Ukraine Aktuell Nr. 455 (24.5.23/21Uhr)

ZWEI TOTE BEI DER «RUSSEN LEGION»

Bei ihrer Aktion im russischen Belgorod seien zwei Kämpfer ums Leben gekommen und 10 verwundet worden. Die meisten Opfer entfallen auf die «Legion Freiheit Russland». Dies sagten die «Legion» und das «Russische Freiwilligenkorps» gegenüber Medien.

Das Freiwilligenkorps behauptet, dass es bereits Bewerbungen von Russen erhalten haben, die sich den Anti-Putin-Kämpfern anschliessen wollen. https://hromadske.ua/…/2-zagiblih-ta-10-poranenih…

Die «Legion Freiheit Russlands» sagte heute, dass die Operation in der Region Belgorod erfolgreich war und ihr Ziel erreicht wurde. Man habe Gefangene gemacht und grosse Menge an Ausrüstung erbeutet. Die Operation sei derzeit abgeschlossen. Weil man nicht genug Kräfte habe, sei eine ständige Besetzung von Belgorod aktuell nicht möglich. https://t.me/suspilnedonbas/13538

Zur Erinnerung: Das russische Verteidigungsministerium gab an, in der Region Belgorod mehr als 70 Kämpfer, sogenannte «Terroristen», getötet zu haben.

WARUM ES SO EINFACH WAR

Die Verwunderung war gross, wie einfach die «Legion Freiheit Russland» und das «Russische Freiwilligenkorps» diese Woche von der Ukraine aus in die russische Region Belgorod eindringen konnte.

Das russische Medium «7×7» liefert dafür eine Erklärung: Seit Anfang September 2022 werden Wehrpflichtige massenhaft in die Region Belgorod geschickt, um die Grenze zur Ukraine zu bewachen.

Sie befinden sich «ausserhalb des Kriegsgebiets», wie es das Gesetz vorschreibt. In Wirklichkeit heben die Wehrpflichtigen Schützengräben aus, verstecken sich in Unterständen vor Luftangriffen und werden verwundet oder getötet.

Ihre Verwandten haben sich bei den Behörden beschwert und Protestposten aufgestellt, um ihre Kinder aus dem Grenzgebiet zu holen.

Eine Mutter beklagte sich: «Mein Sohn wurde zum Sanitäter ernannt, obwohl er nicht einmal wusste, wozu Nasenspray und Aspirin da sind.» https://semnasem.org/…/ya-ne-hochu-chtoby-kishki-viseli…

PUTIN UND PRIGOSCHIN ALS ZIELE

Der Kreml Herrscher Putin und der Chef der Wagner Söldner Jewgeni Prigoschin stehen oben auf der Todesliste des ukrainischen Geheimdienstes. Dass die beiden Kriegsverbrecher die vorrangigen Ziele seien, sagte der stellvertretende Chef des ukrainischen Geheimdienstes Wadim Skibizkij.

«Putin steht ganz oben auf der Liste. Wir versuchen, ihn zu töten», sagte der zweithöchste Geheimdienstmitarbeiter der deutschen Zeitung «Welt». Und weiter: «Putin merkt, dass wir ihm immer näher kommen, aber er hat auch Angst, von seinen eigenen Leuten umgebracht zu werden», sagte Wadim Skibizkij. https://www.welt.de/…/Ukrainischer-Geheimdienst-Putin…

MEHR RUSSISCHE DESERTEURE

Von Januar bis Mai in diesem Jahr sind mehr Russen fahnenflüchtig geworden, als im ganzen Jahr 2022 zusammen. 1’053 Fälle von «unerlaubtem Entfernen von der Truppe» wurden von russischen Gerichten behandelt.

Dies schreibt der britische Geheimdienst und beruft sich dabei auf Recherchen von russischen Journalisten.

Die Briten schreiben: «Russlands Bemühungen zur Verbesserung der Disziplin konzentrierten sich darauf, Exempel zu statuieren und patriotischen Eifer zu fördern, anstatt die Ursachen für die Desillusionierung der Soldaten zu bekämpfen.» https://twitter.com/DefenceHQ/status/1661249400281202688

BAKHMUT KÄMPFE GEHEN WEITER

Die Intensität der Kämpfe bei der ostukrainischen Stadt Bakhmut hätten in den letzten 24 Stunden «leicht abgenommen». Das berichtet die stellvertretende ukrainische Verteidigungsministerin Hanna Malyar.

Die russischen Besatzer seien dabei, ihre Truppen auszutauschen und würden gleichzeitig den Artilleriebeschuss verstärken.

