- In Kyjv ist es wieder hell und warm
- Blackouts in russischen Grenzregionen
- Russland will angeblich «Energiefrieden»
- Ukrainischer Ex-Minister wollte flüchten
- Korruptionsanklage gegen Ex-Minister
- Kaja Kallas: «Russland ist geschlagen»
- Ungarn & Slowakei wollen russisches Öl
- «Putin ist ein unmöglicher Partner»
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KYJV WIEDER MIT LICHT
Mehr als drei Wochen lang litt die Bevölkerung der ukrainischen Hauptstadt, weil grosse Teile der Elektrizitäts- und Wärmeversorgung aufgrund russischer Angriffe ausgefallen waren.
Am Sonntag konnte Kyjv und grosse Teile der Umgebung mit Strom und Wärme versorgt werden. 95% der Haushalte werden wieder normal versorgt, meldeten die Behörden.
Die Ausfallzeiten seien nur noch «minimal» und die Situation in der Stadt und Region normalisiere sich.
Meteorologen warnten, dass die Kälte in die Ukraine zurückkehre. Bereits am Dienstag seien Temperaturen von Minus 17 Grad möglich. In der Nacht auf Montag fiel so viel Schnee, dass der Verkehr in weiten Regionen der Ukraine stark behindert wurde.
Ebenfalls eine Warnung veröffentlichte Volodymyr Zelenskyj. In seiner täglichen Ansprache sagte der ukrainische Präsident am Sonntagabend: «Es stehen noch einige kalte Tage bevor, und jeder hat bereits gesehen, wie die Russen dies ausnutzen. Bitte passt gut auf euch auf und beachtet die Luftangriffswarnungen.»
https://t.me/voynareal/131194; https://x.com/ZelenskyyUa/status/2023100639157575908

BLACKOUT IN GRENZREGIONEN
Die ukrainische Armee hat in den letzten Tagen vermehrt die Energieversorgung der grenznahen Regionen Brjansk und Belgorod in der Russischen Föderation angegriffen. Damit wurden möglicherweise Voraussetzungen für einen «Energie-Frieden» geschaffen.
Am Sonntagabend wurden in Brjansk Explosionen beim Heizkraftwerk gemeldet. Zuvor war die 750 kV-Unterstation «Novobryanskaya» in der Region getroffen worden.
Auch in Belgorod ist die Strom- und Wärmeversorgung nach den jüngsten ukrainischen Angriffen grossflächig ausgefallen.
In der Nacht auf heute reiste die ukrainische Delegation unter Leitung von Kyrylo Budanov mit dem Zug nach Genf für Verhandlungen. Die trilateralen Gespräche zwischen der Ukraine, den USA und Russland sollen am Dienstag beginnen. Gemäss der russischen Nachrichtenagentur RBC werde die russische Delegation einen erneuten Energie-Waffenstillstand vorschlagen. https://t.me/exilenova_plus/16409; https://t.me/uniannet/185786; https://t.me/rbc_news/142879

EX-MINISTER WOLLTE FLÜCHTEN
Am Sonntag wurde der ehemalige ukrainische Energieminister Herman Haluschtschenko beim Versuch, die Grenze zu überqueren festgenommen. Die Verhaftung erfolgte, weil Halutschenko in ein Strafverfahren wegen Korruption verwickelt ist und die Ukraine deshalb nicht verlassen darf.
Im letzten November wurde bekannt, dass der frühere ukrainische Energieminister Haluschtschenko und die damals aktuelle Energieministerin Switlana Hryntschuk, sowie Geschäftsleute gemeinsam den Staat um Geld betrogen haben. Die Minister sollen überteuerte Aufträge zum Schutz von Energieanlagen gutgeheissen haben. Im Gegenzug hätten sie von den Auftragnehmern Zahlungen, sogenannte «Kickbacks» erhalten.
Gemäss den Ermittlungsbehörden soll es sich um einen Korruptionsfall in der Höhe von 100 Millionen US-Dollar handeln.
Mit den überteuerten Aufträgen hätten die Energieanlagen geschützt werden sollen. Am 20. November 2025 wurden die Beiden vom ukrainischen Parlament auf ihren Ämtern entlassen.
Heute Morgen haben die ukrainischen Anti-Korruptionsbehörden gegen Haluschtschenko und seine Komplizen offiziell Anklage erhoben: Im Rahmen der sogenannten «Midas»-Ermittlungen wird der ehemalige Energieminister (2021–2025) wegen Geldwäsche und Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung angeklagt.
Nach der Version der Ermittler wurde 2021 auf der Insel Anguilla ein Fonds zur Anziehung von etwa 100 Millionen US-Dollar an «Investitionen» eingerichtet. In die Struktur wurden Unternehmen integriert, die auf Verwandte des Verdächtigen registriert waren, und die Gelder flossen über Konten in Schweizer Banken. Insgesamt wurden laut Ermittlern mehr als 7,4 Millionen US-Dollar, mehr als 1,3 Millionen Franken und 2,4 Millionen Euro auf die Konten des Fonds überwiesen. Ein Teil des Geldes wurde für die Ausbildung von Kindern in der Schweiz ausgegeben und auf Depositen angelegt.
https://www.pravda.com.ua/news/2026/02/15/8021129/; https://ukraineaktuell.com/ukraine-aktuell-nr-1367-20-11-25-12uhr/; https://t.me/nab_ukraine/3713;

