
ÖL-TANKER OHNE KUNDEN
Indiens Rückzug aus den russischen Ölimporten stellt Moskau vor das Dilemma, was mit all dem Rohöl geschehen soll, das es auf Tanker pumpt, aber nicht in Raffinerien entladen kann.
Russland hat in den vier Wochen bis zum 25. Januar täglich 3,18 Millionen Barrel verschifft. Das ist kaum eine Veränderung gegenüber dem Zeitraum bis zum 18. Januar, aber ein Rückgang um etwa 680’000 Barrel pro Tag gegenüber dem Höchststand vor Weihnachten und der niedrigste Stand seit August.
Dutzende Tanker mit russischem Öl sitzen auf See fest, nachdem indische Raffinerien sich geweigert haben, die Ladungen zu kaufen, berichtete die Nachrichtenagentur «Bloomberg». Seit August haben sich rund 60 Millionen Barrel russisches Öl auf Schiffen angesammelt, die nicht entladen werden können. Der Bericht besagt, dass der Stillstand in direktem Zusammenhang damit steht, dass indische Raffinerien sich von russischen Lieferungen abgewandt haben, sodass das Öl vor der Küste treibt und keine unmittelbaren Abnehmer findet.
Es wurde kein Zeitplan dafür genannt, wann oder ob die Ladungen entladen werden. https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-01-27/russia-oil-exports-get-stuck-at-sea-amid-pullback-by-indian-refiners

ANKLAGE GEGEN KOLLABORATEUR
Wolodymyr Saldo wurde von den russischen Besatzern als Gauleiter für die ukrainische Region im linksufrigen Kherson eingesetzt. Nun wird er wegen von der Ukraine aktiver Kollaboration angeklagt. Ihm wird vorgeworfen, dass er 2023 ein sogenanntes «Freiwilligenbataillon» aufgestellt hatte, dessen Auftrag es war, gegen die Ukraine zu kämpfen. Für die Finanzierung und die Unterbringung der Söldner war Saldo direkt verantwortlich. Nun wird der Helfer Russlands in Abwesenheit wegen der Bildung illegaler bewaffneter Formationen angeklagt. https://x.com/NOELreports/status/2014683447973883998

NIEDERLAGE ERZWINGEN
Die Studie des «Center for Strategic & International Studies» (CSIS) über die 1,2 Millionen russischen und 600’000 ukrainischen Verluste an toten oder verwundeten Soldaten hat international für Aufsehen gesorgt. Gestern habe ich hier die wichtigsten Zahlen publiziert (https://ukraineaktuell.com/ukraine-aktuell-nr-1436-28-1-2026-8uhr/)
Das CSIS beleuchtet in seiner Analyse aber auch die Hintergründe und präsentiert teils neue Handlungsideen:
- «Präsident Putin lässt sich von den hohen Opfer- und Todeszahlen nicht beirren, und es ist unwahrscheinlich, dass der wirtschaftliche Abschwung Russlands den Kreml an den Verhandlungstisch bringen wird – zumindest nicht zu Bedingungen, die für die Ukraine oder Europa akzeptabel wären. (…) Darüber hinaus haben Präsident Putin und die russische Regierung geschickt eine aggressive Desinformationskampagne durchgeführt, die einige politische Entscheidungsträger, darunter auch in Washington, davon überzeugt hat, dass ein Sieg Russlands unvermeidlich ist, obwohl es zahlreiche gegenteilige Beweise gibt.»
- «Putin ist möglicherweise bereit, die hohen Opfer- und Todeszahlen in Kauf zu nehmen, da die meisten dieser Soldaten aus Regionen wie dem Fernen Osten und dem Nordkaukasus stammen – und nicht aus für ihn politisch wichtigen Gebieten wie Moskau und St. Petersburg.»
- «Russland mehrere Schwachstellen, die die Vereinigten Staaten und Europa ausnutzen können. Trotz der jüngsten transatlantischen Spannungen um Grönland und andere Themen ist eine Zusammenarbeit zwischen den Vereinigten Staaten und Europa möglich.»
- «Die erste Schwachstelle ist die russische Wirtschaft. Verstärkte Sanktionen gegen den russischen Energiesektor könnten mit Sanktionen gegen andere russische Exporte wie Mineralien, Metalle, Agrarprodukte und Düngemittel kombiniert werden. Einige Kongressabgeordnete haben vorgeschlagen, Zölle von bis zu 500 Prozent auf importierte Waren aus Ländern zu erheben, die russisches Öl, Gas, Uran und andere Produkte kaufen.»
- «Viele der Schiffe (der Schattenflotte) fahren unter der Flagge anderer Länder – wie Komoren, Gabun, Liberia, Marshallinseln und Panama. Das US-Militär und die Geheimdienste könnten die ukrainische und die europäischen Marinen unterstützen, um diese Schiffe besser ins Visier zu nehmen und mehr diplomatischen Druck auf die Länder auszuüben, unter deren Flagge sie fahren.»
- «Eine zweite Schwachstelle Russlands sind die blutigen Kosten eines langwierigen Krieges. (…) Wenn Moskau die Friedensgespräche weiterhin hinauszögert, sollten die Vereinigten Staaten und Europa der Ukraine modernere Waffen mit grösserer Reichweite, Minen, technische Kapazitäten und anderes Material zur Verfügung stellen. Die Hilfe der USA kann über die Prioritized Ukraine Requirement List erfolgen, die von den Vereinigten Staaten bereitgestellt, von europäischen Ländern gekauft und von der NATO koordiniert werden.»
- «Trotz der Herausforderungen durch Russland besteht die grosse Ironie darin, dass es den Vereinigten Staaten und Europa nicht gelungen ist, ihre wirtschaftlichen und militärischen Mittel voll auszuschöpfen. Ohne grössere Schmerzen wird Putin die Verhandlungen hinauszögern und weiterkämpfen – selbst wenn dies Millionen von russischen und ukrainischen Opfern bedeutet.» https://www.csis.org/analysis/russias-grinding-war-ukraine

DAS HISTORISCHE DOKUMENT
Am 28. Januar 2003 – als gestern vor 23 Jahren – unterzeichnete Putin und der damalige ukrainische Staatspräsident Kutschma ein Dokument, welches die Unversehrtheit der ukrainischen Grenze festlegte. Dieses Dokument ist weiterhin gültig. https://x.com/MattheusWehowsk/status/2016513129585299914; https://treaties.un.org/Pages/showDetails.aspx?objid=08000002803fe18a





