#UKRAINE AKTUELL Nr. 1436 (28.1.2026 / 8Uhr)

  • Russen griffen Personenzug an
  • Bald 2 Millionen Tote & Verletzte
  • Kyjv weiter ohne Licht & Wärme
  • Musks «Starlink» hilft den Russen
  • Angreifer im Süden zurückgedrängt
  • 14 Länder sperren Ostsee-Zugang
  • Angeblich erpressen die USA Kyjv

CHINA-EXTRA: Ansichten eines Experten

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ANGRIFF GEGEN PERSONENZUG

Die Russische Föderation hat mit drei Shahed-Drohnen einen Personenzug in der Region Kharkiv auf der Linie Barvinkove-Lviv angegriffen. Eine Drohne – ausgerüstet mit einem Sprengsatz – schlug im hinteren Teil des Zugs ein und löste einen Brand aus, zwei weitere explodierten in der Nähe des Zuges.

155 Zivilisten befanden sich zum Zeitpunkt des Terroranschlags im Zug. Darunter waren auch Kinder. Die Menschen waren gezwungen, mit Kindern im Arm aus dem brennenden Personenzug zu springen, um dem Feuer zu entkommen.

Bis Dienstagabend wurden am Tatort Fragmente von fünf Leichen gefunden. Die Identifizierung der Opfer wird erst nach der Durchführung von DNA-Untersuchungen möglich sein. Drei weitere Menschen gelten als vermisst. Video: https://x.com/i/status/2016234489400185196; https://t.me/u_now/188950; https://x.com/NOELreports/status/2016223576542642501;

1,8 MILLIONEN TOTE UND VERLETZTE

Das renommierte amerikanische «Center for Strategic & International Studies» (CSIS) schreibt, dass die Zahl der Opfer des Krieges von Russland gegen die Ukraine in diesem Frühling die Zahl von zwei Millionen Menschen erreichen kann. Russland hat aktuell rund 1,2 Millionen Verluste und die Ukraine möglicherweise bis 600’000.

Hier einige zentrale Zitate der Untersuchung, die teilweise auch von der «New York Times» erwähnt werden:

  • «Die russischen Streitkräfte haben seit Februar 2022 etwa 1,2 Millionen Verluste (Tote, Verwundete und Vermisste) und bis zu 325’000 Tote zu beklagen. (…) Das sind mehr als jede andere Grossmacht in einem Krieg seit dem Zweiten Weltkrieg.»
  • «Zweitens kommen die russischen Streitkräfte auf dem Schlachtfeld bemerkenswert langsam voran. Bei der Offensive in Pokrovsk beispielsweise rückten die russischen Streitkräfte mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von nur 70 Metern pro Tag vor. Das ist langsamer als die brutalsten Offensivkampagnen des letzten Jahrhunderts, einschliesslich der berüchtigten blutigen Schlacht an der Somme während des Ersten Weltkriegs. Seit Beginn des Jahres 2024 haben die russischen Streitkräfte weniger als 1,5 Prozent des ukrainischen Territoriums erobert.»
  • «Eine genaue Betrachtung der Daten lässt jedoch vermuten, dass Russland kaum am Gewinnen ist und, was noch interessanter ist, dass Russland zunehmend an Macht verliert.»
  • «Drittens wird Russland zu einer zweit- oder drittklassigen Wirtschaftsmacht. Seine Wirtschaft zeigt aufgrund des Krieges Anzeichen von Belastung, ist jedoch noch nicht zusammengebrochen. Die russische Produktion ist rückläufig, die Verbrauchernachfrage schwächt sich ab, die Inflation bleibt hartnäckig hoch und das Land sieht sich mit einem Arbeitskräftemangel konfrontiert.»
  • «Russland verfügt zwar nach wie vor über Atomwaffen und ein grosses Militär, aber es kann in praktisch keiner Kategorie militärischer, wirtschaftlicher oder wissenschaftlicher und technologischer Indikatoren mit den Grossmächten mithalten.»
  • «Die Verluste und Todesfälle auf russischer Seite sind deutlich höher als die Verluste und Todesfälle auf ukrainischer Seite – mit einem Verhältnis von etwa 2,5:1 oder 2:1. Die ukrainischen Streitkräfte dürften zwischen Februar 2022 und Dezember 2025 zwischen 500’000 und 600’000 Verluste erlitten haben, darunter Tote, Verwundete und Vermisste, sowie zwischen 100’000 und 140’000 Todesopfer.»
  • «Russlands Luftangriffe auf ukrainische Energie-, Wirtschafts- und militärische Industrieziele waren äusserst zerstörerisch. Russische Angriffe mit ballistischen Raketen, Marschflugkörpern und Drohnen haben dazu geführt, dass das ukrainische Energiesystem seit Januar 2026 nur noch 60 Prozent des nationalen Strombedarfs decken kann und es zu anhaltenden Stromausfällen im ganzen Land gekommen ist.»

