Ukraine Aktuell Nr. 376 (6.3.23/21Uhr)

ENTSCHEIDUNG IN BAKHMUT

Heute fand eine Sitzung des ukrainischen Generalstabs unter dem Vorsitz von Präsident Zelenskyj statt. Dabei riefen der Oberbefehlshaber der Streitkräfte, Zaluzhnyi, und der Befehlshaber der Militärgruppe Ost, Syrskyi, dazu auf, die Verteidigung der Stadt fortzusetzen und die Stellungen weiter zu verstärken. https://t.me/suspilnedonbas/11664

Der ukrainische Generaloberst Oleksandr Syrskyi, ukrainischer Befehlshaber der Bodentruppen, hatte gestern die Frontstellungen in Bakhmut besucht. Daraufhin sagte er, dass die Kämpfe «die höchste Intensität» erreicht hätten.

In einer Live-TV-Sendung führte heute Serhii Cherevatyi von der Armeegruppe «Osts» aus, was dies bedeutet: «Insbesondere in den vergangenen 24 Stunden haben die russischen Streitkräfte etwa 130 Angriffe mit verschiedenen Artilleriesystemen, wie Rohrartillerie und Mehrfachraketen, auf unsere Stellungen an der Bakhmut-Front durchgeführt.» https://www.pravda.com.ua/eng/news/2023/03/6/7392232/

Der Sprecher der Armeegruppe Ost sagte auch, dass die Nachschubwege nach Bakhmut nicht unterbrochen sind: Waffen und medizinisches Material werden an das Militär geliefert, und Verwundete evakuiert, sagte Cherevatyi. https://suspilne.media/

Der amerikanische Militärblogger Chuck Pfarrer veröffentlichte eine aktuelle Karte des Kampfgebiets um Bakhmut. Sichtbar ist, dass ein Viertel der Stadt nicht umzingelt ist. Pfarrer schreibt – unter Berufung auf den ukrainischen Generalstab – dass die Intensität der russischen Angriffe leicht abgenommen hat. https://twitter.com/…/status/1632754688172105728/photo/1

Der ukrainische Militärblogger «War Monitor» berichtet, dass an einigen Stellen die russischen Angriffe zurückgeschlagen werden konnten.

Zum Thema «Rückzug» schreibt er: «In Richtung des östlichen Sektors der Frontlinie ist es wahrscheinlich, dass es einen vollständigen Rückzug aus den Wohngebieten von Zabakhmutka in Verteidigungsstellungen westlich des Flusses gibt.» https://twitter.com/WarMonitor3/status/1632700657143627776

PUTINS ARMEE WIRD «VINTAGE»

Nach den enormen Verlusten an Panzern, Lastwagen und Transportern setzt die russische Armee Fahrzeuge ein, die älter als 50 Jahre sind. Der britische Geheimdienst listet in seinem Tagesbulletin zwei davon auf:

BTR-50: Soldaten in der Kriegszone werden mit Mannschaftstransportwagen vom Typ «BTR-50» an die Front gebracht. Der Transporter war 1954, also vor 69 Jahren, zum ersten Mal im Einsatz und wurde nicht modernisiert;

T-62: Seit dem Sommer haben die Russen 800 T-62 Panzer aus den Zeughäusern geholt und an die Front geschickt. Diese mittelgrossen Panzer stammen aus den 60-er Jahren. Sie wurden teilweise mit Nachtzielgeräten ausgerüstet.

Weder die BTR-50 noch die T-62 verfügen über moderne Panzerung und sind deshalb leichte Beute für die modernen ukrainischen Waffen. https://twitter.com/DefenceHQ/status/1632632159201533955

WAGNER BESCHULDIGT KREML

Der Chef der Söldnerfirma «Wagner PMC» Yewgeni Prigoschin beklagt sich gestern über den Mangel an Munition. Am 22.Februar habe er die Bestellung aufgegeben, aber bis jetzt sei nichts angekommen. Verantwortlich dafür seien «gewöhnliche Bürokratie oder ein Verrat». Ohne diese Munition könne Bakhmut nicht eingenommen werden.

Weitere Zeichen für den Streit der Söldner mit dem Kreml lieferte Prigoschin am Samstag und heute. Am Samstag sagte er in einem Video, dass die Wagner Söldner als Hauptschuldige hingestellt werden könnten, sollte der Krieg verloren gehen. Heute beklagte sich Prigoschin, dass seine Vertreter keinen Zutritt mehr zum Hauptquartier der russischen Armee hätten. https://www.bbc.com/news/world-europe-64859780

KRIEGSVERBRECHER IDENTIFIZIERT

Die Aufklärung von Kriegsverbrechen im Hinblick auf einen internationalen Prozess machen in der Ukraine Fortschritte. Die Hauptuntersuchungsabteilung der Nationalen Polizei identifizieren 3 russische Soldaten, die an Kriegsverbrechen in Irpin beteiligt waren.

Die namentlich bekannten Soldaten sollen zwischen dem 5. und 6. März 2022 auf 10 Fahrzeuge in den Straßen Oleha Koshevoho und Nezalezhnosti geschossen haben. Ziel waren Menschen, die versuchten, die Stadt zu verlassen. Bei den Bei den Angriffen wurden neun Menschen getötet. https://t.me/KyivIndependent_official/16167

Der Menschenrechtsbeauftragte des ukrainischen Parlaments, Dmytro Lubinets, hat ein Video von der Tötung eines unbewaffneten ukrainischen Soldaten durch Russen, an internationale Partner und andere Ombudsleute geschickt.

Der Soldat hatte «Ruhm für die Ukraine» gerufen. https://t.me/nvua_official/44065

RUSSEN VERSTÄRKEN MARIUPOL

Die Besatzer sammeln erneut Kräfte im Bezirk Mariupol. «Heute ist eine Kolonne von mindestens 15 Kettenfahrzeugen aus Richtung Nowoasowsk durch die Stadt in Richtung Saporischschja gefahren. (…)

Insgesamt ist das militärische Kontingent wieder im Steigen begriffen. Diesmal ist die Ausrüstung größtenteils frisch und nicht aus der Mottenkiste geholt».

Das schrieb der Berater des Bürgermeisters von Mariupol, Petro Andrjuschtschenko und veröffentlichte entsprechende Videos. https://t.me/uniannet/91691?single

ZELENSKYJ RÄUMT GEHEIMDIENST AUF

Mit einem Dekret gab der ukrainische Präsident Zelenskyj die Entlassung des stellvertretenden Leiters des ukrainischen Geheimdienstes (SBU) Oleksandr Yakushev bekannt.

Entlassen wurden ausserdem der Leiter der SBU-Abteilung für Staatssicherheit Oleksandr Provotorovder, der SBU-Direktor in der Region Sumy, Eduard Fedorov, der Leiter der Region Saporischschja, Boris Bezruki und der Leiter der Abteilung für Staatsgeheimnisse Igor Nosko. https://t.me/nvua_official/44047

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