Ukraine Aktuell Nr. 432 (1.5.23/23Uhr)

VORZEICHEN DER OFFENSIVE

Das Hauptquartier der russischen Besatzer in der Stadt Mykhailivka wurde heute gesprengt. Das schreibt Ivan Fedorov (FOTO), Bürgermeister von Melitopol in der Region Saporischja auf seinem Telegram-Kanal. Die Explosion habe um 14.30 Uhr lokale Zeit stattgefunden: Ihm zufolge wurde die Position der Russen von ukrainischen Geheimdienstlern aufgespürt, die auch den Zeitpunkt des Zusammentreffens der Besatzer feststellten und die Koordinaten weitergaben. Fedorov schreibt: «Heute sind die feindlichen Militärs, die am 1. Mai den ‹Tag der Arbeit› feiern, definitiv nicht in Feierlaune. Das Ergebnis war, dass wir statt eines Grills gebratene Besetzer bekamen.» https://t.me/ivan_fedorov_melitopol/1835

Etwas später veröffentlichte Fedorov ein Video auf dem die Explosion eines Gebäudes und brennende Panzern zu sehen sind und schreibt dazu: «In Saporischschja hält das regnerische Wetter die Streitkräfte nicht davon ab, den Besatzern herzliche Grüsse zu schicken. Von nun an wird es nur noch Feuer sein.» https://t.me/ivan_fedorov_melitopol/1839

Bereits am Nachmittag hatte das ukrainische «Nationale Widerstandszentrum» gemeldet, dass die Russen in der von ihnen besetzten Region Saporischja die Evakuation für den Fall einer erfolgreichen ukrainischen Gegenoffensive vorbereitet. Die Pläne seien ausgearbeitet und den betroffenen Personen bekanntgemacht worden. Dazu gehöre auch Anweisungen zur Zerstörung von Dokumenten und Ausrüstung. https://nv.ua/…/kontrnastup-zsu-v-zaporizkiy-oblasti…

Der ukrainische Verteidigungsminister Oleksiі Reznikov sagte am Abend am ukrainischen TV: «Wir betreten die Ziellinie bei der Vorbereitung der Gegenoffensive der Streitkräfte der Ukraine.» https://twitter.com/Flash_news_ua/status/1653131212112666652

GEGENANGRIFF IN BAKHMUT

Die ukrainische Armee habe in der umkämpften Stadt Bakhmut Gegenangriffe gestartet. Dies habe die russischen Angreifer gezwungen «einige Positionen aufzugeben». Dies berichtet der Chef der ukrainischen Landstreitkräfte General Oleksandr Syrskyi während seines Frontbesuchs. Die Lage in der Nähe der umkämpften Stadt Bakhmut sei nach wie vor «ziemlich kompliziert», und es gebe weiterhin «intensive» Kämpfe, da die russischen Truppen versuchten, die ukrainischen Verteidigungslinien «in mehreren Richtungen» zu durchbrechen, berichtete Syrskyi. https://kyivindependent.com/ukraine-war-latest-ukraines…/

Über die militärische Lage sagt Serhiy Cherevaty, Sprecher der Armeegruppe Ost: «Im Sektor Bakhmut kämpfen 25’600 Mann, 65 Panzer, 450 gepanzerte Kampffahrzeuge, 154 Kanonen und 56 Mehrfachraketenwerfer gegen uns. Das ist mehr als die Armee der Tschechischen Republik oder Ungarns». https://t.me/Tsaplienko/30878

Der Sprecher des Weissen Hauses, John Kirby, sagte zu Bakhmut: «Russland hat in den letzten fünf Monaten 100’000 Menschen in Bakhmut verloren.» Nach Schätzungen des US-Geheimdienstes seien dies 20’000 Tote und 80’000 Verwundete. Die Hälfte dieser Opfer seien Söldner der Wagner PMC. https://t.me/insiderUKR/53678

«INTELLIGENTE BOMBE» TÖTET KIND

Die russische Armee griff mit zwei sogenannten «intelligenten Bomben» das Dorf Lysunivka in der Region Tschernihiv an. Die gelenkten Bomben trafen eine Schule und benachbarte Gebäude und zerstörte diese. Ein 14-jähriges Kind kam dabei ums Leben. Die Angaben zum Opfer werden derzeit geklärt, teilte das «Operative Kommando Nord» der Ukraine mit. Die Region Tschernihiv grenzt an Russland an und ist, wie andere Regionen der Nordukraine, oft von russischen Angriffen betroffen. https://t.me/KyivIndependent_official/18162

