- Ukrainer drängen Russen zurück
- Kreml-Blogger macht sich Sorgen
- Russische Armee erobert Dörfer
- Verhältnis der Toten bei 27:1
- Grösse der Friedhöfe verschleiert
- Letzter Grossangriff gescheitert
- Wagner-Rekrutierer weiter aktiv
- Witwen in Nordkorea beschenkt
- Umsatzminus in Russischen Häfen
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VERBESSERTE FRONTLAGE
Die Kommunikation der russischen Armee ist nach dem Ausfall grosser Teile der Starlink-Verbindungen geschwächt. Dies hat die ukrainische Armee in den letzten Tagen für eine Serie von lokalen Gegenangriffen, insbesondere im Süden der Ukraine genutzt. Dabei befreiten sie die Siedlungen und kleinen Dörfer Oleksiivka, Orestopil, Berezove, Ternove, Danylivka, Vyshneve, Yehorivka, Zlahoda, Rybne, Ternuvate, Kosivtseve, Dobropillya, Pryluky, Olenokostyantynivka. An einigen Frontstellen gelang es den Ukrainern um bis zu 9 Kilometer tief in die russischen Linien einzudringen.
Die Rückeroberungen wurden von russischen Militärbloggern teilweise bestätigt. Insbesondere der einflussreiche Z-Blogger «Rybar» teilt seinen 1,5 Millionen Telegram-Nutzern mit: «Die Lage an der westlichen Flanke der Saporischschja Richtung hat sich in den letzten 24 Stunden drastisch verschlechtert. Ukrainische Truppen haben in einem etwa 20 Kilometer breiten Abschnitt eine Offensive gestartet.» Der ukrainische Generalstabschef Olexandr Syrskyj bestätigte das Vorstossen der ukrainischen Armee, die «bereits erste Ergebnisse» erzielt hätte.

Das amerikanische «Institute for the Study of War» (ISW) schreibt zum selben südukrainischen Frontabschnitt, dass es sich um eine Reihe sogenannter «taktischer Gegenangriffen» entlang der Flüsse Yanchur und Haichur in Richtung Oleksandrivka und Hulyaipole handelt. Es gehe dabei nicht um einen grossen Gegenangriff, sondern um den Versuch, die erwartete russische Frühlingsoffensive in der Südukraine zu behindern.
Die russische Armeeführung propagiert ihrerseits «grosse Erfolge». So meldete Generalstabschef Walerii Gerassimow die Eroberung von 200 Quadratkilometern in den ersten zwei Februar Wochen. Das ISW bestätigte die Zahl, aber schreibt dazu relativierend: «Gerassimow nutzt weiterhin die Eroberung kleiner Dörfer und Felder durch Russland, um die laufenden Verhandlungen zu beeinflussen und den Westen und die Ukraine dazu zu bewegen, den territorialen Forderungen Russlands nachzugeben. Sein Bericht verschleiert die Tatsache, dass die Eroberung dieser kleinen Dörfer und offenen Felder nicht die gleichen Ressourcen und Anstrengungen erfordert wie die Eroberung grosser, gut verteidigter Städte, wie sie die russischen Streitkräfte einnehmen müssen, um den Rest der Oblast Donezk zu erobern. Die russische Überbewertung der Eroberung kleiner Dörfer nutzt auch die Tatsache aus, dass die meisten Menschen keine Ahnung haben, wo sich die genannten Orte befinden und wie gross sie sind.»
Einen symbolisch wichtigen Erfolg scheint der russischen Armee im Osten der Ukraine zu gelingen. Myrnohrad, die Nachbarstadt von Pokrovsk steht vor dem Fall. «Die Geschichte seiner Verteidigung neigt sich dem Ende zu.», schreiben die ukrainischen Analysten von «DeepState». Auch in Pokrovsk selbst werde die Lage für die ukrainischen Verteidiger immer kritischer.
https://t.me/rybar/77566; https://x.com/TheStudyofWar/status/2023434700694380689; https://x.com/Maks_NAFO_FELLA/status/2023142077845151936; https://understandingwar.org/research/russia-ukraine/russian-offensive-campaign-assessment-february-15-2026/; https://x.com/TTheBattlefield/status/2023476214959124869; https://x.com/ChuckPfarrer/status/2023465037319270403; https://x.com/NOELreports/status/2023485649626521773; https://t.me/DeepStateUA/23198

VERHÄLTNIS DER TOTEN 27:1
Um der russischen Bevölkerung die Verluste zu verschleiern, werden nun auch geografische Aufnahmen unscharf gemacht. Die russische Suchmaschine «Yandex» hat damit begonnen, Friedhöfe zu verwischen. Auf «Yandex Maps» wurde der Novoye-Friedhof in Seweromorsk unscharf abgebildet, als wäre er eine militärische Einrichtung. Satellitenbilder zeigen, dass sich sein Gebiet nach Beginn des Krieges gegen die Ukraine erheblich vergrössert hat.
Die Rückeroberung von Kupjansk durch die Ukraine hat für die russische Armee zu grossen Verlusten geführt. In den Kämpfen um Kupjansk haben ukrainische Streitkräfte 27 russische Soldaten für jeden getöteten Ukrainer eliminiert. Diese Angaben machte der britische Geheimdienst während eines Briefings der Regierung, berichtet die britische «The Time».
Kurz vor Weihnachten waren im Zentrum von Kupjansk bis zu 200 russische Soldaten in einer Falle gefangen. Die Gesamtverluste der Russischen Föderation in der ganzen Stadt und der Umgebung werden auf Tausende geschätzt.
An der Rückeroberung von Kupjansk waren einige der am besten ausgebildeten ukrainischen Einheiten beteiligt, darunter Kämpfer der 13. Brigade «Charta». Sie konnten die Russen zurückdrängen und hissten die Flagge über dem Rathausgebäude.
Kurz danach berichtete der russische Generalstabschef, dass die russische Armee Kupjansk unter Kontrolle habe, was offensichtlich nicht mit der Realität übereinstimmte.
https://www.thetimes.com/world/russia-ukraine-war/article/ukraine-killed-27-times-russians-kupiansk-control-vhkzp5vfx ; https://x.com/nexta_tv/status/2023050741540126981

