Ukraine Aktuell Nr. 396 (26.3.23/22Uhr)

FOKUS AUF MELITOPOL

In der Stadt Melitopol – in der von Russland besetzten Region Saporischja – werden aktuell rund 500 Einwohner in Folterkammern festgehalten. Wer «Ruhm der Ukraine»/« Slava Ukrajini» äussert, wird mit Bussen von 30’000 Euro bestraft oder in «den Keller» gesperrt.

Aber auch nach einem Jahr der Besetzung sei der Widerstand der Bevölkerung ungebrochen. Das sagte der legitime Bürgermeister von Melitopol, Ivan Fedorov, am ukrainischen Fernsehen. https://t.me/ivan_fedorov_melitopol/1572

Weiter berichtet Fedorov, dass gestern ein Treffen von russischen Kollaborateuren aus den Bereichen Schulen, Kindergärten, Krankenhäuser und der Polizei mit den russischen Besatzern stattfand. Die Kollaborateure wurden darüber informiert, wie sie evakuiert werden können, da die Zeit knapp werden könnte.

Das Ende des Fluchtwegs liege auf der besetzten Halbinsel Krim. Gleichzeitig verbreiten russische Telegramkanäle Informationen, was im Fall einer Evakuation zu tun ist. https://t.me/ivan_fedorov_melitopol/1570

Ivan Fedorov war nach der Besetzung von Melitopol von russischen Truppen während sechs Tagen entführt worden, bevor er gegen 9 russische Gefangene ausgetauscht wurde. Vor kurzen erhielt er, zusammen mit anderen Persönlichkeiten, den Sachorow-Preis für geistige Freiheit. https://de.wikipedia.org/wiki/Iwan_Fedorow

«LAGE IN BAKHMUT STABIL»

Über den Ort des grössten Grauens der aktuellen Verteidigungsfront gegen die russische Aggression sagte heute der Sprecher der örtlichen Verteidigungskräfte:

«Die ukrainischen Streitkräfte verfügen über genügend Truppen und Waffen, um sich in der Region Bakhmut in der Region Donezk zu verteidigen und die Lage stabil zu halten. Im Laufe des vergangenen Tages zerstörten die ukrainischen Streitkräfte einen Panzer, mehrere Artilleriegeschütze, zwei Drohnen, einen Kommando- und Beobachtungsposten einer Kompanie sowie 10 Munitionslager der Russischen Föderation.

«Wir können die Aktionen des Gegners sehen und kontrollieren, verstehen die Richtung der Aktionen und Pläne der russischen Armee und wissen, dass die Verteidigungskräfte über genügend Kräfte und Mittel verfügen, um die Frontlinie zu halten», sagte Serhiy Cherevaty.

Er bestätigte damit die Aussage des Oberbefehlshabers der ukrainischen Streitkräfte, General Valeriy Zaluzhnyi, über die Stabilisierung der Lage im Sektor Bakhmut. https://t.me/suspilnedonbas/12112

PUTINS GEBROCHENE VERSPRECHEN

Kaum ist Xi Jinping aus Moskau abgereist, gab Putin die Stationierung von taktischen Atomwaffen in Weissrussland bekannt. Er brach damit ein Versprechen, welcher er dem chinesischen Staatspräsidenten gemäss gemeinsamer Erklärung gegeben hatte.

Dies ist nicht das erste gebrochene Versprecehen, wie Unian-Net auflistet:

2016 versicherte Putin, dass «das Klappern mit Atomwaffen das Allerletzte ist, was man tun kann»;

2017 erklärte er auf dem Valdai-Forum, dass Russland die Idee der Abschaffung von Atomwaffen überall unterstützt;

2019 gab der Kreml nach seinem Treffen mit Xi eine ähnliche Erklärung ab;

2022 versicherte Putin im Dezember auf der Ratssitzung: «Amerikanische Atomwaffen sind in großer Zahl auf europäischem Territorium stationiert. Wir haben unsere Atomwaffen niemandem überlassen». https://t.me/uniannet/93532

WARNUNG AN BELARUS

«Wir rufen die G7-Staaten und die EU auf, die belarussischen Behörden vor den weitreichenden Konsequenzen zu warnen, wenn es der Stationierung taktischer Atomwaffen aus Russland auf seinem Territorium zustimmt.» Dies schrieb der ukrainische Aussenminister.

