Ukraine Aktuell Nr. 445 (14.5.23/23Uhr)

ERFOLGE BEI BAKHMUT

«Unsere Einheiten haben mehr als zehn feindliche Stellungen nördlich und südlich von Bakhmut eingenommen und ein grosses Waldgebiet bei Ivanivske gereinigt.»

Dies schreibt die stellvertretende Verteidigungsministerin der Ukraine, Hanna Malyar.

In ihrem Telegram-Kanal führt sie weiter aus: «In Bakhmut selbst ist es sehr heiss. Der Feind hat alle seine Kräfte dort versammelt und versucht vorzurücken, wobei er alles zerstört, was sich ihm in den Weg stellt. Die heftigen Kämpfe gehen weiter.»

An der Front seien General Syrskyi, der Chef der ukrainischen Landstreitkräfte und die beiden Brigadegeneräle Bohomolow und Hnatow aktiv beteiligt.

Über die Soldaten schreibt Malyar: «Unsere Leute handeln an der Grenze zu übermenschlichen Fähigkeiten. Sie handeln entschlossen und professionell.» https://t.me/annamaliar/737

Das amerikanische «Institut for the study of war» bezieht sich auf Meldungen russischer Militärblogger. Gemäss deren Angaben hätten die Ukrainer neue Stellungen am Stadtrand von Kurdumiwka (14 km südwestlich von Bakhmut) bezogen und russische Streitkräfte hinter den Siverskij-Donez-Donbas-Kanal in diesem Gebiet zurückgedrängt. Eine Bestätigung dafür gebe es nicht, schreibt das ISW. https://understandingwar.org/…/russian-offensive…

DIE GRÜNDE DES ERFOLGS

Der israelische Militäranalyst und Reserveoffizier Victor Wertzner nennt als Grund für die ukrainischen Erfolge bei Bakhmut:

«Es gibt einen Unterschied zwischen dem russischen Militär, insbesondere den Wagner PMC-Kämpfern, die in der Stadt operieren, und den Einheiten des russischen Verteidigungsministeriums, die an den Flanken operieren.

Es gibt einen gewissen Motivationsunterschied.

Sie sind nicht so stark, sie sind nicht so gut ausgebildet und sie sind nicht so motiviert. Deshalb hat das ukrainische Militär an den Flanken einige Erfolge zu verzeichnen». https://nv.ua/…/bahmut-zsu-mayut-uspihi-rosiyani…

EROBERUNGEN IM DNJEPR

Zwischen der befreiten Region Kherson und dem von Russen besetzten Gegend der Region Kherson fliesst der Djnepr. In diesem Fluss hatten die Russen bisher mehrere Inseln besetzt. Dies hat sich angeblich in den letzten Tagen geändert.

Der ukrainische Militärblogger Mysiagin meldet: «Die Streitkräfte der Ukraine räumen langsam die Inseln zwischen dem rechten und linken Ufer der Region Cherson und verdrängen die russischen Besatzer von dort. Es ist ihnen gelungen, den Feind vollständig aus dem Gebiet zwischen Dachi und der Potemkin-Insel zu vertreiben.» https://t.me/mysiagin/21972

2 RUSSISCHE KOMMANDEURE TOT

Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums wurden zwei russische Kommandeure in der Nähe von Bakhmut «bei der Abwehr von AFU-Angriffen» getötet.

Es handelt sich um Jewgeni Browko, stellvertretender Kommandeur des Armeekorps für militärische und politische Arbeit, und Wjatscheslaw Makarow, Kommandeur der 4. motorisierten Gewehrbrigade.

Nach Angaben des russischen Ministeriums wurde Makarow bei einem Gefecht in der Nähe des Dorfes Krasnoje tödlich verwundet. Jewgeni Brovko erlitt bei dem Angriff mehrere Schrapnellwunden und starb. https://t.me/astrapress/26930

Die Bekanntgabe der beiden Todesfälle ist eine Überraschung. Der Kreml hat seit Monaten keine Angaben zu seinen Verlusten gemacht und die damals genannten Zahlen waren unglaubwürdig, weil viel zu tief.

