- US-Hilfe existiert nicht mehr
- Nord- und Westeuropa zahlen
- Abschied von einer toten Familie
- Einwohner verlassen Kherson
- Russland fordert immer mehr
- Laser und Drohnen gegen Drohnen
- NATO nicht bereit für modernen Krieg
- Zelenskyj: «Ich bin jünger als Putin»
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NULL HILFE AUS DEN USA
Das «Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW Kiel)» hat die Daten der militärischen und humanitären Hilfe an die Ukraine bis einschliesslich Dezember 2025 analysiert. Das Fazit: Im Jahr 2025 – seit Trump wieder an der Macht ist – sank die US-Militärhilfe um 99%. Demgegenüber nahm die militärische Hilfe aus den europäischen Staaten um 67% zu im Vergleich zu den Jahren 2022 – 2024. Insgesamt hat die Ukraine im letzten Jahr nicht mehr militärische Hilfe erhalten als in den Jahren zuvor.
Die Überweisungen für nicht-militärische Hilfe sank auf den Seiten der USA auf Null. Europa – respektive europäische Institutionen – haben diese Hilfe im Jahr 2025 um 59% erhöht.
Der grösste Teil der militärischen Hilfe wird von wenigen Staaten geleistet. Am meisten gaben Deutschland (€ 9 Milliarden), Grossbritannien (€ 5,4 Milliarden), Schweden (€ 3,7 Milliarden), Norwegen (€ 3,6 Milliarden) und Dänemark (€ 2,6 Milliarden).
Das IfW Kiel stellt fest, dass Nordeuropa etwa ein Drittel der Hilfe leistete, obwohl es von den 31 erfassten europäischen Staaten nur 8% des Bruttoinlandprodukts ausmacht. Westeuropa leistete einen Beitrag, der in etwa seiner wirtschaftlichen Grösse entspricht, während Südeuropa trotz eines Anteils von 19 Prozent am BIP ein kleiner Geber bleibt. https://www.kielinstitut.de/de/publikationen/aktuelles/ukraine-unterstuetzung-nach-vier-jahren-krieg-europa-ersetzt-die-us-hilfen/

EIN DORF NIMMT ABSCHIED
Vier Särge. Ein Vater, eine Tochter und zwei kleine Söhne …
Am Freitag nahmen die Menschen in Skovorodynivka in der Region Kharkiv Abschied vom Veteranen Hryhorii Shykula und seinen Kindern, den zwei Jahre alten Zwillingen Ivan und Vladyslav sowie der einjährigen Myroslava.
Diese vier Menschen wurden am 10. Februar in der Stadt Bohodukhiv von Russland getötet. Ein gezielter Drohnenangriff traf das Haus der Familie. Kurz zuvor war die Familie aus dem frontnahen Skovorodynivka geflüchtet.
Die beim Angriff ebenfalls schwer verletzte hochschwangere Mutter und die Grossmutter der Familie befinden sich weiterhin auf der Intensivstation im Krankenhaus.
https://twitter.com/OlenaRohoza/status/2022394376849146199

KHERSON STIRBT AUS
Vor dem Angriff Russlands gegen die Ukraine wohnten 300’000 Menschen in der südukrainischen Stadt Kherson. Nachdem die ukrainische Armee die kurzzeitig besetzte Stadt zurückerobert hatte, keimte dort Hoffnung auf. Allerdings befinden sich russische Stellungen nicht weit entfernt auf der anderen Seite des Dnjepr Flusses und beschiessen die Stadt immer wieder.
Eine der Folgen ist, dass die Bevölkerung von Kherson aktuell noch 60’000 – 65’000 Menschen umfasst. Aufgrund des verstärkten Beschusses durch die russische Armee hat der Verteidigungsrat von Kherson die obligatorische Evakuierungszone für Familien mit Kindern erweitert. Dies wird dazu führen, dass weitere Menschen die einst blühende Stadt verlassen müssen.
Seit Monaten versuchen russische Truppen den Dnjepr zu überqueren. Der Widerstand der ukrainischen Truppen ist heftig und dies führt zu Verlusten von bis zu 80% bei den Angreifern. Von seiner Einheit seien bisher 600 Soldaten gestorben, sagte Leonidovich Nezhivenko, Mitglied der 810. Separaten Marinebrigade Russlands. Nach seiner veröffentlichten Videoaufnahme wurde er zu einem Kampfeinsatz geschickt, von dem er offenbar nicht zurückkehrte.
https://x.com/IuliiaMendel/status/2022409217152331843 ; Video: https://x.com/i/status/1900872296975212550

