Ukraine Aktuell Nr. 410 (9.4.23/23Uhr)

WIE DIE KRIM BEFREIT WIRD

Gestern wurden aus der Krim Explosionen gemeldet. Darauf angesprochen sagte der ukrainische Militärexperte Roman Svitan, dass die Hauptaufgabe der ukrainischen Streitkräfte darin besteht, feindliche Flugplätze, Luftfahrtausrüstung, Kontrollsysteme, Kommandoposten und Treibstoffempfänger zu zerstören.

Dafür verfüge die Ukraine über Drohnen mit einer Aktionsradius von 300 Kilometern, die jeden Punkt auf der Krim erreichen können.

«Offensive Aktionen beginnen immer mit der Zerstörung der entferntesten Mittel Russlands und rücken dann immer näher an die Front heran. Das heisst, wir werden etwa einen Monat lang arbeiten und die Versorgungswege und Stützpunkte des Feindes in Richtung Saporischschja und Kherson sowie auf der Krim verbrennen»

Der Experte sagte voraus, dass große Militärstützpunkte der Besatzer zu Beginn der Gegenoffensive zerstört werden, und einige dieser Massnahmen wurden bereits in dieser Woche ergriffen. https://twitter.com/anno1540/status/1645060929728532482

FOTO: RUSSISCHE RAKETENANGRIFFE

In der Abendansprache sagte Wolodymyr Zelenskyj: «Heute Nacht hat die russische Armee Saporischschja mit S-300-Raketen beschossen. Sie trafen ein Haus, ein Wohnhaus. Drei Menschen waren darin. Ein Mann, eine Frau und ein Kind – ein Mädchen, ihr Name war Iryna, sie wäre dieses Jahr 11 Jahre alt geworden. Sie starb. Der Mann starb auch. Mein Beileid… Die Frau befindet sich in kritischem Zustand im Krankenhaus, sie wird medizinisch versorgt. So verbringt der terroristische Staat diesen Palmsonntag.» https://t.me/dvish_alive_eng/13309

Auch die Regionen Kherson, Kharkiv und Donezk in der Ukraine waren unter russischem Beschuss. Dort wurden fünf Menschen verletzt. https://twitter.com/doxa_journal/status/1645045109220683777

REPRESSION VERSTÄRKT

In der von Russland besetzten ukrainischen Region Kherson wird die Bevölkerung verstärkt drangsaliert. Insbesondere im Bezirk Hornostaivka werden Razzien durchgeführt, um die Mobiltelefone der örtlichen Bevölkerung auf Fotos und Videos sowie auf «verbotene» Inhalte zu überprüfen. Bei diesen Kontrollen erfassen die Besatzer die persönlichen Daten der Einwohner und durchsuchen gezielt deren Wohnungen. https://www.pravda.com.ua/eng/news/2023/04/9/7397074/

Wie das «Institut for the study of war» (ISW) schreibt, setzen Russische Besatzungsbeamte ihre Bemühungen fort, die Bewohner der besetzten Gebiete zu zwingen, sich russische Pässe zu besorgen. Dies, so spekuliert das ISW, soll es den Besatzern erleichtern, die besetzten Regionen zu entvölkern, indem die «Neu-Russen» in entfernte russische Regionen deportiert werden. https://twitter.com/TheStudyofWar/status/1645056516179865600

«KOLOSSALE VERLUSTE»

Das russische Militär hat in den letzten Tagen in der Nähe der Städte Avdiivka und Marinka im Gebiet Donezk «kolossale Verluste» erlitten.

Jeden Tag habe Putins Armee etwa zwei Kompanien oder bis zu 400 Soldaten verloren. Das sagte der ukrainische Militärsprecher Oleksii Dmytrashkovskyi. https://t.me/KyivIndependent_official/17424

ERHEBLICHE SÖLDNER-VERLUSTE

Beim Versuch, die ostukrainische Kleinstadt Bakhmut zu erobern, erleidet die Söldnerfirma «Wagner PMC» schwere Verluste, für welche sie aktuell keinen Ersatz haben. Das hat das russische Kommando dazu veranlasst, Eliteeinheiten der Armee, darunter Fallschirmjäger, zur Einnahme der Stadt zu entsenden.

Dies gab Serhii Cherevatyi, der Sprecher der östlichen Gruppierung der ukrainischen Streitkräfte, im ukrainischen Fernsehen bekannt.

Dies sei keine Verstärkung, sondern ein Ersatz für verlorene Streitkräfte, welche ebenfalls starke Verluste erleide.

Die russische Armee habe nur ein beschränktes Kontingent von Fallschirm-Soldaten, sagte Cherevatyi. https://euromaidanpress.com/…/heavy-losses-among…/

«KÄMPFEN BIS ZUM LETZTEN MANN»

In einem Interview mit dem britischen «Daily Express» sagte der ukrainische Botschafter in England: «Die Russen müssen unser Land verlassen. Deshalb müssen wir bis zum letzten von ihnen oder leider bis zum letzten von uns kämpfen».

Vadym Prystaiko sagte weiter, dass man nie aus einer Position der Schwäche heraus verhandeln werde und dass die Krim befreit werden müsse und nicht darauf verzichtet werde.

Zu Verhandlungen führte er aus: «Nach dem Krieg müssen wir mit den Russen koexistieren. Hier wollen wir verhandeln, denn das Leben unserer nächsten Generation wird vom Ergebnis dieser Entscheidungen abhängen. Leider wird die jetzige Generation kämpfen müssen.» https://www.express.co.uk/…/vadym-prystaiko-ambassador…

EVAKUIERUNGS-VORBEREITUNGEN

In der russischen Region Belgorod, nahe der ukrainischen Grenze, sind Anweisungen für eine allfällige Evakuierung aufgetaucht. Auf Plakaten und in Broschüren steht, was im Fall eines Alarmsignals getan werden muss:

«Benachrichtigen Sie Ihre Verwandten, nehmen Sie einen Notfallkoffer mit und begeben Sie sich in ein sicheres Gebiet».

Der Bewohnern wird erklärt, was in den Notfallkoffer gehört. Jene Bewohner, welche nicht an die staatlich zugewiesenen Fluchtorte wollen, müssen ihre Verstecke der lokalen Verwaltung mitteilen. Dies berichtet das russische Oppositions-Medium «Baza». https://t.me/bazabazon/16838

Warum die Behörden von einer Evakuierung ausgehen, wurde nicht mitgeteilt. Die Ukraine hat bisher nicht gesagt, dass sie nach Belgorod vordringen wolle.

«VOLL IN DIE FRESSE»

Die von einer Person zu tragende Panzerabwehrwaffe der NATO sei «ein Stück Scheisse», Dies sagte ein russischer «Militärexperte» in einem von ihm veröffentlichten Video https://twitter.com/i/status/1645054550271750144

Zur Demonstration der Untauglichkeit dieser Waffe, schulterte der «Experte» eine schwedische AT4. Offenbar kannte er den heftigen Rückstoss dieser Waffe beim Abschuss nicht. Als er abdrückte, schlug ihm der Griff der Waffe ins Gesicht und verletzte ihn erheblich, was ebenfalls auf dem Video sichtbar ist.

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