EPSTEIN – EXTRA (1.2.2026)

Am Freitag hat das US-Justizministerium rund 3,5 Millionen Seiten von Ermittlungsunterlagen aus dem Epstein-Aktenbestand veröffentlicht. Zu den veröffentlichten Unterlagen gehören auch mehr als 2’000 Videos und rund 180’000 Bilder.

Eine Kundenliste für den Missbrauch minderjähriger Frauen oder die Namen der Besucher der Partys gibt es auch in dieser Veröffentlichung nicht. Das Justizministerium hat alle entsprechenden Hinweise schwarz eingefärbt, eine Praxis, die bereits zuvor kritisiert worden war. Die Veröffentlichung erfolgt mehr als einen Monat nach Ablauf der vom Kongress gesetzten Frist. https://www.justice.gov/opa/pr/department-justice-publishes-35-million-responsive-pages-compliance-epstein-files ; https://www.nbcnews.com/politics/justice-department/live-blog/epstein-files-trump-doj-release-live-updates-rcna256639

Einige der Akten wurden kurz nach ihrer Online-Veröffentlichung wieder entfernt und sind nicht mehr sichtbar. Es handelt sich um Textauszüge über die Beziehungen zwischen Trump und Epstein. Ein Teil dieser Akten konnte fotografiert werden, bevor sie gelöscht wurden. https://x.com/OlenaRohoza/status/2017991940915016093/photo/1

In einer ersten Reaktion sagte Trump, dass er gegen einzelne Personen, die in den Akten genannt werden, Klage erheben wolle. Der FBI-Informant Michael Wolff, Jeffrey Epstein und andere hätten versucht, seine politische Karriere zu zerstören. https://x.com/i/status/2017984638493344056  

Bisher konzentrieren sich die Medien auf die Epstein-Verbindungen von Trump und die von weiteren Prominenten. Erst am Rand interessieren sie sich für Putin und Russland.

Der Name «Putin» erscheint in den Akten 1’056 Mal, das Wort «Kreml» mehr als zehntausend Mal. Und der Name «Trump» erscheint mehr als 3’000 Mal. Das Trump unterstehende US-Justizministerium erklärte, dass die Nennungen noch kein Hinweis auf ein Fehlverhalten seien.

PUTINS JUNGE GARDE

In den Dokumenten gibt es Hinweise auf «Putins Jugend»-Organisation und ihre Beziehung zum Epstein-Netzwerk als russische «Honigfalle».

In den frühen 2000er Jahren organisierte die vom Kreml unterstützte Putin-Jugend «Nashi» ein Indoktrinationslager am Seliger See. Minderjährige Mädchen wurden für politische Aktionen und weitere Dienste trainiert. Mascha Drokowa war damals 15 Jahren alt und wurde zur Sprecherin der Bewegung ernannt. https://x.com/sumlenny/status/2017949518063448222;

Junge Frauen aus «Nashi» wurden benutzt, um ganz unterschiedliche Personen in «Honigfallen» zu locken. Eine der Personen war Katya „Moo Moo“ Gerasimova, die mir mehreren russischen Oppositionellen, darunter IlyaYashin (Putin kritischer Politiker) und Viktor Shenderovich (Putin kritischer Journalist), geschlafen und dies auf Video aufgezeichnet hatte.

Eine andere Anführerin der Putin-Jugendbewegung war Anastasia Korchevskaya. 2017 erhielt sie ein E16-Visum für die USA als aussergewöhnliches Talent und gründete 2018 in Kalifornien ihren eigenen Risikokapitalfonds «Day One» im Silicon Valley mit unbekannten russischen Finanzquellen. Sie arbeitete auch als «Pressesprecherin» für Epstein. Die Epstein-Akten sind voll mit ihren Chats, E-Mails und Telefonaten. https://x.com/sumlenny/status/2017949518063448222

Vor wenigen Tagen wurden Mascha Drokowa und ihre Freunde für ihre Tätigkeit in der «Jugendbewegung» mit dem Orden «Für Verdienste um Russland» ausgezeichnet.

BILL GATES UND DIE JUNGE MASCHA

Der Name Mascha Drokowa ist in den Epstein Akten festgehalten. Die ehemalige Kommissarin der Pro-Putin-Jugendbewegung „Nashi“ des Kremls, soll mehrfach an Epsteins Orgien mit amerikanischen Politikern und Geschäftsleuten teilgenommen haben. Gemäss den Unterlagen wird vermutet, dass sie den Microsoft-Gründer Bill Gates mit Gonorrhö angesteckt habe. https://x.com/OlenaRohoza/status/2017817018599182582

