IRAN EXTRA (20.1.2026, 9 Uhr)

  • Iraner demonstrieren weiter
  • Aufstand kostete 16’500 Leben
  • Irans Regime droht Trump
  • Ex-Präsident unter Hausarrest
  • Erdogan unterstützt Regime
  • Heftige Kritik des Irans am WEF
  • Rätseln um US-Flugzeugträger
  • China liefert dem Iran Waffen

PROTESTE GEHEN WEITER

Die Beerdigung des getöteten Demonstranten Jawidnam Ali Khalidi in der Stadt Lardegan wurde zu einer Kundgebung gegen das Regime. Teilnehmer zeigten die iranische Flagge mit dem Löwen, die vor der Machtergreifung der Mullahs die offizielle Flagge des Irans war. Video: https://x.com/i/status/2013235968736690249

Neue Aufnahmen aus der Stadt Ahwaz aus den letzten Tagen – Datum unbekannt – zeigen militante Demonstrationen. Aufständische verbrennen Bilder von Khamenei und Khomeini. Sie zeigen offen ihre fundamentale Ablehnung des Regimes. https://x.com/i/status/2013245697672499629

VIEL MEHR TOTE ALS GEMELDET

Mindestens 16’500 Demonstranten wurden im Iran getötet und mehr als 330’000 verletzt. Das berichtet die britische «Times» unter Berufung auf ein Netzwerk iranischer Ärzte, Menschenrechtsdaten und Augenzeugenberichten.

Dem Artikel zufolge, der auf Statistiken von acht grossen Augenkliniken und 16 Notaufnahmen basiert, liegt die Zahl der Todesopfer zwischen 16’500 und 18’000 Menschen. Die Zahl der Verletzten wird auf 330’000 bis 360’000 geschätzt. Die meisten Opfer waren vermutlich jünger als 30 Jahre und starben während der intensivsten Massaker am 8. und 9. Januar durch die Islamische Revolutionsgarde (IRGC) und die Basij-Miliz.

Professor Amir Parasta, ein iranisch-deutscher Augenchirurg und medizinischer Direktor von Munich MED, der die Datenerhebung koordinierte, betonte eine Veränderung in der Taktik der Behörden. Während der Proteste 2022 setzten die Sicherheitskräfte hauptsächlich Gummigeschosse und Schrotflinten ein; jetzt werden militärische Waffen gegen Menschenmengen eingesetzt. Ärzte dokumentieren Schuss- und Splitterwunden an Kopf, Hals und Brust. Sie wurden durch Kalaschnikow-Sturmgewehre und Maschinengewehre verursacht, die auf Pick-up-Trucks montiert waren.

Der Artikel widmet der Zahl der Augenverletzungen besondere Aufmerksamkeit. Zwischen 700 und 1’000 Demonstranten haben ein Auge verloren. Allein eine Augenklinik in Teheran, die Noor Clinic, hat 7’000 Augenverletzungen dokumentiert. Zeugen berichten, dass in nur einer Nacht in der Hauptstadt mehr als 800 Augenentfernungsoperationen durchgeführt wurden.

Das medizinische Personal ist gezwungen, angesichts eines katastrophalen Mangels an Spenderblut zu entscheiden, wen es zuerst retten soll. Berichten zufolge haben Sicherheitskräfte in einigen Fällen Bluttransfusionen für Verletzte verboten und Patienten direkt aus den Operationssälen gezerrt.

Gemäss dem Artikel ist es Aktivisten gelungen, etwa 50’000 bis 60’000 «Starlink»-Terminals ins Land zu bringen, doch ihre Nutzung birgt ein tödliches Risiko: Sicherheitskräfte führen Razzien durch, um Satellitenantennen aufzuspüren. https://www.thetimes.com/world/middle-east/article/iran-young-protesters-news-nsdztp5t2;  https://x.com/Gerashchenko_en/status/2013298374674354493

IRANS JUSTIZ DROHT TRUMP

Trump sei für die landesweiten Unruhen und die Vielzahl von Toten verantwortlich: «Der US-Präsident, die Führer des verfluchten zionistischen Regimes und andere Unterstützer und Geber militärischer und propagandistischer Unterstützung für die an den jüngsten Ereignissen beteiligten Kriminellen und Terroristen gehören zu den Tätern, die entsprechend dem Ausmass und der Schwere ihrer Verbrechen verfolgt, vor Gericht gestellt und bestraft werden.» Das schrieb Gholamhossein Mohseni Ejei, der Justizminister des Irans auf «X». https://x.com/ejei_org/status/2013240416163024999