RUSSLAND WILL IMMER MEHR
Der ausgezeichnete ukrainische Journalist Illia Ponomarenko (@IAPonomarenko) schreibt zu den neusten Forderungen von Russland:
«Nun stellt sich heraus, dass es Russland nicht mehr ausreicht, dass die Ukraine kampflos die Überreste des Donbass, ihre am stärksten befestigte Region, übergibt, damit „der Krieg beendet werden kann“.
Jetzt stellt sich „plötzlich“ heraus, dass der Kreml auch die internationale Anerkennung seiner Eroberung dieser Region erhalten muss, um „den Krieg zu beenden“.
Dann werden sie sagen, dass auch das nicht ausreicht, weil es auch Teile der besetzten Regionen Saporischschja und Kherson gibt. Schliesslich wurden diese bereits 2022 in die russische Verfassung aufgenommen. Welche Art von Waffenstillstand kann es geben, wenn der ukrainische Aggressor unverhohlen souveränes russisches Territorium besetzt? Was, Sie respektieren die territoriale Integrität Russlands nicht?
Als Nächstes werden sie erneut ihre Scheinreferenden in ein paar verlassenen, zerstörten Dörfern in den Regionen Kharkiv, Sumy oder Dnipro inszenieren, die sie zufällig kontrollieren, und erklären, dass der „Wille dieser Regionen, sich Russland anzuschliessen“, respektiert werden muss.» https://x.com/iaponomarenko/status/2020599709820235835

ANTI-DROHNEN-TAKTIK
Mit Anti-Drohnen und einem Lasersystem wehren sich die ukrainischen Streitkräfte gegen russische Drohnen.
Die Drohnenabteilung «Alfa» des ukrainischen militärischen Geheimdienstes SBU hat sich auf die Neutralisierung von gegnerischen Drohnen spezialisiert. Gemäss «Alfa» gelang es in nur einem Monat 300 russische Drohnen zu zerstören.
In einem Video wird gezeigt, wie sich die ukrainischen Drohnen den russischen von oben und hinten nähern und sie zum Absturz bringen.
Die neutralisierten russischen wurden im Bereich der Front gegen ukrainische Soldaten eingesetzt. Die Besatzer setzen sie ein, um Angriffe auf vorgeschobene Stellungen, Technik und Personal der Streitkräfte der Ukraine durchzuführen.

Einen anderen Ansatz wählt die ukrainische Armee. Sie hat ein System zur Drohnenbekämpfung in Betrieb genommen, welches mit Laserstrahlen Drohnen abschiesst. Die Entwicklung wurde in knapp zwei Jahren und zu wesentlich geringeren Kosten als ähnliche westliche Projekte durchgeführt.
Die ukrainische Industrie arbeitet weiter an Elementen der Luftverteidigung, um teure westliche Raketen nicht für billige Drohnen zu verschwenden. Dies ist Teil des Plans zur Schaffung eines effektiven Luftverteidigungssystems, des sogenannten «Anti-Drohnen-Domes». https://t.me/u_now/190346; https://www.theatlantic.com/national-security/2026/02/ukraine-drones-lasers-iron-dome/685944/;