Mehr zur CSIS-Studie im morgigen Newsletter, «Ukraine Aktuell Nr. 1437». https://www.csis.org/analysis/russias-grinding-war-ukraine; https://www.nytimes.com/2026/01/27/us/politics/russia-ukraine-casualties.html

KYJV IMMER NOCH DUNKEL

710’000 Haushalte sind auch am Dienstagabend in der ukrainischen Hauptstadt Kyjv ohne Strom. Das sagte Denys Schmyhal, Energieminister der Ukraine. «Das Stromnetz ist ungleichmäßig beschädigt.» Die Wiederherstellung werden nicht an allen Orten gleich schnell erfolgen. https://t.me/u_now/188979

Über die Situation in Kyjv sagte der Innenminister Igor Klimenko: «Millionen von Menschen frieren. Es muss etwas getan werden.»

➡️ Der Staatliche Dienst für Notsituationen richtet mobile Heizstellen und Zelte in den Höfen von Mehrfamilienhäusern ein, «Unverwüstlichkeitsstellen» sind in Betrieb.

➡️ Der Innenminister rief auch die Unternehmen dazu auf, sich zu beteiligen. Dies können Heizungen, heisser Tee und Wasser sein, sowie die Möglichkeit, Geräte aufzuladen.

➡️ Der Staatliche Dienst für Notsituationen und die Polizei arbeiten im verstärkten Modus. In der Hauptstadt wurde das Patrouillieren um etwa 30% erhöht: täglich sind über 1’200 Polizisten in mehr als 450 Patrouillen im Einsatz. https://www.rbc.ua/rus/news/milyoni-lyudey-zamerzayut-potribno-shchos-1769518205.html

In mehreren Wohnblöcken wird die Belieferung mit heissem Wasser eingeschränkt. Die Wärmeleistung wird für die Wiederherstellung der Wärmeversorgung verwendet. Die Einschränkung der heissen Wasserversorgung betrifft nicht den gesamten Wohnungsbestand der Stadt, sondern nur die Gebäude, in denen dies technisch für die Wiederherstellung der Wärmeversorgung erforderlich ist, betonte die Kyjver Stadtverwaltung. https://t.me/c/1274414965/91593

Gleichzeitig meldet das staatliche Energieunternehmen DTEK, dass in der Hauptstadt die Stromversorgung für 645’300 Familien wiederhergestellt wurde. Zudem wurden in der Region Odessa innerhalb einer Woche 253’300 Wohnungen wieder mit Strom versorgt, in der Region Dnipropetrowsk fast 120’000 und in der Region Donezk 104’400 Familien. https://t.me/u_now/188953

In den kommenden Tagen wird in Kyjv mit Temperaturen um minus 20 Grad gerechnet.