«FEIND KANN NUR VERNICHTET WERDEN»

In seiner Abendansprache sagte der ukrainische Präsident Volodymyr Zelenskyj: «Allein in der letzten Nacht, von Mitternacht bis sieben Uhr morgens, ist es uns gelungen, 15 russische Raketen abzuschiessen. Aber leider nicht alle.» Er berichtete, dass am Morgen ein Treffen mit allen Ministern, dem Regierungschef und den Verantwortlichen aller in- und ausländischen Geheimdienste stattgefunden habe.

Ohne auf Details einzugehen, sagte er: «Wir haben das wahrscheinliche Verhalten des Feindes in der nahen Zukunft erörtert und unsere Verteidigungsmaßnahmen koordiniert. Wir erörterten auch die Frage der Waffen und Munition für unsere Soldaten. (…) Keine Chance für den Besatzer auf unserem Land! Der Feind kann nur vernichtet werden.» https://t.me/c/1269013410/49697

STREIT ÜBER PASS-ANNAHME

Gestern empfahl der ukrainische Menschenrechtsbeauftragte Dmytro Lubinets der Bevölkerung in den besetzten Gebieten den russischen Pass anzunehmen. So könnten die Menschen weiteren Repressionen entgehen. Nach der Befreiung der Gebiete werde dieser Akt des Selbstschutzes wieder aufgehoben. (Siehe «Ukraine Aktuell» vom 30.4.23)

Die Ministerin für die Wiedereingliederung der besetzten Gebiete, Iryna Vereshchuk (FOTO), widersprach dieser Aussage. «Meine Empfehlungen an die Ukrainer in den vorübergehend besetzten Gebieten bleiben unverändert: Nehmen Sie keine russischen Pässe an, kooperieren Sie nicht mit den Besatzern, verlassen Sie das Gebiet, wenn möglich, und warten Sie auf die Streitkräfte», schrieb die Ministerin. https://twitter.com/Flash_news_ua/status/1653040349651128322

KADYROW WILL EIGENE ARMEE

Der Bandenchef und selbsternannte Staatspräsident von Tschetschenien, Ramsan Kadyrow, sagte heute an der Moskauer Russia Special Forces University:

«Ich denke darüber nach, eine Armee zu gründen. Sie soll in verschiedenen Nationen aktiv sein. Insbesondere in jenen Ländern, die sich gegen die sogenannten demokratischen Staaten verteidigen.» https://twitter.com/nexta_tv/status/1653000763570831360

RUSSISCHER ZUG ENTGLEIST

In der russischen Region Briansk verunfallte ein Transportzug und verlor dabei den Kontakt zu den Schienen. Die ukrainische Plattform Nexta zeigt Videos https://twitter.com/i/status/1652962997348835330 des entgleisten und teilweise brennenden Zugs.

Dazu schreibt Nexta: «Die russischen Sicherheitskräfte suchen nach dem Partisanen, der in der Bryansk Region einen Güterzug mit Ölprodukten zum Entgleisen gebracht hat. Wahrscheinlich gab es zuvor einen Sabotageakt gegen die Eisenbahn.» https://twitter.com/nexta_tv/status/1652957625749843969

SÜDAFRIKA IM PUTIN DILEMMA

Für August ist in Südafrika ein Gipfeltreffen der sogenannten BRICS-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika) geplant und Putin hat sein Kommen angekündigt. Nun versucht die südafrikanische Regierung ihn davon abzuhalten. Der international gesuchte Kriegsverbrecher soll lediglich via Video-Konferenz teilnehmen, wünscht die Regierung. Dies berichtet die südafrikanische Zeitung Sunday Times in ihrer gestrigen Ausgabe. https://www.timeslive.co.za/…/2023-04-30-sas-quiet…/

Südafrika ist als Unterzeichner des «Römer Statuts» verpflichtet, gesuchte Kriegsverbrecher zu verhaften, wenn sie ihr Land betreten. Letzte Woche hatte die südafrikanische Regierungspartei ANC gemeldet, dass sie aus dem Römer Status und dem darauf basierenden «Internationalen Strafgerichtshof – ICC» austreten wolle. https://aldrovandi.net/…/ukraine-aktuell-nr-426-25-4…/

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