#UKRAINE AKTUELL Nr. 1450 (11.2.2026 / 8Uhr)

  • Kreml-Zensur: Telegram blockiert
  • Kreml-Zensur: YouTube blockiert
  • Russische Kritik an der Kreml-Zensur
  • Zwei mächtige Schläge in Russland
  • Weniger Korruption in der Ukraine
  • Ukraine ist Opfer der Weltpolitik
  • Macron: Europa kämpft gegen USA

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KREML LIMITIERT «TELEGRAM»

Die russische Medienaufsichtsbehörde «Roskomnadzor» hat damit begonnen, die Funktionalität des in Russland sehr beliebten Nachrichten-Apps «Telegram» in mehreren Regionen einzuschränken. Russische Kunden der App erleben seit Montagmorgen Probleme bei der Nutzung von Telegram.

«Roskomnadzor» hat bereits im Oktober mit der Sperrung der Messaging-Dienste WhatsApp und Telegram gedroht. Die Behörden schrieben, dass beide zu «den wichtigsten Diensten geworden seien, die zum Betrug und zur Erpressung von Geld sowie zur Verwicklung russischer Bürger in Sabotage- und Terroraktivitäten genutzt werden».

Mit der Blockade von «Telegram» will der Kreml die Eigenentwicklung «MAX» fördern. Dies ist ein staatlich unterstützter Messenger und eine sogenannte «Super-App».

«MAX» verlangt Zugang zu Geolokation, Kontakten, Dateien, Kamera, Mikrofon, Bluetooth, Benachrichtigungen, Biometrie. Ausserdem sammelt «Max» Informationen über Alter, Geschlecht, Telefon, E-Mail, Social-Media-IDs. Erfasst werden alle Ereignisse in der App wie Registrierungen, Logins, Käufe, Nutzung von Mini-Apps und angeklickte Werbung. Nach Angaben von IT-Fachleuten ist nicht möglich, die einmal installierte Max-App mit Standardmitteln zu deaktivieren. Die Daten werden automatisch an Server übertragen, die mit dem russischen sozialen Netzwerk «VK» verbunden sind und von russischen Geheimdiensten kontrolliert werden.

Laut dem «Telegram»-Gründer und Russen Pavel Durov versucht der Kreml, die russischen Nutzer zum Wechsel zu einer staatlich kontrollierten Messenger-App zu zwingen, die «für Überwachung und politische Zensur entwickelt wurde». Er fügte hinzu: «Vor acht Jahren versuchte der Iran dieselbe Strategie – und scheiterte. Die Einschränkung der Freiheit der Bürger ist niemals die richtige Lösung. Telegram steht für Meinungsfreiheit und Datenschutz, unabhängig vom Druck, der ausgeübt wird.»

Auch der Kremltreue Militärblogger «Rybar» mit 1,56 Millionen Telegram-Abonnenten kritisiert den Schritt des Kremls: «All das erinnert mich an den Kampf der sowjetischen Führer gegen ausländische Radiosender. Mit mächtigen Unterdrückungsmitteln versuchten sie, die BBC und Voice of America zu unterdrücken, während die Bürger ihren Radioreceiver drehten, in der Hoffnung, populäre ausländische Musik zu hören und ausländische Nachrichten zu hören.»

https://novayagazeta.eu/articles/2026/02/10/russian-media-regulator-limits-telegram-functionality-in-continued-crackdown-on-foreign-apps-en-news; https://t.me/durov/470; https://x.com/durov/status/2021300047531389021; https://t.me/rybar/77396

KREML DEAKTIVIERT YOUTUBE

YouTube wurde ab Dienstag in mehreren russischen Regionen vollständig blockiert, um technische Ressourcen für die Einschränkung des Messengerdienstes Telegram freizugeben. Erreichbar ist das Video-Netzwerk für Nutzer nur noch, wenn sie sogenannte VPN-Dienste verwenden, was in Russland verboten ist.

Laut russischen Medien wurde die YouTube-Domain aus dem DNS-System von Roskomnadzor, der russischen Internetzensurbehörde, entfernt.

Dadurch wird verhindert, dass Benutzergeräte die Adresse des Dienstes ohne VPN in eine IP-Adresse auflösen können, wodurch die Website ohne VPN nicht erreichbar ist.

ZWEI MÄCHTIGE SCHLÄGE

In der Nacht auf heute Mittwoch führten ukrainische Drohnen einen massiven Angriff auf die Energieinfrastruktur in der russischen Region Wolgograd durch, wie der Leiter der Region, Andrej Bocharow, berichtete.

Laut lokalen Videos und Fotos wurde die Ölraffinerie Lukoil-Volgogradneftepererabotka im Bezirk Krasnoarmeysky getroffen. Es handelt sich um die grösste Raffinerie in der Region Wolgograd und eine der grössten des ganzen Landes. Sie verarbeitet jährlich über 15 Millionen Tonnen Rohöl und bietet eine breite Palette an von Benzin, Diesel, Flugkraftstoff bis Heizöl und Teer.