Derselbe Ejej hatte am Wochenende Massenhinrichtungen der Demonstrationsteilnehmer angekündigt. Dabei sei «die Geschwindigkeit der Bestrafung von grösster Wichtigkeit». https://ukraineaktuell.com/iran-extra-tag-21/

EX-PRÄSIDENT VERHAFTET

Im Iran seien der Ex-Präsident Hassan Rohani und der Ex-Aussenminister Javad Zarif verhaftet und unter Hausarrest gestellt worden. Das berichtet der israelische TV-Sender «Channel 14». Grund dafür sei, dass Zarif Gespräche mit dem iranischen Kronprinzen Reza Pahlevi geführt und Rohani darüber informiert habe. Video: https://x.com/i/status/2013342877259108609

ERDOGAN UNTERSTÜZT REGIME

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan bezeichnete am Montag die Unruhen im Iran als «neue Bewährungsprobe» für Teheran und versprach, die Türkei werde «sich jeder Initiative widersetzen», die die Region ins Chaos stürzen würde.

«Wir glauben, dass unsere iranischen Brüder mit einer Politik, die Dialog und Diplomatie in den Vordergrund stellt, diese mit Fallen gespickte Zeit mit Gottes Hilfe überstehen werden», sagte Erdogan in einer Fernsehansprache nach der wöchentlichen Kabinettssitzung.

Dies war das erste Mal, dass Erdogan sich zu den Protesten äusserte, die die Islamische Republik erschüttern und bei denen Tausende Menschen ums Leben gekommen sind.

«Unser Nachbar Iran steht nach den israelischen Angriffen nun vor einer neuen Bewährungsprobe, die seinen sozialen Frieden und seine Stabilität bedroht», sagte Erdogan. Bereits am letzten Donnerstag hatte der türkische Aussenminister Hakan Fidan erklärt, Ankara lehne eine Militäroperation gegen den Iran ab, um dem iranischen Volk angesichts der Unterdrückung der Proteste zu helfen. https://english.alarabiya.net/News/middle-east/2026/01/19/turkey-s-erdogan-hopes-iran-unrest-will-be-resolved-through-diplomacy

HEFTIGE KRITIK AM WEF

Der iranische Aussenminister Seyed Araghchi bestätigt, dass das Weltwirtschaftsforum in Davos seinen Auftritt abgesagt hat. In einem Beitrag auf «X» verteidigt sich Araghchi mit einer Doppelstrategie.

Erstens nahm er keinen Bezug zu den Massenmorden des Regimes, sondern schriebt lediglich: «Wir mussten unser Volk gegen bewaffnete Terroristen und ISIS-ähnliche Morde verteidigen, die offen vom Mossad unterstützt wurden.»

Zweitens verurteilt Araghchi die «eklatante Doppelmoral» der WEF-Verantwortlichen. Angesicht des «Völkermords an 71’000 unschuldigen Menschen» hätten die israelischen Vertreter auch ausgeladen werden sollen. https://x.com/araghchi/status/2013348164707778731

UNKLARES ZUR US-MARINE

Zurzeit sei unbekannt, wo sich der letzte Woche von der US-Ostküste aus gestartete Flugzeugträger «USS George Washington» und die Begleitflotte befindet. Die Flotte habe die «Tracker» ausgeschaltet und ist damit unsichtbar.

«Defense Itelligence» (299’000 Follower auf “X”) schreibt: «Im Gegensatz zur USS Lincoln, die jetzt auf dem Weg in den Iran sichtbar ist, sind Georges Bewegungen ein Rätsel. Könnten plötzlich zwei Atomflugzeugträger auftauchen und Teheran unvorbereitet treffen? Irgendetwas bewegt sich – und niemand weiss genau wohin.» https://x.com/i/status/2013317895141630370

CHINA LIEFERT WAFFEN

Nach Angaben iranischer und israelischer Medien sind in den vergangenen 56 Stunden rund 16 chinesische Militärtransportflugzeuge im Iran gelandet.

Sollte dies zutreffen, wäre es die grösste chinesische Militärluftbrücke in den Iran innerhalb eines so kurzen Zeitraums.

Iran erhielt im Herbst 2025 neue Flugabwehrraketen aus China, da Russland die von Israel im Juni innerhalb von zwölf Tagen zerstörten Raketen nicht ersetzen konnte. Putin stoppte die Exporte aller russischen Flugabwehrraketen und -munition, da die Ukraine in den letzten zwei Jahren, insbesondere auf der Krim, so viel zerstört hatte. https://x.com/warmonitor3/status/2013327844819050709https://x.com/BrennpunktUA/status/2013343849817502034

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