In den Akten gibt es zwei E-Mails von Jeffrey Epstein, in denen Epstein schreibt, er habe Medikamente für Bill Gates beschafft, mit denen dessen Geschlechtskrankheit behandelt werden konnte. Ob diese Behauptungen zutreffen, ist nicht belegt. https://www.dailymail.co.uk/snapchat/article-15517287/Bill-Gates-brushes-STD-claim-DOJs-latest-release-Epstein-files.html

Am Tag der Veröffentlichung erklärte der Mediensprecher von Bill Gates, dass die Behauptungen in den Epstein Files «absolut absurd und völlig falsch» seien und «Das Einzige, was diese Dokumente belegen, ist Epsteins Frustration darüber, dass er keine dauerhafte Beziehung zu Gates hatte, und die Anstrengungen, die er unternahm, um ihn zu verleumden und in eine Falle zu locken.» https://www.dailymail.co.uk/snapchat/article-15517287/Bill-Gates-brushes-STD-claim-DOJs-latest-release-Epstein-files.html

Gegenüber der CBS-Sendung «Mornings» äusserte sich die von Bill Gates geschiedene Melinda Gates. Die Beziehung ihres Mannes mit Jeffrey Epstein habe sie belastet habe und sei einer der Gründe für die Scheidung gewesen: «Es gab diese Meetings zwischen Bill und Jeffrey Epstein. Ich machte ihm aber auch Jeffrey Epstein klar, was ich davon hielt. Er war wirklich der Teufel in Person, ein Alptraum. Ich fand es furchtbar, was mit diesen jungen Frauen geschah.» https://x.com/i/status/2017691288489857453

RUSSISCHE MODELS

Die Mädchen und jungen Frauen für Jeffrey Epsteins sogenannte «Partys» wurden vor der Modelagentur «Shtorm» mit Sitz im russischen Krasnodar vermittelt.

Dieselbe Agentur war auch an der Organisation der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele 2014 in Sotschi beteiligt. https://x.com/NSTRIKE1231/status/2017869155739881914

KEIN TREFFEN MIT PUTIN

Eines der interessantesten der bisher entdeckten Dokumente ist eine E-Mail vom 22. Mai 2013, in der Jeffrey Epstein an den ehemaligen israelischen Premierminister Ehud Barak schrieb: «Putin bat mich, ihn in St. Petersburg während seiner Wirtschaftskonferenz zu treffen. Ich habe ihm abgesagt. Wenn er sich treffen will, muss er sich Zeit nehmen und Privatsphäre gewährleisten. Mal sehen, was passiert.»

Die Frage, weshalb sich Putin mit einem Sexualstraftäter treffen sollte, wird mit den Akten nicht beantwortet. https://x.com/irishman787878/status/2017770123952541905

NORWEGENS VERWICKLUNG

Die Epstein-Akten enthüllen, dass einer der wichtigsten Verbündeten von Epstein und Russlands Thorbjørn Jagland war – Generalsekretär des Europarats (2009–2019) und Ministerpräsident von Norwegen (1996–1997). Jahrelang fungierte er als Vermittler zwischen Epstein und Russland, wobei er beiden Seiten half.

Gefunden wurden ebenfalls viele sehr persönliche E-Mails der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit an Jeffrey Epstein, welches sie unter dem Siegel des Königshauses geschrieben hatte.  
Gestern Abend gab die Kronprinzessin eine Erklärung ab, in der sie zugab, dass sie es versäumt hatte, Epsteins Hintergrund zu überprüfen, und zu spät erkannt hatte, wer er war. Sie drückte ihr tiefes Bedauern aus und bezeichnete die Situation als «Schande».
Die Enthüllungen haben in Norwegen eine schwere Krise ausgelöst. https://x.com/adagamov/status/2018031191429968075

KREML FINANZIERT LE PEN

In einem E-Mail von Michael Wolff (der eine vertrauliche Quelle des FBI im Umfeld von Epstein war) vom 12. Juli 2018, schreibt dieser: «Er hatte gestern ein Treffen mit französischen Rechtspopulisten, darunter Le Pens Ehemann, über die Refinanzierung der Partei Front National, da offenbar ein Grossteil ihres Geldes aus Russland stammt.»

Dies ist eine Bestätigung einer seit 2014 bekannten Tatsache. Damals gab die mit dem Kreml verbundene «First Czech-Russian Bank» der rechtsextremen französischen Partei Front National – heute Rassemblement National – ein erstes Darlehen von 9 Millionen Euro. https://time.com/3605080/russia-france-national-front/ Weitere Kredite kamen von der russischen VEB Capital Bank. https://www.mediapart.fr/en/journal/france/121214/revealed-le-pens-third-russian-loan

Im Jahr 2023 zahlte die Partei die Schulden zurück – an ein russisches Verteidigungsunternehmen, Aviazapchast, das eng mit den russischen Geheimdiensten verbunden ist. https://www.lemonde.fr/en/france/article/2023/09/22/le-pen-s-party-repays-cumbersome-russian-loan_6138411_7.html

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