FRONTEINSATZ ALS STRAFE

In der besetzten Region Donezk werden wehrfähige Männer, die sich nicht den russischen Befehlen unterordnen, an die gefährlichsten Frontabschnitt geschickt.

Der ukrainische Generalstab beschreibt dies so: «Militärangehörige aus der so genannten «DVR» («Donezker Volksrepublik»), die im 1. Armeekorps der Russischen Föderation dienen, werden aufgefordert, ihre Militärausweise durch russische Militärausweise zu ersetzen. Ausserdem müssen sie Verträge mit der Russischen Föderation mit einer Mindestlaufzeit von zwei Jahren neu unterzeichnen. Im Falle einer Weigerung droht den Soldaten die Entsendung an die gefährlichsten Frontabschnitte, wo sie als Teil fortgeschrittener Einheiten an Angriffsoperationen teilnehmen sollen.» https://www.facebook.com/GeneralStaff.ua

«PUTIN MUSS UM GNADE BITTEN»

Volodymyr Zelenskyj war gestern bei der italienischen Regierung in Rom zu Besuch bei Staatspräsident Sergio Mattarella und der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni. Etwas später traf er kurz Papst Franziskus im Vatikan. Heute reiste ukrainische Präsident zum deutschen Kanzler Olaf Scholz und gegen Abend zu einem Treffen mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron.

Bei einer Rede zur Verleihung des «Karlspreises» an das ukrainische Volk sagte Zelenskyj: «Derjenige, der den Tod gebracht hat, derjenige, der den Weg des Völkermords eingeschlagen hat, derjenige, der uns zerstören will und Europa zerstören will, das wir schätzen, muss um Gnade bitten. Und dann wird unsere Antwort ein Prozess sein.» https://t.me/c/1394092619/46772

5 TOTE DURCH GRANATE

Bei der Explosion einer von Russen zurückgelassenen Granate kamen 5 Zivilisten ums Leben. Das jüngste Opfer ist 27 Jahr alt, das älteste 68 Jahre.

Das Unglück ereignete sich in einem Landwirtschaftlichen Betrieb im Dorf Mirolyubivka in der Gemeinde Novovorontsivka. Dies berichtet Andriy Yermak, der Leiter des Präsidialamtes der Ukraine. https://t.me/ermaka2022/2662

Das Dorf in der Region Kherson war von den Russen zeitweilig besetzt gewesen, bevor sie im November vertrieben wurden. In den von den Russen verlassenen Regionen liegen noch zehntausende von nicht entschärften Granaten.

GENUG STROM IM SOMMER

Für den Sommer wird in der Ukraine nicht mit Stromausfällen gerechnet. Das sagte Dmitry Sakharuk, der CEO des Stromkonzerns DTEK. Im Winter könnte es jedoch Probleme geben, nachdem die Russen grosse Teile der Strom-Infrastruktur zerstört haben.

DTEK ist der grösste private Stromversorger der Ukraine. Sakharuk führte weiter aus. «Ich glaube, dass wir aufgrund der Tatsache, dass wir das bedingte Defizit durch Importe decken können, keine Stromausfälle im Sommer haben werden. Stattdessen könnte der nächste Winter zu einem Problem werden, da wir ihn mit einer viel geringeren Kapazitätsspanne oder Stärke beginnen werden.» https://t.me/c/1394092619/46753

WEIZENPRODUKTION HALBIERT SICH

2022, im Jahr vor dem russischen Überfall, produzierte die Ukraine 33 Millionen Tonnen Weizen. Im letzten Jahr, in dem 9 Monate Krieg herrschte, sankt die Weizenproduktion auf 20.9 Millionen Tonnen. Für dieses Jahr wird für die Ukraine noch mit einem Ernteertrag von 16.5 Millionen Tonnen Weizen gerechnet.

Auch die Produktion anderer Getreidearten wird alleine in diesem Jahr um geschätzte 16% sinken.

Die Zahlen veröffentlichte das amerikanische Landwirtschaftsministerium. https://www.usda.gov/oce/commodity/wasde

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