«RUSSLAND IST GESCHLAGEN»
An der Münchner Sicherheitskonferenz sprach die EU-Aussenbeauftragte Kaja Kallas. Die höchste Diplomatin der Europäischen Union sagte unter anderem:
➡️ Wenn die Zahl der ukrainischen Streitkräfte begrenzt werden soll, sollten ähnliche Beschränkungen auch für die Truppen der Russischen Föderation gelten.
➡️ Russland muss die volle Verantwortung für seine Handlungen übernehmen. Es ist notwendig, den der Ukraine zugefügten Schaden vollständig zu ersetzen und die deportierten ukrainischen Kinder unverzüglich zurückzuführen.
➡️ Es darf keine Amnestie für die von Russland begangenen Kriegsverbrechen geben.
➡️ Die grösste Bedrohung besteht derzeit darin, dass Russland am Verhandlungstisch mehr erreicht, als es auf dem Schlachtfeld erzielt wurde.
➡️ Russland ist keine Supermacht. Heute ist Russland geschlagen.
➡️ Europa ist manchmal zu langsam, das ist sicher; es muss definitiv reformiert werden. Aber wir wissen genau, wer wir sind und wofür wir stehen.
➡️ Entgegen dem, was manche sagen mögen, droht Europa kein Zivilisationsverlust. Tatsächlich wollen die Menschen immer noch unserem Club beitreten — und nicht nur unsere europäischen Mitbürger. Als ich letztes Jahr in Kanada war, wurde mir gesagt, dass über 40 % der Kanadier am Beitritt zur EU interessiert sind.
ZWEI STAATEN SCHEREN AUS
Die beiden EU-Staaten Ungarn und die Slowakei wollen weiterhin russisches Öl nutzen, obwohl die Europäische Union dagegen ist. Die beiden Staaten haben das EU-Land Kroatien gebeten, den Transit von russischem Öl durch die Adria-Pipeline zu genehmigen.
Die Bitte machte der ungarische Aussenminister Peter Szijjarto am Sonntag öffentlich bekannt, wie die russische Nachrichtenagentur RBC meldet. Szijjarto und die slowakische Wirtschaftsministerin Denisa Sakova hätten ein entsprechendes Schreiben an den kroatischen Wirtschaftsminister Ante Susnjar gerichtet.
Szijjarto begründet das Ersuchen damit, dass die Ukraine «aus politischen Gründen den Transit von Öl durch die Freundschaftspipeline verweigert». Weiter schreibt der Orban-Minister: «Die Sicherheit der Energieversorgung des Landes sollte niemals ein ideologisches Problem sein. Deshalb erwarten wir, dass Kroatien im Gegensatz zur Ukraine die Sicherheit der Öllieferungen nach Ungarn und in die Slowakei nicht aus politischen Gründen gefährden wird.»

US-REGIERUNG FALSCH UNTERWEGS
Der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom sprach an der Münchner Sicherheitskonferenz und kritisierte Trumps Vorgehensweise beim Krieg Russlands gegen die Ukraine. Die derzeitige US-Regierung gebe einem «schlagzeilenträchtige Abkommen» Vorrang vor einer nachhaltigen Unterstützung der Ukraine. Dies geschehe, obwohl der Krieg weitergeht und Russland kaum Anzeichen für Kompromissbereitschaft zeigt.
«Ich möchte den aufrichtigen Wunsch von Präsident Trump, der Regierung und Aussenminister nach einem Friedensabkommen anerkennen», sagte Newsom. «Aber die Art und Weise, wie sie dabei vorgegangen sind, indem sie zunächst dem ukrainischen Volk den Boden unter den Füssen weggezogen haben, um Putin zu erreichen, hat eindeutig nicht funktioniert.»
Gemäss dem demokratischen Gouverneur bestimme der «politische Instinkt» von Trump dessen Aussenpolitik. «Mit Putin haben Sie es mit einem unmöglichen Partner zu tun», sagte Newsom. «Das erfordert meiner Meinung nach eine konsequente, starke Unterstützung für das ukrainische Volk über einen langen Zeitraum hinweg, um die Voraussetzungen für ein Friedensabkommen zu schaffen.» https://www.kyivpost.com/post/70073
Am Sonntag endete die 62. Münchner Sicherheitskonferenz. Mehr als 60 Staats- und Regierungschefs sowie die Leiter von über 40 internationalen Organisationen nahmen daran teil.
Korrigenda: Im Newsletter Nr. 1554 zitierte ich die Rede von Volodymyr Zelenskyj an der Münchner Sicherheitskonferenz. Dabei gab es einen Fehler. Das korrekte Zitat lautet: «Er (Orban) sollte darüber nachdenken, wie er seine Armee vergrössern kann, um erneut russische Panzer auf den Strassen von Budapest zu vermeiden.» Im Newsletter stand fälschlicherweise «Warschau» statt «Budapest». Ich bitte um Entschuldigung.



