässe von fast 30 US-Dollar pro Barrel zu gewähren, Deviseneinbussen von rund 33 Milliarden US-Dollar erlitten haben.

KREML-BLOGGER ZWEIFELN
Maxim Kalashnikow ist einer der viel gelesener kremltreuen Blogger, ein überzeugter Nationalist und Anhänger der Ausweitung des russischen Territoriums.
Doch auch ihn befallen Zweifel wegen der ausbleibenden militärischen Erfolge der russischen Armee. Kalashnikov: «Am Ende muss der Krieg so beendet werden, dass zumindest etwas als Sieg präsentiert werden kann. Und da die Einnahme von Kiew oder Odessa nicht einmal mehr diskutiert wird – denn selbst der dümmste Idiot versteht, dass dies unmöglich ist – bleibt nur noch eine Option: der verbleibende Teil der Region Donezk.»
Genau daran halte aber die ukrainische Regierung fest. Um den gesamten Donbass zu erobern brauche es die Mobilisierung von mindestens einer halben Million (500’000) Reservisten. Ausserdem müssten, um eine «Katastrophe für die öffentlichen Finanzen zu verhindern», die Bankersparnisse der russischen Bürger in Staatsanleihen umgewandelt werden, also das Ersparte weggenommen werden.
Ebenfalls hart sind die Aussagen des russischen «Z-Blogger» Yevgeny Golman. «Am Ende des Jahres werden wir es verdammt noch mal satt sein und einfach aufgeben!», sagte er in einem emotionalen und mit Schimpfwörtern getränkten Video.
Die Russen seien nicht bereit, den Teilnehmern der sogenannten «militärischen Sonderoperation» zu helfen, die Hälfte der Leute sei dagegen und nicht einmal bereit, Geld für Socken und Unterwäsche für russische Soldaten zu spenden. Dem Land gehe es zunehmend schlecht: «Ich sehe, dass die Menschen bis zum Ende des ersten Quartals aufwachen werden. In Moskau haben 500 Restaurants geschlossen. Viele Unternehmen, die einst mit Dieselkraftstoff oder was auch immer sie konnten halfen, schließen. Jetzt können sie nicht mehr helfen. Und bis zum Ende des Jahres sind wir komplett am Arsch – wir werden hart abstürzen.»
https://t.me/roy_tv_mk/18760 : Video Golman: https://x.com/i/status/2023863555691352103