«WIR SIND AM ARSCH»
Das «Wall Street Journal» (WSJ) hat eine Auswertung des letzten grossen NATO-Manövers veröffentlicht und das Resultat sieht für das westliche Verteidigungsbündnis sehr schlecht aus.
Während der gross angelegten Übungen «Hedgehog 2025» in Estland erhielt die NATO ein deutliches Signal: Das moderne Schlachtfeld, das mit Drohnen und digitalen Steuerungssystemen übersät ist, verändert die Spielregeln schneller, als der Bündnisstaat sich anpassen kann. An den Übungen nahmen über 16’000 Soldaten aus 12 NATO-Staaten sowie ukrainische Spezialisten für unbemannte Systeme, darunter auch Kämpfer aus der Front, teil.
🟡 Das Szenario simulierte ein „überfülltes“ Schlachtfeld mit einer grossen Anzahl von Aufklärungs- und Angriffsdrohnen sowie einer hohen Dichte an Zielen
🟡 Während eines der Szenarien führten eine britische Brigade und eine estnische Division einen Angriff durch. Die Einheiten berücksichtigten nicht, dass das Schlachtfeld aufgrund des massiven Einsatzes von Drohnen vollständig für die Beobachtung geöffnet war, wo jede Bewegung oder der Einsatz von Technik sofort entdeckt und zum Ziel wird.
🟡 Die Technik und Zelte wurden ohne angemessene Tarnung aufgestellt. Laut Teilnehmern führte dies in der Simulation zur vollständigen „Zerstörung“ der Einheit.
🟡 Ein zehnköpfiges ukrainisches Team, setzte das eigenentwickelte System «Delta» ein. Innerhalb von nur einem halben Tag simulierten die Gruppe die Zerstörung von 17 Panzern und führten 30 Angriffe auf andere Ziele durch.
🟡 Die Ukrainer schalteten im Verlauf der Simulation an einem einzigen Tag zwei NATO-Bataillone aus. Diese waren nicht mehr kampffähig.
Die Hauptprobleme des Bündnisses
🛑Mangelnde Anpassung der Taktik an das „transparente“ Schlachtfeld.
🛑Langsamer Entscheidungs- und Datenübertragungszyklus.
🛑Übermässige Einschränkung des Informationsaustauschs zwischen Einheiten.
🛑Doktrinen, die den massiven Einsatz von Drohnen nicht berücksichtigen.
Mehrere Quellen erzählten dem WSJ die Geschichte eines Kommandanten, der die Übungen beobachtete und schlussfolgerte: «Wir sind am Arsch.» ( “We are fucked.”)
Die Analysten der ukrainischen Plattform «DeepState» schreiben: «Hedgehog 2025 war eine kalte Dusche für das NATO-Bündnis. Das Schlachtfeld erlaubt es nicht mehr, sich unbemerkt zu bewegen. Drohnen und digitale Steuerungssysteme machen jede Technik oder Kolonne sofort zur Zielscheibe. Die Frage ist nicht mehr, ob sich etwas ändern muss. Die Frage ist, ob die NATO es rechtzeitig vor dem nächsten grossen Krieg schaffen wird.» https://www.wsj.com/opinion/nato-has-seen-the-future-and-is-unprepared-887eaf0f; https://t.me/DeepStateUA/23193

«ICH BIN JÜNGER ALS PUTIN»
An der Münchner Sicherheitskonferenz – dem weltweit wichtigsten Treffen zu den Themen Krieg und Frieden – hatte und hat auch Volodymyr Zelenskyj mehrere Auftritte und Treffen. In einem Interview mit dem amerikanischen Magazin «Politico» sagte der ukrainische Präsident:
«Ich bin jünger als Putin. Glauben Sie mir: Das ist wichtig. Bei ihm bleibt, so Gott will, nicht mehr viel Zeit. Ich denke, Putin ist auch in einer schwierigen Lage, weil… Ich kann mit Ihnen sprechen, Hände schütteln… Ich habe keine Angst. Ich möchte frei sein und Veränderungen schaffen… Und ich bin hier, sehen Sie? Also bin ich ein freier Mensch, und ich bin jünger als Putin.» https://t.me/u_now/190703