Das belarussische Volk wird aufgerufen, sich gegen die Stationierung zu wehren, denn sie mache das Land zu «einer Geisel Russlands».

Im Weiteren forderte die Ukraine Grossbritannien, China, die USA und Frankreich auf, wirksame Massnahmen gegen die nukleare Erpressung des Kremls zu unternehmen. Als ständige Mitglieder des UN-Sicherheitsrates hätten sie eine besondere Verantwortung für die Verhinderung von Angriffsdrohungen mit Atomwaffen. https://www.pravda.com.ua/eng/news/2023/03/26/7395147/

KRIEGSVERBRECHER GETÖTET

Vom 10. August 2014 bis zum 2. September 2014 wurde um die ostukrainische Stadt Ilowajsk gekämpft. Dabei kesselten von Russen finanzierten sogenannte «Volksmilizen» zusammen mit russischen Armeeinheiten 7’000 ukrainische Soldaten ein.

Putin bot die Evakuierung über einen sogenannten «humanitären Korridor» an. Als die ukrainischen Soldaten auf diesem Weg aus der Stadt flüchteten, wurden sie von russischer Artillerie beschossen.

Dabei starben 366 unbewaffnete ukrainische Soldaten. ( https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_um_Ilowajsk )

Heute meldete die ukrainische Armee, dass einer der für das Massaker verantwortlichen russischen Offiziere «liquidiert» worden sei. Es handelt sich um den Kommandeur des 1. Bataillons des 247. Sturmangriffsregiments der Russischen Föderation, Dmitrij Lysyzkij. Der 48-järhige war nach dem Massaker von Putin als «Held Russlands» ausgezeichnet worden. https://twitter.com/Flash_news_ua/status/1640049927299518468

EINSATZ IRANISCHER DROHNEN

Der britische Geheimdienst schreibt über die iranischen Drohnen im Dienste von Putins Armee: «Seit Anfang März 2023 hat Russland wahrscheinlich mindestens 71 unbemannte Einweg-Angriffsflugzeuge (OWA-UAVS) iranischer Bauart der Serie Shahed gegen Ziele in der Ukraine eingesetzt.»

Zuvor habe es einen Unterbruch der Drohnenangriffe gegeben, vermutlich weil keine iranischen Drohnen verfügbar waren. «Russland hat wahrscheinlich damit begonnen, regelmässig Nachschub an kleinen Mengen von Shaheds zu erhalten.»

Die iranischen Waffen würden aus zwei Achsen gestartet: «von der russischen Region Krasnodar im Osten und vom Gebiet Brjansk im Nordosten. Dies gibt Russland die Flexibilität, einen breiten Sektor der Ukraine anzugreifen, und verkürzt die Flugzeit zu Zielen im Norden der Ukraine.» https://twitter.com/DefenceHQ/status/1639866636290121728

PROPAGANDA VIDEO

«Das Mutterland ruft – wir kommen» ist der Titel eines Propaganda-Videos, auf welches die Pro-Kreml Plattform «Lord of war» veröffentlicht. «Unter dem Klang der Schüsse, dem Dröhnen der Gewehre, glauben die Militärs an eine Sache – es braucht nur noch wenig bis zum Sieg», lautet der Begleittext.

Zu den Klängen eines Liedes, gesungen von einem Soldaten und begleitet mit einer akustischen Gitarre («Nach der Schlacht verlangt das Herz doppelt nach Musik»), heisst es: «Tag für Tag vernichten die Kämpfer unter Einsatz ihres Lebens die Nationalisten, damit die Bewohner des Donbass so schnell wie möglich wieder einen friedlichen Himmel über sich sehen.» https://t.me/llordofwar/106904

ZERBOMBTE STADT

Wuhledar, russisch Ugledar, war vor dem Krieg eine Stadt von regionaler Bedeutung im Südwesten der ukrainischen Region Donezk im Donbass mit 15’000 Einwohnern.

Nachdem russische Truppen den Terror auf die Zivilbevölkerung systematisiert haben, bleiben von der Stadt nur noch unbewohnbare Trümmer übrig. https://twitter.com/antiputler…/status/1640050289355939840

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