Den ukrainischen Verteidigern gelänge es aber, weitere Geländegewinne zu machen und die Stadt einzukreisen. https://nv.ua/…/bahmut-intensivnist-bojiv-na-flangah-i…

2 MONATE PAUSE FÜR SÖLDNER

Ab dem 25.Mai werden die Söldner der Firma «Wagner PMC» aus Bakhmut abgezogen und würden in Feldlagern trainiert werden. Das sagte der Financier der Söldner, Jewgeni Prigoschin auf einem Video, welches ihm zugeordnete Telegram Kanäle veröffentlichten.

Aktuell hätten die Söldner «keine anderen Aufgaben». Prigoschin glaubt nicht, dass der Krieg in zwei Monaten vorbei ist: «Und wenn der Krieg in zwei Monaten zu Ende ist, dann werden wir glücklich und zufrieden nach Afrika gehen, um dort Brot zu verdienen, bis Russland wieder in Gefahr ist. Aber irgendetwas sagt mir, dass die Gefahr nur grösser wird».

Im selben Video sagte Prigoschin, dass 10’000 ehemalige Häftlinge in der Schlacht um Bakhmut getötet worden seien. Ihm zufolge hat das PMC 50’000 Gefangene rekrutiert, von denen etwa 20 % getötet wurden. Der gleiche Anteil an Verlusten ist seiner Meinung nach auch bei anderen Kategorien von Söldnern zu verzeichnen. https://t.me/bbcrussian/46768

ANGRIFF AM BOSPORUS

3 ukrainische Drohnen haben am Bosporus in internationalen Gewässern das russische Aufklärungsschiff «Ivan Khurs» angegriffen. Auf einem heute veröffentlichten Video ist zu sehen, wie das Schiff von Raketen angegriffen wird und danach hinter einer grossen schwarzen Rauchwolke verschwindet. https://t.me/nvua_official/52133

Der britische Daily Mail schreibt: «Eines von Wladimir Putins modernsten Spionage-Kriegsschiffen entging nur knapp der Sprengung durch ein Trio von Marinedrohnen im Schwarzen Meer. Das vom russischen Verteidigungsministerium im Staatsfernsehen veröffentlichte Video zeigt, wie ein unbemanntes Hochgeschwindigkeitsboot über die Wasseroberfläche auf das Moskauer Aufklärungsschiff Iwan Khurs zusteuert. Das Spionageschiff leitete sofort ein Ausweichmanöver ein und begann, auf die entgegenkommenden Drohnen zu schiessen. Die ersten Salven des russischen Kriegsschiffs verfehlten die Drohne, dann erlitt sie einen Volltreffer und explodierte nur wenige Meter vor dem Ziel in einem gewaltigen Feuerball.» https://www.dailymail.co.uk/…/Russias-modern-spy…

Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums wurde niemand verletzt.

MEHR SOLDATEN IN SAPORISCHJA

Die Zahl russischer Soldaten in der aktuell besetzten Stadt Saporischja sei in den letzten Tagen gestiegen. Die Soldaten würden in Wohnungen einziehen, deren Bewohner zuvor nach Russland deportiert worden waren. Das berichtet Ivan Fedorov, Bürgermeister von Melitopol. https://t.me/nvua_official/52136

RUSSEN-GELDER FÜR DIE UKRAINE

Parlamentarier der demokratischen und der republikanischen Partei fordern von US-Präsident Joe Biden, dass blockierte russische Gelder an die Ukraine überwiesen werden. Über den Brief berichtet der demokratische Kongressabgeordneten Adam Schiff.

Für die «Umwidmung» von russischen Geldern gäbe es frühere Präzedenzfälle wie der «International Emergency Economic Powers Act». Mit diesem Gesetz habe der frühere US-Präsident George W. Bush 1,7 Milliarden Dollar irakischer Regierungsgelder an US-Terroropfer überwiesen.

Der Wiederaufbau der Ukraine nach dem Krieg wird über 10 Jahre dauern und mehr als 411 Milliarden Dollar kosten, heisst es in der Pressemitteilung weiter. https://kyivindependent.com/us-lawmakers-urge-biden-to…/

KIRCHE AUF WESTZEIT UMGESTELLT

In Zukunft wird in der ganzen Ukraine Weihnachten am 25.Dezember gefeiert. Bisher fand diese Fest am 7. Januar statt. Auch die Daten der anderen Feiertage ändern sich leicht: Das Dreikönigsfest wird am 6. Januar gefeiert, das Nikolausfest am 6. Dezember. Ostern und Pfingsten werden wie bisher begangen.

Die Umstellungen auf den neuen Kalender beschloss die ukrainische orthodoxe Kirche (PCU). Dies wird auch als Akt betrachtet, sich von der russisch-orthodoxen Kirche zu unterscheiden. https://t.me/astrapress/27843

Die Ukrainische Griechisch-Katholische Kirche (UGCC) hatte bereits im Februar beschlossen, den Kalender vom julianischen auf den gregorianischen Kalender umzustellen. https://aldrovandi.net/…/ukraine-aktuell-nr-348-6-2-23…/

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