Ukraine Aktuell Nr. 349 (7.2.23/23Uhr)

HILFESCHREI DES UN-HILFSWERKS

«Wir haben vor dem giftigen Gebräu aus Tod, Zerstörung, Vertreibung und Entbehrung gewarnt, das dieser Krieg verursacht hat. Wir haben über das psychologische Trauma gesprochen, das er hinterlassen hat. Wir haben den tödlichen Tribut an die Zivilbevölkerung verurteilt. Doch die Tragödie geht weiter und ein Ende ist nicht in Sicht.»

Das sagte Martin Griffiths, Chef für humanitäre Hilfe der Vereinten Nationen, vor dem UN-Sicherheitsrat zur Ukraine und führte weiter aus:

17,6 Millionen Menschen – das sind fast 40 Prozent der ukrainischen Bevölkerung – sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Mehr als 7’000 Zivilisten sind getötet worden. Dies sind nur die von der UNO bestätigten Zahlen. Die tatsächliche Zahl der Opfer ist sicherlich höher.
Fast 8 Millionen Menschen sind in die Nachbarländer geflohen. https://www.unocha.org/story/ukraine-un-relief-chief-reminds-world-horrific-one-year-milestone

ANGESPANNTE LAGE IN VUHLEDAR

Russische Truppen versuchen Vuhledar in der Region Donezk zu besetzen. Heute kam es zu massiven Raketenangriffen. Dabei wurden sechs Wohnhäuser zerstört.

Unterdessen gehen die Evakuationen von Zivilisten weiter. Nach Angaben der Donezker Regionalpolizei befindet sich derzeit noch ein Kind in der Stadt.
Gestern konnte ein Ehepaar mit der 10-jährigen Tochter und dem 7-jährigen Sohn unverletzt aus Vuhledar geborgen werden. https://t.me/nvua_official/41872

RUSSLANDS ERFOLGE DEMENTIERT

Der russische Kriegsminister Shoigu meldete heute, die «vollständige Kontrolle» Russlands über die ukrainischen Gemeinden Klischtschiwka, Krasnopillia, Blahodatne und Mykolaivka im Gebiet Donezk sowie über Pidhirne und Lobkove im Gebiet Saporischschja.

Der ukrainische Geheimdienst dementierte die Meldungen über die Einnahme dieser Ortschaften. https://t.me/KyivIndependent_official/15089

Auch der britische Geheimdienst meldet Zweifel an. In seinem öffentlichen Bulletin heisst es: «Den russischen Streitkräften ist es nur gelungen, pro Woche einige hundert Meter an Territorium zu gewinnen.»

Dies habe damit zu tun, dass den russischen Truppen die «für erfolgreiche Offensiven erforderliche Munition und Manövriereinheiten» fehlen.

Und auch für die Zukunft sehe es für Putins Truppen nicht gut aus: «Es bleibt unwahrscheinlich, dass Russland in den kommenden Wochen die Kräfte aufbauen kann, die nötig sind, um den Ausgang des Krieges wesentlich zu beeinflussen.» https://twitter.com/DefenceHQ/status/1622843727298404353

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500’000 MENSCHEN IM DONEZK

Im von der ukrainischen Regierung kontrollierten Teil der Region Donezk leben aktuell noch eine halbe Million Menschen. Das sagte der Leiter der regionalen Militärverwaltung, Pavlo Kyrylenko.

Die Zahl der Einwohner habe in den letzten Tagen abgenommen. Kyrylenko sagte, dass die Menschen in der vergangenen Woche aufgrund von Berichten über eine mögliche Wiederaufnahme der russischen Großoffensive im Donbass die Region überstürzt verlassen haben. https://t.me/nvua_official/41865

ÜBER 100 LEOPARD-1 VERSPROCHEN

Der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius traf heute in der ukrainischen Haupstadt Kiew ein. Er traf sich unter anderem mit Präsident Volodymyr Zelenskyj und Verteidigungsminister Oleksii Reznikov. Dabei kündigte er an, dass die Ukraine mehr als 100 ältere Leopard-1 Kampfpanzer erhalten werde. Lieferant sei eine Gruppe europäischer Staaten. https://t.me/KyivIndependent_official/15085

Die deutschen Unternehmen Rheinmetall und Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft haben die Genehmigung erhalten, zusammen 178 Leopard-1-Panzer an die Ukraine zu liefern. Das berichtet das Magazin «Business Insider». https://www.businessinsider.de/politik/deutschland/ukraine-bundesregierung-genehmigt-ausfuhr-von-leopard-1-panzern/ .

KRIM-LOBBY ERHIELT GELD

Russische Lobbyisten bezahlten Politikern der Europäischen Union, damit sie die vom Kreml favorisierte Politik vorantreiben. Dies ergab eine grenzüberschreitende Untersuchung des «Organized Crime and Corruption Reporting Project (OCCRP).
Für den Artikel engagierten sich Journalisten aus Estland (Eesti Ekspress), Italien (IrpiMedia), Österreich (Profil) und Russland (iStories).

Rechts- und linksextreme Politiker Europas wurden für prorussische Initiativen bezahlt. Das Preisschild für die Einreichung eines Antrags im Parlament belief sich auf 20’000 Euro mit einem weiteren Bonus von 15’000 Euro «im Falle einer erfolgreichen Abstimmung».

Erste Erfolge wurden in italienischen Gemeinden Venetiens, Liguriens und der Lombardei erzielt. Bald nahm auch Zypern eine ähnliche Resolution an.
Die Lobbygruppe arrangierte auch Reisen für Politiker aus Deutschland, Österreich, Italien, der Tschechischen Republik und Polen auf die von Russland besetzte Krim und bezahlte für deren Anwesenheit. Den Originalartikel gibt es hier: https://www.occrp.org/en/investigations/kremlin-linked-group-arranged-payments-to-european-politicians-to-support-russias-annexation-of-crimea

OLYMPIADE 2024: STIMMUNGSWECHSEL

Der österreichische Vizekanzler und Sportminister Werner Kogler ist gegen eine Teilnahme von russischen oder belarussischen Sportlern an der Olympiade 2024 in Paris. «Es ist für ukrainische Athletinnen und Athleten schlichtweg unzumutbar, im Kampf um Medaillen gegen russische und belarussische Sportler anzutreten», sagte Kogler gegenüber der Zeitung «Standard». https://www.derstandard.at/story/2000143289814/kogler-stellt-sich-in-der-russland-frage-gegen-das-oeoc

Noch am 26. Januar sprach sich Anne Hidalgo, die Bürgermeisterin von Paris, für eine Teilnahme russischer Athleten an der Olympiade 2024 in Paris aus. Dem TV Sender «France2» sagte sie damals: Sie würde es vorziehen, wenn die russischen Sportler «unter einem neutralen Banner» antreten würden. https://www.lefigaro.fr/sports/jeux-olympiques/jo-de-paris-2024-anne-hidalgo-favorable-a-la-participation-des-russes-sous-banniere-neutre-20230126

Heute machte die sozialistische Politikerin eine Kehrtwende.
Hidalgo sagte in einem Interview mit dem Radiosender «Franceinfo»: Sie wünsche sich keine Sportler aus Russland, «so lange es Krieg gibt». https://www.francetvinfo.fr/les-jeux-olympiques/jo-2024/reforme-des-retraites-jo-de-paris-2024-le-8h30-franceinfo-d-anne-hidalgo_5619914.html

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