GROSSANGRIFF GESCHEITERT
In der Nacht auf Dienstag fand ein weiterer Grossangriff auf die Energieinfrastruktur der Ukraine statt. Nach Angaben der ukrainischen Luftverteidigung ist er weitgehend gescheitert. Über 70% der Raketen und ein Grossteil der Angriffsdrohnen wurden abgeschossen. Dennoch kam es zu Schäden an zivilen Anlagen:
➡️ In Dnipro brennt ein Verwaltungsgebäude und Autos wurden beschädigt.
➡️ In Odessa wurden zivile Gebäude beschädigt, es kam zu einem Feuer in einem Hochhaus, zwei Personen wurden verletzt.
➡️ In Ivano-Frankivsk und Lviv waren Explosionen zu hören, die Luftverteidigung war im Einsatz. Zur frühen Stunde fehlt noch die Übersicht.
➡️ Explosionen gab es auch in Kryvyi Rih, Tschernihiw, Burshtyn, in der Region Kirowohrad, Sumy und in Pokrovsk.
Gestern Abend hatte Volodymyr Zelenskyj in seiner täglichen Videobotschaft gewarnt: «Russland kann der Versuchung der letzten Tage der Winterkälte nicht widerstehen und will den Ukrainern schmerzhafte Schläge versetzen. Je mehr Böses von Russland ausgeht, desto schwieriger wird es für alle, mit ihnen zu einer Einigung zu gelangen.»
Heute Dienstag soll in Genf eine neue Runde der trilateralen Gespräche zwischen der Ukraine, den USA und Russland stattfinden. Gestern – vor den neuen massiven Angriffen – hiess es noch, dass ein neuer «Energie-Waffenstillstand» vereinbart werden könnte.
https://t.me/u_now/190944; https://t.me/V_Zelenskiy_official/18000

AKTIVES WAGNER-NETZWERK
Anwerber und Propagandisten der ehemaligen Wagner-Gruppe sind nun Teil des russischen Geheimdienstes. Nach Angaben westlicher Geheimdienste wurden nach dem Tod von Jewgeni Prigoschin die Strukturen der Gruppe «GU GSh» integriert, berichtet die Financial Times.
Anstatt Freiwillige für die Front zu suchen, konzentrieren sich diese Einheiten nun darauf, Europäer für die Durchführung von Sabotageaktionen auf NATO-Gebiet zu rekrutieren. Die Hauptzielgruppe der Anwerber sind wirtschaftlich schwache und marginalisierte Einwohner europäischer Länder. Ihnen wird Geld für die Brandstiftung an Lagerhäusern mit Hilfsgütern für die Ukraine oder an Autos von Politikern sowie für die Verbreitung von Desinformationen geboten.
Obwohl sich der russische Geheimdienst FSB häufiger an kriminelle Kreise und Diasporas wendet, haben sich die Methoden Wagners bei der Massenrekrutierung über Online-Plattformen als effektiver erwiesen. Dank ihrer Erfahrung mit «Trollfabriken» in St. Petersburg erstellen sie attraktive Inhalte für junge, radikalisierungsgefährdete Menschen.
https://www.ft.com/content/dbd1d803-ab37-43f1-920f-fce74952313a

WOHNUNGEN FÜR WITWEN
Nordkoreas Diktator Kim Jong Un hat ein neu erstelltes Wohnquartier in der Hauptstadt Piönjang eingeweiht. Wie die staatliche Nachrichtenagentur KCNA berichtet, wurden die Wohnungen in der Seber-Strasse an die Angehörigen der Soldaten übergeben. Ihre Väter, Söhne oder Brüder waren im Kampf gegen die Ukraine auf der Seite Russlands gestorben.
Wie die staatliche Nachrichtenagentur KCNA berichtet, wurden die Wohnungen in der Seber-Straße an die Angehörigen der Soldaten übergeben. Die nordkoreanischen Behörden geben jedoch nicht an, wo genau sie ums Leben kamen, und bezeichnen sie lediglich als Teilnehmer einer «ausländischen Militäroperation».
https://t.me/uniannet/185796 ;

HAFEN-UMSÄTZE EINGEBROCHEN
Der Rückgang der wirtschaftlichen Leistung Russlands zeigt sich auch in der veröffentlichten Statistik über die Umsätze in den russischen Häfen.
Im Januar 2026 sank der Güterumschlag in allen russischen Häfen im Vergleich zum Januar 2025 um 7 %. Um 26,7% sank der Güterumschlag in den beiden von Russland kontrollierten Häfen am Schwarzen und im Asowschen Meer. Berücksichtigt wurden bei dieser Erhebung die Häfen des besetzten Halbinsel Krim sowie Berdjansk und Mariupol.
Vom Schwarzen und Asowschen Meer hat die ukrainische Armee grosse Teile unter Kontrolle. Es gelang ihr in den letzten Monaten Tanker daran zu hindern, illegal Öl in Richtung der Weltmeere zu verschieben. https://t.me/Crimeanwind/93804



