- Negativbilanz der russischen Armee
- Zelenskyj: «Die Ukraine verliert nicht»
- Riesiges Munitionslager explodiert
- Das Leiden der Menschen in Kherson
- IOC disqualifiziert ukrainischen Sportler
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MEHR TOTE ALS REKRUTIERTE
Im Januar 2026 rekrutierte die russische Armee rund 22’000 Soldaten. Im selben Monat verlor Putins Armee durch Tod, Verwundung, Kapitulation oder Desertion 30’618 Personen. Dies ergibt ein Negativergebnis von 8’618 Soldaten.
Es ist der zweite Monat in Folge, in denen die russische Armee mehr Personal verlor als sie rekrutieren konnte. Im Dezember 2025 wurden 27’400 neue Vertragssoldaten registriert und 33’200 Person als tot, verwundet oder «vermisst» gemeldet.
Die Zahlen nannte Robert «Magyar» Brovdi, Kommandeur der ukrainischen «Unmanned Systems Forces» gegenüber der Medienplattform «Kyiv Independent».
In den letzten zwei Wochen ist die Zahl der russischen Verluste etwas zurückgegangen, weil die Zahl der russischen Angriffe abgenommen hat. Hauptgründe dafür sind das schlechte Wetter sowie der Ausfall von «Starlink» und «Telegram» für die Kommunikation.
Der neue ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorov hatte für 2026 als Ziel formuliert, dass die russischen Verluste pro Monat von 30’000 auf 50’000 gesteigert werden sollen.
Trotzdem warnt der militärische Geheimdienst der Ukraine (GUR), dass Russlands Kapazitäten nicht erschöpft seien. Auch ohne Generalmobilmachung könne der Kreml die Rekrutierung von Vertragssoldaten bei Bedarf erhöhen, wie er es bereits 2024 und 2025 getan habe.
Unter anderem hatte Putin kurz vor Weihnachten eine Verordnung unterzeichnet, mit der die Armee Reservesoldaten das ganze Jahr mobilisieren kann, «zum Schutz wichtiger Objekte».
https://kyivindependent.com/russian-losses-exceeded-recruitment-for-second-month-in-a-row-but-hur-says-moscow-can-sustain-mobilization/; https://kyivindependent.com/inside-russias-2026-draft-strategy/; https://ukraineaktuell.com/ukraine-aktuell-nr-1429-21-1-2026-8uhr/;

«DIE UKRAINE VERLIERT NICHT»
«Ich würde lieber gar kein Abkommen schliessen, als mein Volk zu zwingen, ein schlechtes Abkommen zu akzeptieren. Die Ukraine verliert nicht». Das sagte der ukrainische Präsident Volodymyr Zelenskyj in einem Interview mit dem amerikanischen Magazin «The Atlantic».
Weitere Aussagen von Zelenskyj:
- Für Trump gibt es keinen größeren Sieg als die Beendigung des Krieges zwischen Russland und der Ukraine. Für sein Vermächtnis hat dies oberste Priorität.
- Das günstigste Szenario für Trump wäre es, dies vor den US-Zwischenwahlen zu erreichen. Ja, er möchte weniger Todesopfer. Aber offen gesagt wäre es für ihn ein politischer Sieg. («Ja, er möchte, dass es weniger Tote gibt. Aber wenn wir uns wie Erwachsene unterhalten, ist es einfach ein Sieg für ihn, ein politischer Sieg.»)
- Der erste Schritt in Richtung Frieden muss eine Garantie der USA und Europas sein, dass sie die Ukraine nach der Einrichtung eines Waffenstillstands schützen werden.
- Wir haben vor nichts Angst. Sind wir bereit für Wahlen? Wir sind bereit. Bereit für ein Referendum? Wir sind bereit.
- Niemand klammert sich an die Macht. Ich bin bereit für Wahlen.
- Die Idee, während des Krieges Wahlen abzuhalten, stammt von den Russen, weil sie mich loswerden wollen.
- Ich habe meinen Stabschef Andrej Yermak nicht wegen einer Korruptionsuntersuchung entlassen. Ich hatte meine eigenen Gründe für diese Entscheidung.