Gemäss aktuellen Satellitenaufnahmen brennt etwa ein Sechstel der Anlage, insbesondere beim zentralen Verarbeitungsteil, der sogenannten AVT-1 Anlage, wo das Erdöl in verschiedene Komponente aufgeteilt wird.

Die Anlage war bereits mehrfach Ziel ukrainischer Drohnen, erstmals im Februar 2024.

Im grenznahe Belgorod trafen am Dienstag ukrainische Waffen das Wärmekraftwerk «Luch». Zerstört wurden zwei moderne Gasturbinen britischer Bauart mit einer Leistung von je etwa 30 MW. Satellitenaufnahmen zeigen grossflächige Schäden an der Anlage. Das Kraftwerk ist derzeit ausser Betrieb.

https://x.com/BohuslavskaKate/status/2021347990431203471; https://t.me/Crimeanwind/93595;  https://x.com/noelreports/status/2021214024096997685;

KORRUPTIONS-BAROMETER

Die Ukraine hat im Korruptionsranking für das Jahr 2025 ihre Positionen verbessert — sie erzielte 36 Punkte, ein Punkt mehr als im Vorjahr. Dieses Ergebnis veröffentlicht die anerkannte Organisation «Transparency International». Die Indexwerte beschreiben Wahrnehmungen von Korruption, nicht objektive Korruptionsfälle selbst.

Damit belegt die Ukraine den 106. Platz, gemeinsam mit Argentinien und Belize. Die Spitzenreiter des Rankings sind Dänemark, Finnland und Singapur.

Zum Vergleich: Russland zeigte erneut eines der schlechtesten Ergebnisse seiner Geschichte mit nur 22 Punkten. Das Land teilt sich den 157. Platz mit dem Tschad, Honduras und Zimbabwe.

➡️ Transparency International stellt fest: Im Allgemeinen schwächt sich der Kampf gegen die Korruption weltweit ab, und der Durchschnittswert ist auf den niedrigsten Stand in der Geschichte der Beobachtungen gefallen. Selbst in den europäischen Ländern werden Verschlechterungen festgestellt.

https://www.transparency.org/en/cpi/2025

UKRAINE ALS TRUMPS OPFER

Die «Münchner Sicherheitskonferenz» findet vom 13. – 16. Februar statt. Der dazu gehörige Bericht wurde am Dienstag veröffentlicht. Der Inhalt: Die USA unter Trumps Führung wurden zu einem Faktor der Zerstörung der alten Weltordnung.

Kernpunkte des Berichts:

➡️ Europa kann nicht mehr vollständig auf den amerikanischen „Sicherheitsschirm“ zählen und muss seine eigene Strategie überdenken.

➡️ Der Krieg Russlands gegen die Ukraine ist ein Ausdruck globaler Veränderungen, bei denen Territorien, Sicherheitsgarantien und Ressourcen zum Gegenstand von Handelsgeschäften zwischen Grossmächten werden können.

➡️ Die Ukraine ist eines der ersten Opfer der neuen Weltordnung.

➡️ Moskau ist nicht bereit zu echten Friedensverhandlungen.

➡️ In den G7-Ländern wird die USA zunehmend als Risiko empfunden, während die Bedrohung durch Russland von Platz 2 auf Platz 8 unter den 32 wichtigsten Risiken gefallen ist.

➡️ Europa muss aktiver handeln und nicht darauf warten, dass andere die Regeln der globalen Sicherheit festlegen.

https://securityconference.org/en/publications/munich-security-report/2026/;  https://securityconference.org/

EUROPA MUSS SICH DEN USA STELLEN

Trump will Europa «zerlegen» — es ist Zeit, sich auf einen Konflikt mit den USA vorzubereiten. Das sagte der französische Präsident Emmanue Macron.

Laut Macron sollte die EU nicht länger «nachgeben» oder versuchen, Kompromisse zu finden — diese Strategie hat nicht funktioniert.

Macron forderte Europa auf, sich auf einen Konflikt mit den USA vorzubereiten, gemeinsame Schulden aufzunehmen und in grosse Projekte zu investieren, um der Dominanz des US-Dollars entgegenzuwirken.

Er bezeichnete auch den sogenannten «Grönland-Moment» als einen alarmierenden Hinweis: Europa muss dringend Wirtschaftsreformen durchführen und seinen Einfluss in der Welt stärken.

Laut Macrons Prognose ist die derzeitige Ruhe in den Beziehungen zwischen den USA und der EU nur vorübergehend. In den kommenden Monaten könnte Washington wegen der digitalen Regulierung einen Angriff auf Europa starten.

https://www.lefigaro.fr/conjoncture/face-aux-menaces-americaines-qui-ne-sont-pas-finies-emmanuel-macron-plaide-pour-une-preference-europeenne-dans-les-secteurs-strategiques-20260210; https://www.reuters.com/business/aerospace-defense/time-eu-launch-joint-borrowing-challenge-us-dollar-says-macron-2026-02-10

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