RUSSISCHE STARLINK-DROHNEN

Das amerikanische «Institute for the Study of War» (ISW) schreibt über aufgerüstete russische Drohnen: «Russische Streitkräfte nutzen zunehmend Starlink-Satellitensysteme, um die Reichweite von BM-35-Angriffsdrohnen zu vergrössern und Mittelstreckenangriffe gegen das ukrainische Hinterland durchzuführen.

Die gemeldete Reichweite von 500 Kilometern der mit Starlink ausgestatteten BM-35-Drohnen bringt den grössten Teil der Ukraine, ganz Moldawien und Teile Polens, Rumäniens und Litauens in Reichweite dieser Drohnen, wenn sie von Russland oder der besetzten Ukraine aus gestartet werden.» https://x.com/TheStudyofWar/status/2016013301436526765

Auf diese Nachricht hat der polnische Verteidigungsminister Radosław Sikorski: «Hey, grosser Mann, @elonmusk, warum hindern Sie die Russen nicht daran, Starlinks zu nutzen, um ukrainische Städte anzugreifen? Mit Kriegsverbrechen Geld zu verdienen, könnte Ihrem Markenimage schaden.» https://x.com/sikorskiradek/status/2016221397396168995  

UKRAINISCHE VORSTÖSSE

Die ukrainischen Streitkräfte setzen ihren Vormarsch auf der Achse Saporischschja fort. Einheiten der ukrainischen Streitkräfte haben die nördlichen Zufahrtswege nach Mala Tokmachka erreicht und Stellungen eingenommen, die zuvor von den Besatzungstruppen gehalten wurden.

Die Versuche des Feindes, in den Gebieten Orichiw und Huliaipole vorzustossen, sind gescheitert; die Stellungen bleiben unter ukrainischer Kontrolle. https://x.com/NSTRIKE1231/status/2015836898468434126

SCHATTENFLOTTE WIRD GESTOPPT

Vierzehn europäische Staaten haben laut einer gemeinsamen Erklärung der britischen Regierung angekündigt, die Ostsee für die «Schattenflotte» Russlands zu sperren. Russland wurde außerdem vorgeworfen, Satellitennavigationssysteme absichtlich zu stören, was eine Gefahr für die Sicherheit im Seeverkehr darstellt und Rettungsmaßnahmen bei Unfällen erschwert.

Die Erklärung wurde von Belgien, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Deutschland, Island, Lettland, Litauen, den Niederlanden, Norwegen, Polen, Schweden und dem Vereinigten Königreich unterzeichnet.

https://www.gov.uk/government/publications/the-growing-risks-to-maritime-safety/the-growing-risks-to-maritime-safety

SICHERHEIT GEGEN LAND

Die USA sind bereit, der Ukraine Sicherheitsgarantien zu geben, wenn die Ukraine zuvor Russland den Donbass abtritt. Dies berichtet die «Financial Times (FT)». Die Zeitung beruft sich dabei auf acht Personen, die «mit dem Thema vertraut sind.»

Ausserdem hätten die USA mehr Waffen für die Ukraine versprochen, wenn die Verteidiger ihre Soldaten aus dem Donbass abziehen. Dies sagen zwei anonym bleibende Quellen der «FT»

Die Zeitung schreibt, «ein hochrangiger ukrainischer Beamter sagte, es werde immer unklarer, ob sich die USA verpflichten würden. „Sie halten jedes Mal inne, wenn die Sicherheitsgarantien unterzeichnet werden könnten».

Im Weissen Haus hat dieser Artikel für Aufregung gesorgt. Anna Kelly, die stellvertretende Mediensprecherin von Trumps Regierung bezeichnete den Artikel als «völlig falsch» und ergänzte: «Es ist eine Schande, dass die Financial Times böswilligen Akteuren erlaubt, anonym zu lügen, um den Friedensprozess zu sabotieren, der nach dem historischen trilateralen Treffen in Abu Dhabi an diesem Wochenende auf einem guten Weg ist». https://www.ft.com/content/8ca0d4fd-fdfd-4aa3-a3a2-90be00d55b9d

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