MUNITIONSLAGER EXPLODIERT
In der Nacht auf den 12. Februar haben ukrainische Marschflugkörper vom Typ «FP-5 Flamingo» bei der Stadt Kotluban (russische Region Wolgograd) eine grosse Munitionslagerstätte angegriffen. Es handelte sich um das «Arsenal komplexer Lagerung von Raketen, Munition und Sprengstoff der Hauptraketen- und Artillerieverwaltung des Verteidigungsministeriums der Russischen Föderation», schreibt der ukrainische Generalstab.
Nach dem Einschlag kam es zu Bränden und zu Folgeexplosionen, welche den ganzen Donnerstag hindurch andauerten. Dies zeigen vor Ort aufgenommene Videos.
Das zerstörte Arsenal war einer der wichtigsten logistischen Punkte des russischen Verteidigungsministeriums. Es ist etwa 3,5 Quadratkilometer gross und könnte bis zu 264’000 Tonnen Munition gelagert haben.
Der Gouverneur der russischen Region Wolgograd berichtete, dass ein Raketenangriff auf ein Munitions-Arsenal in der Nähe von Kotluban Sekundärdetonationen ausgelöst hat. Dies habe die Evakuierung des Ortes erzwungen.
Der Marschflugkörper «FP-5 Flamingo» ist eine Eigenentwicklung der Ukraine. Die Waffe kann eine Tonne Sprengstoff über eine Distanz von bis zu 3’000 Kilometer transportieren. Die Massenproduktion der «Flamingos» wurde Ende 2025 aufgenommen.
https://www.facebook.com/GeneralStaff.ua/posts/pfbid02v8RWJMJT7nKRY3ryxupTHXoY6xw9phj5nPr123tjccdWLusoZcUiEeUwyRZLAZqdl; https://x.com/gerashchenko_en/status/2021955390297321753; https://x.com/GloOouD/status/2021919162860290230;

DER TÄGLICHE KRIEG
Erfolgreiche Angriffe auf russische Raffinerien, Munitionsdepots und Kommandostellen werden von ukrainischen Plattformen und auch hier auf «Ukraine Aktuell» oft gemeldet. Zu den Meldungen gehören auch die brutalen Schläge der russischen Armee gegen Zivilisten und Heizanlagen in den Städten. Aber dazwischen gibt es eine Front, die fast 1’000 Kilometer lang ist und in deren Nähe Menschen weiterhin ein normales Leben versuchen. Einige Überlebende aus der südukrainischen Region Kherson haben sich gemeldet und bitten um die Veröffentlichung ihrer Worte:
«Viele denken, dass an der Front in Kherson der Krieg eingefroren ist und es keine aktiven Kampfhandlungen gibt. Das stimmt nicht. Dort ist jeden Tag die Hölle. Tägliche Beschüsse, Angriffe auf Zivilisten, Menschenjagden. Die Stadt steht täglich in Flammen. Alles, was funktionieren kann, funktioniert. Doch die Hälfte der Stadt ist praktisch zerstört.
Die Dnjepr-Dörfer wurden dem Erdboden gleichgemacht. Beispiel Oleksy, Hlolna Prystan und die umliegenden Orte. Seit fast einem Monat gibt es dort keine Lebensmitteltransporte mehr. Die Strassen sind vermint. Die Menschen sind praktisch abgeschnitten. Die Besatzer teilen ihre Rationen nicht mit den Zivilisten.
Aufgrund der ständigen Kampfhandlungen sterben Zivilisten. Einige der Getöteten können nicht ordnungsgemäss begraben werden – sie werden einfach auf der Strasse begraben. Es wird ein Loch gegraben und daneben steht eine Tafel mit Initialen drauf.»
«Exilnova PLUS» hat diese Worte veröffentlicht und schreibt: «Der Krieg ist für Kherson die Hölle auf Erden, wo jeden Tag Menschenleben verloren gehen. Die Menschen dürfen nicht unsichtbar bleiben. Vergessen Sie das nicht. Denken Sie an alle, die unter dem russischen Terror leiden.» https://t.me/exilenova_plus/16343

IOC DISQUALIFIZIERT SPORTLER
Der ukrainische Skeleton-Fahrer Vladyslav Heraskevych wurde vom olympischen Wettbewerb ausgeschlossen. Als Disqualifikationsgrund nannte das Internationale Olympische Komitee den Helm des Sportlers. Darauf waren Fotos von ukrainischen Olympia-Teilnehmern abgebildet, die während des Krieges Russlands gegen die Ukraine getötet worden waren. Heraskevych weigerte sich, auf diesen Helm als Zeichen der Solidarität zu verzichten.
Die ukrainische Bloggerin Maria Avdeeva schreibt:
«Vladyslav Heraskevych disqualifiziert. Er durfte nicht einmal an den Start gehen.
Aber er hat bereits gewonnen.
Die Welt hat die Namen der ukrainischen Athleten gesehen, die von Russland getötet wurden. Und die Heuchelei derer, die behaupten, für den Frieden einzutreten.
Ihr könnt uns von der Laufbahn verbannen.
Aber ihr könnt die Ukraine nicht zum Schweigen bringen.» https://x.com/maria_avdv/status/2021867746774876267
Korrigendum: Die Meldung «Fünf tote Zivilisten» in Ukraine Aktuell Nr. 1451 (12.2.2026) enthielt einen Fehler. Dort stand: «Die Mutter ist im 35. Schwangerschaftsmonat und liegt mit einer Explosionsverletzung, einem Schädel-Hirn-Trauma und Verbrennungen im Krankenhaus.» Tatsächlich befindet sich die Mutter in der 35. Schwangerschaftswoche.



